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Jüdische Rundschau · 1903-03-20 · Heft 12 (20.3.1903) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 12 (20.3.1903)
Date
1903-03-20
Page
– (sequence 12)
Language
German
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^#1a •' ״ •י e *;-•:'i€«’־׳* ז' Sei־•108 ••־ . *» Jttdische Rundschau. No. 12 י> den Vortrag. schloss sich eine, •sehr anregende ' Dis- , kussion, an der sich namentlich der Rabbiner Herr Dr. Hoizer und der Vorsitzende des Vereins, Herr Dr. L o e w e 11 s t e i beteiligten. Nachdem Dr. Holzer seine Sympathie mit den Bestrebungen des Zionismus ausgesprochen hatte, wandte sich Dr. Lewy in seinem Schlusswort noch einmal gegen die vor* gebrachten Einwändc und fand hierbei die lebhafteste Zu- Stimmung fast aller Anwesenden. Mainz. Unsere Ortsgruppe veranstaltete am Samstag. K März, im Hotel ״Mainzer Hof“ eine Purimfeier, die einen gelungenen Verlauf nahm.־ Dr. Schauer hielt die Festrede, die grossen Beifall fand. Mit ausgezeichneten Liedervortrögen erfreuten uns die Damen Frl. Ullmann und Frl. Haas sowie Herr Carl Cahn. Die. Herren Selig, Friedman», Sehlessingcr, Cahn, Treu versetzten die Festteilncluner durch ihre gelungenen Vorträge in die animierteste Stimmung. Herr Bloch brachte auf die Damen einen echt zionistischen Toast aus. Die Leitung des Festes führte Herr Lazarus in geschiehtcr Weise durch. - Den Schluss des Festes bildete ein flottes Tänzchen. * F.ine Sammlung für den Nationalfond hatte guten Erfolg. L. L. »•»J״J,.t.'ij.»«,i.J. A 1•* i :1 /׳I ■yj ||; Rundschau. p V V *1*'י'V V T *ז' יו*'f '!* V T V־T? '1' T V T T V Y T T V V־T? ,,3' ' ־ ׳'־׳'•׳ '•׳ י 4a*,. , Die Tätigkeit des Vereines Jüdischer Studenten zu Berlin bewegte sich im vergangenen Winter-Semester in den alten bewahrten Bahnen. A. H. Dr. Biratn erteilte wiederum den Fuxcn Unterricht, in dem er. die gesamte Jüdische Geschichte und die gegenwärtige soziale Lage der Judeuheit behandelte. In dem für alle Aktiven obligatorischen Gcschichtsk u r s u s sprach A.H. Dr. Theodor Zlocisti über die Geschichte der deutschen Juden im .19. Jahrhundert. Geistige Anregung boten weiterhin die alle Gebiete des Judentums berührenden Vorträge, die regelmässig auf den Vereinsabenden gehalten wurden. Fs wurden folgende Vorträge gehalten: I. A. H. Dr. Biram: Die Organisation der jüdischen Wissenschaft. ־ ־ der Rod. אם ישאדו לעולמים בעם הצועגיס צ י; י י ג ע ר בגי ישראל und S. 194 heisst es: .ה אלו לי ם קולמור ציויליזאציאן. הומאגימעט, ויהד אלילי המאה הי״בז, Diese Art von Propaganda für Colonisation Palästinas ist gefährlicher als der Antisemitismus, und es ist hoho Zeit, gegen dergleichen zu protestiren. Stein־ 8ch n eidor.l % Steinschneider, der selbst einmal als Jüngling au der Gründung eines Vereins zur Wiederherstellung des Königreichs Palästina beteiligt gewesen war, wie unsere Leser wissen, war allmählich zu dem Standpunkt gekommen, dass das Juden* tum aus vertrockneten überall verstreuten Gebeinen bestehe, und dass keine Macht der Erde und keine Idee mehr imstande sei, diese Gebeine ncuzubeleben. Er betrachtete seine bibliographische Arbeit als ein ehrenvolles Bestatten dieser Oeheinc, und empfand es als einen Angriff sondergleichen auf seine Totengräberarbeit, dass ein Teil derer, die er begrub, ganz energisch dagegen remonstrierte, vorzeitig zu den Toten geworfen zu ־werden. Nun, seither ist der grösste Teil der JudenhcU teils schon erwacht, — das ist die Jugend —, und teils räkelt sic sich schon und schiebt die Nachtmütze zur Seite und ist sehr erstaunt, wenn sie erfährt, dass ihr Totengräber schon bei der Arbeit war. Der papierene Kirchhof, den Steinschneider anlegen wollte, ist wider seinen Willen ein Teil der Arbeit seines lebenden Volkes geworden.' Der Mann, der selbst schon ein mehr als patriarchalisches Alter erreicht hat. und selbst ein Stück jüdischer Kraft repräsentiert, wird• freilich nicht mehr die Kraftgetühle der Jugend teilen können, aber er wird es auch nicht verhindern können. da$s die jüdische Geschichtswissenschaft einer späteren Zeit seihe Kritik der Autocmanzipation nur in dem Sinne benutzen wird, um zu zeigen, wie die Kraft eines aufstrebenden Volkes seines voreiligen Totengräbers lacht. Die Autoemanzipation ist ein Markstein in der neuen jüdischen Geschichte gcworden. * * ׳ Das Wesen des Mosaismus. : Der jüdische Arbeiterbund in Babel und Bibel im Lichte der Die rechtliche Stellung der 2. A. H. Dr. Heinrich Löe weVDTe Juden und ihre Sprachen. 