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Jüdische Rundschau · 1903-05-01 · Heft 18 (1.5.1903) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 18 (1.5.1903)
Date
1903-05-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 166. No. 18. Jüdwlie JR.unclsclm<u b) Ausgestaltung des zionistischen Programms. ן c) Feststellung des Programms der nächsten Verwaltungs- J Periode. d) Wahl des A.-K. und sonstiger Körperschaften für die nächste YervvaUungsperiode. e) Entgegennahme und Beratung von Petitionen und An- trägen, j § 10. Die Arbeiten eines Kongresses werden nach der vom 3. Kongresse geschlossenen Geschäftsordnung durchgefiihrt. § 11. An den Verhandlungen des Kongresses können nur die von d.en Seliekelzahlcrn gewählten Delegierten tcilnehmen. § 12. Jedqr Schekclzalilcr hat das aktive Wahlrecht 7.um \ Kongresse bei'erreichtem 18. und das passive bei erreichtem 24. Lebensjahre. Die Wahlen sind mindestens vier \V׳n11-׳Cn vor Beginn des Kongresses möglichst an einem und demselben Tage in der ganzen Welt vorzunchmcn. Bei Verhinderung eines | Gewählten ist bis zum Beginne des Kongresses eine Ersatzwahl ׳ zulässig. Die Vereine werden ermächtigt zur Vermeidung von ׳ Ut.z.uträglichkcitcn gleich huitn Wahlakte für den Fall der j Verhinderung der Delegierten Ersatzmänner nmztiwühlcn. 1 welche gleichzeitig anzuniclden sind.! $ 13. Die Wahlgruppen sind Hundertschaften. Die Einj teilung der Wahlgruppen wird von der Landesorganisation vor- 1 genommen durch Zuweisung einer Delegiertenanzahl. welche; der Schckclzahlcrauzahl entspricht, so weit es sich um י handelt oder durch Zusammenlegung Sulcher Schekclzalilcrj gn’poen. deren Zahl hundert nicht erreicht. § H. Die Wahl der Delegierten iiir den Zionistenkongrcss « ist eine direkte und geheime. Die sonstigen Wahlmodalitätcii j Ueiben den Landesorgauisatiouca überlassen. Diese haben je-; doch tnindestens drei Monate vor d״ rn Kongresse die Bcstätij gung des Wahlmodus vom engeren A.-K. ciiizubolen. Die ' Verständigung über die vorgenomuunen Wahlen Kanu nur { durch die Landesorganisation erfolgen. Di<* L־». - •nisui.oa .ist verpflichtet, den Gewählten eine Legitimation über die eii׳!gte Wahl auszustellen. § 15. Jeder Delegierte vertu:»! im Kongresse nur über eine י Stimme. 1 § 16. Die Dckgiertciimaudate sind nicht übertragbar. § 17. Jedes Landcskomitce führt eine eigene Liste seiner Schektlzahlcr. die cs, ebenso wie d e Kamen der gewählten Delegierten, dem A.-K. wenigstens vier Wochen vor icdeni Kr. »:grosse mitzuteiien hat. Das Zcntralkcmltee der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. . gcz. I. A. Gustav Wolff. Berlin. Am Sonntag, dem 3. Mai, werden an folgenden Stellen von 10—2 Uhr Schekel entgegen genomnien: C. - ״Jüdische Rundschau“, Auguststr. *19 a. D. David. Stralauerstr. 13 14 III. Bruno D o b r 7. y u s k i Poststr. 2fi 2*1. Arthur Hirsch, Alte Sehünhniisorstr. 3. D. Lcwy, Roscnthalerstr. 16 17. Dr. R e n z c r, Grenadierstr. 43 III. W. Wahrhaftig, Gipsstr. 8 III. Jules Weil, Roscnthalerstr. *13 II. Iwan Wittkowski, Dirksenstr. 3(! II. Louis Wolf. Klosterstr. 99 II. W. Dr. Arthur Hantkc. Charlottcnstr. 70. Dr. Eduard Lcszynsky, Bayrcuthcrstr. 36. Richard Mayer. Neue Winten'cldstr. •M. Egon Rosen berg, Rankestr. 29. SchÖtteherg. Dr. Emil Simonson, Gustav Ercytagstr. 2. SW. M. Horodischz, Dessauerstr. 3-1 I r. SO. Louis ß o r o s c h e k Griinauerstr. It III. Ernst Herr mann, Mclcliiorstr. 19. 0. Siegm. .1 a c o b. Kl. Andreasstr. II. NO. Rosa Ascher, üollnowstr. 25 I. . M. E n g c I b c r g . Linienstr. 2-17. Hertha M a j e r o w i t s e!1. Dranseckistr. 35. Lina^Tauber. G־x'rge:;kir«.!1sir. (׳׳.'. 11. t ii o nt a s c 11 e w s k v lmmamielkirclistr. 