Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 14 (3.4.1903)
- Date
- 1903-04-03
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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jk»,p « «■«י^-^וי^.»: mr No: 14. JUdlsclie Rundschau. ־ - Seite 129. Nich inihschenmäglich tau verdragen, Dat frat hci allens in'sick daol. Sin Minung was, de Upferverklärung Sät in die Swinfleischspeckverterung, Un hatt ein seggt tau Benjaminen, Dat de Upfeiyerklärung in den Mauscherstamm Vpn Geld un noch wat anners kam, Taum Bispeel von de Schaapsrosincn, Hei hadd mit Hand un Faut sick wehrt, Hei wir von S w i n f I e i s c h upferklärt.“ Es ist ein wahres Glück für unsere Assimilationsjuden, dass sie kein Plattdeutsch je in ihrer Heimat gehört haben, sonst würden sie sich gar nicht genug bei dem wahren Bilde schämen können, das ״uns Fritzing“ von ihnen entwirft. Aber man muss gestehen, e r hat die Juden gekannt, wie kein zweiter, und deshalb niemals die Juden als solche angegriffen, aber für ihre sittlichen Gebrechen, das heisst für die ganze Reform- und Assimilationsbewegutjg nur seinen gutmütig-beissenden Spott gehabt. Er empfand noch mehr als jeder andere die unfreiwillige Tragikomik des unter allen Umständen freisinnig sein wollenden Juden, der eben aus dem Freisinn ein D og m a machte, während sein altkonservatives Judentum viel freisinniger und dogmenfrei gewesen war. ' Aber die Bildung und wahre Aufklärung hat trotz der ״Liberalen um jeden Preis“ unter den deutschen Juden Fortschritte gemacht und mit der fortschreitenden Bildung und dem zunehmenden Mannesmut hat auch die jüdische Selbstachtung zugenommen, die immer mehr erkennt, dass das mutwillige Sichwegwerfen an fremde Ideale und Idealslosigkeit nichts anderes war als eine nationale Prostitution. Ueberall und allerorten ist die ״Bewegung vom Judentum weg“ zurückgedrängt worden und eine gesunde Jugend hat begonnen, sich mit der Geschichte der Väter, mit dem Geschick der Brüder und mit der Zukunft des eigenen Stammes intensiv zu beschäftigen. Sogar in Ungarn, dessen Juden bekanntlich sehr tief stehen, ן und wo die herrschende Nation mit aller Kraft die Entj »udung befördert, beginnt sich eine gesunde Reaktion der jüdischen Volkskraft gegen die künstliche Auflösung zu regen. — Berlin hat den Ton angegeben in der Lossagung der Juden Vom Judentum. Hier war Judescin und der Taufe entgegengehen ein halbes •Jahrhundert und länger ideutisch, und die. Massentaufe, hat nirgends so grassiert als hier. Von hier aus gingen die geschmacklosen Verunstaltungen des Gebetbuches aus, die sämtlich den Sternpel der Unwissenheit, der hölzernen Poesielosigkeit und des Lossagcns vom Judentum tragen. Man strich Zion und Jerusalem aus den Gebeten, weil man sich schämte, auch nur in der Synagoge das Judentum zu bekennen, weil es galt um jeden Preis freisinnig zu sein. Jeder Widerspruch wurde mit der Intoleranz unterdrückt, die den falschen Freisinn immer sogar orthodoxer Unduldsamkeit gegenüber ausgezeichnet hat. Die Zeiten, wo der Liberalismus, d. h. die antijüdische Intoleranz im Gemeindehause herrschte, ist unwiderbringlich vorüber, und wenn auch der Vorstand in der weitaus grossen Mehrheit noch immer zu den dogmatischen Freisinnigen gehört, die kein Heil kennen ausscr der liberalen Kirche, so muss doch der Vorstand den veränderten Zeitverhältnissen Rechnung tragen, und er darf nicht mehr im ausschliesslichen Parteisinne den