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Jüdische Rundschau · 1903-05-15 · Heft 20 (15.5.1903) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 20 (15.5.1903)
Date
1903-05-15
Page
– (sequence 9)
Language
German
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No. 20, Jüdische Rwndscliau. Seite 189. nimmt ach in politischer Beziehung einfach dumm. Er entwertet sich sctltst und verlangt gleichwertig genommen zu werden, Die Assimilationsbcstrcbungen sind nicht nur zwecklos, sondern gefährlich. Der Assimilationsjude wird von niemandem ernst genommen, er schafft sich und seinen Volksgenossen nur Feinde. Der Nationaljude muss, vorausgesetzt dass seine Persönlichkcit tadellos ist, ernst genommen werden. Er erfüllt seine Pflichten und niemand wird ihm verübeln, wenn er ehrlich seine Rechte beansprucht. Die Preisgebung ist immer schmählich, das treue Festhalten» die opferwillige und mutige Ueberzeugung erregt immer Achtung. Für einzelne Buren oder für alle Buren wäre es gewiss praktischer gcwescn.wcnn sic sich nicht in einen aussichtslosen Kampi gegen England eingelassen hätten. Wenn sie sich ohne Kampf ergeben hätten, dann wäre aber das Volk als solches für immer verloren gewesen. So haben sie immer noch eine grosse Zukunft iür sieh; zum mindesten haben sic den Engländern einen heillosen Respekt cingcflösst, der dem Buren Volke für alle Zeiten zu gute kommen wird- Ich will damit sagen, dass ein Volk, welches sicli selbst nicht verloren gibt, nicht verloren ist, nicht verloren gehen kann. Ein richtiges Analogon besteht in der Gegenwart zwischen Juden und Buren nicht, beschämend für die Juden in mehrfacher Beziehung. Die Buren, wenn sic sich hätten assimilieren wollen, wären mit offenen Armen voll Jubel amgenommen worden. Die Juden, die trauriger schmählicher Weise sich assimilieren wollen, assimilieren um jeden Preis, werden — mit ,Schimpf und Spott verfolgt. Niemals haben die Völker, zwischen denen Juden wohnen, die Absicht gehabt, die Juden zu absorbieren. In zehn Fällen werden die Juden geduldet, in 90 Fällen erschlagen und unterdrückt, stets aber konsequent von einer Vermischung fertigehalten. Die zionistische Bewegung ist die logischste, natumotwendigste, die cs gibt; deswegen wird sie auch zum Ziele gelangen müssen, mit oder gegen jene Personen die heute in Frage kommen könnten. Eine Ehrensaclre ist es, dass die Juden so rasch als möglich die Schmach tilgen, die auf ihnen ruht und die darin besteht, dass sie die Rehabilitierung des jüdischen Volkes so spät versuchen. Je rascher die Juden zur richtigen Erkenntnis der Sachlage gelangen, je konsequenter sie nach dieser Erkenntnis vergehen, um so besser für sie, für jeden einzelnen und für das ganze Volk. Rasch werden wir zum Ziele gelangen, wenn wir unsere Kinder gilt jüdisch-national erzielten. Daun werden sie sich im Lclxn immer als ganze Juden fühlen und geben, sie werden nicht heucheln, niemandem etwas vormachen, man wird ihnen keine falsche Maske von! Gesichte reissen, weil sie keine Maske tragen werden, man wird sie nirgends hinausdrängen wollen, weil sie sich nicht vordrängen werden. Durch den jüdischen Vornamen, den ich ihnen konscqucntcrwelsc gebe, lege ich den Grundstein zur Ausgestaltung ihres Charakters. Ihr Wesen wird auf eine breite gesunde Basis gestellt, die ihnen ein Gefühl der Sicherheit verleiht. Sic werden als ehrliche aufrichtige gerade Menschen einmal besser daran sein als die anderen Juden, die ihr Judentum sichtlich notgedrungen mit sich schleppen müssen. Selbst wenn ich nicht so sehr von der Zukunft des jüdischen Volkes im zionistischem Sinne überzeugt wäre, als ich cs wirklich bin, würde ich doch meine Kinder in ihrem eigenen unmittelbaren Interesse jüdisch erziehen, wie ich mich bemühe, sie zu guten ehrlichen, der. Allgemeinheit nützlichen Menschen zu bilden. Prijedor (Bosnien). Gustav Sei de mann. סה-■- ■ יי ייייי־י סג Aus der Bewegung. I Berlin. Die Berliner zionistische Vereinigung veranstaltete am Dienstag Abend eine grosse Protestkundgebung im grossen Handwerkersaale, ln meisterhafter Rede, die Rührung und Kampfesnmt in gleicher Weise hervorrief, wusste Dr. K I e e die weit mehr als andcrhalbtausendköpfigc Versammlung im Geiste nach K i s c h i n c w zu versetzen. Seine Beredsamkeit, durchglüht von Entrüstung.