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Jüdische Rundschau · 1903-07-03 · Heft 27 (3.7.1903) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 27 (3.7.1903)
Date
1903-07-03
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 272. Jüdische Rundschau. No. 27. 40. Jonas Wolpe, Frankfurt a. M. 41. Fräulein Wolpe, Frankfurt a. M. 42. Schriftsteller Ch. Obstler, Mannheim. 43. Rabb. Dr. König sberger, Pieschen. 44. Frau DIrector Zwillenberg, Kaiserslautern. 45. Rechtsanwalt Bernstein, Elberfeld. 46. Rechtsanwalt Orgler, Barme«. v 47. Rechtsanwalt Dr. Löwenstein. Aachen. 48. Bruno Tannenwald, Kiel. 49. Dr. Julius Cit rö n, z. Z. Genua, Via Assarotti 17. 50. Paul Koopmami, Bonn Maricnstr. 20. Im Interesse der Kongress-Delegierten teilen wir mit, dass für die Schweiz Passzwang nicht existiert. Dennoch können wir nur empfehlen, l.cgitimationspapierc mitzunchmcn. Geldliriefc und rekommandierte Sendungen werden z. B. 11111 gegen Legitimation ausgefogt. ' Das Kongressbureau wird in den ersten Augusttagcn in Basel eröffnet. Bis dahin sind alle den Kongress betreffenden Schriftstücke afi das K o 11 g r c s s b 11 r e a 11 in Wien HX. Türkenstrasse 9, zu senden. Die Vertrauensmänner werden dringend atiigcfordert. den ganzen Wahlakt nach vollzogener Wahlhandlung sofort dein Kongressbureau zu übermitteln. Ebenso sind die gewählten Kandidaten sofort von der auf sie entfallenden Wa;י zu verständigen. Die Delegiertenkarten werden erst in Basel ausgcfolgt.) Distriktsbureau Berlin: Da' noch immer Schekel* b ü c h e r rückständig sind, wird nochmals h ö i - liehst n m umgehende Rücksendung gebeten. Distriktsbureau Berlin. Die Expedition der ,.Jüdischen Rundschau“ gibt den Rest der Jüdischen Volkskabndei zum Preise von JO Pf. pro Exemplar excl. Porto ab. « delte Referent das Chalukka-Problem, die — nach seiner Ansicht — Jeden rechten Aufschwung gewaltsam niedcrhält uni ihren verheerenden Einfluss bis in die jüdischen Kolonien hinein ausiibt. Im Anschluss an die nahezu zweistündige, mit grossem Beifall aufgenommene Rede, sprach unser Gast Herr Rechts• anwalt Rosenbaum aus Minsk über Reform der Chalukkah. ZI. (verspätet.) v Wie uns das Mannheimer Dlstrlktsbureau nachträglich mitteilt, wurde das uns zugesandte Flugblatt, dessen Inhalt dem von uns in No. IS veröffentlichten Artikel ״Zum Schekeltage" zu Grunde lag, von der Zionistischen Ortsgruppe in Frankfurt a. Main verfasst nnd herausgcgebcM. — Von Herrn F a b i ti s $ c 11 ä c'h geht uns folgende Be* rlchUgung zu: J. Es ist nicht wahr, dass durch meine Schuld die Diskussio.1 persönlich ausartete. Ich habe die diplomatischen und agitatorischen Wege der zionsitischen Partei kritisiert, ohne jemand persönlich anzugicifen. Erst als Herr Dr. Klee mich persönlich angriif. sah ich mich veranlasst, alle Beschimpfungen und Verdächtigungen, die seit zwei Jahren gegen mich inszeniert sind, scharf und energisch abzuwehren. 2. Es ist nicht wahr, dass die russischen ״Bundisten“. zu denen ich nie irgend eine Beziehung hatte, mir Beifall zollten. Fast alle Karlsruher Bürger und viele russische Zio listen b.־- gleiteten meine Ausführungen mit Beifall und drückten mir ihre warme Sympathie ans. 3. Es ist nicht wahr, dass ich .,früher Sekretär des Kölner Bureaus“ war. Ich war Mitglied des Zentralkomitees der Zionistischen Vereinigung für Deutschland und als solches Schriftführer. Das sehr bescheiden besoldete Sekretariat, welches ich nachher auf Drängen meiner damaligen Kodegen im Vorstände übernahm, dauerte nur 8 Monate. 