Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 23 (5.6.1903)
- Date
- 1903-06-05
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 23. ־״*׳-. *^> * s * *'**'<; ־ ״ ־’ י ״ . .JTiidiscIio Rimdsclmu Seite 225. das Meer Mi Sommer nicht so schnell anirimmt'wie'das Land, w erden herabgedrückt, die tiefen Temperaturen werden .du tch das im Winter wärmere Meer erhöht, es entsteht ein typisches Sccklima. Die Jahrcsschwarikungeit der Wärme sind Kan?.;,*rlieblich geringer als im Bcrgland; während hier der Pü$hschnitt des Januars und der des August uni 16° von״eti1a!1der entfernt sind, unterscheidet! sie sich bei Mogador an der Küste nach vicljähriger Beobachtung nur um 6°. Da W’esentlich der Winter den Nutzen aus dem grossen WUrmebchältcr, dem Meere, ־zieht, so rückt die Jahrestemperatur ah der Küste in die Höhe, aui 20,5°. Diese gleichniässig auf das ganze Jahr verteilte hohe Temperatur wird erträglich durch die Meer* winde, die wir später noch zu betrachten haben.' Völlig eigenartig innerhalb der Umgebung sind die Verhältnisse im Jordantal. Die tiefe Senkung, van keinem «Meer winde erreicht, zwischen glühenden Felsen eingcschlossMi, gleicht einem riesigen Backofen, in dein ein durchaus tropisches Klima herrscht. Hier wird die P.rntc 3—4 Wochen vor der »m Bergland, 8—10 Tage vor der in der Niederung möglich, hier allein wachsen essbare Datteln, hier beobachtete man au:11 die höchsten Temperaturen Palästinas. Lynch notierte 18 H |m Schatten 43* C., und in Tiberias!nass man 1854 sogar 46° Celsius! Der Jahresdurchschnitt (Berlin 8.8*!) ist hier über 24®, also durchaus tropisch, noch um 7® höher als in Jerusalem. . Und man muss.sich vor allem die kolossalen Gegensätze ' vor Augen halten, die hier auf so winzigen Raum zusammen• gedrängt sind: Jerusalem und das Ghor (Jordantal) untersebeiden sich so stark im Klima wie Kopenhagen und Rom, und sie sie lieget! 25 km auseinander! Dass derartige Gegensätze tief auf den Charakter und das Leben des Volkes wirken müssen, ist sicher. Es wäre trotz alledem ein grober Irrtum, das Gh׳n -für eine unwirtliche Glutwüste zu halten. Dem widersprich! schon die Tatsache, dass Tiberias, obwohl schon 20S in unter dem Meeresspiegel gelegen, schon von altcrshcr einen bcrechtigten Ruf als klimatischer Kurort genfesst. und dass der Ger.3* zareth-Scc, an dem es liegt, an landschaftlichen Reizen seines• gleichen sucht. Weiter aber ist das ganze Jordantal, das jn ar, Wasser überreich ist, mit einer üppigen Vegetation bedeckt, die nur ordnender Hände bedarf, uni auch dem Menschen nutzbar zu werden. Wie wenig aber die Temperatur alleiti gegen• über dem ganzen physischen Charakter der Landschaft im .klimatischen Bilde ausmacht, das zeigt besonders deutlich *ein Vergleich zwischen dem vnter״n Jordantal und deni sich uhmittelbar daranschliesserulen ״Toten Meer“. Eben. noch die Palmcnstadt Jericho, und ein paar Kilometer W'citer, trotz gleicher Temperatur, die schaurige Einsamkeit des grossen Seebeckens; hier ein blühender Reichtum von Pflanzen .und, w׳en'n einst die Kultur wieder Iris Land kömmt, w׳oh! auch von Menschen, dort kein Baum, kein Strauch, kein Vogel, kein Fisch, nur Mer und da ein Mensch, der gezwungen, Ist, hie! seinen kärglichen Lebensbedarf zu verdienen. .. ^Fortsetzung folgt.) ‘ , . . . ..... ' .. # ״ , שהד-—־*—־————3>ג Aus der Bewegung. _ י*>ר Köln. Vom 1. Juni ab ist das Distriktsbureau für Rheinland und Westfalen von hier nach Bonn verlegt worden. Allc Zuschriften, Anfragen usw. sind in Zukunft an Herrn Dr. mcd. E. Edelstein, Bonn, Friedrichstrasse, zu richten. Berlin. Am Donnerstag, dem 28. Mai, veranstaltete die Berliner Zionistische Vereinigung in der Viktoria-Brauerei, Lfitzowstrassc 111/112, eine grosse