Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 22 (29.5.1903)
- Date
- 1903-05-29
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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% r * J4!ap■v&f•^>wf #««. ׳1'gf^j 'll-f»?!''*WpM1fW<%1 1 No. 22. JUdisclie Riwclselia/ti. Seite 215. Dar hebräische Schriftsteller Rüben Brainin hielt einen Vortrag Ober ״Die letzten Ereignisse und der nächste Kongress**. Seine ergreifenden Ausführungen bezogen sich hauptsächlich ׳ auf das Kischmewcr Blutbad und die für uns daraus folgenden Lehren. An der sehr lebhaften Diskussion beteiligten sich die Herren Lin, Rubinow, Gonzar, Ladsky u. a. Die Wahl des neuen Vorstandes ergab folgendes Resultat: R. Brainin I. Vors., Josef L I n II. Vors., A. M. Gonzar und S. G. Bern־ stein Schriftf., Lindenschadt Kass., Abraham Revisor. Auf Antrag des Herrn Lin wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: ״Die ״Saiah Berurah“ be• kennt sich zum Baseler Programm und tritt in die allgemeine zionistische O r ־ g a 11 i s a t i 0 n e I n. Am Sonnabend, dem 30. Mai, 9 Uhr abends, findet in der ״Safah Berurah“ eine öffentliche Versammlung statt, in der J. L i n über ״ K i s c h i n c w und die Lösung der Judenfrage“ sprechen wird. Lokal: Grosser Saal im Restaurant Linicnstr. 155. Gäste willkommen! Mitteilungen au die ״Safah Berurah“, wie auch Anmcldun* gen zum hebräischen Sprachkursus des Vereins nimmt ent־ gegen: Redakteur Josef Lin, Charlotten bürg. W a 11 s t r. 6S I. Am 14. Mai er. veranstaltete die ״Breslauer Zionistische Vereinigung“ anlässlich des Schckcltagcs eine öffentliche Vcr- Sammlung; der kleine Saat des Palastrestaurants reichte bei weitem nicht zur Aufnahme der sehr zahlreich Erschienenen hin, so dass viele umkehren mussten. Zahnarzt Schachtel begann seine Rede mit einem Hinweis auf den diesjährigen Schckcltag. der im Gegensätze zu früher, zu einem Trauertage geworden sei. Er berührte die historische Bedeutung des Schekels, der ein Wahrzeichen sei der Brüderlichkeit und Zusammengehörigkeit der Juden aller Länder. Er sei eine lnstitution der zionistischen Bewegung, die bewiesen habe, dass sic alle Teile unseres Volkes zu gemeinsamer Arbeit zu ver* einigen wisse. Redner erläutert in kurzen Umrissen das Basler Programm und weist auf die Bedeutung unserer Institutionen, der Weltkongresse, der Kolonialbank und des Nationalfonds hin. Die Judenfrage dränge nach einer Lösung, das hätten mit furchtbarer Deutlichkeit die Exzesse in Ulmow und Kischinew gezeigt. Redner schildert an der Hand der vorliegenden Pressberichte eingehend die Schreckensszenen, die seit den Ereignissen von ISS? nicht ihresgleichen fänden in der Ge* schichte unseres Volkes. Eine gewaltige Erregung gehe durch die ganze Judenheit. alle Institutionen sammelten für die un¬ und zwar am Osttore die der Birah; innerhalb des Osttores des innern Vorhofes die der Parhcdriu- oder ßuleutcnkammcr und auf der Südseite ... die Quaderkammer". Hier wäre auch Ra sch i, Sanhcdrin S6b (Mischnah) zu verweisen gewesen. Doch darf nicht vergessen werden, dass die zwei Erstcren die kleinen Syncdrien waren. Das Erstcrc, wahrscheinlich das am ' äusseren Eingangstorc, dürfte sicli mit Fragen strafreehlichcr ׳ Natur, das Andere mit Kultusangelcgcnhcitcn, hauptsächlich de״; Tempel betreffend, befasst haben, während aus der Quaderhalle die allgemeine הוראה liervorging. ־ S. 36: Andererseits befasste sich das grosse Beth-din In j der Quaderkanirner mit Fragen, die... das Reinigmigswasscr und die... Feldccke betrafen." Als ob dies t fi g H c h c F r a g e n ge- { wesen wären und zugleich die wichtigsten im Judentum, dass j . derentwegen eine oberste Behörde mit der Bestimmung ein- \ gesetzt werden musste, dass sie täglich von früh bis abend. | Inklusive Sonn- und Feiertage, sitze und berate, über? Rci- ן nigungswasser und die Feldccke! Und das kleine Syncdrion, | das Todesurteile fällte, sollte nicht befugt gewesen sein, über f Relmgungswasser zu entscheiden? So kann sich doch die Sache ן nicht verhalten haben. Ich denke