Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 15-16 (10.4.1903)
- Date
- 1903-04-10
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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% ׳ ** vir*׳ * ׳. י No. .15. «Tildlftolie R11nd!«011m1. Sette 13t. Umsonst Der Araber war schon davongeeilt.! Man verdächtigte ihn, er hätte gestohlen oder be^ trogen. Aber zufällig ging einer der Fellachen an einer verborgenen Höhle vorbei und bemerkte an deren Oeffnung einige wenige Goldstücke, die der Araber in der Eile wohl aus seinem Rocke verloren hatte. Als •er dann, dessen Spur zurOckverfolgend, zu dem zerspaltenen Stein gelangte und ihn weiter zerschlug, fanden sich noch sehr viele Goldstücke in ihm. Wären nicht noch zwei andere Fellachen dabei gewesen und hätten das mitangcschcn, dann hätte wohl auch er die wunderbaren goldenen Ringe versteckt und sich davongemächt. Aber jetzt fielen sie über ihn her, schlugen ihn und zankten dann untereinander. 'Unterdessen wurde die Sache bei der Regierung bekannt. Am darauffolgenden Sabbat kamen an den Fundort der Kaimakam (Landrat) von Jaffa, der Stadtkommandant und ein Trupp Soldaten und sammelten eifrig alles Gold. Nach einer *flüchtigen Untersuchung gestanden einige Fellachen ein, etwas von dem Golde gemommen zu haben. Die meisten aber bestehen darauf, es nicht berührt zu haben. (Nach dem 06setz gehört alles dem Staate!) Man nimmt an, dass dieser Schatz zur Zeit der Königin Helena dort in der Erde versteckt wurde; aber mit Bestimmtheit kann man diese Hypothese jetzt noch nicht aiifstellen. Das Klima Palästinas. Von Elias Auerbach.*) Wenn wir aufrichtig und ehrlich am Seder-Abend die feier- -Im kom ל״הגה הבאר« בידושלם: liehen Exilsworte sprechen wollen menden Jahre io *Jerusalem, so haben wir dit Pflicht, Auge auf das Land zu״rlchten, dass der Lohn unserer Arbeit sein soll. Und mag diese Arbeit noch Jahre und Jahrzehnte dauern, der 0rundton unserer Stimmung soll die Bereitschaft zur Heimwanderung sein: ״Die Lenden gegürtet, die Schuhe an den Füssen, den Stab in der Hand." Darum müssen wir Zionisten Palästina kennen, und jeder Beitrag zur Verbreitung der Palästinakunde ist eine zionistische Agitation nach innen und aussen. Ein solcher Beitrag sollen auch die nachfolgenden Zeilen sein. Das Klima eines Landes richtet sich im wesentlichen liaclt zwei Faktoren: nach seiner Lage in höheren oder tieferen Breiten und nach seiner Obcrflächengcstaltung. Dazu komme׳! als mitbestimmende Einflüsse die örtlichen Einwirkungen der Wasserverhältnisse, der Höhenerhebung, der menschlichen Kultur und eine ganze Reihe komplizierter, aber doch wohl berechenbarer kleinerer Ursachen. In Rischon EZion selbst ist alles ruhig und friedlich. Nach dem Sonnenschein in dieser Woche (— der Berieht spricht von der Mitte des vergangenen Monats Adar —) können die Kolonisten wieder mit der Arbeit auf den Weinbergen beginnen. Man hofft auf ein furchtbares und gewinnreiches Jahr, wie wenige bisher es waren." ׳ ■ . *) Aus den Arbeiten der ״Akademischen Gruppe der Beriiner Zionistischen Vereinigung", Winter 1902/03, nach einem Referate des Verf. Palästina liegt subtropisch, nicht weit ausserhalb des Bereichs der heissen Zone, der schon Oberägypten zugehört, und dennoch unterscheidet sich sein Klima himmelweit von dem Irans, Inner-Chinas oder Tibets, die etwa auf gleichem Breitengrade liegen. Es liegt am Meere. Das weite Wasserbecken des Mittelländischen Meeres übt einen gewaltigen Einfluss auf seine Grenzländer aus, wie ein gerechter Herrscher verteilt cs Sonnenbrand und Kühle, glühenden Südwind und kalten Nordwind, unter seine Küstenstriche, und schafft ein spezifisches .,Mittclmeerklima", von dem auch Palästina beherrscht wird. Das Land steigt sanft und flach aus dem Meere herauf. Fine Tiefebene zieht an der ganzen Küste von Norden nach Süden, in der Mitte vom Karmel wie von einem Auslug unterbrochen, südlich davon zwischen 20 und 30 Kilometer breit, nördlich oft nur 5 bis 10. Dann folgt nach Osten die erste Terrasse, das Vorbergland, und dieses steigt auf in das Bergtaud, in dem Jerusalem liegt, in das eigentliche historische -Judenland, das ״Land der Berge und Täler." Diese Bergkette zieht durchs ganze Land von Norden nach Süden. Oaliläisclies Bergland, Gebirge Ephraim, Gebirge Juda. In Jähem Absturz füllt es nach Osten zum Jordan hinab, um an der anderen Seite ebenso Jäh.zu geicher und grösserer Höhe aufzusteigen und sich in die ostjordanischc Hochebene fortzuset^en. Aus dieser eigentümlichen Bodcngcstaltung ergeben sich drei auf engen Raum zusammengedrängte klimatisch grundsätz־ lieh geschiedene Gebiete: Das Kttstenticfland am Mittcimccr, das Bergland westlich und östlich des Jordans und das tiefe Jorda'ntal mit dem Toten Meer. Wir werden diese Gebiete ge- » 4 I I Feuilleton Der erste Pessach. Freie Ucbersetzung aus dem Jüdisch-Deutschen. Von Paula Rattner. ' N a c h J e h u d a S t e i n b e r g. Freidel, die Frau Davids, sitzt in der Nacht vor Pessach in ihrem Zimmer. Ihre Kinder sind ausgegangen. Die Knaben haben sich in die Synagoge, die Mädchen sich zu den Nachbarn begeben. Sie befindet sich mutterseeienalicin in dem grossen Zimmer, und kämpft gegen die Einsamkeit an. Von einem Kampf kann eigentlich gar nicht mehr die Rede sein, denn sic hat sich ihr schon längst ergeben. Alles, alles im Zimmer scheint übelgelaunt, über- I flüssig zu sein. Die grosse Hängelampe verbreitet wie! zum Trotz ihr helles, freundliches Licht. Die Wände sind wie vor Aerger weiss, als wenn sie sagen wollten: ״Am liebsten würden wir alles verschütten, aber es ist nicht der Mühe wert." Die Oberlage scheint sich abzuwenden, und der Fussbodcn sich nicht recht dessen bewusst zu werden, dass er Jemanden tragt und alles, was sich auf und um den Tisch befindet, scheint gewaltsam zusammengehäuft zu sein. Sie hat schon den Versuch gemacht, spazieren zu gehen, sich wenigstens etwas auf der Strasse um-y schauen, aber dort fühlt sie sich noch viel Unglücklicher. Wie zum Trotz scheint dort alles festlich gestimmt. * ' Tprt ׳?' .״• ■יn ״ *« r* p :•«•«•«“.r vr ■«י.יי•* •*#*»<#%- #.!rr y * j, ׳W#׳־