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Jüdische Rundschau · 1903-06-12 · Heft 24 (12.6.1903) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 24 (12.6.1903)
Date
1903-06-12
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Seite 233. Nr, 24. Jüdische Himdschäu I :;;-ד--r־־ Aufgabe, der politischen und diplomatischen Förderung unseres Zieles. Die Ergebnisse der Anstrengungen auf diesem Gebiete der ״äusseren Politik“ lassen sich nicht in die Welt hinausposaunen. Der Fernstehende übersieht und unterschätzt deshalb jene Arbeit unserer erwählten Führer — und da tauchen «nun Projekte und Pläne auf, die nian dem Aktionskomitee aufoktroyieren will oder die man auf eigene Faust zu verwirklichen sucht. Das Aktionskomitee seinerseits übersieht . in eifriger Hingebung an das ihm zustehende Arbeitsgebiet, dass die Massen draussen Stoff zur Betätigung brauchen, dass die Arbeit, welche uns zufällt — zu agitieren und zu organisieren, die finanziellen Werkzeuge unserer Bewegung zu kräftigen —• nicht immer und überall geeignet ist, tatenfrohe Zionisten dauernd zu beschäftigen und zu befriedigen. So entsteht auf der einen Seite eine* gewisse nervöse Ungeduld, die in Betätigungen sich entlad, die nicht immer mit der Parteidisziplin sich vertragen: ausser andern eine gewisse missverstehende Empfindlichkeit diesen Lcbcnsüusserungen des Zionismus gegenüber. Der Kongress wird uns ein Bild von der Tätigkeit des Aktionskomitees entrollen und unseren Führern eine Uebersicht geben von den gewaltigen Leistungen, welche die zionistischen Massen zwischen den beiden Kongressen vollbracht haben. Zwischen den beiden Kongressen ereignete sich maneher Zwischenfall, der eine gereizte Stimmung zwischen manchen Gruppen unserer Anhänger verriet. Schon auf dem letzten Kongresse versuchten einige, die offenbar ein gewisses Behagen an derartigen Dingen empfinden, aus den Worten unseres deutschen Berichterstatters eine Hervorkchrung westeuropäischen Dünkels gegenüber dem Osteuropüertum Iterauszulesen. Man legte nicht aus, sondern unter; denn die Aeusscrungen unseres Sprechers waren objektiv und subjektiv frei von derlei Anmassung. Seitdem hat die Unterscheidung von ״Ost und West" noch Gesellschaft gefunden in der Teilung der Juden in solche von ״Gestern und Vorgestern.“ Der Ncrdau-Achadhaamstreit hat solche Stilblüten gezeitigt. Ich glaube namens der gesamten deutschen Landsmannscliaft unserer zionistischen Organisation bestimmt aussprechen zu dürfen, dass in unseren Reihen jegliche Voreingenommenheit, jegliche Ucbcrhcbung gegenüber unseren östlichen Brüdern fehlt. Auf Seiten dieser letzteren aber habe ich unzähligemale ein unverkennbares Misstrauen uns deutschen Zionisten gegenüber beobachtet. Sie glauben, wir hielten sie für widerwärtige Menschen und sie halten uns dagegen für widerwärtige Zionisten. Das Einschleichen solchen Misstrauens war nur möglieh dadurch, dass man das Baseler Programm, auf das in den Augusttagen 1897 ״Ost und West“ sich vereinten auf die oben schon angedcutete Art in seiner Ausschlusslichkeit nicht immer fest respektierte. Dass man durch Schlagwörter und Erfindung neuer Spielarten des Zionismus, wie die des Kulturzionismus, zeitweise trübte und verkleidete das Heimstättenprogramm, das uns alle bindet. Es gibt keine besseren und keine schlechteren Zionisten, keine östliche Abart und keine westliche, keine Zionisten von ehedem, gestern oder heute: cs gibt mir Zionisten des Baseler Programms. Wenn wir uns in Base! demnächst wieder daran erinnern werden, dass das Baseler Programm eng und fest zusammengeschweisst hat. was eine Heimat sucht für das jüdische volk, dann ־— dessen bin ich sicher — werden auch alle derartigen Verstimmungen die zwischen zwei Kongressen zu kurzem Leben geboren sind, in den Wind verfliegen. Die eiserne Notwendigkeit der