Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 15-16 (10.4.1903)
- Date
- 1903-04-10
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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,.)10 * ,״*.?•■***"!׳-, 1! ׳׳ .1. ־ '1 \ .I r י No. 15. Jlidisclie Kundscliiui. Seite 151. ihm auferlegten Verpflichtung in einer grossen Anzahl von Qcsetzen and Verordnungen die Juden von dem Qcmissc nahezu aller körperlichen, politischen und wirtschaftlichen Rechte ausgeschlossen habe, wodurch die Juden dortscibst zu Parias hcrabgcdrückt und wirtschaftlich zugrunde gerichtet, überdies aber infolge der gegen sie inszenierten gewalttätigen Excessc zu Masscnauswandcrungen gezwungen werden. Die auf politische und wirtschaftliche Vernichtung der Juden abziclcnden Massnahmen sind ebenso barbarisch wie sic eine flagrante Verletzung des Berliner Vertrages bedeuten. Nicht minder unglücklich ist das l.os der Christen in Armenien, die. von grausamcnVerfolcungen und’ empörender Bedrückung der türkischen Regierung und ihrer Organe heimgesucht, den brutalsten Hxzessen wilder Horden schutzlos preisgegeben sind und massenweise hingc*:chlachtet werden, ln der gesammten zivilisierten Welt erhebt sich mächtig das Verlangen, diese Entrechtung von Menschen und Verletzungen eingegangener internationaler Verpflichtungen nicht weiter zu dulden, vielmehr das Gewissen der Regierungen und aller gesitteten Völker zum wirksamen Schutze verfolgter und unterdrückter Volksstämme aufzuriittein. Da auch unser Reich ein Rechts- und Kulturstaat ist, überdies zu den Signatarnmcliten des Berliner Staatsvertrages zählt und daher als Grossmacht berufen erscheint, dessen Be- Stimmungen Geltung zu verschaffen, wird der Antrag gestellt: Die Regierung wird dringend autgeiordert, den ihr auf die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten des Staates gesetzlich zustehenden Einfluss im Wege des Ministeriums des Acussern dahin geltend zu machen, dass die rurnünische und die türkische Regierung zur Eriiiilung und Kinhaltung ihrer in den Artikeln 44 find 61 des Berliner .Vertrages vom 13. Juli 1878 in betreff der Juden und Armenier cingegnngcneii Verpflichtungen verhalten werden. Die Interpellation wird natürlich für die runiänischeu Juden nichts erreichen! Mltau. In Sachen der ״Wchrpfllchtsbestlmmuagen für Hcbräer“ ist der Düna-Zcitung nachstehendes Zirkular des Km- . Jündischen Gouverneurs mit der Bitte uni Veröffentlichung zugegangen. Bei der Prüfung der Frage über die Anwendung des P. 3, Art. Hb der Verordnung über die Wehrpflicht. Ed. 1897, auf die zu den Städten und Flecken Kurlands angeschriebene:׳. Hebräer und in Berücksichtigung dessen, dass die erwähnte:» : Hebräer auf genauer Grundlage des Art. 112 der Vcrordmmgm über die Wehrpflicht in den Eiuherufungsdistriktcn jene! Städte, zu denen sie angeschrieben sind, verzeichnet sein müssen, dass ferner Kurland und somit auch jeder Einhenifungs- -clistrfct dieses Gouvernements ausserhalb der hebräischen An- . sicdelungsrayons liegt und dass auf Grund des P. 3 Art. 139 der . Verordn, über die Wehrpflicht Hebräer, die in Einbcrufungsdistrfete übergeführt werden, welche ausserhalb der Ansiedclungsrayons liegen, aller Vergünstigungen, zu denen sic ihrer FrroUicnbge nach berechtigt sind, verlustig gehen — hat die ־ Kurläiidische Gouverneinentsweltrpflichtsbehörde resolvicrt: Die Beschlüsse jener Kre'fswchrpflichtsbehörde'n, die wie aus der Gouverncinentsbehörde /!!gegangenen Daten• ersichtlich, hei der Ucherfülirmr von Hebräern in die ihrem Wohnort entsprechenden Einberufungsdistriktc, diese Hebräer der obenerwähnten Vergünstigung nicht verlustig erklärten, nicht rechtmässi״ sind. Infolgedessen werden die hetr. Behörden an ge* halteiü den P. 3 Art. 139 der Verordn, über die Wehrpflicht unentwegt cinzuhalten; die Mizeiliche Bechcinigune auf das Recht, sich in die dem Wohnort entsprechenden Einberufungsdistricte überführen zu lassen; nur dann auszureichen, falls cs durch polizeiliche Untersuchung sicher fostgcstelit ist. dass die betr. Hebräer