jüdischen Mittelstand, der national-konservativ gesinnt ist, in seinen Ueberzeugungen unterdrücken. Das hinter: aber nicht, dass ein grosser Teil der jüdischen Gemeindeinstitutionen noch immer in einem Sinne verwaltet wird, der den! Judentume nicht zum Nutzen gereicht. Wir würden unsem Zweck verfehlen, wenn wir hier die Zweifel Vorbringen wollten, die in weiten Kreisen der Gemeinde herrschen, ob im jüdischen Krankenhause, ob im Reicher.heinischen Waisenhause und andern öffentlichen Institutionen die jüdischen Speisegesetze so gewahrt werden, dass auch der konservative Beobachter des jüdischen Gesetzes in diesen Anstalten seinem Gewissen gemäss leben kann, — das werden wir ein ander Mal besonders besprechen, —- wir müssen aber laut unsere Stimme erheben, wenn der absterbende Liberalismus, der den Mund weit aufsperrt, um ihn mit Toleranz zu füllen, in Einzelhandlungen sich als die hässlichstc Unduldsamkeit offenbart, die dem alten konservativen Judentume fremd war. Diese Intoleranz, eine Errungenschaft der Angleichung an fremdes, unverstandcncs Wesen, hat erst jetzt wieder einen Skandal gezeitigt, der nicht entschieden genug verurteilt werden kann und muss. In der letzten Repräsentantenversammlung am Sonntag wurde von Herrn Berlin, leider ohne Nennung des Namens und der näheren Umstande, der Fall zur Besprechung gebracht, dass in einer Altersver- Man fühlt auf Schritt und Tritt, dass hier ein Volk zu neuem. Leben erwacht. Auch hier hat man den Juden alle Freiheiten gegeben, aber cs ist bei der Klärung ein Bodensatz zurückgeblieben, den man sich ängstlich hüten muss, aufzurühren. Von den Donauländern ist bei weitem Rumänien das aufstrebendste und bedeutsamste. Eine liberale Regierung hat es verstanden, die im Volkstume schlummernden Kräfte zu wecken, und wenn von kultureller Kraft und Entwicklung in diesen Ländern die Rede ist, stehen Bukarest und Rumänien obenan. Die Behandlung der Juden freilich, -- das ist ganz etwas ,anderes". Niemals und nirgends ist an den Juden mit solcher Felonie und Rücksichtslosigkeit gehandelt worden, wie in Rumänien. Des Rätsels Lösung ist sehr einfach.. Sie entspricht den Verhältnissen in andern Ländern, abgesehen von Imponderabilien, die stets mjtwirken. In Serbien wohnen zirka 3400 Juden, in Bulgarien 27 900, in Rumänien rund 400000 Juden. Die Stärke der Judenfeindschaft ist in diesen Ländern umgekehrt proportional zur Zahl der Juden. Doch wir haben die türkische Grenze überschritten. Eine neue Welt beginnt. In der Ferne verschwinden die Minarets von Adrianopel. Bald werden wir an den Ufern der Goldenen Horn es wandeln. — (Wird fortgesetzt.) Litteraturbericht. (Meter 4er tinsch!12lgen Utterttur, »eiche der Redaktion uadt «erden, finden eingehende Besprechung.) Teller, Israel , (Lehrer an der Schule in Rechöbdt). ־ הגיון ייב^Jerusalem 5663. (SS S.) 8663 (5) .״. Bei dem Versuch, in unsere jungen Familien die lebende hetfäische Sprache einzufiihren, begegnen wir grösseren Schwierigkeiten, als sich die solchen sehr praktischen Be- Strebungen Fernstehenden träumen lassen. Die Schwierigkeiten wachsen mit dem Quadrate der Entfernung, der geo• graphischen wie der geistigen, vom Lande Israel. Der nährende Mutterboden für das neue Aufkeimcn und das frische Spricssen unserer Sprache ist die neue Kolonie (der Jischäb hachAdftsch) im Lande der Väter. Aber auch dort fehlt noch l unendlich viel, um dem Kinde eine hebräische Kuttursprachc