Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 11 (13.3.1903)
- Date
- 1903-03-13
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Aber leider hat er in diesem gefälligen Hebräisch nichts, schlechterdings nichts zu sagen. Seine sogenannten Essays sind ein Gefasel, dessen anspruchsvolle Nichtigkeit mit keinem Werte zu kennzeichnen ist. •Es ist ein Durcheinander . von aufgesclmappten, unversta'ndenen Schlagwörtern ' europäischer Feuilletonisten, ein Chaos qualmiger Redensarten, in denen man vergebens einen einzigen klaren, deutlich umrissenen, logisch entwickelten, verständigen Gedanken sucht. Durch dieses graue, dünne Gewölk zucken häufig bengalische Flammen biedermännischcr Judengesinnung, eines jüdischen Nationalgcffihis von mystischer Färbung, womit indes ein realistischer Jude, der sein geschichtlichcs Ideal in Wirklichkeit umsetzen möchte, schlechterdings nicht anfangen kann. Die naiven Leser, die nicht mit dem Kopfe, sondern mit dem Herzen lesen bestechen die nationalen Ergüsse, deren unverständliche Mystik ihnen Tiefsinn scheint und in die sie, geübte Deuter, alles mögliche hineingeheimnissen, was nie darin gewesen ist. ״Legt ihr nicht aus, so legt ihr unter.“ In den letzten zwei oder drei Jahren haben manche es sich angelegen sein lassen, ihn aus seinem Winkel, wo er lange unbekannt und unbeachtet nach Herzenslust gefasclt hatte, 11ervorzuschlcifcn und der weiteren jüdischen Welt vorzuführen. Man. hat viele seiner Essays Ins Deutsche übersetzt. Man hat ihm Studien, Betrachtungen, Kommentare gewidmet Wir lächelten, wandten den Kopf weg und Hessen geschelten. Unser Zionismus war es, der für all dies die Tribünen und Schauplätze geschaffen hatte. Die Uebersetzungen aus Achad-Haam und die ״Studien“ (!) über ihn erschienen in unseren zionistischen Zeitungen. Die Vorträge über den grosser*, Mann wurden in zionistischen Vereinen gehalten. Das 1 Interesse, 'das ihm zugewendet wurde,'war ein Ausfluss. def ’ Teilnahme,' die der Zionismus für alles Jüdische geweckt hatte." Wenn urteilsfähige Juden bei dem sonderbaren Zeug, das sie zu lesen und zu hören bekämen, nur ganz leise; den ׳ Kopf schüttelten, so war es, weil der Zionismus sfe Pietät gegen‘ alles Jüdische, alles Hebräische gelehrt hatte. Der Zionismus hat noch mehr getan; er hat nicht nur für Achad-Haams Ucber* setzer und Kommentatoren, sondern auch für Ihn selbst ein Publikum geschaffen, indem er überall die hebräische Sprache, lehrte und verbreitete, die das nichtzionistische Judentum]« grundsätzlich aus der Jugenderziehung ausschliesst *ך• siehe den;* Bescheid der Berliner Schuldeputation über den Unterricht in.׳ der hebräischen Sprache an den Getneindeschulen, der nach Jener Urkunde ״von den jüdischen EUern selbst nicht ge* wünscht wird." Wir gönnten cs Achad-Haam, aus seiner Dunkelheit hervorzutauchen, sich im Lichte der grossen zionistischcn Oeffentlichkcit zu sonnen, sich in die Gesellschaft europäischer Schriftsteller lotsen zu lassen und sich zu.schmeichelrt, dass er nun auch zur europäischen IJttcratur gehöre.־ Wenn er aber unsere Nachsicht dazu benutzt, um seine naive Gemeinde gegen unseren Führer und seine’ harte, aufopferungs-. volle Arbeit zu hetzen,, wenn er dem Zionismus, dem er soviel schuldet, damit dankt, dass er ihn tückisch und treulos angreift, dann wäre Nachsicht eine Sünde, und es ist Zeit, dem nicht länger harmlosen Spiele ein Ende zu machen. Allerdings nicht um Achad-Haams willen; das wäre nicht der Mühe wert, aber wegen der Gemeinde, die — viel durch unsere Schuld — an ihn glaubt und von ihm irregeleitet wird. Achad-Haam gehört zu den schlimmsten Feinden des Zio* nismus. Er bekämpft ihn wohl anders als die Abfallslüsternen, die