au dcm.qu. Ort ׳•’tu Laufe von. zwei Jahren ununterbrochen gelebt haben: den Aspiranten auf Ucbcrfühnmg in die qu. Einberufuugsdistricte die Folgen.dieses.Schrittes 7,11 erläutern und hei der Ausreichung von Bescheinigungen über ’ die Ziizühlimg zum Einberufungsdistrlct allen Hebräern mitzuteilen, dass sic bei der Meldung in den Wchrpflichtsbehürdeu resp. der Omivernementsbehördc zwecks Besichtigung resp. nöchmaligcr Besichtigung unbedingt von den Polizeiverwaltun- £cn bescheinigte Pliotographiccn vorzustellcn haben. Schwer verständlich, aber das schadet nichts, die Juden trifft cs doch! Jerusalem, ln der Nacht vom 29. auf den 30. vergangenen Monats, ״egen 1 Uhr 12 Minuten, fand hier ein 8 Sekunden anhaltendes Erdbeben statt. Dasselbe ging mit grosser Heftigkeit los; der erste Ruck kam mit solcher Gewalt, dass alles ־'-’*erschrteckt aus tiefem Schlummer cmporschncllto, in der , .Uebcrzcugung, dass der jüngste •Tag angebrochen sei.* Zum . Glücke •liess die Heftigkeit baid־ nach, wenn ׳auch das Fenstergeklirr auch mich nachher nicht aufhören wollte. An eine .ähnliche .Erdcrschüttcrung können sich die Jerusalemer nicht •erinnern. Ueblc Folgen hat sie G. s. D. nicht zurückgelassen. Persönliches. Unser Gesinnungsgenosse Direktor L c s ־! Nationalfond. 14,70 1133 ־,10 -.5 -.7 1.- z y n s׳k.y feiert am 24. April sein 25 •,׳ihriges ücschäftsjubiläum. Mit uns sprechen ihm viele besten Glückwünsche aus. Berliner Gesinnungsgenossen die <3 I ־,4 D. Hör. ges. im Cafö Monopol .. ״.1 ־,-- Mk. B. M. Berlin .. . 1,20 ״ Durch Hecker, Königsberg gesandt, von V. J. Stern gesammelt .. Familie M. Königsberg gesammelt als Wasserzins 10,30 Mk. und 1,— Mk. für einen Kalender 5661 Zionistischer Stammtisch Köln Cafe Multiplex gesammelt .. M. N. Schandinischky, F.ydtkuhncn . . . Max Sichel, München, gesammelt ..... (L.) Bei einer Landpartie in ״Krumme Lanke“ von ״Ludwig dem Germane n“ gesammelt (L.) Von einzelnen Vereinsmitgliedern in Kopcnha gen anstelle eines Telegramms anlässlich der Hochzeit O p p c n!1 c i m - M c y c r - Kopenhagen Durch Herrn Natioualfond F. J. Flau B. Verlorene Wette für einen eingegangenen Brief . Frau Dr. Fcitelberg. Dr F ****•••••*•«•• Frl T ■ ••••* M. Hör. gesammelt im Cafe Monopol. J. H. W aper, L. Tauber. E. Kasse I. zur Hochzeit des Herrn Max F e u c h t w a n g e r mit Frl. Rosen bäum anstatt Telegramm . . . Arthur Meycrow itz als Beginn zu einer $׳»mmlung zur Ein!ragung eines Zionisten ins goldene Buch Zur Fortsetzung dieser Sammlung von ungenannt . . (L) «Ludwig der Germane“ für eine an ״Rhodope‘• verlorene Wette. (L) Geschw. N. erhielten von ihrem Vater für Singen des Liedes Dort wodieCcder״ . . . . (L.) Von Tc i t z auf der Hochzeit Bu r sz t y 11 ges. (L.) ln der 2. F r a u e n a b t e i I u n g des Bar- Koc h ba ges., von E. Auerbach und Frl. Fürst ..... .. .. .;.. ״. 1.-- 0,05 0,20 0,20 4,25 1.50 1.- 2.* 50.* 0,50 7,20 3,25 Gesamtsumme 65,40 Mk. r* f **״ *»־# י*י r* m •יין ft ויי« ו-יו^• ןיי? Ptptוייו זי׳ייו?״r ויי• וי* *®*י י*י יין t*״1 f < *1 ' *׳. * V 1A **- * * A״ . ״ «- ■י׳ -— * «*■ t l■■■ r• t **• v# % * v»*‘* 4 #’ו \*• \• \• ** J.J.A m?*ft ו י.*» Briefkasten der Redaktion. י•׳ t *׳ *•׳ י•׳ י•׳ י•׳'׳ ’י׳ '*• '׳'•״»׳־ ,ן,. י.".'ין”.׳ v ־ A v ׳ V W »V.. »F V V 'A W & % V V w W V* - 40 y y G: In• J'er-u s^alem. Ms. heute eingetroffen. Besten Dank und herzlichen Zionsgruss. S. in Königsberg. Ob der ,,Schl.“ ״keinen Mut hat“, Klausner׳ änzuulken. »ist nicht unsere Sache, zu beurteilen. ,Wir haben seit Jahren das Blatt überhaupt nicht gesehen. Auf Ihren Brief hin benüihten wir uns. die Nummer der ״Isr. Woch.“ zu bekommen, haben aber bis jetzt nicht ausfindig machen können, wo das Blatt zu haben ist. Zionsgruss. AA i 1r ■ יא*׳ «Kr .*.«Mn* ־״'fl Des Pessachfestes wegen erscheint in nächster Woche keine Nummer der ״Jüdischen Rundr schau“. Die nächste Nummer wird also am Feitag, dem 24. April (27. Nissan), . Ausgabe gelangen. zu- Verlag und Redaktion der Jüdischen Rundschau. .!* V,״ ה!י «; 7 f״t /י־ *״״י’. י *i®: ך f ■ ״ * ►יי «•