Volksversammlung, die von Tausenden unserer . jüdischen Mitbürger besucht war. Selbst die Gänge | draussen waren von einer dichtgedrängten Menge besetzt. ' In ausführlicher Rede verbreitete sich der erste I Referent, Dr. Heinrich Loewe, dessen Thema ״Kischin ew und die Mission des Judent u m s“ lautete, über die Schreckensereignisse von. Kisehincw, und zeigte klar und deutlich, dass cs sich nicht bloss um Revolten des Pöbels handele, sondern dass alles mit Wissen und Willen mindestens der Lokalregierung geschah. Und angesichts der Tat- Sachen von Kischinew müssen die Mahnungen zur Geduld und die Predigten von der Mission der Juden verstummen. Man müsse endlich tatkräftig die Lösung der Judenfrage selbst in die Hand nehmen. Der Missionsgedanke sei dem Judentum fremd und es müsse ihn als unjüdisch und fremd zu rück weisen. Alle Juden dagegen,' ohne Unterschied der religiösen Anschauungen, müssten gemeinsam Hand anlegcn, unsern Unglücklichen eine Heimat zu schaffen bei einem Volke, von dem sie niemals verfolgt wären. Das könnte aber nur unter Muhamcdanern * und unter, mittelbar oder unmittelbar, türkischem Regiment sein. Er schloss seine begeisternde Rede mit Emil Lehmanns herrlichem Wort: ״Gleich Makkabäern' mit schützender Hand, schafft armen Hebräern ein Vater- I a n d!“ Ueber das Thema ״K i s c h i n e wr — eine vorübergehende Erscheinung?“ sprach sodann in ruhiger, aber eindringlicher Weise Dr. Theodor Z10 c i s t i und suchte das ־bleibende und feste Gesetz festzustellcn in der Erscheinungen Flucht. Mit feinen Häuser; 4. Kleidung und Schmuck; 5. Geburt, Name, Kinder-־ spiele und Kinderarbeiten; 6. Schuhmen; 7. Berufsarten; 8. Verlobung und Hochzeit; 9. Die Stellung der Frau; 10. Arbeiten der Felachinnen; II, Der Kreislauf des Jahres; 12. Ackerbau; 13. Weinbau; 14. Oel- und Feigenbaum, Gemüsebau, Frucht- und Oemüsckatender; 15. Rindvieh- und Bienenzucht, oder ״das Land, da Milch und Honig flicsst"; 16. Stcuerverhältnisse; 17. Kauf und Verkauf; 18. Der gesellschaftliche Verkehr; 19. Nahrungsmittel und Speisen; 20. Mahlzeiten; 21. Gastfreund- Schaft; 22. Brunnen; 23. Alte Kultusstätten; 24. Synkretismus, Geisteskranke; 25. Abergläubisches; 26. Klima, Krankheit und Heilmittel; 27. Tod. Leichcnkläge, Grab; 28. Gesten; 29. Sprich- Wörter und Rätsel; 30. Poesie und Musik; 31. Reiseblätter (a. Jaffa, Jerusalem; b. Hebron. Gaza. Bir Salem; c. Im Laude Gilead); 32. Jerusalem im 19. Jahrh. Hierzu Verzeichnis der Bibelstellen, Umschrift und Aussprache; Münzen und Gew׳ichtc; Berichtigungen; Inhaltsverzeichnis und voran eine kurze Vorrede. Der ganze Stoff ist in anschaulicher Weise zur Dar- Stellung gebracht. Die Beigaben von photographischen Aufnahmen, die als* höchst gelungen bezeichnet werden müssen, oder sonstigen Abbildungen fördern nicht wenig das Verstandnis des Dargestellten. Nicht wertlos sind die boigefügten Erläuterungeu und die unter der Linie angegebenen arabischen Namen der einzelnen Gegenstände. Besonderes Interesse erregt der stete Hinweis auf die Bibel, wodurch oft das Verständnis gar mancher Stelle, die sonst dunkel erscheint, gefördert wird. . Aus der Fülle des hierher gehörigen Materials sei Einiges hervorgehoben. :"1) העט Buch Mos. 30.42) übersetzt üesenius (W. B. s. 0.) schw׳ach; עמפים (ebend.) fährt er fort: (Part, pass.), die Schwächlichen, und in Klammern: Die alten liebers. drücken aus: Spätlinge. Nun nach Bauer (S. 153 ff.) ist dies letztere allein das richtige. Zu Genes. 23, 10—17 (ibidem), vergl. das. S. 166. Zu Leviticus 2.3 vergl. ebend. S. 106*) Ruth 23 ist mit S. 111 zu vergleichen. Den;סור (arah. mAregh) Jcs. 41,15 (eine Stelle, die dem V. entgangen ist) veranschaulicht das BHd S. 128. *) Zu s. 113, vgi. המעמר zu Exodus 12. 2.