Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 22 (29.5.1903)
- Date
- 1903-05-29
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Die selbstlosen, von der breitesten Oeffentlichkeit so leicht kontrollierbaren Anstrengungen mussten sogar die schlimmsten Verleumdungen erfahren. Alle diese und noch viele andere Hindernisse konnten den Zionismus in seinem Siegeslaule nicht hemmen. Von mächtigen Regierungen und einflussreichen Staatsmännern als ernster politischer Faktor anerkannt, darf der Zionismus nunmehr mit erhöhter Zuversicht und den besten Aussichten auf Erfolg an die Erfüllung seines Programmes schreiten. Von der Teilnahme der Juden selbst wird es nun abhängen, ob das Endziel der zionistischen Bestrebungen in Bälde erreicht werden kann oder nicht. Die Zionisten aber dürfen in Wahrheit sagen, dass sie die Erlösung ihres Volkes aus allen ihren Kräften und nicht ohne Erfolg zu fördern bestrebt waren.*4 Wir haben der Mitteilung der ״Welt•* kein erklärendes Wort hinzuzusetzen. Jedermann, der die jüngsten zionistisehen Ereignisse aufmerksam und einsichtig verfolgt hat, weiss, um was es sich handelt. Der sechste Kongress wird sich dadurch in Wichtigkeit unmittelbar an den ersten, grundlegenden Baseler Kongress anreihen. Dadurch wird aber unsere ohnehin leicht erkennbare Haltung noch schärfer in die Erscheinung treten müssen. Bei aller Wahrung des Rechts ehrlicher Kritik werden wir Gelegenheit haben, unsern selbstgewählten Führern das Vertrauen zu zeigen, das uns zu ihnen beseelt. Denn das ist das Wesen wahrer demokratischer Freiheit, sich freiwillig dem selbstgewählten Oberhaupte unterordnen zu Rönnen. Unser Aktionskomitee hat aber unser Vertrauen und unsere Folgsamkeit in erhöhtem Masse verdient, und hat uns in hingebungsvoller Arbeit bewiesen, w ie wichtig es ist, die Kraft eines Volkes in einer festen Hand zusammenzufassen. Für ein zerstreutes und zersplittertes Volk ist es aber doppelt wichtig, sich freiwillig unterordnen zu können, und wichtiger sind uns die ״Dutzendmenschen״, die sich führen lassen als die feinsten Köpfe, deren unangebrachte Kritik unsere Disziplin gefährdet. Damit ist aber der grosse Leitstern für unsere Haltung auf dem Kongresse gegeben. Jeder Kongress soll und muss dazu beitragen, die f e s t e Geschlossenheit, die Einheit und Einigkeit des Zionismus, d. h. der Jüdischen Nation, noch mehr zu festigen und enger zu schliesscn. Bei der unendlichen Vielseitigkeit des zionistischen Programms bleibt doch noch jedem Einzelnen von uns Gelegenheit und Stoff genug, seine Individualität und Anschauung zur Geltung zu bringen. Wir freiheitlichen, demokratischgesinnten Zionisten aber wollen eine Ehrenpflicht darin erblicken, dass wir unsern andern Brüdern in dieser Richtung mit gutem Beispiele vorangehen, ln der ״auswärtigen Politik״ giebt es keine ״inwärtige Kritik״! Jetzt gilt es für den Kongress zu arbeiten! Möge der sechste Kongress die Einigkeit und Einmütigkeit der Juden in Nord und Süd, in West und Ost von neuem beweisen, und zugleich das ganze jüdische Volk hinter unsere Führer, hinter unser Aktionskomitee scharen. •t ♦ Die Bestimmungen des Organisationsstatutes über den Kongress lauten (cf. Protokoll des V. Kongresses): § 8. Der Zionistenkongress tagt jedes zweite Jahr an einem vom grossen A.-K. zu bestimmenden Orte. Fine frühere Einberufung des Kongresses bestimmt das grosse A.-K- § 9. Aufgaben des Kongresses sind: a) Entgegennahme und Prüfung des Rechenscliaitberichts des Aktionskomitees (A.-K.)• b) Ausgestaltung des zionistischen Programms. c) Feststellung des Programms der nächsten Vcrv/altungspepiode. d) Wahl des A.״K. und sonstiger Körperschaften für die nächste Verwaltungspcriodc. אהד U •W/ לים. ושני בת' דעין של Mit«■» זנית . שלג׳ג׳ רדו היד. נהר 1 Dass cs ein dreigliedriges Beth-din in der Stadt selbst (sowohl In der Oberals Unterstadt) gegeben hat, ist mehr als wahrschcinlich. Fs ist doch nicht denkbar, dass bei jeder noch so geringfügigen Frage zwischen Mein und Dein, die sieh so häufig wiederholt, die Parteien jedesmal sieb erst nach dem Tempelbcrge begeben haben sollen. Uebrigcns dem sei, wie ihm wolle, soviel ist doch gewiss, dass von einem grossen Beth-din in der Stadt den Misclmahlchrcrn nichts bekannt war, sonst würden sic cs hier erwähnt haben. (S. w.). Die rationellste Lösung eingangs erwähnten Widerspruches Ist unstreitig die des Herrn Prof. Bacher*) (zitiert das p. 18 unten), dass nämlich Jos. die letzten Jahrzehnte, der Talmud dagegen die Zeit vor (der Auswanderung aus der Quaderhallc) schildere. Wenn der oberste Gerichtshof zumindest ctJiclic Jahre vor den Vorgängen in der hl. Stadt die Quaderhallc verlassen hatte, so muss selbstverständlich die in den Tagen des Jos. wo anders gelegen haben. Wenn Büchler aber *) De! Oberstegerichtshof des Herrn Dr. Haffmann ist mir zu meinem grössten Leidwesen nicht zugänglich. dagegen den Einwurf erhebt, dass die Identität der הגיות *), als späterer Sitz des grossen Beth-din, mit der Lage der jis-j/.V, nicht erwiesen Sei, so ist zunächst daran zu erinnern, dass es eigentlich die Sache Biichlers gew esen wäre, deren Nichtidentität zu erweisen. Das hat er aber nicht getan. Er verweist uns auf S. •12. Dort steht aber nichts, am wenigsten von dem, was einer Widerlegung auch nur nahe käme. Uebrigcns ist die Identität — zumal nach Biichlers eigenen Worten - wohl erwiesen. Denn, wenn ״das grosse Todesurteile fällende’ Synedrion" noch unmittelbar vor dem Aut- Stande in der ״Parhadrinkamtner“ getagt habe (ibid. p. 17—12־», und das Beth-din in der Quaderhallc mit der des Jos. nicht identisch wäre, so hätte Büchler drei und nicht zwei oberste Gerichtshöfe unterscheiden müssen: die Boule, das grosse Syncdrion in der Parhcdrinkammer und das aus der Quaderhallc ausgewandertc, wohin? nicht mehr zu ermittelnde grosse Beth-din! (S. w). Hat nun B. dies nicht getan, so i§t die fragliche Identität erwiesen. In Bell. VI. 6? (bei B. angeführt p. 17), sagt Jos: ״Titus stellte sich am westlichen Rande des äussen Vorhofes auf, hier waren nämlich vom Xystos herwärts (wo lag nun der Xystos?) *) Manche der Quellen lesen הגות S. die folgende Anm. f ״,' i׳ ■