4. Es ist nicht wahr, dass von meiner Seite ״gehässige Au• würfe“ gegen die zionistische Vereinigung ansgingen. Ich habe im Gegenteil den zionistischen Gedanken in seiner reinsten Gestalt stets warm verteidigt. Berlin. Bei seiner Anwesenheit in Berlin nach seiner Rückkehr von Palästina sprach Dr. A. Friede m a n 11 in der Berliner Zionistischen Vereinigung über seine Palästinareise. Trotz der sommerlichen Witterung war der grosse Saal von mehr als 500 Personen gefüllt. In einer lebhaften, straffen und mit scharf geschliffenen Scherzbcmerkuugel!!eich durchsetzten Rede gab der Referent, auf einer feinsinnigen Schidcrung landschaftlicher Schönheiten unseres Hcimatsiandes aufbauend, ein umfassendes Gemälde der sozialen, nationalen und ökonomischen Verhältnisse Palästinas. Besorgsam eingehend bclian- Wie im vergangenen Jahre, veranstaltet die Jiidiscb-natio־ nn!e Fraiienvcrcl •!:pin״ auch i!1 diesem Sommer Ferien-Ausflöge für die jüdischen Kinder der Gemeindcschulen. Ausser für geeignete Spiele und Unterhaltungen, so!! auf diesen Ausijtigcu, die unter der Aufsicht mehrerer Ehre'idamen statt;;,!den, auch dafür gesorgt werden, dass die Kinder mit Kaffee und , Kuchen sowie mit Abendbrot bewirtet werden, in Anbetracht; der erziehlichen Wirkung, welche diese beliebten Ausflüge ausj üben, verdienten diese Bestrebungen weitgehende Unterj Stützung. spartanische Depesche, dass da driibeit links, wo jetzt Artaki liegt, Mindaros mit seiner Flotte zu Grunde ging.*) Am frühen Morgen liegt unser Schiff im breiten Eingange der Dardanellen, die wir bei Nacht nicht passieren dürfen. Zu beiden Seiten ist das Land künstlich befestigt. Endlich erhalten wir die Erlaubnis der Durchfahrt. Zur einer Zeit, wo in unsern nördlichen Breiten flicgender Sommer In den untern Reihen der Telegraphendrahte der Landschaft ein spiitherbstliches Aussehen gibt, durchfahren wir die Meercsstrasse, die sich mehr und mehr verengt beim herrlichsten Friiblingswcttcr. Rechts und links wieder Städte und Dörfer. Am europäischen Ufer.münden die Aigospotamoi, deren Name auf ewig mit einer der schwersten Niederlagen verkniipit sind, welche der Kultur der Menschheit, welche der Kulturmcnschhcit geschlagen ist. ״Seht ihr Jene altergrauen Schlösser sich entgegenschauen, Leuchtend in der Sonne Gold, Wo der Hellcspont die Wellen Brausend durch der Dardanellen Hohe Felsenpfortc rollt? Hört ihr jene Brandung stürmen, *) Verloren die Kiele. Mindaros dahin; es hungern die Leute, Was soll man tun? Die sich an den Felsen, bricht? Asien riss sie von Furopen, Doch die Liebe trennt sie nicht.“ Hier an der schmälsten Stelle der Mecrescngc, deren Wogen die hellenische Sage und die deutsche Dichtung unvergesslich die Namen Heros mnl Leanders wiederklingen lässt, war einst die mehr denn sieben Stadien lange Brücke, welche die Phönizier dem Xer.xcs erbaut hatten. Hier auch wagte der berühmte englische Dichtet vom Chersonncsos nach Asien hinüberzuscliwimmcn, de׳ den unterdrückten Völkern der klassischen Mcnschheitsgcscliichtc seine tiefempfundenen Lieder sang. Aber w ährend er in den Reihen der Hellenen kämpfend ihnen glühende FreiheitsHcder dichtete, hatte er für die andere klassische Nation nur Töne des tiefsten Mitleids. Die weissbrandende Welle, die von Sestos herüber nach Abydos schäumt, wiederholt melancholisch sein Judenlied: ״Der wilden Taube stellt in Waldeseichen Ein friedlich Nest, — Dem Fuchs ward eine Kluft, Dem Menschen Land, soweit die Länder reichen, Für Dich, mein Volk, bleibt übrig nur die Gruft!“ t

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