* übertraf sich selbst. Lauter Beifall unterbrach ihn wiederholt, und wollte nicht enden, als er geschlossen. Nach ihm hielt Dr. li. L o e w c eine zündende Ansprache, die von Kischincw hinüber nach Deutschland und endlich Palästina wies. Es war eine kleine Abschwächung dieser grossartigen Demonstration, dass mau im Wunsche irgend einen Gegner hören zu wollen, in eine kurze Diskussion cintrat. Die Versammlung ist eine geradezu grossartige Voranstaltung gewesen und hat viele, die uns schon von fern freundlich gegeniiberstauden, gänzlich zu uns gebracht. In der Versammlung selbst wurden 560 Mark iür unsere Unglückliehen Brüder gesammelt, (ln nächster Nummer folgt darüber spezifizierte Liste.) Die Versammlung war ein neuer Beweis, wie tief wir alle im tiefsten Herzen in Kisehincw verw undet sinu. Berlin. Akademische Gruppe der Berliner Zionistischen Vereinigung. Die Mitglieder der Schulgruppe haben am Sonnabend, dem 6. Mai, 6 Uhr (pünktlich!) eine Sitzung in der Wohnung des Leiters. Dr. Heinrich Loewe, Lehrter- Strasse 14/15. Gäste, die au der Schnlgruppe regciniässig teilnehmen wollen, werden ebenfalls ersucht, sieh au diesem Abend zu melden. Die Pa 1 äs t i na g r upp'e tagt am Mittwoch, dem 20. Mai. Cassels Hotel, Burgstr. 16. Thema: Die Verkehrswege in Palästina und Vurderasicu. Gäste sind willkommen. Anmeldungen für die Akademische Gruppe sind zu richten an carnL chem. Felix J acobsohn, N.W. 6, Luisenstr. 651. Köln. D r. K I c c hat im Rheinland eine dreitägige Tournee zugesagt und wird am 19. Mai :n M ii 111 c i n! a. d. R u h r, am 2<). in Düsseldorf, am 21. in Duisburg a. Rhein Propagandavorträge hallen. ״ W. Königsberg I. Pr. In der Königsberger Zionistischen Vereinigurig referierte am Sonntag, dem 3. er., anlässlich des Schekeltags, Herr cand. chem. B. Sie w über ״Die historische Bedeutung des Schekels." Die interessanten Ausführungen des Referenten wurden von den zahlreich erschienenen Mit gliedern und Gästen mit grossem Beifall ausgenommen. Dem Referate folgte eine Diskussion. Berlin. Nachdem die ״Freie Verbindung Hasmonaea" im vorigen Semester durch Veranstaltung zionistischer Vorträge in mehr internem Kreise zu wirken gesucht hat. wird sic in diesem Semester, abgesehen von diesen internen Vorträgen und Referaten eine Reihe von Vortragsabenden veranstalten, bei denen jedermann. Damen und Herren, als Gäste herzlich willkommen sind. Diese Vorträge, die regelmässig jeden Dicns• tag abend 9 Uhr im Lokale der ,.Hasmonaca". Burgstr.!2 (Hotel König von Portugal) stattfinden werden, sollen der Erörterung einer Reihe zionistischer und allgemein-jüdischer Themata dienen. Fs werden voraussichtlich sprechen am 19. Mai־ Fgon Rosen bergt ״Was ich gegen den Zionismus cinzuwenden hätte, wenn ich Sozialist wäre", am 26. Mai: Dr. Max Oppenheimer: ״Die deutsche Burschenschaft und die Juden", am 4. Juni: Rcf. Rieh. Mayer: ״Zur Kritik des Pro* jekts einer jüdischen Hochschule“, am 9. Juni Oberlehrer Dr. Scdtorr: ,.Flavius Josephus im Lichte jüdisch-nationaler Ge* schichtsauffassung", am 16. Juni cand ined. U n n a ,.Volk. Nation; Staat“, am 23. Juni Sau.-R. Dr. Fr. Woltf: ״Die t ־ - *%י. ,יי■-, *

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