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Jüdische Rundschau · 1903-05-29 · Heft 22 (29.5.1903) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 22 (29.5.1903)
Date
1903-05-29
Page
– (sequence 13)
Language
German
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I % No. 22. »TUfHptnT1«> ־Rnndfa<* *11nn. Seite 217. .5**^ 3c Rundschau. Hä H* Ober der Sitzung der Repräscntantcnvcrsaramlung der Berliner Jüdischen Gemeinde schwebte am Sonntag eine Langeweile, die zeitweise sogar beim Versitzenden das Bedürfnis erweckte, sich selbst die Sitzung durch lautgeführte Privatgesprache ein wenig erträglicher zu machen. Die letztwillige Verfügung der Frau Baronin von Cohn-Oppenhehn für wohlj tätige Zwecke, Krankenpflege, Unterstützung von Armen etc. ן wurde genehmigt. Der Verein ״Jüdische Lesehalle und Biblfo- ן thek“ hatte eine Unterstützung von 500 Mark jährlich beantragt. | Für diese in eminentem Sinne auch sozial wirkende Institution, j die vornehmlich von weniger bemittelten Juden benutzt wird, j hat der Gemeindevorstand natürlich wenig Sympathie•. Da er i nicht glatt alles abzulehnen wagt, so hat er wenigstens 200 Mk. j abgestrichen und will nur 300 Mk. bewilligen. Dass Herr Man- > heimer für diesen Abstrich eintrat, ist bei seinem unvolkstiim* j liehen Standpunkt einfach selbstverständlich. Von den Liberalen trat nur Blaschke für die Lesehalle ein, dafür mit um so grösserem Liier Rechtsanwalt Ignaz Cohn, dessen Bemühungen cs gelang, dass ein Antrag, 300 Mark als regelmässige Subventiou und 200 Mark als besondere Untcrstüzung, der Lesehalle zuzuwenden, Annahme fand. Von Seiten des Vorstandes und des Herrn Manhcimer wurde nachdrücklich darauf hingej wiesen, dass seit der Gründung der G e 111 e i n d c b i b 1 i o ־ j thek, die Lesehalle überflüssig geworden sei. Leider hat ן wohl kein einziger der Repräsentanten jemals diese beiden Inj stitutc besucht, sonst hätte man aus ihrer Mitte sehr energisch festgestellt, dass die Gcme'mdebibliothck, trotz der anerkennenswert grossen auf sie verwendeten Summen noch immer ein totes Kind ist, während die Lesehalle eines der besuchtesten und In eminentem Sinne populärsten jüdischen Institute ist. Wcmi die Lesehalle noch nicht existierte, müsste sie noch heute gegründet werden. Für den Louisenstädtischen Brüderverein, der eine Subvention von 3000 Mark beantragt, und dem die Subventionskommission eine solche von 200 Mark zubilligcn will, werden auf Antrag des Gemeindevorstandes 1600 Mark bewilligt. Entsprechend sind diese Zahlen für den Religionsverein Steglitz 3000 Mk. (beantr.), 1800 Mk. (Subv.-Konnn.) und 1300 Mk. (Vorstand). Ein Antrag des Rechtsanwalts Cohn, ihm 1800 Mk. für 1903 zu bewilligen, wird vertagt und an den Vorstand die Angelegenheit zurückverwiesen. Mit Recht wird von Cohn darauf hingewiesen, dass diese Rcligionsvcrcmc der Gemeinde die grosse Pflicht, geregelte Gottesdienste abzuhalten, zum grossen Teile abnehmen. Für den Religionsverein Oranienburgervorstadt werden ä Conto seines Fehlhetrages von 591,50 Mk., 300 Mk. bewilligt. Nach längerer Debatte wird dem Verein Beth Zion, für den für die Etats• Periode 1901/1904 eine Subvention von je 1000 Mk. jährlich vorgesehen ist, eine solche von 1500 Mk. für 1903 bewilligt. Die Lippman11־Tauss-Synagogc bekam bisher 1500 Mk. und stellt den Antrag auf eine Mchrbcwilligung von 1000 Mk. Ihr werden insgesamt 20110 Mk. bewilligt. Für die Mietling des Saales S p i c h c r n s t r a s sc 3, für festgottesdienstiiehe Veranstaltungen werden .300 Mk. bestimmt, wobei noch Herr Bodenstein versucht, das Wort zu ergreifen, ohne aber besseren F.rtolg zu haben wie letzthin Herr Berthold Israel in Angelegenheit der Bibliothek. Für