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Jüdische Rundschau · 1903-04-03 · Heft 14 (3.4.1903) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 14 (3.4.1903)
Date
1903-04-03
Page
– (sequence 11)
Language
German
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*.-***ס *«י ״!**' ו;^ן^ו<ן,<יי|,,י<,/,יי»״,*^י«),«זייי*1@,1ןן*%«^^##!י׳!,'>*• '"**«WiffWi No., 14 —«־——־־ JUdisclie Htindsclmu. Seite 131. Darum müssen wir noch mehr als die. sogenannten Konj servativen dafür eintreteii. dass die Jüdische Gemeinde j die religiösen Gesinnungen. ihrer Mitglieder und Schutzi befohlenen schont. Wir w issen nicht, wer der betret- -fende Inspektor ist, wir kennen den Mann nicht und haben nichts gegen ihn.. Aber er hat gezeigt, dass er für seinen Po&tcn nicht geeignet ist, und dass es die Pflicht der Jüdischen Gemeinde ist, ihn sofort durch einen geeigneten Mann zu ersetzen. Darum riehten wir die Frage deutlich und vernchm* lieh an den Vorstand der Jüdischen Gemoindc: ״Ist der Mann noch in seinem Amt?“ . Delitzsch und die jüdischen Geldgeber von der Orientgesellschaft. In einer Sitzung des Zentralvcreins Deutscher Staatsbür• ger jüdischen Glaubens war die Anregung. gegeben worde.־:. der Verein solle gegen Delitzsch protestieren. Der Vorschlag wurde mit Recht .ahgcicimt. Weitaus geeigneter für. eine Aktion wäre aber der lliüs.verctn der deutschen Juden. Sein Präsident ist zugleich Präsident der O r i e n t g c s e.l! s c h a f t, unter deren Aegklc Delitzsch sowohl seine Arbeiten gemacht, wie auch die. Vorträge gehalten hat, in deren Folge der Mosaismus angcrempelt wurde■־ ist. Der Hilfsverein könnte seinen Vorsitzenden auffordern. in der Orlcntgesellschaft bei dessen Vorsitzenden einen Protest gegen Delitzsch zu beantragen. 'Der Vorsitzende der Orientgcselisehaft hätte umsomehr die moralische Verpflichtung die• ser Aufforderung Folge zu leisten, als auf sein ehrliches Gesicht hin für die Ausgrabungen und Arbeiten des Prof. De- Iitzsch Gelder aus jüdischen Kreisen hauptsächlich gegeben worden sind. Diese Kreise haben das Geld gegeben für die babylonischen Arbeiten des Prof. Delitzsch, aber nicht für irgend welche byzantinischen Fvolutionen. Nachdem der Missbrauch eintrat, dass ein wissenschaftlicher Apparat zum Deckmantcl diente, um die Person des Prof. Delitzsch in der öffentliehen Meinung und in Hofkreisen zur Geltung zu bringen, und zwar dadurch, dass lediglich der traurige Mut entwickelt wurde, diejenigen zu beschimpfen, die ohnehin beschimpft werden. und denen der Professor zun! Teil das Geld zu seinen Arbeiten verdankte, erwächst dem jüdischen Präsidenten de! ■ Oricntgcscüschaft die Pilicht, hiergegen Stellung zu nehmen Die Tatsache, dass unter dem Präsidium eines Juden derartige Beschimpfungen ohne dessen Protest hingchen dürften, wiegt schwerer als der ganze Hilf&ycrcin. Denn nicht an Geld fehlt cs, , sondern an Mut und Rückgrat. Wir erkennen an, dass Herr James Simon, dessen Person uns ,sympathisch ist. sich in einer peinlichen Lage befindet. Um so ehrenvoller für ihn. wenn er Mut beweist. Um so peinlicher für uns. wenn er der Aufgabe, eh! Jude zu sein, nicht gewachsen ist. -- SH. Aus der Bewegung Neustettin» den 31. März. Unser Gesinnungsgenosse Herr Dr. Wilhelm Lewy ist von der hiesigen Synagogcn-Gemeimle zum Rabbiner gewählt worden. Am Freitag abend hielt er seine Probepredigt und atn darauffolgenden Sonntag nachmittag auf Einladung des Vorstandes auch einen Vortrag in der Synagoge. Das Thema des letzteren lautete: ״Das Wesen des Zionismus“. Die fast einstündige Rede wurde mit so grossem Beifall aufgenommen, dass der Vorstand und die Repräsentanten unmittelbar darauf einstimmig den_ Beschluss fassten, Horrn Dr. Lewy zum