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Jüdische Rundschau · 1903-04-10 · Heft 15-16 (10.4.1903) · page 15

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 15-16 (10.4.1903)
Date
1903-04-10
Page
– (sequence 15)
Language
German
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V 1 4fe* f f > I * t f » f r t t | 1 1 I I I I No., 15.: JUdisohe Hundscliau. Seite 147. wird eine Subvention von 2000 Mk. bewilligt, dem Reilgioas vp rein Friedrichsberg die Subvention voll 1300 auf 1800 Mk. erhöht unter der Bedingung, dass dieso 300 Mk.nur zur Bezahlung des Lehrers verwendet werden dürfen.. . . . .. , ’ ‘ ‘ Die §§ 2, 11, 12 der Bibliothek sOrdnung werden geändert. "Die Bibliothek ist geöffnet wochentäglich von 11—2, Mont., Diens., Mittw.9־־־6־, Sonnabend nach Ausgang des Sabbats bis 9 Uhr. Israel schlägt vor, am Sabbat und indischen Festen* die Bibliothek zu öffnen und zu diesem Zwecke einen Christ liehen Beamten anzustellen, der das Notwendige schriebe. Dagegen wenden sich Blaschk c und Geiger. Geiger betont ausdrücklich, dass man leicht durch das Lesen von Büchern veranlasst. werden könnte, Notizen zu machen und zu schreiben: man solle aber vor den Blinden keinen Anstöss legen. (Da Prof. Geiger unmöglich sich über unsere Sabbatheiligung lustig machen wollte, so nehmen wir an, dass er seit der letzten Sitzung orthodox geworden ist. Die Red.) Die mehrfach vertagte Wahl zum Kuratorium des 2; Waisetihau ses kommt nun wieder heran. Die.Libcralen verlangen einen Liberalen und einen Konservativen, während die Konservativen sich gegenseitig Mut machen, beide Posten, wie es sich gehört, für sich zu verlangen. Nach längerer Debatte, in der nur eine W'arnung vom Vorstandstisch interessant war, wurden Isidor Sachs mit 10 und Prof B ag i n 5 k y mit 9 (gegen 7 Stimmen für Adoli Mayer) gewählt. Die Warnung vom Vorstandstisch kam aus dem Munde des Landgerichtrats Loewe und war an die Konservativen gerichtei Sie sollten siel) um keinen Preis bemühen, von einer gewissen Presse ein gutes Zeugnis zu erhalten. Die Presse werden sic doch niemals befriedigen. Beiträge zur Speis u n g von Strafgefangenen am Pcssach werden den .Gemeinden in Brandenburg (200 Mk.), Kottbus (50 Mk.) und Insterburg50) ־ Mk.) bewilligt. Die Ausgaben für das Ehrenbegräbnis des Justizrat Meyer in Höhe von 1772,92 Mk. werden genehmigt. Zur Austeilung einer ..'׳*־'־״*nschaitlichen Hilfskraft“ bei der Gemeindebibiiothck werden 400 Mk. ausgesetzt Für einen zweiten Beamten zur Abholung von Kinderleichen werden einstweilen auf ein Jahr monatlich 120 Mk. bewifügt In Schoneberg und Wilmersdorf, wo 9 höhere Lehranstalten von 247 jüdischen Kindern besucht werden, und im nächsten Winter weitere 12 höhere Lehranstalten mit voraussichtlich 5—600 JUd. Kindern errichtet werden, sollen je eine jüdische Religionsschule errichtet werden. Der Vorstand will sie jetzt noch zu Ostern eröffnen. Auf Antrag des Ausschusses III, der sich von der Notwendigkeit dieser Eile nicht überzeugen kann, werden die 5000 M. bewilligt mit der Masseabe, dass die Eröffnung zum 1. Oktober stattfinden soll. In geheimer Sitzung wird dann noch über Gewährung einer Unterstützung und über die definitive Anstellung einer Lehrerin beraten. f , . Sprechsaal. FOr di« Mitteilungen*■n dieser Steile übernimmt die Redak tion des Blattes nur die pressgesett'.iche Verantwortlichen ^PBBS9HSESHEBflHBR0MHBNflEH9EHH9SMEI Erklärung. .In Nummer 11 der ״Weit“ und zu gleicher.Zeit In mehrereu anderen jüdischen Blättern, auch der ״Jüdischen Rundschau“, hat Max Nordau einen Artikel ״Achad Haara über Alt-Neuland“ veröffentlicht. Er hat darin Achad Haam — weil dieser anlässlich der Besprechung des Romanes ״Alt-Neuland'־ von Theodor Herz! von dem Rechte ireier literarischer Kritik sachlichen Gebrauch gemacht hatte als Juden und als Schriftsteiler verunglimpft. Es ist bei der Bedeutung Achad Haarm unnötig, den Mitbegründer des geistigen Zionismus,־ diesen u»־ erschrockenen Wahrheitsmenschen in Gedanken und Tat. diese eminent sittliche Persönlichkeit, zu der die Besten des ost• europäischen Judentums mit Verehrung und Vertrauen aufblicken, diesen