Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 28 (10.7.1903)
- Date
- 1903-07-10
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2651273-2651289-2651317--00523-2657318- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
,. j**• ^*A, . **^ffL^«*^* Nr. 28. Jlidisclie Randschau.. Seite 283. » . 13. Bericht der ständigen Ausschüsse. 14. * Wahlen des Aktionskomitees und der ständigen Ausschüsse. 15. Initiativanträge und Evcntuatia. Wie wir erfahren, ist aber׳, alles dies noch nicht endgiltig festgesetzt, Aendcrungen und Ergänzungen sind nicht unwahrscheinlich. Berliner zionistische Vereinigung. Die Wahl der Kongrcssdelcgicrtcn % findet atn 16. Juli abends 9 Uhr. präcise bei Dräsel, Neue Fricdrichstr. 35, statt. Die Schekclzahler, deren Adressen dein Bureau bekannt sind, erhalten eine besondere schriftliche Einladung. Der Eintritt ist nur gegen Vorzeigung dieser Einladung oder der Schekelq u i 1111 n g g e s t a 11 e t. Anträge sind vorher schriftlich cinzurcichcti. Die Parteigenossen werden dringend gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. Das Zentralkomitee teilt ־mit, dass das Protokoll über die Wahlhandlung nicht nach Wien, sondern an das Zentralkomitee nach Köln. Lütticher** strasse 8, cinzuseitden ist. Die von der ..Jüdischen Rundschau“ veröffentlichte Mitteilung der ״Welt“ bczieht sich nur auf solche Ortsgruppen, welche keiner Landesorganisation angehören. 111 Deutschland erfolgen alle Anordnungen iiir die Wahlen und die Kontrolle derselben durch das Zentralkomitee der ״Zionistischen Vereinigung für Deutschland“, weshalb auch Berichte und Protokolle nach Köln gesandt werden müssen. Nach endgiltiger Feststellung beträgt die Zahl der für den Kongress zu wählenden Delegierten in Deutsch-!and 47. welche sich auf die verschiedenen Bezirke wie folgt verteilen: Berliner Distrikt 15, Mann- 11c im er Distrikt 12, Hannover 10, Strassbürg 5 und Kölner Distrikt 5. Der Vertcilungsmodus und die Ortsgruppen, die wahlberechtigt sind, werden in der nächsten Nummer bekannt gegeben. Das Zentralkomitee macht noch besonders darauf aufmerksam, dass dieselbe Anzahl von Ersaizdclcgicrten gewählt werden kann, die jedoch mir im Falle der Yer- Hinderung des gewählten Delegierten ihre Verlreturigsbefugnisse auslibcn dürfen. . Das Zentralkomitee der ״Zionistischen V er- «iÄiigung für Deutschland“ teilt weiter mit, dass tci ncr folgende Gesinnungsgenossen sich zur Übernahme eines Kongrcssmandats ausserhalb Ihrer Ortsgruppe bereit erklärt haben: 51. Alfred S a 10 m 0 n, Kaufmann, Köln, Rochstadenstr. 43. 52. C. Thalheimer, Kaufmann, Köln, Pfälzerstrasse. 53. Dr. Oustav Cahen , Mannheim, M. 7. 23. ln Nummer 26, Seite 258, sol es heissen: 17. Braucrcibesitzcr Ltebmann, Mannheim, A. 3. 6. Unter dem Titel ״Baseler Korrespondenz“ wird während der Kongresswoche unser Gesinnungsgenosse Herr L. Felix P i 11 k u s eine Korrespondenz in Basel erscheinen lassen. Diese wird den in Basel weilenden Berichterstattern der Presse 1111• entgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Basel. Unsere Baseler Freunde werden, wie in den vergaiigenen Jahren, ein Empfangs- und Wohiiungs- K o in 1' t c e bilden. Den Bedürfnissen der Presse wird ein ־״# Press* und Postburcau dienen. Distriktshurcau Hannover. Vom 15. Juli ab wird dei Vo;־ s׳tz interimistisch von Herrn Inspektor J. Meyer, Mrtizstrasse *1 übernommen. Alle Sendungen der Gruppenuni Vertrauensmänner sind au H. Henry Meyer, Hannover, W e i s s c k r c u z s t r. 1 zu richten. Distriktsbureau Berlin: Tribünen karten zum VI. Z i 011 i s t c 11 k on g r c ss werden vom Bureau des Zionisteukongresses Wien IX, Türkensti. 