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Jüdische Rundschau · 1903-05-08 · Heft 19 (8.5.1903) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 19 (8.5.1903)
Date
1903-05-08
Page
– (sequence 13)
Language
German
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No. 19. Bundsohau. Seite 181. | ' zu werden! der Restern als Vorsitzender des ״Ausschusses zur! Verteilung der Juden“ von der ״Alien Immigration Commission" verhört wttrdc. Dieser Ausschuss ist nämlich ernannt worden, um der UcbcrfiUlung des Ostendes von London mit Jüdischen Einwanderern zu steuern. Sie werden veranlasst, andere Stadtteile aufzusuchen, wo mehr Beschäftigung für sic vorhatidcn ist. Sir S. Montagu wurde von dem Präsidenten der königlichen Kommission befragt, ob eine Ucberwachung der in England landenden Ausländer möglich und wünschenswert sei. Sir Samuel wir der Ansicht, dass unter den gegenwärtigen Umständen die Beaufsichtigung zwecklos־ sei. Bemerkenswert ist, dass die freiwillige jüdische Armenbehörde, Board of Guardians, im letzten Berichtsjahr 7000 fremde Juden aus England fortgeschickt hat. Abgcsehoben sind sic. aber wohin? In bessere Verhältnissc oder weiter auf Reisen? Wir müssen leider vermuten, auf W c i t c r r c i s e n--! Die Generalversammlung des ״Esra“ findet am Montag, dem II. Mai, abends 8Mt Uhr, in Cassels Hotel, Burgstr. 10, statt• Ncuamneldtmgen können bis zur Eröffnung der General- \trsammlung erfolgen. Meglddo ist als wichtiger historischer Ort jedem bekannt, der der biblischer« Geschichte einige Beachtung geschenkt hat. Aber lange vor der Einwanderung der Israeliten und der anderen hebräischen Stämme in das Land Israel ist Megiddo ein wichtiger strategischer Punkt gewesen, der eine ähnliche Rolle für das syrische Tafelland und Bergland einninmit, wie etwa das grosse Schlachtfeld Lcipzig-Jena-Rossbach auf dem Gebiete deutscher Kriegsschauplätze. Man dar! daher von Ausgrabungen an dieser Stelle sehr viel Aufschlüsse über die vorisraclitisehc und altisraelitische Geschichte erwarten. Seit kurzer Zeit haben nun im Auftrag des Deutschen Palästina- Vereins und mit Unterstützung der Deutschen Orient-Gesellschalt in dem alten Legio-Mcgiddo in Palästina, dem heutigen Teil el mutessclim-leddsclion Ausgrabungen begonnen. König Josias starb hier nach einer Niederlage gegen den Pharao Nccho. Salomo befestigte den Ort wegen’seiner beherrschenden Lage am Siidrand der Ebene Jesreel. Auch Ahasja. der König von Juda, fand hier sein Grab: die kanaanistiseben Könige wurden in der Ebene geschlagen, die der Kampfplatz Palästinas war, weil seit uralten Zeiten die Strassen von Aegypten und von Mesopotamien über Damaskus Zusammentreffen. Die Ebene trug auch von der Stadt Megiddo den Namen, heute heisst sic Merdsch ihn Amir. Bisher wurde hei den Ausgrabungen nur der Obcrfläcbeiischutt beseitigt• Man fand jüdische Gräber mit Resten menschlicher Knochen, den Ecktürm einer jüdischen, wahrscheinlich salomonischen Burg, ägyptische Götzenbildchen aus Ton und Porzellan, Wasser- , leitungcn und Bauten aus getrockneten Lehmziegcln. Die Grabungen stehen unter der Leitung des־ Oberingenieurs Dr. Schuhmacher, der durch seine Arbeiten über das Ostji.rdanland in der wissenschaftlichen Welt bekannt geworden ist. Aufs Tiefste zu bedauern ist es, dass die Juden, deren Ehrenpflicht es wäre, auf dem Boden Palästinas zu forschen, wohl dazu zu bekommen sind, die Mäeenc der Deutschen Orientgcscllschaft mit fürstlichen Summen zu spielen, aber nicht im Stande sind, einen jüdischen Patästinavereln zur Erforschung des Bodens zu gründen, auf dem sich die klassische Ruhmesgeschichte ihres alten Kuiturstammcs abgespielt hat. Sprechsaal. Für die Mitteilungen‘an dieser Stelle flremimmt die Rcdaktlon des Blattes nur die pressgeseu iche VerantworUickei. Nochmals zur Kriminalität der Juden. Es hat mich ungemein gefreut, dass sich unter den Lesern der ״Jüdischen Rundschau" Jemand gefunden hat, der meine unmassgchliche Meinung über die wesentlichste Ursache der Kriminalität der Juden nicht als ein unfehlbares Dogma hinnimmt. Leider kann ich auf die mit ״C.