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Jüdische Rundschau · 1903-05-15 · Heft 20 (15.5.1903) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 20 (15.5.1903)
Date
1903-05-15
Page
– (sequence 10)
Language
German
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*M# jn;;**■ mrn/m i^wy* % -יי■"-"*** "•#י* % >442 'mM#.1!« Wt»4 *M» «te «0! ״‘*!•*.J Seite 190. Jüdische }Otundscha.il. Nö. ,20. Beschncidung"., am 30. Juni Dr. Kranz Oppenheimer: ,.Zur Rassenthebrie*•,?7 וזז• Juli Dr. Alfred Klee: ״Der jüdische Nationalfond, seine Aufgaben und seine Organisation“. Weitere Vorträge haben für den R Juli, den 2J. und 2S. Juli Prt»f. Dr. \V a r b u r g, Dr. E. Simons o n und Dr. Kd. Lcszynskj frcundlichst in Aussicht gestellt. Zu dem Vortrag am 19. d. M. sei hiermit herzlichst cingeladen. j I. A.: Rosenberg, Rankestr. 29. Duisburg• 'Am 2U. April sprach in der hiesigen Ortsgruppe vor einer zahlreichen Zuhörerschaft unser üg. K. Oelber von hier Tiber seinen Aufenthalt unter den osteuropäischen Juden. Rfdr. W c y I aus Düsseldorf wies in einer längeren Ansprache auf die Bedeutung des Schekels hin. Unsere Ortsgruppe ist seit der kurzen Zeit ihres Bestehens von J9 auf 3*1 Mitglieder gestiegen. Kiir die Juden in Kischinew sind unsere (Hsiii.uiiigsgenossinucn Fr!. Martha K p s t c i 11 und Krl. Bertha I. o c w c eifrig tätig. Der Sibirische Zionlstenta״, der iin Monate Kcbruar in Tomsk abgehalten wurde, nahm einen glänzenden Verlaui. Diese erste Konferenz der sibirischen Zionisten, welche von den Vereinen von Tomsk. Irkutsk. Omsk. Tschita. Krassnojarsk, Kausk, Bargusiu, Bogepol. Marinsk, Nertschinsk, Adrianowka und Kahansk beschickt wurde, entrollte ein lebliaftcs Bild der intensiven Tätigkeit der Zionisten in Sibirien und ihrer Krfolge auf dem Gebiete der Erweckung und der Krstürkung des jüdischen Nati״nalbcw11sstsems. Der Vorsitzende des ersten sibirischen Zionistentages, Dr. W. S. Htrschkopf, hielt eine mit grossem Beifall aufgenomnienc Rede, in welcher die Kraft und der Mut der Zionisten u!1d der zionistischen Idee geschildert wurde. Der Rabbiner von Omsk, Dr. Lcwiu. hielt eine begeisterte Rede über die Bedeutung des Zionismus im Leben der Juden und für die Gestaltung ihrer künftigen Geschicke, und besprach gleichzeitig die hohe Bedeutung des Nationalfoiids. Der Zionistentag fasste die Resolution, dass der Zionis- 11׳us, welcher die Wiedergeburt des jüdischen Volkes anstrebt, eine heilige Xationalsachc ist. für deren Verwirklichung alle kämpfen müssen. Zum Schlüsse nahm der ,Zionistentag den Beschluss an, in Sibirien .Mustercheder zu eröffnen, wo der Unterricht in hebräischer Sprache erteilt werden soll. sehen Vereins, Worten. Herr einer längeren Nunmehr bestiegen Rednertribüne, um Nachrichten aus Palästina. ^Äg1**•£3 ®*Sä 23«»י 5&*יי Rischon-Ie-Zlon, 2S. April 1903. Den Herren Dr. Friedemann und Hermann Struck aus Berlin, die gegenwärtig die jüdischen Kolouiccn bereisen, wurde hier gestern abend im Beeth-häani von den Kolonisten ein üusserst warmer Ktupfang bereitet. Die Kolonistenkapelle, die aus den älteren Söhnen der Bauern sich zusanunensetzt, spielte zur Fülleitung eine jüdische Weise- Dann begrusste der Vorsitzende des zionisti- Kolonist Freimann, die Gäste mit herzlichen Dr. Kriedemann ergriff darauf das Wort zu Rede, die grossen Enthusiasmus hcrvorrici. eine ganze Reihe von Kolonisten die - grösstenteils in hebräischer Sprache. die Gäste ihrer Begeisterung und ihrer warmen Anhänglichkeil an die nationale Sache zu versichern, dass es in den Kolonien ausschliesslich Zionisten gäbe und dass man voller Vertrauen in die Führer die Erfüllung der zionistischen Hoffnungen crwa’rtje. Auf. den Vorschlag des Herrn Dr. Friedemann wurde beschlossen, an Dr. Herzl eine K.rgebenheitsadressc zu senden, die sich schnell mit den Unter- Schriften aller Anwesenden bedeckte- Insbesondere wurde auch betont, dass ״AUueuVaud“ den Beifall aller Kolonisten gefunden habe. Zum Schluss der Versammlung brachte man zahlreiche Hedadrufc auf Dr. Herzl, die Gäste, und den Zionismus aus, und cs wurde die dringende Bitte an die Gäste gerichtet, einige Tage in der Kolonie zu verweilen. Das Odessaer Komitee zur Unter.stnt.mug jüdischer Ackerbauer i!1 Syrien und Palästina bekam günstige Berichte über die