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Jüdische Rundschau · 1903-07-17 · Heft 29 (17.7.1903) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 29 (17.7.1903)
Date
1903-07-17
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 300. «JUdisolle Hundscliau. No. 29. 25 Prozent der Wahlberechtigten an der Wahl teil. Aus der Wahl gingen als Delegierte hervor: Rabb. Dr. Nobel. Lcipzig und Rechtsanwalt Dr. Ascher. Dessau. Weiter wurde;! einstimmig zu Ersatzmännern gewählt: A. Rcichcnhach. Quedlinburg a. H. und Gustav Schwabe. Varel (Oldenbürg): Rabb. Dr. Nobel erklärte, dass ihm bereits ein Mandat aus Minsk zu teil geworden, dass er sich nur aus religiösen Gründen der ״Misrachi4* anschliesse, dagegen den allgemeinen Kulturbestrebungen nicht feindlich gegenüberstehe. Rechtsanwalt Ascher ist weder Misrachist noch Fraktionist und Gegner Jedweder Parteiung. *Beifolgende Erwiderung auf die Erklärung des! Herrn FaWus Schach, bitten wir in Ihr geschätztes Blatt aufzunehmen: Gegenüber der Erklärung des Herrn Eabius Schach In No. 27 der Jüdischen Rundschau vom 2. Juli a. c. veröffentliehen wir wortgetreu folgenden Passus aus einem Schreiben dieses Herrn vom 28. März 1899 an Herrn Wolffsolm. stellvertretenden Vorsitzenden und derzeitigen Kassierer des Kölner Bureaus: ״Sie haben mich anfangs Mai 1898 persönlich als Sekretär der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. mit einem Monatsgehalt von 2G0 Mk. engagirt und die volle .Garantie für die Zahlung übernommen.“ Da der Herr Eabius Schach erklärt: ״Es ist nicht wahr, dass ich früher Sekretär des Kölner Bureaus war etc.“ so kann siel!, nunmehr jedermann über die Wahrhaftigkeit und den Wert der Berichtigung des Herrn Eabius Schach sein Urteil bilden." Mit vorzüglicher Hochachtung und Zionsgruss Das Bureau der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, gez. Gustav Wolf. Schriftführer. Distriktsbureau Mannheim. In unserem Distrikte sind 11־ Delegierte zu wählen. Bis fetzt sind folgende vollzogene Wahlen bei uns gemeldet Dr. Moses, Dr. Regensburger, Julius Simon in Mannheim, Dr. Adolf Friedemann in Wiesbaden, Julius Strauss in Regensburg, Emanucl Kaufmann in Stuttgart. In Mannheim fand die Wahl in einer stark besuchten Versammlung statt, in welcher Herr Dr. Friede mann einen hervorragend schönen Bericht über seine Reise in Palästina erstattete. Herr stud. Tschc rnoff aus Rischon- Le-Zion brachte in der Diskussion noch manche interessante Einzelheiten über seine Heimat Der Delegicrtenwaiil ging auf Anfrage des Herrn Dr. Felsenthal eine Erklärung der Kandidaten über ihre Stellung zum Basler Programm voraus. In O f f c n b u r g fand unter Vorsitz von Gg. Dr. Kaufmann-Freibung die erste Agitationsversammlung statt mit Herrn Julius Simon -Mannheim als gewohnt glänzenden Redner. Distriktsbureau Mannheim. Ein weitgehendes Entgegenkommen der verehrt Redaktion dieses Blattes hat Herrn Eabius Schach in Karlsruhe cs ermöglicht in diesen Spalten (No. 27 S. 272) das Wort zu erhalten zu einer Erklärung, welche eine ״Berichtigung“ darstellen soll zu einem Berichte, der in No. 2*1 der ״Jüdischen Rundschau“ von unserem Bureau über eine Versammlung in Karlsruhe, veröffentlicht worden war. Das Unlogische und Wirre an den Scliachschen Erklärungen zeigt sich besonders an dem Passus 3, in welchem Herr Schach in einem Atem bestreitet Sekretär des Kölner Bur.eaus gewesen zu sein und zugibt dass er es 8 Monate lang war. Auf derartige Ungereimtheiten cinzugehen, wäre zu viel von uns verlangt und es sei hier zur sachlichen Erwiderung der übrigen Behauptungen festgestellt, dass das einwandfreie Zeugnis unseres Bureauvorsitzenden, der fencr Karlsruher Versammlung präsidierte, bestätigt, dass Herr Schach die Führer der Zion. Bewegung und die deutschen Zionisten in gehässiger Weise angriff. Es hat Herrn Schach niemand Beziehungen zuי den russischen Bundistcn nachgcsagt, aber ihren Beifall hatte er trotz seines Leugucns, als er ״den zionistischen Gedanken in seiner reinsten Gestalt warm verteidigte". Richtig ist allerdings, dass auch andere Zuhörer Herrn Schach Beifall zollten, solche, die ein paar Minuten vorher und nachher Herrn Dr. Klee ebenfalls lebhaft applaudierton. Wir gönnen Herrn Schach gern ־ das Vergnügen, sich an dem Beifall und der ״warmen Sympathie" dieser Kategorie von Zuhörern zu sonnen. Wir halten also Herrn Schach gegenüber unseren Versamrnljuigsbericht aufrecht, setzen dem letzteren aber heute noch die Behauptung hinzu, dass Herr Schach, der sich in «einen Erklärungen in