Rabbiner zu w׳äh!en. R*{ Rundschau. sss» נ«. --«4 Berlin. Die Repräsentantenversammlung begann am 29. März selbstverständlich mit der Ehrung des Andenkens des verstorbenen Vorstehers Justizrat Meyer. Frau Justizrat meyer lässt anlässlich des Todes ihres Gemahls 3000 M. der Armcnkommission der Gemeinde zu Gute kommen. Eine Vorlage betr. Zuwendung der Frau Justizrat Apolant zur Begründung einer Justiz rat Eugen Apolant Stiftung wird einstimmig genehmigt. Wenn wir richtig verstanden haben. — Geheimrat Dr. Blumenthal war der Referent — so handelt es sich um 25 000 M., die für jüdische Juristen bestimmt sind. Ebenso wird ein Legat des Herrn Leonhard Simon von 1000 M. für die Armenkommission, und die Sehenkung einer Kegelbahn durch Herrn Max Mecklenburg an das zw׳eitc Waisenhaus (in Pankow) genehmigt. Die Präparandenanstalt bekam durch Stiftung des Herrn Ferdinand Reichenheim bisher drei Freistellen für Präparandcn; der Stifter hatte sich dabei ausbedungen. dass er gegen eine ■Ablösungssumme von 7500 M. die Stiftung rückgängig machen könnte. Jniolge seines Todes macht jetzt Frau Ferdinand Rcichenheim von diesem Ablösungsrccht Gebrauch, und die Versammlung genehmigt diese Ablösung. Auf Antrag w'ird der Waiseitkontmission der Gemcir.dezuschuss von 43 000. aut 4s im M., also um 5000 M.. erhöht. Die Subvention für den Rcligionsverein Moabit, für den zugleich ein Defizit von 5C0 M• gedeckt wird, wird für 1903 1־ von bisher 2000 auf 2300 M. erhöht; dem Fortbildungsvcrein Montefiore wird für das deiche Etatsjahr dcbanelos eine Subvention von 300 M. bewilligt. Die Summe von •1300 M.. die aus dem Abbruch der Häuser Koiserstrassc 29 erzielt worden ist, wird an den Baufond für den Neubau der Mädchenschule überwiesen.; Bis hierhin hatte die Sitzung ihren gewohnten langwdligen und müden Ch3rakter sorgfältig gewahrt. Wie es bei der Zusammensetzung der Versammlung natürlich ist. kam rin ganz klein wenig Temperament in der weiteren Verbandlung zutn Ausdruck, so weit cs sich um die Neubesetzung verschiedcner Vcrwaltungskommissionen handelte. Die Neubildung des Kuratoriums des zweiten Waisen• hauscs hat. wie unsere Leser wissen, schon eine frühere Sitzung resultatlos beschäftigt. Die Konservativen, die vielmehr dafür sorgen sollten, dass im Reichcnhcimsc heu Waiscnhatise ein ganz klein w׳cnig Judentum gepflegt- und ge• duldet wird, haben sich darauf versessen, ihre Leute in das Kuratorium der Pankower Anstalt zu entsenden, w0׳ ja■ auch schiiessüch ein w׳cnig mehr Judentum nicht gerade von Schaden sein kann. Da der Vorstand eine Erhöhung der Zahl der Mitglieder unter keinen Umständen wünscht und dies von dem Vorsitzenden des Kuratoriums, Herrn Stern, begründen lässt, so legt der liberale Syndikus Minden sein Amt im Kuratorium nieder und ersucht die Konservativen, an seine Stelle einen von ihrer Partei zu wählen. Bei der Debatte, bei der die Konservativen zugeben müssen, dass sic durchaus den wie er selbst sagte, ״bis üi die Knochen liberalen“ Minden an dieser Stelle behalten möchten, wird au» Antrag FWiuskv Zettelwahl vorgenommen, bei der Minden II und Isidor Sachs 6 Stimmen erhält. Da Minden ablehnt und der . an seiner Stelle allein vorgeschlagene Sachs nunmehr ebenfalls ablehnen muss, wird auf Antrag Blumenthals Vertagung beschlossen. (Wie sagt Sabor?—) Sodann werden die B i b l i o t h cvk s k o m m i s s I 0 ין .und ihr wissenschaftlicher Beirat wnedergewählt. Ausser Herrn Benas Lewy wird auch kein anderer gewählt, der ctw׳as vom Bibliothekswesen verstellt. Sodann ward die Schützernm i ss i on für ausgcw'iescne Ausländer erneuert. Vorsitzender wird Eisner, ncugcw׳ählt werden zu den bisherigen ..Ver-

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