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Jüdische Rundschau · 1903-04-10 · Heft 15-16 (10.4.1903) · page 18

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 15-16 (10.4.1903)
Date
1903-04-10
Page
– (sequence 18)
Language
German
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וו l S»«•**** W»,», ו.•!*, Seite 150. Jüdische Rundschau. No. 15. 5. Die I. Chr. undihre Nachkommen sind frei vom Krieg- und bürgerlichem Staatsdienste, ausser, wenn sic freiwillig in. denselben triten. 6. Ihre Hauser sind Inei — von Hinquartierung, — die Mitglieder der Gesellschaft sind frei von Unterhaltung der Posten und Vorgcspan 11 und anderen . Land-Verpflichtiingen. 7. Alle der Gesellschaft beitretende I. Ch. erhalten (Be fr eiu 11 g von allen Abgaben auf zwanzig Jahre. Nach Verlauf dieser Frist werden ihre Abgaben mit denen der übrigen R. Untherthancn gleichgestellt. 8. Ausländische Hebräer, welche nach Annahme des Christentliums in eine solche Gesellschaft zu treten, sich dort anzusicdeln und au den verliehenen Rechten Theil zu nehmen wünschen, haben völlige Erlaubnis dazu. Sie können auch nach Ihrem Belieben nachher Russland wieder verlassen, wie auch die übrigen Glieder der Gesellschaft, unter der Bedingung, dass sie alle ihre Schulden bezahlen und die gesetzlichen dreijährigen Abgabe n von ihrem in Russland erworbenen Capital entrichten. 9. Der Wohliührts-Ausschuss für die I. CI1. wird das Hinzeine det Einrichtungen nach Grundlage dieser Rechte anordnen, wie auch die Verfügungen für die christliche und wissenschaftliche Erziehung der Jugend trefien. Wer freuet sich nicht eines so menschenfreundlichen, vom Geiste der liebevollsten Duldung, von dem wärmsten Eifer für die Verbreitung des Christenthums cingcgcbenen Vor* habens! Tausende von biederen Juden werden gewiss einer so grossmütigen Einladung folgen und eilen, freie Mitbürger eines grossen Reiches zu werden. Aus ״Theologische Nachrichten“ von. Ludwig Wächter, Breslau 1817. Bd. 1. Seite 250-253. Kleine Chronik. . ־***» - . Die Einführung Jüdischen Religionsunterrichts in den städtisehen höheren Lehranstalten Schönebergs ist von der Deputation für das höhere Schulwesen in die Wege geleitet worden. Die Deputation, in der bereits in früheren Jahren die Angelegenheit erörtert war, hat in ihrer letzten Sitzung auf Grund der Frequenzziffern beschlossen, zunächst je einen Kursus an der Hohcnzollernschule für die Vorschulklassen und für die Klassen Sexta bis Quarta, die zusammen von 56 Schülern mosaischen Glaubens besucht werden, und für die 30 Schiilerinnen der unteren Klassen der höheren Mädchenschule einzurichten und zu diesem Zwecke bei den Eltern anzufragen, ob sie ihre Kinder an den! Unterricht teilnehmen lassen wollen. Bei einer genügenden Anzahl von Kindern wird der Unterricht schon mit Beginn des Sommersemesters aufgenommen werden. .Die Anstellung der jüdischen Religionslchrcr, deren Stunden ,wie die der wissenschaftlichen Miilislchrer honoriert werden sollen, behalten sich die. städtischen Körperschaften vor. Für die mutieren und oberen Klassen der genannten Anstalten und für die übrigen höheren Schulen muss wegen der geringen!Zahl jüdischer Schüler von der Einführung des jüdischen Unterriefits vorläufig Abstand genommen werden. Berlin. Das israelitische •Krankenheim (Adass lisrocl) ist von der Prenzlauer Allee nach der Königgrützer Strasse •16a verlegt worden, da sich die bisherigen Räumlichkeiten als zu klein erwiesen haben * Bericht über die Generalversammlung des Frauenvj'rdas;,Mathilde“ zu Berlin fam 23. März). Der Vorsitzende, Herr J. Heilbrunn, gab Bericht über die Wirksamkeit des Vereins, dessen Mitgliederzahl sich , in ungefähr gleicher Höhe (von zirka 1000 Mitgliedern) erhalten hätte, wie im Vorjahre, konstatierte aber, dass infolge der eifrigen Anstrengungen seiner Vorstandsdamen der Verein dn der Lage gewesen wäre, bedeutend mehr zu leisten, da die Anforderungen infolge der wirtschaftlichen Not ausserordentlich gewesen seien. Auch haben die Vereinsfeste einen guten Verlauf für die Wiege der Geselligkeit wie auch für das finanzielle Ergebnis gehabt. Der Rendant, Herr Ludwig Behr, berichtete darauf au Han«- vorliegenden Detailberichts über die Kasscnvcrhältriisse des Vereins innerhalb eines jeden Monats des Vereinsjahres. \V1r entnehmen dem Bericht, dass der Verein im Jahre 1903 169 Wöchnerinnen-Unterstützungen im Betrage von I 700 Mark, Spezialunterstützungen 138,25 Mk., für die Religionsschulc des Lipmann-Tauss-Synagogcn-Vercins 840 Mk., zu Chanukah 412 Kinder und 85 Frauen völlig bekleidete im Werte von mehr als 