Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 23 (5.6.1903)
- Date
- 1903-06-05
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 227. No, 23, Jiidisclie Rundscliau. Zionistische Ortsgruppe Hamburg-Altona. In der am Abend des 11. Mai im Patriotischen Gebäude stattgehabten Versammlung berichtete der Vorsitzende Dr. nied. L. Franck, dass der für diesen Monat geplante Hamburger Dclegicrtentag der Ortsgruppen Deutschlands infolge des im August stattfndcnden Baseler Kongresses aufgcschobeu worden sei. Die Delegierten werden sich statt dessen zu einer Beratung kurz vor dem Kongre§s in Strassburg einfinden. Die Hamburger Ortsgruppe wird dort durch die einstimmig gewählten Dr. Franck und Gustav G. Cohen vertreten sein. Als Delegierter für den Baseler Kongress wurde Gustav G. Cohen wiedergewählt. Von einer infolge der schrecklichen antisemitischen Vorgänge in Kischincw vorgeschlagenen speziellen Hilfsaktion der hiesigen Ortsgruppe wurde abgesehen, da es zur Kenntnis der Versammlung ge״ langte, dass eine allgemeine Hilfsaktion der hiesigen jüdischen Vereine in Aussicht genommen sei. Das Referat des Abends — ein Rückblick auf die seit Gründung der Ortsgruppe seitens des Vorstandes betriebene Propaganda — wurde in eingehender Weise erstattet. Daran schloss sich eine längere Diskussion und der Vorschlag, eine Kommission zur weiteren Betreibung der Propaganda cinzusetzcn. wie auch ein Beteiligung jüdischer Frauen herbeizuführen. Vor Schluss der Sitzung •erstattete Herr Prof. Otto W a r b u r g aus Berlin einen Bericht über die vor etwa zwei Jahren gegründeten jüdischen Kolonien in Anatolien. Ihr Fortgang ist durchaus befriedigend und ein Beweis dafür, in wie kurzer Zeit diese Ansiedler, meist rumänische Handwerker, sich zu tüchtigen Ackerbauern entwickelten. Det Bericht eines nichtjüdischen wirtschaftlichen Sachverständigen, der die Kolonie vor kurzem besuchte, legte dafür ein beredtes Zcugniss ab. Dem sehr interessanten Vortrag wurd; lebhafter Beifall gespendet. Hannover. Die hiesige Zionistische Ortsgruppe hat ihre Sammlung für Kischincw eingestellt, nachdem nunmehr durch ein Komitee eine allgemeine Sammlung eingeleitet ist. Der bisherige Betrag war, wie bekannt gegeben, 297,25 Mk. Leipzig. Zum Gedächtnisse der Kischinewer Märtyrer veranstaltete der hiesige orthodoxe Verein ״Adass Jeschurun“ im Einvernehmen mit der Zionistischen Ortsgruppe Leipzig am 24. Mai in ihrer Synagoge Hainstrasse 5 eine Trauerfeier nach altjüdischem Ritus. Die Zahl der Teilnehmer war sehr gross. Die Zionisten, die aus diesem traurigen Anlass Trauerkleidung artegten, waren vollzählig erschienen. Man bemerkte aber auch noch viele die sonst dem Gotteshause fern bleiben. Die vom Kantor A. Idetsohn vorgetragene Toten- und Seelengedächtnisliturgie erörfnetc die Trauerfeier. Darauf hielt Rabbiner Dr. Nobel eine sehr inhaltsreiche und ergreifende Rede, die alle Zuhörer zu Tränen rührte. Schiwasitzen und der elegisehe Vortrag der herrlichen Zinnide unseres Nationaldichters Jehudah Halevi. wie das mahnende Schofarblasen beschlossen die ebenso schlichte als erhebende religiös-nationale Trauerleier. — Die zum Schluss veranstaltete Kollekte für den Er- Ziehungsfonds der Waisen der Ermordeten ergab ein günstiges Resultat. Der Sibirische Zionistentag, der vor Kurzem in Tomsk abgchalten wurde, nahm einen glänzenden Verlauf. Diese erste Konferenz der sibirischen Zionisten, welche von den Vereinen von Tomsk, Irkutsk, Omsk, Tschita. Krassnojarsk, Kausk, Bargusirt. Bogepol, Marinsk, Nertschinsk, Adrianowka und Kabansk beschickt wurde, entrollte ein lebhaftes Bild der intensiven Tätigkeit der Zionisten in Sibirien und ihrer Erfolge auf dem Gebiete der Erweckung und der Erstarkung des jüdischen Nationalbewusstseins. Der Vorsitzende des ersten sibirischen Zionistcntagcs, Dr. W. S. Hcrschkopf, hielt eine mit grossem Beifall mitgenommene Rede, in welcher die Kraft und der Mut der Zionisten und der zionistischen Idee geschildert wurde. Der Rabbiner von Omsk. Dr. Lewin, hielt eine begeisterte Rede über die Bedeutung des Zionismus im Leben der Juden und für die Gestaltung ihrer künftigen Geschicke, und besprach gleichzeitig die hohe Bedeutung des Nationalfoiids. Der Zionistentag fasste die Resolution, dass der Zionistmis, welcher die Wiedergeburt des jüdischen Volkes anstrebt, eine heilige Nationalsache ist. für deren -Verwirklichung alle kämpfen müssen. Zum Schlüsse nahm der Zionistentag den Beschluss an, in Sibirien Musterchedcr zu eröffnen, wo der Unterricht in hebräischer Sprache erteilt werden soll. *לע‘ j, ,1,.