dieKcllcrschciiFestsäle, Koppeustrassc 29, werden zum gleichen Zwecke 1500 Mark festgesetzt. Am Schiffbaucrdainm werden Räume zur Aufbewahrung der Utensilien für die festgottesdienstlichen Veranstaltungcn gemietet. Der Posten in Höhe von 820 Mark wird genehmigt. Zur Reparatur des Mosaikpiasters auf dem Friedhofe Schönhauser Allee werden 3442,57 Mark iestgesetzt. Für die Speisung jüdischer Soldaten am Pessachieste sind 36S Mark verausgabt worden. Für die Beschaffung und Verteilung von Mazzot am Pe^ssachfeste waren 7826,27 Mark erforderlich. Bei einer Ersparnis von 173 Mark, weil die Mazzot in diesem Jahre billiger waren, wurden 352 Zentner an 8183 Personen verteilt. Diese Zahlen sind aus verschiedenen Gründen interessant; erstlich zeigen sic, wie viele Personen in Berlin von der ״reichen jüdisehen Gemeinde“ nicht imstande sind, das ״Brot des Elends“ sich zu kauten, dann aber auch, wie sehr gerade die armen und ärmsten unserer Brüder an den alten Formen des Judentums in unverbrüchlicher• Treue hängen, und endlich auch, dass diese Unterstützung eine ganz ungenügende ist. Wenn dje Jüdische Gemeinde ihre Armen wirklich bedenken will, so muss sie statt 4L* Piund zum mindesten 7 bis 8 Pfund Mazzah pro Kopf und Fest bewilligen. Bei solchen Ausgaben sollte man nicht sparen. Eine geheime Sitzung schloss sich an. f t t 9 r 1 The religlons of ancient Egypt and Babylonia. The Gifford lcc* tu res on the ancient Egyptian and Babylonian conception of the divinc delivered in Aberdeen by A[rchibald] Hlenryן Sayce, Prof., Oxford. (2. impr.) Edinburgh: T. & T. Clark 1903. (VII, 509 S.) 8°. Israel und Babylonien. Der Einfluss Babyloniens auf d. Israelit. Religion. Von D. Hermann Gunkel, Prof, in Berlin. Göttingeit: Vandcnhocck & Ruprecht 1903. (4$ S.) 8°. Zum Streit um Babel und Bibel. 2 Vorträge von l[mmanuc!l Heyn, Pfarrer, Greifswald. Greifswald: L. Bamberg 1903. (55 S.) 8° [F.] Im Kampfe um Babel und Bibel. Ein Wort zur Verständigung und Abwehr von Dr. Alfred Jeremias, Pfarrer zu Leipzig. Leipzig: J. C. Hinrichs 1903. (38 S.) 8°. Der Babel-Bibcl-Strelt und die Offenbarungsfrage. Ein Verzieht auf Verständigung von D. Rud. Kittel, Prof., Leipzig. Leipzig: A. Deichert 1903. (25 S.) 8°. .* Der IHWH-Fund von Babe! — in der Bibel von Dr. D[avld] Lelmdörfer. 4. bjs 6. Taus. Hamburg: C. Boysen 1903. (32S.) 8°. . Das Gesetz Hammurabis und die Thora Israels. Eine religlonsu. rcchtsgeschichtl. Parallele von D. Samuel Oettll, Prof, in Greifswald. Leipzig: A. Deichert 1903. (88 S.) 8°. Der Kampf um Bibel und Babel. Von D. Sam. Oettll, Prof, in Greifswald. 4.. erw. Auf!, mit Berücks. d. 2. Vortrages von Frfedr. Delitzsch. Leipzig: A. Deichert 1903. (-11 S.) 8°. Zum Kampf um Bibel und Babel. Noch ein Wort zur Verständigung und Abwehr von D. Wilhelm Volck, Prof, zu Rostock. Rostock: Stiller 1903. (32 S.) 8°. Das Bekenntnis des Kaisers im Urteile der Zeitgenossen. 2. erw. Aufl. Halle a. S.: Gebauer*Schwetsc)1ke 1903. (80 S.) 8°. [F.l Kaiser Wilhelm, Professor Delitzsch und Die Babylonische Verwirrung. Von Dr. Bernhard Fuchs. 6. bis 10. Taus. (Wien): Sammlung moderner Kampfschriften [1903]. (55S.) 8°. Sammlung moderner Kampfschriften. No. 3. Fibel und Fabel! Der Luther-Mythos! Beweis, dass ״Dr. Martan Luther“ nie gelebt hat! Von Dr. Friedrich] H[e!nr!ch] von der Hagen, weil. Prof., Berlin. Hrsg. u. mit Voru. Nachwort, krit. Ein!, u. Kommentar vers. von Gabriel Ä. Müller-Meier. Leipzig: C. Bange [1903]. (41 S.) 8°. ־ IN Der geistliche Charakter Davids. Von Lic. G[eorg] Stosch, Pfarrer zu Berlin. Gütersloh: C. Bertelsmann 1903. (VI, 258 S.) 8° [F.l 1 Stosch: Alttestamcntl. Studien. T. 6.' 0 I ׳ ׳ל- .־ ־ »־־־.•דייי׳ד* *-

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