“ Unterzeichnete Zuschrift in No. 18 aus Zeitmangel nicht so ausführlich cingehen, wie Ich gern möchte. Meine wenigen aphoristischen Bemerkungen zur Kriminalität der Juden sollten lediglich den Eindruck wiedergcbcn. den ich von dieser Erage r.uf gruud eingehender Studien gewonnen habe. Dem Charakter dieser Zeitschrift entsprechend habe ich den ganzen wissenschaftlichen, d. h. statistischen und literarischen Apparat fortgelasscn, den ich in reichem Masse zur Stütze meiner Behauptungen hätte verwerten können. Dass die Stainmcseigcntümlichkeitcn — nicht die angebliehen ein wichtiger Faktor für die Gestaltung der Kriminalität sind, wird nicht nur nou mir behauptet, sondern \on allen denen, welche sich ernstlich mit der Actiologie des Verbrcchcns beschäftigt haben, so z. B. von v. Liszt, Ferri (Verbrechen als soziale Erscheinung, übers, v. Kurelia, 1896, S. 125), Lombroso (Ursachen u. Bekämpfung des Verbrechens, übers, v. Kurelia und Jentsch. 1992, S. 17 ff., namentl. S. 31 fi), Aschaiieuhurg (Verbrechen und seine Bekämpfung, 1903, S. 23 fi., namentl. S. -tl ff.), v. Dettingen (Zeitschr. f. d. ges. Strafrechtswissenschaft. Bd. 1, S. •131). ßeurlc (ebenda, Bd. vS. S. 3-11). Ich befinde mich also in guter Gesellschaft. Dass ich alle die Momente sehr wohl berücksichtigt habe, auf welche der Herr Einsender aufmerksam macht, und dass ich mein Urteil über die Zunahme der Kriminalität der Juden nicht auf Gesamt- oder Durchschnittsziifern gründe, ist eigentlieh selbstverständlich. Gerade die auf das Letztere bezüglichen Bemerkungen des Herrn Einsenders sind mir aus der Seele gesprochen. Aus der Erwägung heraus, dass in der Statistik grosse Durchschnittszifiern gar nichts besagen, habe ich auf Anregung des Herrn Geh. Rats Proi. v. Liszt (vgl. dessen Ausführungen i. d. Guttentag’schcn Eestschrift zum 26. deutschen Juristentage 1902), eine kriminalistische Spezial Untersuchung zweier prcussischer Kreise unternommen (Abhandlungen des kriminalistischen Seminars, N. E. Bd. U, Heft 2, herausgegeb. v. von Liszt) und gedenke derartige Untersuchungen weiterzuführen, um so zu einer wissenschaftlich exakten Actiologie des Verbrechens zu gelangen. Schon jetzt glaube ich sagen zu körnten, dass die Stanimeseigeuschaften hierbei eine grosse Rolle spielen werden (in meinem Falle handelte es sieh um die Polen). Selbstverständlich habe ich das Wachsen der Judcnkriminalität an den einzelnen Delikten, auch an den mit Zuchthaus bestraften speziell (s. hierzu die Zahlen bei Bemieckc. Zeitschr. f. d. ges. Strafrechtswissenschaft, Bd. 5, S. 7Hl), verfolgt, wobei sich natürlich hei den einzelnen Delikten mannigfache Verschiedenheiten ergeben. Am besten unterscheidet man: Vergehen gegen Staat, öffentliche Ordnung und Religion; gegen die Person: gegen das Vermögen; im Amte (hier kommen die Juden aus begreiflichen Gründen kaum in Frage), wie es auch die offizielle Statistik tut, welche übrigens die Uebertretungen überhaupt nicht nach weist; auch die Verletzung der Wehrpflicht wird — wohl ganz allgemein — in kriminuistatistischcn Arbeiten unberücksichtigt gelassen. ^Auch habe Ich das Steigen der Kriminalität der Juden im Verhältnis zur Kriminalität der Nichtjuden betrachtet'.' Damit sind wohl im wesentlichen die Bedenken des Herrn Einsenders zerstreut ׳.*J**Ria#g**,y(״0^y*** •״ •י«. יי|י,|“ו״#י״£יך)ן

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