י, x j.xx xxx j, x x x x x x ,1, x x x ji x x x x x x x x ci j, xx x x e': Rundschau. E r<~> &--J ני-: 1<-: Der Frauenvercln der Berliner Bne-Brithlogcn zur Pflege armer jüdischer Wöchnerinnen versendet seine.׳! Jahresbericht und seine Satzungen. Der Verein zählt ca. 500 Mitglieder und hatte im verflossenen Jahr eine Einnahme von ca. 12 500 Mark. Aus dem Statut seien folgende Paragraphen, die über die Tätigkeit des Vereins Auskunit geben, angeführt: § S. Die Pilege wird nach vorangegangener Prüfung eines Gesuchs jeder achtbaren bedürftigen jüdischen Wöchnerin gewährt. Die Anmeldung ist an eine der Vorstandsdamcr. zu richten; diese Anmeldungen sind der Reihe nach in ein Melde- Journal einzutragen. § 9. Die Pilege beschränkt sich nicht nur auf die Pilege der Wöchnerin und des Kindes, sondern umfasst auch die Arbeiten zur Aufrechterhaltung der Ordnung des Haushalts. § 10. Die Dauer der Wochenpflege ist im allgemeinen auf 10 Tage festgesetzt, doch kann sie in besonderen Fällen mit Bewilligung des Vorstandes bis auf 14 Tage ausgedehnt werden. § 11. Bei besonderer Bedürftigkeit soll ausser der Pflege, Unterstützung von Lebensmitteln und hygienischen Erfordernissen gewährt werden. § 12. Die Ausübung der Pflege geschieht durch die für diesen Zweck vom Vorstand gewählten Pilegerinnen, welche auf ihre Befähigung von einem Arzt einer Prüfung zu unterziehen sind. § 13. Nach jeder Meldung filr eine zu leistende Pflege hat sich die recherchierende Dame sofort über Würdigkeit und Bedürftigkeit im Haushalt zu unterrichten, die Petentin genau über die Leistungen unserer Pflegerinnen zu verständigen. Jede Pflegschaft wird der Aufsicht einer Dame des geschäftstührenden Ausschusses unterworfen. Die Pflegerin darf nur bei einer gesunden Wöchnerin die Pilege antreten; bei zu vergleichen. Seite 195 ff. ist mit b. Berachoth 56 ff. zu vergleichen. Seite 197. Siehe hierzu Tr. b. B. M. 107b. — Unerwähnt kann ich nicht lassen, dass die Zitationen, wie z.B. Ri, Mo, Sa u. s. w. wohl in einer Fachschrift am Platze sind, aber durchaus nicht in einem populären Buche. Da sollte Rückaidht genommen werden auf diejenigen Leser, denen solche Ver- Weisungen ein Rätsel sein müssen. Ich hätte noch manches zu bemerken, fürchte aber, den Rahmen einer Anzeige schon überschritten zn haben. — Die splendide Ausstattung erhöht den Wert des vortrefflichen Buches, das Jedermann aufs wärmste au empfehlen ist. Jerusalem. Dr. Grünhut. Neuerschienene Bücher. Jang-Juda. Zeitschrift für unsere Jugend. Prag: Mysllkgasse 14n. Inhalt der Nummer 16. (24. 4. 03). Des Vaters Gebetbuch. Von J. Löwenberg. — Gottes Wege sind wunderbar. Von L. F. — Israels Zug durch das Schilimeer. Von Georg Ebers. — Rabbi F.ljakum. genannt der Heilige. — Kindheit. — Biblischer Zitatenscbatz. — Verschiedenes. — Rätsel. — Zum L’ebersetzen. — Jung-Judas Plauderecke u. a. m. ft Proroctv*© krilowcf Saby czyli mmemaua rozmowa je5 z krölem Salomonen! okolo roku 1000-go przed narodzeniem Chrystusa Pana. Chclnmo: W. Fialek (19021. (32 S.) 8” (Die Prophezeiung d. Königin von Saba oder ihre vermeintl. Unterredung mit d. Könige Salomo um d. J. 1000 \\ d. Geburt d. Herrn Christus. Kulm.l (Russ.l Materlaly dlja istorii Ierusalimskoj' patrlarchii XVI—XIX veka. Percvod s greceskago Pfavlal VI[adimirovical Bezobrazova. (S.-Peterhurg 1901: V. Kirschbaum.) (302 S.) 4° (8°) (Materialien z. Gesch. d. Patriarchates Jerusalem Im 16.*-19. Jh. Aus d. G riech 1 — Sbornlk» PravoslavnyJ PatesttnskiJ T. 19, Vyp. 1. (= Vyp. 55.) (Russ.l PovesF 0 svjatych i bogoprochodnych mestach svjatago grada lerusalima pripisyvaemaja Gavriilu Nazarctskomu