wollen, dass das Judentum spurlos verdunste, anders als die orthodoxen Dunkelmänner, die es für eine Sünde erklären, dem Messias vorzugreifen, aber er bekämpft ihn nicht minder grimmig und unehrlicher. Denn er wagt sich selbst für einen Zionisten auszugeben und vom wirklichen, vom einzig existie* renden Zionismus mit wohlbcrechnetcn Verachtungsmienen als yon ״diesem“, vom ״politischen“ Zionismus zu sprechen. Der ״politische“ Zionismus, sagt er, baute sich auf dem Grundsätze auf, die ״Judenfrage" könne nur durch Beseitigung der ״Jadenkonkurrenz“ gelöst werden; wenn aber auch nach Erlangung des Charters so viel Juden in der Zerstreuung zurückbleiben, dass die ״Judenkonkurrenz" fortdaure, dann sei auch mit dem Charter die Judenfrage nicht gelöst. Was habe der ״־politische" Zionismus denn geleistet? Er fügt hinzu: ״Did Führer des politischen Zionismus aber stellen sich schwerdürfte auch auf die. geographische Lage defe Schauplatzes nur mit wenigen Worten, auf die symbolische Bedeutung der Wunder'vielleicht überhaupt nicht cingegangen werden. (Wir setzen eben voraus, dass cs sich bei den besprochenen Lektionen• weniger um unvermittelt vorgeführte Schaustücke, als vielmehr um Proben aus dem tatsächlichsten Schulbetricbe handelt. In diesem Falle aber muss mit der zur Verfügung stehendeh Zeit gerechnet werden.) Der Gliederung des Stoffes, wie der Methode können wir ohne weiteres zustim* men, wünschten indes die Fragestellung etwas weniger umfangrcich. — ...Alles In• allem bedeutet die Herausgabe des ״Wegweiser“! eine verdienstvolle Tat, die durch eifrigste Mitarbeit und allscitige Förderung am ehesten gewürdigt erscheint. י . Z i J 0 n 1. Le Traducteur, Halbmonatsschrift zum Studium der französischcn und deutschen Sprache. ־— Bezugspreis im Weltpostvereinsgebiet, halbjährlich Fr. .2,50 (Schweiz, Fr. 2.—). Probenummern kostenfrei durch den Verlag des Traducteur, in La Chaux-de-Fonds (Schweiz). Vorliegendes Blättchen enthält sorgfältig ausgewählte Lesestflcke aus allen Gebieten der französischen und deutsehen Litteratur. teils mit sorgfältiger Ucbersctzung, teils mit Noten versehen, weiche das Verständnis des Urtextes crlefchtern. Es ist ein sehr geeignetes'Mittel zum angenehmen Weiterstqdium beider Sprachen und liefe,•t dem Lernbegierigeil ge* nügend• ..Stoff .zur Bereicherung seines Wortschatzes. Ein grosser Teil unserer Leser Ist Ja ohnehin gezwungen neben dem Englischen besonders die französische Sprache aus idc* eilen und besonders materiellen Gründen zu pflegen. Da zur Aneignung einer Sprache fortgesetzte Uebung das beste Mittel ist, können wir den ״Traducteur“ nur empfehlen. Pcrlcs, Rabb. Dr. Felix: Was hach dem Herrn Missions־. Prediger Juden und Christen von mir lernen können. Königs־' borg: Ostdeutsche Buchhandlung 1902. (8 S.) 8’. —,25 Mk. Mittenungen der Vorderasiatischen Gesellschaft. Jg. V1I.' 1902, H. 5. 6. Berlin: W. Peiser in Komm. 5. Müller, W. Max: Der Bündnisvertrag Ramses’ II. und das Chethitcrkönigs, im Orig.-Text neu herg. u. übers. Mit־ 16 Doppcltaf. 48 S. 8°. 6 Mk. 6. Oefelc. Baron Fel. von: Materialien zur Bearbeitung babylonischer Medizin. I. 40 S. 8°. 2 Mk. Dan. 1v. v. 26.^.י שר[ ההאימהומכיס ות איןמ . Den abscheulichen und höchst strafbaren Mord Christi, als die Haupt-Ursache des immerfort währenden Elendes der von Gott verstossenen Judcnschaft, hat bei Gelegenheit.־ einiger bis an ihr Ende Verstockten Jüdischen Sünder.. . fferausg. und zum Druck befördert durch Carl Gottlieb Dllllg, Judaeus ad Christum Conversus... Wittenberg: J. Haacke, 1744. ,(7. 40 S.) 8. ׳; ־ (.4°) .״ . ׳.״׳•.. ׳■׳׳■••׳••. 1 .״ ־ ..; י• '•!; ■ .: ־' ■ '•'ד. ־ ... 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