3. Herr Dr. Julius Mösts': Das Handwerk unter den Juden. •L A. H. Dr. Max Eschelbacher: Die rechtliche Stellung der Juden im Mittelalter. 5. Herr Davis T ri e t s ch : Die jüdische Emigrationsfragc. 6. Herr Rose 11 bäum : Giebt cs eine jüdische Kunst? 7. Herr Albert K a t z : Lord Byron und seine hebräischen Melodien. 8. Herr Dr. Alfred N o s s i g 9. Bbr. caud. phil. G. W c i I Polen und Russland. 10. Herr Dr. S. ß c r tt f c 1 d : historischen Kritik. 11. Bbr. cand. iur. Mayer Juden in Russland. Ausserdem hielten mehrere Bundesbrüder kürzere Rcierate. Obwohl sich an die Vorträge meist rege Diskussionen fchlosscn. blich dennoch stets Zeit genug zu fröhlichem Kncipeil. Auch die körperliche Ausbildung der Bundesbrüder wurde nicht vernachlässigt, indem wir zwei Stunden wöchentlich unter Leitung von Bbr. J. Cohn turnten, und ausserdem viele Bundesbrüder fochten. Die einflussreiche Stellung unseres Vereins in der Studentenschaft kam insbesondere bei den Lese* hallcnwahlcn z.um Ausdruck, bei denen über 2׳׳ü Stimmen für uns abgegeben wurden, so dass wir zwei Vertreter in das Direktorinin entsenden konnten. Anlässlich der Wahlen beriefen wir eine öffentliche Versammlung jüdischer Akademiker, in der A. H. Dr. Oppenheimer über das Thema: ״Der jüdische Student in der Gegenwart“ sprach. Unsere Semesterschlusskneipe fand am 3. März statt und war zahlreich besucht. Bbr. M esc ritz hielt die Tendenzrede•.-- Das Ferienprüsidhim besteht aus: ehern. Jacobsohu, ined. Saling er, iur. M e s c r i t z. Zuschriften sind au cand. iur. M e s e r i 1z, Auguststr. 27, zu richten. Das Jüdische MädcbenstHt, Lothriiigcstrasse 16. welches in einem besonderen, von der Hausmutter Frau H. Baer ge* leiteten Heim unbemittelte jüdische Mädchen hauswirtschanlieh hcranbildet und für den Dienstbotenberuf vorbereitet, versendet seinen 13. Jahresbericht. Die Anstalt hat im abgelaufeneu Jahr •f und im ganzen bereits 58 Zöglinge in den Dienst tieten lassen, aus deren Zahl bisher 11 für mehrjährigen treuen Dienst bei derselben Herrschaft eine auszcichtiende Belohnung erhalten haben. Zur Deckung der insgesamt 9087 M. d.!1. 605 M. pro Kopf betragenden Ausgabe reichte die satzungsgemäss dazu bestimmte Einnahme nicht aus und musste der dadurch bis auf einen geringen Rest zusamtiiengeschmolzene Reservefonds in Anspruch genommen werden. Vorsitzende sind Waisenhausdirektor Dr. Strelitz und Frau Julie Neumann. Magdeburg, den 11. März 1903. Gestern tagte hier eine Versammlung des ״Zcntral-Vcreins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens", weiche, wie der Vorsitzende hervorhob, mit einer Anzahl von gegen 20ö Besuchern »ach Lage der Dinge in unserer Gemeinde - dieselbe zähl*, über 500 Mit* glicder (etwa 2500 Seelen) - - als eine sehr stattliche anzusehen sei. Der Vortragende, Justiz.ra! Dr..Fuchs aus Berlin, gab zunächst einen Ueberblick über die aufsteigende Entwickelung des modernen Antisemitismus in Deutschland seit den ersten Angriffen aüi das Gesetz von 1869 zu Beginn der achtziger Jahre bis zu den neuesten Ausbrüchen mit ״Könitz“ als den bezeichnendsten derselben. Er schildert sodann die zehnjährige Ahwehrtätigkeit des Vereins auf deren verschie'• denen Gebieten. ־ Auf den Versuch einer Erklärung für das Phänomen des Antisemitismus ging er nicht ein, widmete hingeg/c seiner Stellung zum Zionismus in seinen ferneren Ausführungen einen breiteren Raum. Er sieht im Zionismus zwei verschiedene Richtungen vertreten, deren einer, welche von der Ncuerrichtung eines jüdischen Staates absehe, er in ihren Bestrebungen vollstümbg beipiiiehtete. Auf Vorhalten unseres Gg. Ed. L o c w e nahm er nachträglich den ihm ent- ■<־•?.׳

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