wahrhaften und ganzen Juden, der lange vor dem politischen Zionismus als der radikalste Vorkämpfer der nationalen Bewegung die Parole von der ״Erlösung des Volkes, der Sprache und des Landes“ ausgab, ■— cs ist unnötig, Achad Haam gegen die Beleidigungen und Herab• Setzungen, die der Artikel Nordaus enthält, in Schutz zu nehmen. Wir betrachten es aber als unsere Ehrenpflicht, im Namen vieler jüdischer Schriftsteller Westeuropas gegen diesen tiefbedauerlichen Akt persönlicher und sachlicher Ungerechtigkeit mit aller Entschiedenheit Protest einzulegen. Dr. J. B c r n t e 1 d, Berlin. J. L. Boruchowitscb, Bern. Rabbiner Dr. M. B r a u d e, Stanislau. Martin B u b e r, Wien. Oberrabbiner Dr. M. Ehrenpreis, Sofia. Dr. J. EIJ as c h 0 f f, Zürich. Berthotd F c i w e 1, Zürich. Privatdozent Dr. Israel Friedländer, Strass bürg i. E. Rabbiner Dr. N c u in a r k, Rakonitz. Dr. Alfred א o s s i g, Berlin. David R o t h b 1 u m, Wien. Salomon Schiller, Lemberg. Adolf Stand, Lemberg. Bernard Tag, Wien. Rabbiner Dr. O. Th 0 n, Krakau. Davis T rietscb, Berlin. Saul T s c h c• rn i c' k 0 w s k y. Dr. Paul W e I s c n g r ü n, Wien. Privatdozent Dr. Ch. Welz mann, Genf. Unnötige Entrüstung. Vor einigen Tagen erhielt ich aus Wien ein von den Herren Martin Buber, Alexander Hausmann und Bernard Tag unterzcichnctes Zirkular nebst einigen Exemplaren einer an Achad- Haam zu richtenden Adresse mit'der Bitte, die letztere sowohl selbst zu unterzeichnen als auch für die Gewinnung anderer Teil der Beiträge stammt von Männern, die in Palästina leben und wirken, ein anderer grosser Teil von Männern, die das Land aus eigener Anschauung kennen und kraft ihres Wissens berufen sind, darüber zu urteilen. In glücklicher Weise ist mit dem Studium spezieller Fragen tlie Erörterung allgemeiner kolonisatorischer und natiohaiökonomischer Anregungen verbunden. Wenn wir beginne!^•werden in Palästina praktisch zu a r be (Vc n, werden wir, dasistschonjetzt sicer/'ME 11 f manche Arbeit in den ״PaläsTinäM-Hef ten zu r,ückg reif en, und das ist ein guter Massstab für“ ihren Wert. Auch der gute Kenner Palästinas findet hier reichlich Neues und Interessantes.; für den aber, der aus Handbüchern •eine grobe Kenntnis sich zu eigen gemacht hat, bietet sich hier in einer unerschöpflichen Menge des Wissenswerten die Möglichkeit, auf dem Laufenden zu bleiben, und das ist für uns Zionisten von unschätzbarem Werte.: '•.־״. * \ , .. •־< Der ״Jüdische Verlag“ hat einen guten Griff getan, indem; er Palästina in seine Regie nimmt. En wird damit wirken wie mit dem ״Jüdischen Almanach“: für Zionisten anregend und vertiefend, für Nichtzionisten einführend In Gebiete, die für Jeden Juden interessant sind und geeignet, ihn zum Zionismus zu bringen. \* Rasse und Milieu. Von Heinrich Drlemans. Berlin W. 15: Verlag von Johannes Rüde 1902. (X, 238 S. 8). Kulturprobfeoie der Gegenwart. Hrsg. v. Leo Berg. Band IV. . Driesmans behandelt seine Themata mit so vielem Geist und gibt ihnen zugleich eine solche Darstellung, dass man schon dadurch in den Bannkreis seiner Ideen gezogen wird, auch wenn man in Einzelheiten vieles auszusetzen hat. Auch die uns vorliegende Arbeit zeichnet sich in gleicher Weise aus. Viele originelle Gedanken sind in dem Buche in einer schönen Form zum Ausdruck gekommen. Wenn die Engländer, vertreten durch Buckle, der Rasscnveranlagung schroff das Milieu als das ausschlaggebende Moment im Leben und in der, Psychologie der Nationen catgegenstellen, wenn dagegen der Franzose Oobineau ebenso schroff die Rasse und die Vererbung zum Ausgangspunkt jeder Völkerpsychologie macht, so verw'irft eigentlich Driesmans beide Theorien als einseitig, indem er sie annimmt und sie zu einem höheren Ganzen zu vereinigen sucht. Freilich können wir nicht zugeben, dass er überall bewusst diese Vereinigung und das Verhältnis von Rasse und Milieu Immer folgerichtig bis in die Einzelheiten hinein verfolgt, und dass er immer auch von den Einzelheiten wieder zum grossen Prinzip den Weg zurück oder besser vorwärt« findet, aber Jeder, der auf dem Gebiete der Rassen-

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