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Jüdische Rundschau · 1903-03-20 · Heft 12 (20.3.1903) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 12 (20.3.1903)
Date
1903-03-20
Page
– (sequence 14)
Language
German
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‘״.My די //. 1■ / ■ Seite 110:" Jüdische Hundsclmu, hatte, mir einen, wie es hicss, seinen Neffen, bei sich behaltend, schwur er ״ weinen möchten wir, indem wir cs sagen — den christlichen, Glauben ab und trat zum Judentum über. Er . Hess sich beschneiden, Bart und Haupthaar lang wachsen, vertauschte seinen früheren Namen mit dem willkürlich angenommen,Namen, Eieazar, umgürtete sich auch mit einem Schwert, und nahm, die'Tochter eines Juden zur Frau; seinen Neffen aber, dessen .wir. erwähnt haben, zwang er ebenfalls zum Judentum überzutreten, Darauf zog. er mit den Juden, von nichtswürdiger Begierde getrieben, um die Mitte August in die hispanischcStadt Cäsaraugusta**) ein. Welchen Schmerz dieses Ereignis beim Kaiserpaar, sowie bei allen durch die Gnade Christi Erlösten hervorrief, ersali man am deutlichsten .daraus, das cs fast unmöglich war, den Kaiser nur davon zu überzeugen, dass Miesse Begebenheit wahr sein könne. — Jahr 847. Bodo, der vor einigen Jahren die Wahrheit des Christentums preisgegeben und sich der Lüge des Judentums ergeben hatte, wuchs so in Schlechtigkeit, dass er sich bemühte, die Gemüter der Saracencn, der Könige wie dos Volks, gegen alle Christen Hispaniens dahin aufzustachein, dass diese gezwungen werden sollten, den christlichen Glauben abzuschwören und sich zu dem Irrwahn der Juden oder der unsinnigen Lehre der Saracencn zu bekennen, oder alle getötet würden. Auf Grund dessen richteten alle Christen jenes Reiches an König Karl, an alle Bischöfe seines Reiches und die übrigen Stände unseres Glaubens flehentlich die Bitte, dass die Auslieferung jenes Apostaten geiordert würde, damit er nicht länger den dort wohnenden Christen zur Plage und zum Verderben gereichte. . Aus den Annales Bertinani, Deutschen Reichsannalen der Karolinger Zeit. Ein Interessanter Tag. Ostersonntag und der erste Tag des jüdischen Passahfestes fallen in diesem Jahre zusammen. Das ist ein Ereignis, welches seit dem Jahre 1328 nicht stattgefunden hat. Das Konzil zu Nicäa glaubte, dies Zusammen- trefien unmöglich gemacht zu haben, indem es die Bestimmung traf, der erste Ostersonntag sollte a!11 ersten Sonntag nach dem Vollmond der Frühlüigstag- und Nachtglcicbe sein. Diese Rechnung erwies sich weniger genau, als die nach dem jüdisehen Kalender. Diesen Kalender bczeichnetc der berühmte Gauss als die feinste mathematische Berechnung; die dies• jährige Konstellation am 13. April ist ein neuer Belag der Behauptung Gauss’. Ein Zusammentreffen der obengenannten Tage geschieht äussert selten, und erst in vicljährigen Zwischenräumen. (Brcsi. Ztg.) Mose und Pharao. (Aus einem.Ski?zenzyklus.) ., ״ Von Lazarus Barth. Durch die Gärten des Königs schritt Mose dahin, zwischen den bunten, farbenprächtigen Blumen hindurch, auf den wohlgefegten Pfaden trug ihn sein Fuss. Sein Haupt war gesenkt. Er dachte an den Dornhusch, dessen Feuer die Flamme in seinen! Innern entzündet hatte, — und dies Feuer strahlte aus seinen . Augen. Er dachte auch an sein Volk, dem er eben Seinen Gott gepredigt hatte — und schmerzvoll zuckte es um seine Lippen. ’״“So kam er bis zum Palastc des Pharao. Stolz, erhaben stand der vor ihm in seiner steinernen Majestät. Sklaven bewachten den Eingang, Sklaven aus all den Völkern, ät!f deren Nacken der Pharao seinen Fuss gesetzt hattet Auch aus dem Volke des Mose, und als er diese sah, da wandte er sein Antlitz fort. Und dann stand er vor Pharao. Der sass auf seinem prächtigen, reichverzierter! Throne, umgeben von seinen Dienern, den Zauberern und Weissagern. Als Mose eintrat, da winkte der Pharao — und Zauberer und Weissager verschwanden. Tiefe Stflle herrschte, und die beiden sahen sich wechselseitig ins Auge. Dann stieg der Pharao die •) Saragossa. Stufen des Thrones hinab, ging auf Mose zu und sagte: j ״Sei mir gegrüsst.