Unterordnung unter ein Programm, durch das die Einigkeit und Schaffensfähigkeit des jüdischen Volkes verbürgt ward, wird auf dem Kongresse auch denen sich offenbaren, die zwischen den zwei Kongressen sich ־ ein eigenes Programm geschaffen haben, nicht als ob das Baseler ihnen nicht weit genug ging, sondern weil sie cs für ihre eigenen lokalen Bedürfnisse zusclmeiden zu müssen glaubten. So werden die ungarischen Zionisten einsehen, dass iiir sie kein anderes Programm möglich, aber.auch kein anderes nötig ist. als das Baseler. Was sic hinzusetzten von der ״Nationalitätenpolitik“, ist־ eine Tautologie. Indem wir schaffen an der Errichtung einer Heimstätte iiir das jüdische Volk, treiben wir in unserem jetzigen Vaterlande alle keine Nationalitätenpolitik, die in irgend einem Punkte der Politik des Staates, dessen Bürger wir sind, zuwiderläuft. Es zeigt indes von einer gewissen ״Assimilation“, wenn ein österreichischer Zionist (in der ״Jüdischen Volksstimmc“) in seinem österreichischen politischen Gedankenkreise befangen, die ungarischen Zionisten jetzt gleich zu Vollblutmagyareri stempeln will, weil sie für sich im ungarischen Staat keine eigene Nationalitätspolitik requirieren. Auch für derartige empfunden haben die Trennung von ihren Schwestern 1 in Ba’ibek als den Schwerthieb des osmanischcn Erobej rers. Ais Muhammad II. diese Kirche dem einen Gott weihte, war sein Recht lediglich das Recht des Stärkeren, . dasselbe Recht, dem Justinianus folgte, als er die Tempel zerstörte, um eine Kirche zu bauen. Das Recht des j Stärkeren galt eben zu allen Zeiten am meisten. Das ist eine Tatsache. Ich will dieses ״Recht des Stärkern“ nicht verteidigen. Denn ich bin der Sohn eines Volkes, das zu allen Zeiten ״der Schwächere“ war. — Noch ehe die Bajazidijö entstand, hat Muhammad II. im zweiten Jahr seiner Regierung die nach ihm benannte Moschee aufgeführt. Dieses Gotteshaus entbehrt jeglichen architektonischen Schmuckes und wirkt einzig und allein, aber unwiderstehlich durch ihre in imposanter Einfachheit sich erhebenden Kuppeln und durch den Umrang und die Grossartigkeit ihrer Anlage. Ganz im Gegensatze dazu stellt die kaum ein Jahrhundert jüngere Süleimanije den Höhepunkt osmanischer Baukunst dar, deren Stil am meisten Achnlichkeit mit dem altserbischen hat. Sic übertrifft an gewaltiger Ausdehnung und Höhe auch den justinianeischen Prachtbau noch bedeutend. Desselben Erbauers rühmt sich die Selimije. wenn sie auch die Pracht der Süleimanijö keineswegs 9 annähernd erreicht. Die einzige Moschee, die sechs Minarets hat und schon dadurch vor den übrigen auffällt, ist die SültaniK oder Ahmedijö. Seit ihrer Erbauung hat die Kaaba in Mekka ein siebentes Minaret erhalten. Der von imposanter Kuppel überdeckte Innenraum erhält sein eigenartiges Gepräge durch vier monolithische Ricscnsäulcn, auf denen die Mittelkuppel ruht. Sie zeigt, dass die Osrnanen nicht nur durch die feine Zierlichkeit, sondern auch durch plumpe Massen den Schönheltscifekt i« der Architektur zu erreichen wussten. Die dekorative Skulptur feiert dagegen ihre Triumphe in der neuen Moschee maurischen Stils, welche die Sultan-Valide, die Mutter des Abd-ul-Aziz 1870 erbauen Hess. Wissenschaft und Kunst vereinigen sich in einer Gruppe prächtiger Gebäude. Sie stellen zusammen das Museum dar. In der unmittelbarsten Nähe der neuen Kunst-Akademie, deren reiche Schätze an archäologischen Resten vom Reisenden leider meist unbeachtet bleiben, liegen mitten in den Gärten des Serail das alte und das neue Antiquitätenmuseum. Während ersteres ganz im alttürkischen Stile gehalten, die Eigenart des erbauenden Stammes recht deutlich in die Erscheinung treten lässt, nimmt sich das neue Museum wie ein Bau aus den Tagen ionischer Herrlichkeit aus. Die Reichtiimer au hytnjawi

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