4 521,75 Mk., so dass die Gesamtleistungen mit7 260 Mk. zu bewerten seien gegen ca. 5 000 Mk. im Vorjahre. Das Vereinsvermögen stellt sich auf 3454,3S Mk. Nach Erteilung der Decharge wurde über 2 Anträge von ungefähr gleicher Tendenz beraten, der eine gestellt von Frl. Majcrowitscli. der andere von Frau Reinhardt. Nach Zurück- Ziehung des zweiten Antrages wurde erstcrer angenommen. Dieser Antrag bezweckt die Rechte des Vereins hinsichtlich seiner Teilnahme an der Schulkommission des Lipmann-Tauss־ Synagogcti-Vereins ein für allemal festzustellcn. Die Antragstellerin führte treffend aus, dass derjenige, der Pflichten übernehme auch dafür Rechte habe, und das Recht der Ueberwachung der Religionsschule sei das mindeste, was der Verer. ״Mathilde“ verlangen kann. Herr Heilbrunn gab eine Schilderung der tatsächlichen Verhältnisse zwischen dem Verein ״Mathilde“ und dem Lipmann- Tauss-Synagogen-Vercin, vor allen Dingen stellte er fest, wie wenig von der jetzigen Verwaltung aus geschehen sei, uni dem Verein ״Mathilde“ die ihm zustehenden Rechte unverkürzt zu erhalten. Herr Behr machte darauf aufmerksam, dass der Antrag Majcrowitscli in sehr präziser Weise da! Vorstand des Vereins ״Mathilde“ verpflichte, worauf die Antragstellerin fcstsicllte, dass es gerade ihre Absicht sei, dem Vorstande eine Handhabe zu geben, nur dann die Subvention der Religionsschulc zukommen zu lassen, wenn man von der anderen Seite aus auch die Rechte des Vereins ״Mathilde“ respektiere. Nach einer weiteren Diskussion wurde der Antrag einstimmig angenommen. Bei der Vorstandswahl wurde Frau Lichtcnstcin zur 1. Vors.. Herr J. Heilbrunn zum 2. Vors., Herr Ludwig Behr zum Schriftf.. Herr Leo Schwarz zum Rem!, per Akklamation gewählt, während die Wahl weiterer 15 Damen per Stimmzettel vorgennnimen wurde. Nach' Vornahme der Wahl der 3 Revisoren schloss Herr Heilbrunn die Versammlung mit der Aufforderung an die einzelncn Mitglieder, treu mitzuarbeiten an den segensreichen Aufgaben des Vereins. ־ ־ ׳ ___ Der Verein Israelitisches Hclmathaus und Volksküche in Berlin. Goriiiannstr. 3. begründet von Herrmann und Johanna Abraham, hielt am 3t. Marz seine General-Versammlung ab. danach sind im letzten Geschäftsjahr 1902 verteilt wurden: l. ln der Volksküche: 1. Mittagsport'oncn von IO 20 Pfennig 40028 Portionen, unentgeltlich 7 907 Portionen.;'zusammen 47 935 Portionen. 2. Abendportionen von 10 20 Pi'cnuig 13 251 Portionen, unentgeltlich 5 542 Portionen, zusammen IS 796 Purtionen. d. i. im ganzen 66 731 Portionen. II. In der Kochschule 1. Mittagsportionen von 10—20 Pfennig 33 325‘Portionen, unentgeltlich 10 599 Portionen, zusammen 43 92-f Portionen. 2. Abendportionen von 10—20 Pfennig 14 305 Portionen, unentgeltlich S070 Portionen, zusammen 22375 Portionen, d. i. im ganzen 66 299 Portionen oder in der Volksküche und Rochschule zusammen 133 030 Portionen. 'Während des Berichtsjahres bildete die Anstalt HS KocHsehiilerinnen aus.־ Das Altenheim beherbergte im Jahre 1902 durchsclmijtlicli 4S Greise beiderlei Geschlechts.... ... Im M ä d c h e 11 h e i 111 fanden 119 junge Mädchen ihr Untvrkommcn. Von diesen waren: 20 Schneiderinnen, 25 Verkäuferiuncii, 22 Wirtschafterinnen, 10'Schülerinnen der Handelsschulc und Akademie. 2 Kassiererinnen, 3 zur Kur hier, 2 Piiegerinneu, 1 Expedientiii, 11 Buchhalterinnen, 1 Kurbel- Stepperin. 3 Putzmacherinnen,.4 Lehrerinnen. 2 Stenographistinneu, 3 Musikstudierende. 6 Lehrmädchen, 2 Cigarrettenarbeiterinucn, 2 Zuschneiderinnen. Der letzte seines Stammes, der Friedhofsvcrwälter Elias Lcvy, ist It. ״Elsässer“ als letzter Bürger der jüdischen Gemeinde von Ettendorf zu Grabe getragen worden. E 11 c n - dorf zählte früher über 100 jüdische Familien. ■Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich jedoch dort die’.gleiche Erscheinung bemerkbar gemacht, wie in den nmdgauischen Darfern in der Nähe Basels, die früher starke jüdische Kolonien beherbergten. Die jüdische Bevölkerung zieht sich immer mehr teils freiwillig, meist aber unter dem Drucke widriger Ver- ׳ hältnisse vom Lande nach den Städten. Armenische Christen und rumänische Juden betraf׳ ein Dringlichkeitsantrag, den im österreichischcuReichsrat die. Abgeordneten Dr. Straucher und Genossen, stellten. Er verlangt die Einleitung geeigneter Massnahmen zwecks Anhaltuug der rumänischen und türkischen Regierung zur Erfullung der denselben im Berliner Siaatsvertrage auferlegteu Verpflichtungen. In dem Anträge wird ausgeführt, dass.seit dem Alrtchlussc des Berliner Vertrages Rumänien ontgegcn.de/

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