“ ‘ ך ־ , Da wicli Mose zurück. Das hatte er nicht erwartet; das nicht. 111 diesem Augenblicke, da er ringen wollte mit dem grossen.Könige, da er ihn herausfordern! wollte zu einem gewaltigen Kampfe und er — j ״Sei mir gegrüsst,“ sagte der Pharao. 1 ״Wcisst du denn nicht, dass ich gekommen bin,; Aufruhr zu säen gegen dich, deiner besten — und ach! י so willigen Sklaven dich zu berauben?'* ״Ich weiss alles, was geschehen ist. Aber siehe, Mose, so lange schon ist es, dass ich deinen Anblick entbehrt habe. Deine Kindheit habe ich gelenkt, und an dem Tage, da du ztmi Manne geworden, bist du mir entflohen. Man sagt, du seiest ein Mir’.e geworden. . Gleichviel. ־ Sei mir gegrüsst!“ ״Pharao, draussen sah ich!nein Volk . .“ ״Dein Volk? Dein Volk, Mose? Mit welchem Rechte nennst du es dein Volk? Was hast du mit jenen Sklaven gemein? Weil eine F.bräerin diel! geboren hat? Was weiss Deine Herrscherseele von jenen da draussen, die Ziegel streichen und zusammnienieimen? Deren Gedanken kriechend am Boden dahinschlcichcn wie die Schlangen?“ ״Vergisst du, Pharao, wer sie dazu gemacht hat?“ ״Narr,““ ein Volk, dass sich so behandeln lässt, ist nicht wert, besser behandelt zu werden!" — Und wieder zuckte es schmerzhaft um Moses Lippen. Hatte der Pharao das Wort gesprochen.— oder war es die Stimme seines eigenen Innern, die ihm wieder tückisch in die Seele geraunt hatte? Wie war es denn gewesen, als er vor ihnen gestanden und mit der Kraft jugendlicher Begeisterung zu ihnen gesprochen hatte? Als er sie emporreissem.wollte mit nerviger Faust aus dem Staube, an dem sic klebten, an die freie Gottesluft? Die Sklavenketten zerreisseil wollte, die sich in ihre Arme schnitten? Da hatten sie ihn verlacht! — Wie eine eisige Kälte war es da in sein Herz gedrungen, wo bisher das heilige Feuer des Dornbusches geflammt hatte. War es der Pharao, der eben das Wort gesprochen hatte, oder war es die Stimme seines eigenen Innern? ״Ich verstehe dich, Mose,“ und ein Lächeln umspielte die Lippen des Königs, ״bist du doch an meinem Hofe erzogen worden! Wie könnte denn ich leben, wenn .nicht als Herrscher, wenn ich nicht das Schicksal meines Volkes wäre? Ich weiss, Mose, auch du musst herrsehen. ־- Und dass du jetzt vor mir stehst, vor dem alles andere in stummer Ehrfurcht bebt, und dass du von mir forderst: Lass mich mein Volk hinwegführen von dir! schon das zeigt mir, dass du nicht zu jenem Sklavcnvolke gehörst." ״Du irrst, Pharao, nicht ich bin es, der über sie herrschen wird, sondern , der Gott Israels.“ Und wieder das Lächeln um des Pharao Lippen. ״Ich weiss. — Kennst du die Götter der Acgypter? Hier sitzen sie. Vor ihnen wirft sich mein Volk zu Boden. Vor ihnen kräuselt sich der Rauch ihrer Opfer. Und doch — ich bin es, der diese Götter regiert. Auf einen Wink dieser Hand reden und schweigen die Priester. — Du gehst?“ ״Um zu meinem Volke zu reden zum zweiten Male.“ ״Nimm dich in Acht! Mit den Ziegeln, die sie eben fertigen, w׳erdcn sie dich steinigen. Glaube .mir, nur der ist ihr Herr, der als Herr gegen sie auftritt. Wer,. , seinen Fuss auf sie setzt, vor dem krümmen sie sich, wie der Wurm der Erde. — Du willst der Prophet dieses Volkes sein? Dann tu ein Wunder, Prophet. Ueberrede sie, dass sie ihr Joch abschütteln und dir folgen zu ihrer Befreiung. * Tu dies Wunder! Mehr ist es nicht, was ich verlange. — Leb’ wohl.“ יי**^רי.י י'•׳־ י ’-■*••י, זQ-fTPiTFff’ ך►"**!--־ > ־ *!.Vv־l mimi.it,

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