Ernte in Palästina. Das gegenwärtige Jahr war ein sehr regnerisches, der Zustand der FriUisaatcn ist ausgezeichnet, aber auf dem schweren Boden beginnt der Weizen infolg(; des Utucrscbusses an Feuchtigkeit gelb zu werden- Ks ist eine sehr reichliche Ernte in Aussicht. An einigen Orten erschien die Feldmaus und schädigt die Saaten. Die Abnahme des Teten Meeres. Aus Jerusalem wird bclichtet: Der letzte Krdstnss in Palästina, der am 30. März statttand. scheint itn Jordautal und um das Tote Meer herum ain heftigsten gewesen zu sein. Der Spiegel des Toten Meeres ist beträchtlich gefallen und jetzt crgicsst der Jordan sein W: sser in das Alecr von cm er Erhebung herab, während sein Wasserspiegel früher mit dem des Toten Mecrc.s fast gleich war. Augenscheinlich muss sich der Grund des Toten Meeres während des Erdbebens gesenkt haben. Die ganze Gegend nahe des Toten,Meeres ist vulkanisch. Die Bestätigung dieser Nachricht bleibt immerliin abzuwarten. t<~; :->ג £3 Rundschau. S3 £<-; בל־-ז ־ T V T Y TT Y Y T T T Y Y Y 1׳' V T Y T T Y T Y V T T Y T V T T V V '1' Y 1׳' s<f Die Ereignisse In Klschincw. Für 1ms, die wir mit unserem Herzblut tcilueluncu au dem Unglück unserer Brüder, ist es eine allzu traurige Aufgabe, alle Einzelheiten der furchtbaren Geschehnisse in Siidrusslanu keimen zu lernen. Wir wissen schon genug u!1d zuviel. Darum nur ganz kurz den augeiiblickliclicn Stand der Nachrichten־ Schon sind mehr als 90 Leichen geborgen, und täglich findet man neue •in versteckten Winkeln, in Abtritten und Vichställen, wo sich die armen Juden zu retten suchten. Ein Bericht, der aus der Stadt selbst an eine Hamburger Zeitung kommt, gibt die Zahl der S c 11 \v c r verwundeten auf 351 an, von denen viele hoffnungslos damieüerliegcn. Viele sind infolge der schweren Kopfverletzungen bewusstlos, mehrere sind dem Irrsinn verfallen, die übrigem sind in einer entsetzlichen Geluütsverjassung. Wenn das Blutbad von Kischinew nicht nur eine Sensation sein soll, ־ sondern uns mit eisernem Griffel seine Lehren ins Gedächtnis schreiben und einen ehernen Pieiler unserer Erkenntnis vom Schicksal des Jiidenvolkes bilden soll, daun haben wir aufmerksam auf die Vor- und Nacligeschiclue der Krawalle zu achten, über diese liegt jetzt neues Material vor. Unsere in der vorigen Woche deutlich ausgesprochene Anklage gegen die russische Regierung auf Mitschuld durch Fahrlässigkeit, die sogar den Schein einer Begünstigung hat, wird vollauf gerechtfertigt durch das inzwischen erlassene offizielle Rundschreiben des Ministers des Innern an die Gouverneure. Stadthauptleute und Oberpolizeimeister. Es heisst in diesem Rundschreiben, dem eine gewisse Denkwürdigkeit unbedingt zukommt: ״Bei den Unruhen, deren Urheber vorzugsweise einfache Leute waren, sind *15 (?) Personen getötet worden oder ihren Wunden erlegen, 7-1 (?) wurden schwer, gegen 350 leichtcr verletzt ... Die Untersuchung ergab, dass die Unruhen durch das zugespitzte Verhältnis zwischen den Christen und Juden Bessarabicns licrvorgcrufeii waren. . . . Die Volks- Stimmung am Ostersonntag verriet noch nichts aussergewöluiliebes. Auf dem Platze für Volksbelustigungen war alles ruhig, bis nachmittags gegen Uhr ein jüdischer Karussclhesitzer eine Christenfrau derartig stiess und schlug, dass ihr Kind ihren Händen entfiel. D i e s war der direkte Anlass zur Judenhetze. Am nächsten Morgen überfiel ein mit Stöcken bewaffneter Haufe von Juden auf dem neuen Bazar, die dort in bedeutend geringerer Zahl anwesenden Christen. Die Prügelei hörte aber bald auf, während am andern Ende des Bazars der gleiche Ucberfall sich wiederholte. Aus der Mitte der jüdischen Angreifer ertönte ein Schuss, der einen Christen verwundete. Nun erneuerten sieh die Unruhen in der Stadt." . Wir wollen zunäclist diesem Rundschreiben einige Sätze aus einer Denkschrift gcgeiiüberstelleu, welche die jüdische Gemeinde von Kischinew dein aus Petersburg erschienenen Direktor des Polizei-Departements im Ministerium des Innen! überreichte. Darin heisst es: ״In ganz Bcssarahiai und speziell in Kischinew bestand keine Schärfe in den Beziehungen zwischen der christlichen und der jüdischen Bevölkerung.. (Es folgt eine genaue Auseinandersetzung dieser örtlichen Ver- <

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