mir den Hergang vielmehr so, dass derlei Fragen erst dann vor die Quaderhallc gebracht wurden, wenn die andern Lehrer darüber nicht zu entscheiden י glücklichen Brüder, die westeuropäische Judenheit werde reichlich geben, um das Elend zu lindem. Aber noch einige Wochen — und das Gros unserer Juden hat alles vergessen. Werden diejenigen, die zu bequem sind, über die Judenfrage nachzudenken, aus ihrem Schlummer erweckt werden? — Der Zionismus habe nur wenige entschiedene Gegner mit ernsten Argumenten, die Meisten sind indifferent oder wiegen sich im Glauben, dass sic vor allen Verfolgungen im Deutschen Reiche Richer wären, als ob sich nicht die Ereignisse in Südrussland, wenn auch in etwas veränderter Form auch bei uns abspiclcn könnten. Der Antisemitismus nehme nicht ab, sondern zu, das bewiesen die christlichen Akademiker, die später die Geschicke des Staates zu lenken hätten. Der Zionismus allein könne die Befreiung bringen, nach der sich unser Volk seit 2 Jahrtausenden sehne. Dem beifällig aufgenommenen Vorträge . folgte eine anregende Diskussion. an der sich die Herren Schachtel, Grün• thal, Karger und Fürst beteiligten. Der Erfolg war in materieller wie ideeller Hinsicht befriedigend. Für unsere unglücklichen Briider in Kischinew wurden gegen 110 Mk. gesammelt, zahl* reiche Schekel wurden entrichtet und ein grössere Anzahl Herren schlossen sich unserer Vereinigung an. Glciwitz. Hiesige Zionisten veranstalteten zu gunsten der Kiscliincwcr Stammesbrüder eine Sammlung in Bekannter.- kreisen, die zusammen mit dem von der Ortsgruppe selbst gespendeten Beitrage 150 Mk. ergab. Die Summe wurde, um das hier so oft hörbare Wort, die Zionisten täten keine Gegenwartsarbeit, zu entkräften und den Namen der Gruppe und seine Tendenzen in die unbeteiligten Kreise zu bringen, de» hiesigen Synagogcngcmehide für die von dieser veranstaltete Sammlung überwiesen. Dr. L. Ehe der Frühling der heissen Jahreszeit weicht, sollte auch in Düsseldorf dem Zionismus eine Pflanzstätte geschaffen werden. Die ersten Aufklärungen hatte hier Im vorjährigen Winter ein trefflicher Vortrag Dr. Edelsteins aus Bonn im Verein für Jüdische Geschichte und Littcratur gegeben. In letzter Zeit folgten im kleineren Kreise abgehaitene, seitens der Gg. Referendar Wey! und Kantor Lilienthal durch Referate ringeleitete Diskussionsabende, die durch ihren guten Verlauf zur Einberufung einer zionistischen Versammlung auf den 20. Mai Anlass gaben. Den ISO namens des Disiriktbtireaus für Rheinland und Westfalen varschickten Einladungen waren rund 200 Personen gefolgt. Redner des Abends war Dr. Klee, der in l’^strindigcm, formgewandtem und andauernd fesselndem Vortrage das zionistische Programm entwickelte. Wie vielerorts. vermochten. Wer die Stelle im Zusammenhänge nachlics!st. wird mir Recht geben. S. 39: Hierzu war Fricdrnann, Sifre Dt. § 152 Note 9 zu vergleichen. Aus der von R. Hillcl (im 12. J11. blühend) bezeugteil La. geht deutlich hervor, dass unter grosses Beth-din in Jerusalem“ das Syncdrion in der Quaderhallc verstanden war. Und mit Recht. Der Teil, wo das Beth-din seine Sitzungen hielt, hat ־ was dem V. nicht entgangen ist — im חייל, der nicht zum ״Heiligtume" gehörte, gelegen. Er konnte also ebenso gut mit ״Jerusalem", wie ״Tcinpclbcrg“ bezeichnet werden,. S. 40: .dass das Todesurteil fällende oberste Gericht“ Todesurteile fällte, . . . und licss auch vollzieht« das keine Syncdrion. Vgl. Mischnah Sanhcdrin 1, 1. Oder soll dieses Gericht mir auf dem Lande (ibidem die Note), dazu berechtigt gewesen sein, das in der Hauptstadt aber nicht? S. 41:... dass das grosse Syncdrion in Jerusalem, das Todesurteile fällen, von dem grossen Beth-din in der Quaderkammer... verschieden ist". Demnach gab cs drei oberste 02richtshöfe: einen in Jerusalem, einen zweiten in der Parhedrin- Kammer (S. 42) und das grosse Bet!: din in der Quaderhallc! Mit welchem der Dreien war die ßo-M»! Jdcnt««*h? Mit gar keinem! Demi hat cs gar vier oberste Behörden gegeben! 1 % יי" י י ■ ’״•״%» *׳*»•*>*.! ■י׳• •״יי■-**י■-־ ־ *י —