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Jüdische Rundschau · 1903-03-27 · Heft 13 (27.3.1903) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 13 (27.3.1903)
Date
1903-03-27
Page
– (sequence 10)
Language
German
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־ ־r* »«־־#*#* ן%.*5י״?ו*׳י 4% ¥״.%>- .118 ״Suite i. Jüdische Bundscliau No. 13. und Geschichte, Ihres Volkes bekennen? Und dass In Ihren künstlerischen Beiträgen, zu denen diejenigen Antokolski’s sich ״escllen, der echte Widerschein jüdischen Lebens in volkreichen Gressstädten und Staatszentren, in Berlin, Petersj bürg, Wien, London, Amsterdam sich offenbart? Sie sind, sagt j man, Zionisten; aber uns, Ihnen und mir, sind sie‘doch vor allem Juden. Dabei mag es uns beiden auch noch zu bc- ( sonderer, zu intimer Genugtuung gereichen, dass ein engerer : Landsmann, der gewaltig aufstrebende Lcsscr IJry aus der . poscnschen Stadt Birnbaum, sich unter diesen Künstlern be-; findet. Ls ist wie ein Gruss aus der Heimat, die trotz ihrer j landschaftlichen Schmucklosigkeit uns teuer ist, weil sic die | Erinnerungen unserer Jugend Birgt. i Nicht weiter, meine liebe Freundin, will ich den ,Jüdischer.! Almanach“ loben. Ich will auch nicht verschweigen, dass die; trefflichen Herausgeber F e i w e I, B u b e r und Lilien; strengere Auswahl hatten treffen und manches zu rück weisen j können, was beinahe als Ballast dieses schmucke, modernst ־ gewanäetc Buch beschwert. Ach. man ist so nachsichtig, j wenn man liebt, und Liebe, leidenschaftliche, streitbare Liebe ■ hat diesen ״Almanach“ zusammcngestellt. Fs ist ja auch das! erste seiner Art. Und wieder geht mir eine Jugcndcriiincruiig ן durch den Sinn. Ans unserer Judcngassc stammte der ver! wegenstc aller Reformrabbiner des vorigen Jahrhunderts, der י Begründer und erste Prediger der Berliner Retormgcmcmde, Samuel Holdhcim. Auf dem engen, ungepflegten Platze, wo die steinerne Synagoge und neben ihr das niedere, sciiinclelgedeckte Betli Hamiüraseh stand, war sein Geburtshaus. Seinen Namen durite man In unserer Judengasse nicht nenne;!, denn er war ein ״Ahgcfallcncr“. Als er aber an einem Fussübel starb, wurde ihm!׳achgcsagt, er habe in der Todesstunde mit schwacher Stimme und traurigem Lächeln gestanden: ״Ich bin zu weit gegangen.“ Hat er wirklich so gesprochen, als schon die Fittiche des Todes ihn streiften? Viclle;cht. vielleicht auch nicht. Gleichviel, zu weit zu gehe;:, das ist die Gciahr aller Erneuerungen, auch der wundersamsten. Die jung sind, wissen nicht, was war. und verkennen leicht, was ist. Als Sie. liebe Freundin, sich daheim in, der stillen Jndengosse herumdrängten, mit Ihren kleinen, schlanken Fingern d:c Chanukalichter am Fenster anzuzünden, da war es noch ein dünner, dürftiger, schier versteckter Lichtschimmer, der sicli durch die Stube verbreitete. Es ist trotz allem seither viel, viel heller geworden in uns und uni uns. Dieser ״jüdische Almanach“ beweist es. Und das ist an ihm das Allerbeste. Blättern S'c in ihm. liebe Freundin, lassen Sie sich von ihm an unsere gemeinsame Jugend erinnern. Was uns am treuesten bleibt in allen Lagen, ist immer 1 doch die Erinnerung.“ Wir sehen, dass das treffliche Werk ganz ruhig auf eine Anerkennung im .,Berliner Tageblatt“ verzichten kann, j Es hat durch seinen eigenen Wert sicli die Beachtung ver- 1 schafft, die ihm als den! hervorragendsten, vielleicht dem bisj her einzig hervorragenden Werk jun״iiidischcr Kunst, gebührt. ־ Den Schöpfern des Almanach muss cs zur lebhaften Genugtuung gereichen, dass die Diskussion über ihr i 11 e m i n e n t c ni Sinne national-jüdisches Werk nicht zur Ruhe kommt. Dekompositionsferment für sich auflösende Staatsgebilde, sondern die in Zersetzung begriffenen Sfiatcn wirken als ein solches Ferment auf die Judcnheit In ihrem Gebiete. Wenn man so .die böhmischen Verhälntisse betrachtet, so begreift man die Schwierigkeit der Verhältnisse, die dem akademischen Verein Bar-Kochba und seiner Arbeit entgegenstchcn. Um so höher muss man sie schätzen. Recht anerkennenswert ist cs, dass der Verein sich nicht nur vorgenonimcn bat, eine Fest- Schrift erscheinen zu lassen — denn solche guten Vorsätze hat gewiss schon mancher Studentenverein.gehabt, sondern dass er diesen anerkennenswerten Vorsatz auch ausgeführt hat. Und ׳wir müssen gestehen, dass er in seiner Festschrift etwas ausgezeichnetes geleistet hat. Wenn sie auch nichts wesen tlieh neues bringt, so ist doch die Auswahl des Gegebenen mit ganz geringen Ausnahmen vorzüglich und es ist besser, gute alte Sachen zu erneuern als neues zu geben, das nicht immer ein wandsfrei ist. Aber wir müssen gestehen, dass auch das uns bisher Unbekannte ganz vorzüglich ist. Die vorliegende Festschrift ist eine kleine Musterlcistung. Der Geist des Ganzen wird am deutlichsten aus den Schlusssätzen des treffj liehen Geleitworts erkannt :.