33. NW. Elias A u e r b a c 11. Lclirtcrstr. N 15. Willy Unna. Pliilippstr. M 1. N. Ludwig Bell r. He'.nersdorierstr. 1. Julius, Cohn. Lotannstr. 21 II. J. E n g i ä n d c r, Danzigcrstr. 67 II. .1. Go Idstein. Kopcnhagencrstr. 76. W. G o 111 i e b,. Mtillerstr. 17*1. Regina Holl :"1,11 der. Schönhauser Allee 9/9a. H. R u c k c!1 s t e i n. Strassburgerstr. 59 II I. J. H. \\ia g 11 e r. Prenzlauer Allee 9. Max Wolist ein er, Elsässerstr. 55. Dr. Th. Zlocisti. Metzerstr. .>-5 pari. Der Schekel betragt siebst Landesbeitrag 2 M. Jeder Zionist ist zur Zahlung desselben verpflichtet. Am Abend geselliges Zusammensein in Kaffee Gärtner (Bahnhof Bellevue) und im Kaffee Monopol. Der Fcstkcmmers findet Montag, dem 4. Mai, abends 9 Uhr, litt grossen Saal des Restaurant Fürstenberg (Ebcrlbrfiu). Roscntalerstr. 3S, Staat. G äste w i 11 k o in m e 11! ' Königsberg. Am 3. Mai findet eine Versammlung d!*r Königsbcrger Zionistischen Verri«;g־::.׳.g stau in der cand. ehern. Benjamin Sicw uocr den .,Schekel*‘ referieren wird. Hagenau L E. Es liegt uns der Bericht über die Winterorbeit der Zionistischen Ortsgruppe Hagenau i. E. vor. — Die Judeniicit im Eisass ist in Eiihlen und Denken durchaus konsergünstigen Lage vereinigen sieh hier zu einem hartuo-!tischen Ganzen. Die Natur hat hier ein Meisterstück im Kleinen leisten wollen. Als daher itn siebenten Jahrhundert vor Christi Geburt die Megareer gegenüber der alten kananäisehen Siedelung auf der Ostscite des Bosporus am Ausgang des Sundes eine Tochterstadt Kalchedon (das heutige Kadi-Kiöj) gründeten, nannte die politische Weisheit des Delphischen Orakels die neue Ansicdlung die Stadt der Blinden. Denn blind musste der sein, der nicht wie die alten Phönizier erkannte, dass alle Vorteile der Lagedem gegenüber liegenden Gestade angehörten. Die Mega ree r Hessen sich das freilieh nicht zweimal sagen, und zusammen mit Bootern, Korinthern und Arkadern gründeten sie schon siebzehn Jahre später auf den Trümmern semitischer Siedelung am Goldenen Home die Stadt ״B y z a n t i 0 11“. Sic hatten Augen bekommen. Die Stadt, die hier erblühte, bat seitdem stets mit im Mittelpunkte historischen Welt- Interesses gelegen. . ׳ * Ueberall, wo früher phönizisciio' Niederlassungen gelegen hatten, finden wir in späterer Epoche Siedlungen der stammverwandten Hebräer, und noch in vorchristlieber Zeit beginn* die Judengemeinde von Byzantion der grössten eine im weiten Römischen Reiche zu sein r und selbst der Thcbatiischen Gemeinde im Osten des Reiches den Rang streitig zu machen. Und aus Byzantion wird Nova Roma des Konstautinus, wird Konstaminopel. Das Heidentum ist den Schöpfungen jiidisehen Kulturgcistes umerlegen. Tn Zeichen des Kreuzes hat das Christentum gesiegt. Eine neue Epoche bcginnt für die Welt, eine neue Epoche auch für das Jüdische Volk. Das Geschick der Juden Europas und Vorderasiens wird in Konstantinopel entschieden. Was Konstautinus den Juden getan, ist bekannt. Sein Sohn Konstautinus, der Mörder des eigenen Bruders übertraf ihn. Er war ja so recht, selbst noch vor Stahl, der Erfinder des ״christlichen Staates“. Er kanonisierte die Judeiibcdrüekimgen. .Unter ihm waren die Grausamkeiten so arg geworden, dass der Rest palästinischer Juden in offenem Kampfe, trotz aller Aussichtslosigkeit auf Erfolg, ihm zu trotzen versuchte. Damals wurden Tiberias und Lydda, besonders aber ‘ Seppboris, die Herde des jüdischen Freiheitskampfes, von Grund aus zerstört. Und die Verfolgungen steigerten sieh mit jedem Regierungswechsel. Man* bewies die Rechtgläubigkeit in der Unterdrückung der Hebräer. Justiniau raubte ihnen selbst die Freiheit, ihren Gesetzen gemäss zu leben. Der fromme Basilios, der seinen Vorgänger

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