Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 24 (12.6.1903)
- Date
- 1903-06-12
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2651273-2651289-2651313--00455-2657246- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 2-4. Jüdische Rundschau. Seite 235. Cheder von Tiberlas wolle» wir schonendes Schweigen heobachten, und doch senden die Chalukahcmpfänger ihre Kinder nicht in die dortige gute Aüiancesehule, weil sie sonst die Chalukah verlieren. Diese Zustände sind eine Schande und ein Skandal. Ausserhalb der beteiligten Kreise gibt es im heiligen Lande niemand, der das bestehende System nicht ernstlich tadelte und es für zahlreiche Missstände verantwortlich machte, und unter den Tadlern sind viele Leute von unbczwcixeltcr grosser Frömmigkeit. Was wir angreiten. ist nicht die Chalukah als solche.!11 Palästina herrscht grosses Elend und es ist gut und verdienst* lieh, wenn fromme Wohltätigkeit cs zu mildern sucht. Es täte uns leid, wenn auch nur ein Pfennig weniger gegeben würde, als bisher. Aber dieses Geld, das so oft in kleinsten Beiträgen von armen Kleinhändlern und selbst bedürftigen Haustrauen gespendet wird, soll nicht der Korruption und Heuchelei zu gute kommen; nicht die sollen es erhalten, die wohlhabender sind als die Geber, sondern die wirklich Armen, die Alten und Schwachen. Die Komitees mögen einen Vertrauensmann nach Palästina senden, der vorurteilslos hört und sieht, der nicht nur mit de?! Chalukahnelimern verhandelt. Er mag befragen, wen er will, die Konsuln, die Administratoren der Ica, die unabhängigen Juden Jerusalems, und er wird stets die gleiche Antwort er* halten: die Chalukah ist äusserst reformbedürftig! Und wenn man das festgestellt hat, dann sende man zur Verteilung des Geldes einen unabhängigen Beamten ins Land und setze ihm unabhängige gute Juden als Beirat zur Seite. Dann wird, was dem Lande zum Segen gereichen, was ihm heute zum Fluche wird! Dr. Adolf Friedemann. Wctterfiberrasehungcn gibt cs in Palästina genug, immerhin aber lassen sich die Grundlinien des Wind- und Wcttcrbildcs leicht zeichnen. Der durchschnittliche Luftdruck ist in Palästina etwas niedriger als bei uns. 695.S mm. Im Sommer wird die Luft über den grossen Landmassen schneller durchgliiht, als über dem Meere, sie wird leichter, steigt aui und bildet so ein Minimum des Luftdrucks; für Palästina liegt es in Arabien*und dem Sudan, über den grossen Sandebenen. Wenn hier die erhitzte Luftsäule emporsteigt, strömen unten Luftmassen nach: So entsteht der ständige Sommerwind, der Passat, nach Arabien gerichtet, ein Nordwestwind. Der Wind kommt aus kühleren Gegenden nach Palästina. Regen bringt er nicht, da für dio heisse Sommerluft sein Feuchtigkeitsgehalt zu gering ist, dagegen trägt seine kühlere Luft dazu hei,• die hohe Sommer• temperatur herabz.uset7.cn. Viel unregelmässiger wehen die Winde im Winter und in den l'cbergangszeiten, weil liier eine ganze Anzahl von Faktoren Zusammenwirken. Zunächst sinkt die über dem Passat schwebende Luftströmung, der Amipassat der von S. oder SO. nach N. oder NW׳, gerichtet ist. im Winter durch die stärkere Ahkühlung schon in diesen Breiten herab, während das im Som- 1!!er weiter nördlich geschieht. Zu ihm gesellen sich nun Winde, die dem jetzt relativ warmen Mir.elmeei zustrebea. Gefürchtet ist unter diesen Winden der Uebergangszeit. der 1*N Wüste her- Das Klima Palästinas. (Schluss.) Von Elias Auerbach. Die Herrscher der Wetterveränderungen, ja des ganzer! klimatischen Rhytmus sind die Wi nde. Je mehr wir uns dem Aequator nähern, desto regelmässiger, desto mathematischer wird der Wechsel der Winde und aller der Erscheinungen, die von ihnen abhängen. Palästina nimmt hier eine Mittelstellung ein, so, dass das Amt eines Wetter- Propheten kein