Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 18 (1.5.1903)
- Date
- 1903-05-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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ך 1וי^ד*^ •i* ff >^ffl9afMrt{tW<*4H< <**^S>-* No. 18. Jfüdi.selie Huudsclimi. Seite 163, Ist der geistige Gehalt des Judentums ein Buch mit Sieben Siegeln. — — Achad Haan! aber spricht nach dem ersten Kongresse: .,Oh, könnte ich mit dem Engel der Vergessenheit in Verbindung treten und ihn be- Schwören, dass er aus dem Herzen der in ״Basel Versammelten auslösciien möchte, was sie gesehen und gehört, und ihnen nur eine Erinnerung!unterlassen, die Erinnerung an jene grosse und heilige Stunde, da sic alle gestanden haben, die Vcrstossencn Israels, ihr Herz voll heiliger Gefühle und i h r c Augen voll Liebe und Stolz gerichtet auf ihren grossen Bruder auf der Tribüne (Nordau), der . zu seinem Volke Sprach w ie ein Prophet der V 0 r z e i t.“ (Haschiloach II S. 570.) Autos ephe! Woher kommt nun der plötzliche Um- Schwung? Und in den Augen des Artikclschreibers in ״Ost und West" muss ja eine solche Meimmgsändcrung ganz besonders unverzeihlich erscheinen, da er Ja zum Vcrnichtungsstreichc gegen Nordau ausholt, indem er eine Reihe von Zitaten ans Nordaus Werken beibringt, die nach seiner Auffassung im Widerspruch mit Nordaus Tätigkeit auf dem Kongresse stehen. Und angenommen, er hätte ein Recht, einen Umschwung bei Nordau zu registrieren. .- Nordau ist doch nur ein Einzelredner: wie kommt es, dass die ganze Masse der ״Unabhängigen“, der ״Zielbewussten" auf einmal geschwenkt haben?? Oder wie steht’s mit Herrn Joseph Klausner, einem der sympathischsten und offenherzigsten' derer um Achad Haam, welcher jetzt geharnischt gegen Nordau und für seinen Propheten ins Feld zieht? Vor einiger Zeit war ihm Achad Haam nur ein Kompilator letzt erscheint cs Klausner eine grosse Ehre, für Achad Haam, von Nordau gescholten zu werden, als gelobt. Genug von diesen Proben, zu denen sich aus den jüdischen Zeitungen Russlands noch mehr herbeischaffen Hessen. Man sieht, was cs auf sich hat, wenn der unbekannte Herr im Namen derer, welche sich seit je einer festgegriindeten allen Tageseiniliisscn und persönliehen Empfindlichkeiten entrückten Anschauungsart erfreuten, gegen die Juden von Gestern zu Felde reifet. Wohlgemerkt, er will nicht nur Nordau zu Boden strecken, sondern sein Schlachtruf ertönt gegen ״die Oeneralpächtcr europäischer Kultur“, welche sich zum יי Quichoterie ersten Ranges und man könnte den Ritter zum Teufel reiten lassen, wcnn's nicht schade wäre um manchen guten Sancho. Der Verfasser geriert sich, als ob hinter ihm eine Armee getreuer Gefolgsleute ständen; das ist keine üble• Taktik, un\ wirklich Mitläufer zu werben. Er will einen Gegensatz zwischen Ost und West gewaltsam konstruieren. Ein solcher Gegensatz besteht in unserer Partei nicht und wird hoffentlich trotz aller Versuche, Misstrauen zu säen, niemals entstehen. Es liegt nur Folgendes vor: Ein Häuflein grossenteils westeuropäischer Zionisten, meist Männer von stürmischem Idealismus und unfähig, mit der Masse gleichen Schritt zu halten, haben in Wort und Schrift seit lange ihre Ideale vertreten und ihre Ungeduld gezeigt. Die an Parlamcntarismus und Disziplin geschulteren Zionisten des Westens haben weniger lebhaft reagiert, als die des Ostens: nur so erschien allmählich der Osten als der Sitz jener Bestrebungen. Eine dieselbe Sache vertretende Opposition wird in Ost und West mit verscbicdener Schärfe vertreten werden, aber das schafft noch keinen inneren Gegensatz. Ausserdem ist zu beachten, dass auch der Kampf gegen die Opposition dort schärfer geführt wird, als bei uns. Und die russischen jüdischen Blätter, denen ich das oben verw ertete Material verdanke, lehren insbesondere, dass Achad Haam absolut nicht die Juden Russlands repräsentiert und dass vor allem die Anmassuug des Anonymus, als Sachwalter der allein echten Juden des Ostens aufzutreten, geradezu lächerlich erscheint. Man höre zu, was eine einzige Nummer der Hazefirah enthält: Der ״Dorsche Zion“ in Bialvstock veröffentlicht eine Resolution, in der cs heisst: Achad Haam habe niclii kritisiert, sondern einzelne! jüdischen Volke ״herablassen“. Pas wäre eine Don Stellen herausgegriffen, um das Werk lächerlich zu machen; Nordaus Ausdrücke seien milde gegenüber der Art Achad Haams; die gegen Nordau a u f t retende Presse sei parteiisch u 11d verfälsche die öffentliche Meinung, wenn sie behaupte, im Namen des jüdischen Volkes zu sprechen. — Der Verein Auhawe Zion in Warschau protestiert in gleichem Sinne und spricht den Führern sein Vertrauen aus. Ganz ebenso sind die Resolutionen der Vereine ״Schlaum Zion“, ״Auhel Jakow“ und ״Bnei Jakow“, welche insbesondere gegen die Schriftsteller und Zeitungen protestieren, die unter der Maske des & Feuilleton mg Mg Kulturelle Streifzüge im jüdischen Orient. II. Die Hohe Pforte. Äschyka baghdad uzak dejil. ״Dem Verliebten erscheint Baghdad nicht weit.“ Die drei Tage in der Balm sind uns schnell entflohen. Nicht die weiten Pussten Ungarns haben das bewirkt, nicht die gewaltigen Gebirgspartien, die rechts und links schroff und wild aus den langgedehnten Tälern der Morawa und Nischawa emporsteigen, auch nicht die herrlichen Hochebenen von Bulgarien zwischen Balkan und Despoto Dugli. Eine heilige Liebe beseelt uns und lässt uns die Mühe des Weges nicht verdriessen. Nach dem türkischen Sprich- Worte findet der Verliebte den langen Wüstenweg nach Baghdad nicht weit, und wie sollte der Jude, der Zionist gar den Weg nach Jerusalem laug und beschwerlieh finden? — Wir achten kaum auf die reizende Bergstadt Philippope!, deren Fclsgruml aus Syenit sich aus der breiten Ebene romantisch abhebt, und lassen Tal und Gebirge beinahe achtlos an uns vorüberiUegen, bis wir gegen Sonnenuntergang Mustapha Pascha erreichen, ein kleines Städtchen mit kaum viertausend Einwohnern. Und doch hat das Städtchen für uns Bedeutung. Ist cs doch seit nunmehr 13 Jahren die Grenzstation. Hier sind wir endlich auf jenem Grund und Boden, der unter der unmittelbaren Herrschaft des Halbmondes steht. Die Pässe werden verlangt, das Gepäck revidiert. Beides geschieht in einer so dezenten Weise, dass die Reisenden, die nicht durch Bulgarien und noch w eit weniger durch Serbien in dieser Hinsicht venvöhnt sind, mit Freuden konstatieren, dass sic aus der Unkultur und \ '׳**®ד«*.־