״Haben denn unsere Prager Juden j noch nicht Undank genug geerntet für ihre Bemühungen im 1 nickt jüdischen Lager? Haben sie noch nicht einschen gea<3-ףס־~־ Aus der Bewegung. I 3e_- __—pd Berlin. Sonntag, derr 22. hielt das Büreau-Berlin seine konstituierende Sitzung ah. Gewählt sind bisher für Berlin (Akademische Untergruppe), Herr Baum, für Breslau Herr Leo Griinthai, für Glciwitz Herr Dr. Hantkc, für Berlin (Jüdisch-nationale Frauenvereinigung) Frau Regina Holländer, für Berlin (Zionistische Vereinigung) Herr Dr. Katz, für Königsberg Herr Dr. Klee, für Gr. Strebiitz Herr Dr. Lcszynsky, für Posen Herr Dr. Lcwy, für Harnburg Herr Eduard Levlnsolin, für Bcuthcn Herr Dr. Munk, für Filchnc Herr Dr. Simon so 11, für Memel Herr Jacob Wagner, für Berlin (Gruppe Ahawath Zion) Herr Wahrhaftig, für Danzig Herr Dr. Ziocisti. Einige Gruppen, wie Schönlanke, Cznrnikau, Zabrze, Pciskrctscham, Kattowitz, Ebcrswalde, Stettin u. s. w. u. s. w. haben die Wahlen noch nicht vorgenommen. Die Geschäfte des Bureaus iiihrt ein dreigliedriger Exekutivausscluiss, bcstehend aus den Herren Dr. Klee (Berlin W., Neue Bayreutherstr. 2), l)r. Hantkc, (Berlin \Y., Charlottenstr. 70) und Dr. Ziocisti (Bcrlni N., Strassburgerstrasse). Alle auf die Agitation bezüglichen Angelegenheiten bearbeitet Dr. Klee, das Dezernat für organisatorische Fragen und finanzielle A!1gclegenheiteu (Bank. Naüonahond, Schekel u. s. w.) hat Dr. Hantkc übernommen, alle übrigen Sache,n so namentlich das weite Gebiet der Kulturfragen, bearbeitet Dr. ZiocisM. Die drei Herren bilden zugleich auch den Pressausschuss, der Dr. Heinrich Loewe bei der Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ zur Seite stellen soll. Der Pressausschuss, bisher ein von der Kölner Zentrale bestätigtes Organ der Berliner Zionistischen Vereinigung wird in Zukunft als Organ des Bureau Berlin betrachtet werden. E5 wurden dann folgende Be- Schlüsse gefasst:!. In Anbetracht dessen, dass schon Mitte Juli In Basel der 6. Zionistcn-Kongress zusammentrclen wird, ersucht das Bureau Berlin die Zentrale, die deutschen Distriktsburcauv anzufragen, ob sie der Meinung sind, dass ein im Mai stattfindender Dclcgicrtcntag so zahlreich, wie es erforderlich erscheint, besucht werden wird. Nach Eingang der Antworten möge die Zentrale in eine Beratung darüber cintrctcu, ob der Delegiertentag nicht besser auf Herbst oder Weihnachten verschoben wird — unbeschadet natürlich einer sich mit den lernt dass es das beste ist, nicht aktiv den Kampf der beiden Völker ,.im Lande unseres Aufenthalts" einzugreifen, sondern jüdisches Leben, jüdisches Wesen und jüdische Art zu pflegen? Wann werden sie zu dieser Einsicht kommen? Wann werden wir freie, aufrechtstchende Juden haben? •Möge nicht eine Wiederholung der Dezembertage des Jarhes 1897 unsere Juden bekehren. Wenn wir die Judcnheit Böhmens unter der blauweissen, jüd־'schcn Flagge geeint haben werden, dann w׳ird auch dies eine Ta* sein. Und wir werden stolz sein auf unsere Tat!“ Durch die Festschrift wird sich der Bar-Kochba viele neue Freunde zu seinen alten gewinnen, und wir wünschen es dem wackcrn Verein von Herzen. Reflexionen über ..Babel und Bibe 1“. Ein Beitrag zur Geschichte der Deutschen Kultur und Jüdischen RehVjon. I. u. 2. Offener Brief an Herrn Professor Dr. Friedrich Delitz sc'h von Dr. Immanuel Piato in Hamburg. (Als Manuskript gedruckt.) Hamburg 1903: M. Lessmann. (39 S.) 8 *. Reflexionen über ..B abel und Bibe 1". zugleich eine psychologische und löstorischc Vertiefung des kaiserlichen Handschreibens. Ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Kultur und jüdischen Religion. Dritter offener Brief an Herrn Professor Dr. Friedrich Delitzsch in Berlin «n׳ ־,r* *T.f’fxf. ** “*"־**-» 4 -״?*״t״*:** ***;*׳•*’׳'"י

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