9 kostenlos abgegeben. Bestellungen werden zweckmässig schon jetzt abgcsandt» da crfabnmgsgemäss die Karten schon vor Beginn des Kongresses vergriffen sind. Berlin. In der ״Freien Verbindung Hasmonc a“ (Lokal Burgstr. 12) findet am Dienstag, dem 14. d. M. der sechste der in diesem Semester veranstalteten öffentlichen Vortragsabende statt. Es spricht Herr Privatdozent Dr. Elibogen über: ״Dan Josei Nazi und seine palästinischen Kolonien.“ Beginn 9 Uhr. Gäste sind herzlich willkommen. Breslau. Am 17. er. sprach auf dem allwöchentlich siütfindenden Mittwochdiskussionsabend Herr. Davis Trictsch aus aus dem Pelopponues und dem breitgedehnten Thessalien I auszogen, um hier eine neue Heimat zu erkämpfen. Der dardanisehc Bruderstamm unterlag. Die neue Atolls entstand hier. Aeolisclics Leben erblühte. Acolisclie Wcisen erklangen. Was uns im Liede als die Sage eines grossen Raeliezuge unter Agamcmnons Führung erscheint, hat die geschichtliche Forschung als die Taten der landfliichtigen Nachkommen jener Könige erkannt, von deren Grösse und Machtiiillc noch lieute die gewaltigen Cyklopentnaucrn von Tiryns und Mykenai zeugen. Die Ionische Phantasie hat sich ihrer bemächtigt und jenes Lied geschaffen, das über die widerspruchsvolle Welt die epische Harmonie des blinden Dichterfürsten ergossen hat. Die Schwerter hallen an einander, die Wurfgeschosse schwirren. Der Held Achilleus zürnt. Patroklos liegt erschlagen. Hektor fällt. Da klingt die Sehne vom Bogen des Paris und Achilleus liegt in sciuem Blute. Im Magaron sitzen die Männer beim fröhlichen Mahle und lauschen den Liedern des göttlichen Sängers vom Falle der hohen Hios und von den Irrfahrten des durchtriebenen Scekönigs. Oben aber Im seligen Olympos klingt die sieben sei tige Laute des Apollon und lässt die Macht der Melodie in Sphärenmusik ausklingen. Wir gleiten weiter auf feuchtem Pfade, und ein leichter Nordwind bläht die Segel der Küstenbarken. Diese selben Nordwinde, die Etcsiai, haben einst den Miltiades nach Lcmnos geführt. Sie wehen heute wie vor Jahrtausenden mild und gleichinässig und be* gleiten uns kosend entlang der Westküste Kleinasiens. Da tauchen auch schon die Höhen von Lesbos aus dem Meere empor. An jener Felseckc war cs, wo die äolische Weise erklang, wo Sappho zum letzten Male den lesboischen Barriton zum Liede spannte, den geliebten Phaon beweinend, der ihre Sklavin Melitta entführt hatte. Dann stürzte sie sich vom Fels in’s Meer, noch im Tode eine echte Pdcstcrin der purpurthronenden Aphrodite. Die grössere Seestrecke, die uns jetzt auf ganz kurze Zeit die Inseln ans dem Gesichtskreise entschwinden lässt, war die Seescheide von Aiolis und Jonia. Dann lieben sich rechts die Felsen von Psara, links die Bcrgrcihcn von Chiosans der blauen See. Wir sind in ionischen Oewässern. , . . Die fruchtbare Insel Chios ־war ein Mittelpunkt homerischen Gesangs.. Die liedesfreudigen Insclgricchcn sind die einzigen, die verhältnismässig rein die alte hellenischc, und hier ionische Abstammung bewahrt haben. Unter ihnen haben sich auch noch zwei jüdische Gemeinden erhalten, von denen wir hörten, als im Jahre 1881 •ein schreckliches Erdbeben die Insel verwüstete uifd auch 1 t