einem harmlosen Schafpelz zu präsentieren beliebt, in Jene Versammlung gegangen ist mit der Absicht, gehässige Anw׳Drehe ge.gen uns vorzubringen. Wir schöpfen die Berechtigung zu dieser Bchauptung aus zweierlei Tatsachen: 1. Herr Schach hat in jener Versammlung mitgctcilt, dass, als er seine neue Stelle in Karlsruhe als Sekretär des Abwchrvcrcins (Vereins badischer Israeliten) antrat, er aus seiner zionistischen Gesinnung kein Hehl machte, aber versprechen musste, keinerlei zionistische Agitation zu freiben. Herr Eabius Schach, der' das Lied seiner Brotherrn so getreu zu singen versteht, dass er das zum Zwecke der Abwehr des Antisemitismus von badischen Juden unterhaltene und von ihm redigierte Blättchen in schnöder Weise zu der Bekämpfung einer indischen Bewegung, der zionistischen, missbraucht hat, würde sicher weder von seinen Vorgesetzten, denen er jenes Versprechen gab, die Erlaubnis erhalten haben, noch es selbst wagen, die Versammlungen zum Zwecke der ״Verteidiguug des Zionismus in seiner reinsten Gestalt“ zu hesuchen. Nein, seine Brotherrn wissen, dass er den Zionisn!us und seine Führer bekämpft und er selbst woiss, dass er mit seiner Art der ״Verteidigung des Zionismus" Jenen einen angenehmen Dienst bietet. Herrn Schach ist ein agitatorisches Eintreten liir den Zionismus verboten worden. deshalb kann er in den Versammlungen nur das Wort nehmen zu Angriffen gegen denselben. 2. Herr Schach hat in den ersten Januar tagen dieses Jahres, als ein Vortrag des Herrn Dr. Adolf Friedemann angekündigt war. sich einem Karlsruher Herren gegenüber dahin geäussert, ״er werde, wenn Herr Dr. FricJemann herkomme, mit persönlichen Angriffen gegen der.- selben auftreten“. Wir sind bereit, den Wahrheitsbeweis für diese Tatsache zu führen. Der Plan Schachs wurde damals durch ein hürgermeisteramtlic 11 cs Verbot vereitelt, das. nicht gestattete, dass in den! Rathaussaal. wo Dr. Friedemann sprach, eine Diskussion stattlande. Herr Schach suchte sich diesesma! für die verlorcngcgangenc Gelegenheit zu entschädigen. Distriktsbureau Mannheim. I A.: Dr. Moses. Mit diesem Pro und Contra ist die Debatte über die Affäre Schach für unser Blatt geschlossen. (Die Red.) Berlin. Zum Zwecke der gemeinsamen Fahrt nach Basel soll eine Besprechung der von Berlin aus fahrenden KongressbQSucher stattfinden. Da sehr viele von ihnen den Sonderzug am H./15. August nicht benutzet!, weil er am Sab na t fährt, so ist die Erreichung einer bedeutenden Fahrpreisormässigung nur möglich, wenn wenigstens 30 Personen sich eutschliesscn, die Fahrt gemeinsam zu machen. Es werden daher .alle die Baselfahrer, welche hiervon Georauch machen woljcn, gebeten, möglichst bald, ihre Adresse an die Redaktion der Jüdischen Rundschau, Lehrterstrasse 11/15־, zwecks einer gemeinsamen Besprechung einztisendeii. Ebenso bitten wir zum gleichen Zweck um Mitteilung, soweit Niclitberliner ihren Weg über Berlin nehmen und sich hier den Berliner.! anschliesscn wollen. 1 m m t% m?■% ייי י״י יייי r * •״! ו,‘# fc« *S V* JImM,. «*v וי*!!״9 r8» r ־1 ׳ י * •% # #V *י* «■ v t* «■% * m ו״י *•* «*י n *» A f i/<'* >! י f Rundschau. * ■״£ |י,״ A* «.־׳■ י,' %,י r.% *A י,י י* '"'."י 1 M* f? י?־־.-4-1 1 i ♦ » I ני ־: ן«~; נ<־5 V»1 fc, ׳#י ,•׳»י. ,% ׳יי,,►«,,« . «י «, «, י, ״ ,« 0 * * * «׳ , ־*״*. »rVVVw,w»,i^W « w w .יי! Im*'1'•# mb bm »WM md *J ItaW 4lk4 ImA bd bd bd bd W M bä bä W ImA md mb 'bd Inl bd bd bd Im• 'bd bJ «Ml bd IhA fe# Die Wiener ״Neuzeit" Ist ein asslmtlationsfrommes Blatt! Trotzdem wagt sie es, folgenden Zweifel an der Unfehlbarkeit der Hilfsvercinsbeschlüsse zu äussern: ״Ob die Einstimmigkeit der Konferenz den russischen Juden ebenso erfreulich sein wird, wie sie den Teilnehmern an derselben war, bleibt noch abzuwarten. In Jedem Falle hätten wir gewünscht, dass der Oeifentlichkeit die Gründe, welche die Emigration zu einer Katastrophe von unübersehbarer Tragweite gestalten würden, nicht vorcnthalten geblieben wären. Auch können wir nicht unterlassen, den Widerspruch hervorzuheben, in welchem sich der Bericht bewegt, wenn es duselbst heisst, es sei der Emigration mit allen Mitteln entgegenzutreten, weil keine Gelder hierfür vorhanden sind, und dann wieder von der Emigration wegen der drohenden Katastrophe abgeraten wird. Ist kein Ücid vorhanden, so kann man nicht emigrieren und es ist nicht nötig, mit allen Mitteln entgegenzutreten. Wo bleiben aber die nach dem Willen des Baron Hirsch für Emigrationszwecke bestimmten Fonds der I. C. A.?“

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