überaus schwieriges und zweifelhaftes ist, ohne dass doch ein ganz festes Schema sich autstellen lässt. Dei Sirokko, ein Ost- oder Südostwind, der aus de; kommend, keinen Tropfen Feuchtigkeit, dagegen Wolken feinen Sandes mitbringt, der in alle Poren dring? und schmerzhafte Entzündungen hervorruft. März bis Mai ist seine Zeit. Wenn der Sirokko sich erhebt, verdunkelt sich die Luft, eine unertrügliehe Schwüle lastet auf dem Land und die Temperatur steigt schnell bis auf •10 Grad u:1d darüber. Trotzdem wird die i Gefahr dieses Windes, die allerdings in Aegypten und der Wüste erheblich grösser ist, gewöhnlich stark übertrieben. In Palästina gehört es jedenfalls zu den grössten Seltenheiten, dass er direkte Lebensgefahr mit sich bringt. — Die eigentlichen Regenwinde des Winters sind ausser dem Antipassat natürlich Westwinde vom Meere her. Neben, vielleicht sogar über diesen wissenschaftlich wichtigeren grossen Windzügen stehen an Bedeutung für Leben und Treiben der Bewohner die kleineren, mehr lokalen, täglichen Luftströmungen, die denselben allgemeinen Gesetzen folgen. Das Meer, bei Nacht wärmer als das Land, lässt seine Luft- ■ säufe emporsteigen und empfängt dafür vom Lande her eine v mauerte den oberen Teich zu, und leitete das Wasser unterirdisch mittels eines Felsenkanals in die Stadt. In diesem Kanäle wurde die teils zertrümmerte Inschritt i!1 jenen althebräischen Charakteren gefunden, die wir uns gewöhnt haben, phönizische zu neunen. הנקבה וזה היה דבר הנדבה בעוד הנרזן אש אל רעו ובעוד שלש אמת להב קל אש ק רא אל רעו בי היה זדה בצר ביבז וביב ה ז* ץ ו לב p u 1; < * 4-•י* י* ** ל׳!׳ fiiW« «Sv** »(*.!«זד**'“ל '?ן •■>•<«••• י tJSlC. 1 ij Ni u n. u 1 F* JNAi-m ju י-י * II wl » ו *^״» •*••«• ••»«■»••»»\«f a *• —* י4• 1 'Iw '-i'iii wi, ת אבו Diese wertvolle Inschrift,’*) welche im Juni ISSO in der Nähe der Haräm-esch-scherif in Jerusalem gefunden wurde, steht **) ״[Fertig istl der Durchstich. Und dies war die Sache des Durchstichs. Als noch!nicht! Spitzhaue eine gegen die andere traf, und noch 3 Ellen zu durchbrechen waren, da die Stimme eines rufenden Mannes. Denn da war eine Höhle im Felsen von Süden. —-— und am Tage des Durchstichs j schlugen die Steinhauer einander entgegen Spitzhauc auf Spitz-; haue. Da flössen die Wasser vom Ausgange zum Teich bei י 1200 Ellen. Abe! hundert Ellen war die Höhle des Felsens über dem Haupte der Steinhauer.*‘ — Die Inschrift lässt die quiesj ciercnden“ und meistens fort; vgl. Mesastein und phönizische 1 Inschriften. ~ jetzt im II. Saale des Tschinili Kiosk, wo die semitisehen Altertümer ihre Aufstellung gefunden haben, neben andern an gleichem Orte entdeckten Stelen und der erwähnten herodiauischen Tafel. Sie ist in wissenschaftlicher Hinsicht eine Hauptzierde des alten Altertums-Mtiseum zu Konstantinopel. Diese Stelle erinnert ater auch uns, dass es noch itnincr kein jüdisches historisches Museum in Jerusalem oder überhaupt im Lande Israel gibt. Aus dem Wenigen sieht man, dass der Reisende im allgemeinen tmzweckmässig handelt, wenn er die meist kurz bemessene Zeit in Stambul darauf verwendet, die Janitscharenplatane. oder den Ahmedbrunnen, die verbrannte Säule oder die Mausoleen der Sultane Abd-ul- Aziz oder Mahmud zu besuchen. Sie sind gewiss sehensw ert, aber dem Besuche der Museen sollte man dadurch keine Zeit entziehen. Sie bezeugen, dass man die Türken noch immer zu tief einschätzt. Ein Volk, das einen Mann wie Hamdi.ßey hervorgebracht hat. darf man nicht ohne weiteres zu den barbarischen zählen. Konstantinopel hat eben mehr als nur Moscheen, Kasernen und Sultanpaläste. und ehe man schreibt, dass alles andere nur Verfall ist, sollte man das Innere türkischer Häuser besuchen. Der Hauptreiz der türkischen Hauptstadt ist aber ׳V״״ 1יין»*";״־.׳וי־ *