Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 10 (6.3.1903)
- Date
- 1903-03-06
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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f 86. «IlidiHclte H11nd8cI1au. No. 10. .1^ nationalökonomlschen Thcoriccn zu sehr, um es ohne Prüfung ais richtig anzunehmen. An einer Seite muss doch diese Verteuerung liegen, an der Gemeindeverwaltung oder an den unter der Aufsicht der Gemeinde stehenden Fleischwarenhändlern. Eine Aufklärung, wer der schuldige Tei 1 ist, wäre dringend erwünscht. bl. Am Dienstag, dem 24. Febr. a. c״ feierten die Vereine; jüdischer Studenten zu Berlin und Charlottcnburg in den Gesamtriiurnen der Ressource für Unterhaltung, Oranienburger- Strasse, ihr diesjähriges Winterfest, bestehend aus einem Kommers mit nachfolgendem Ball. Uebcr 500 Personen hatten sich eingefunden. Unter den Krschicnencn konnten wir zu unserer grossen Freude viele Ehrengäste begrüssen, neben vielen anderen die Vertreter der Bnc Brith-Logcn, der Freien Verbindung Hasmonaea. des Turnvereins Bar-Kochba und vieler anderer jüdischer Vereinigungen, sowie mehrere Rabl» ־ ner der hiesigen Gemeinde und Redakteure angesehener jiidischer Zeitungen. Unser Alter Herr Dr. Kmil C 0 h n hielt die Tendenzrede. in welcher er die Daseinsnotwendigkeit der Vereine Jüdischer Studenten nachwies. Der Kommers, de. sehr angeregt verlief und den Anwesenden viel Abwechselung hot, iand durch eine wohlgelungcnc Mimik seinen Abschluss. Ein fröhlicher Ball hielt die Tcdnehmcr bis zum kommenden Morgen in heiterster Stimmung beisammen. Sprechsaal. Fflr die Mitteilungen an dieser Stelle übernimmt die Redak tion des Blattes nur die pressgesetziiehe Veran1* *ort:ickeit. —tS Sehr geehrte Redaktion! In dem in No. 9 der Jüdischen Rundschau enthaltenen Bericht über die Sitzung des Zentralvereins Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens wird Herrn Dr. Waldenburgs und meine Beteiligung an der Diskussion, die dem Vortrag des Herrn Justizrat Dr. Colin über die Rassenfragc folgte, erwähnt und im Anschluss daran bemerkt: ״Jedenfalls hatte cs wieder- -holt den Anschein, dass Dr. Cohn dahin missverstanden wäre, als wünsche er durch seine Ausführungen über die Rasse den Wünschen der Assimilation entgegenzukommen.‘* Von einem solchen Missverständnis kann nicht die Rede sein, da es mir bekannt war und. wenn es mir nicht bekannt gewesen wäre, ich aus den Schlusssätzen des Referats hätte ci fahren können, dass sich der Refereut zum Nationaljudentum bekennt. Ich habe die Ausführungen des Redners nicht deshalb bekämpft, weil ich in dem Glauben war, mau habe mit jener Verneinung der jüdischen Rasse der Assimilation i1׳ die Hände arbeiten wollen, sondern lediglich deshalb, weil ich die Darlegungen des Referenten der Hauptsache nach für sachlieh unrichtig hielt. Dieser Auffassung hätte sich, meine ich, keiner der Anwesenden entziehen können. .Ich verwies zur Begründung der Existenz eines jüdischen Rasseutyp auf meint demnächst erscheinende Arbeit und suchte damals nur die in jener Arbeit nicht berührten Punkte, die von dem Ref. erwähnt worden waren — meines Wissens drei — zu entkräften. Der wesentlichste dieser drei Punkte war die von detn Ref. vertretene Ansicht. Descendcnzthcoric und Rassentheorie seien miteinander unvereinbar. Icii hätte diese Anschauung in einem nicht-jüdischen Kreise, in dem über anthropologische Fragen gesprochen w otden wäre, ebenso eifrig bekämpft wie gegenüber Herrn Justizrat Cohn, einfach deshalb, weil ich in jener Ansicht einen schwerwiegenden Irrtum sehe, nicht aber deshalb, weil ich einen Redner zu widerlegen wünschte, der in mir den Verdacht erregt hätte, als wolle er durch pscudowissenschaftliche Darlegungen den Wünschen der Assimilation cntgegenzukomnien suchen. Ich habe vielmehr frei von solehern Verdacht, trotz der wohlwollenden Schlussbemerkung des Redners über das Nationab'udcntum, jene Ansicht sowie einzelne andere Punkte als wissenschaftlich unhaltbar bekämpft, soweit es unter den damaligen Umständen möglieh war. . . - ו .* Wenn Herr Jystlzrat Cohn, wie ejer... Bericht besonders hervorhebt, den von ihm für falsch erkannten Rassenbegriff ausgeschieden wissen will, damit er nicht zu ungcrectitfcrtigten Angriffen auf das Judentum verwendet werde, so ist das sein gutes Recht, wenn er unabhängig von allen nicht-naturwissenschaftlichen Momenten zu der Ansicht von der Nicht- Existenz des jüdischen Rassentyp gelangt zu sein glahbt. Jedenfalls w׳ar es nicht notwendig, diesen Standpunkt des Redners gegenüber meinen Ausführungen in rectifizicrender Reihe nochmals festzulcgen, da ich, soweit mir erinnerlich, stets objektiv filier jene drei Punkte und nicht über ״Antiscmltisinus und jüdische Rassenfragc״ gesprochen ,habe. Und wenn endlich gegenüber dem mir angeblich untergelauienen ״Missverständnis” hervorgehoben wird, Herr Justizrat Cohn wünsche, dass die jüdische Nationalität auf solidere« Grundlagen aufgebatit sein soll, als auf dem umstrittenen Bcgrifi der Rasse, so stimme ich darin — ich kann das heute nachträglich bemerken, während ich damals in meinen rein objektiven Ausführungen mich mit diesen Fragen gar nicht beschäftigt habe -׳• so stimme ich darin mit dein Herrn Refereuten überein. Der Zionismus baut sich selbstverständlich nicht auf die Rassentheorie auf, er bedarf unzweifelhaft soliderer Grundlagen; aber cs darf andererseits von dein, der an den jüdischen Rasseiuyp glaubt, auch dieses Moment neben anderen — wichtigeren — als ein einigendes, für die Definierung des Nationaljudentums mit verwendbares aufgczählt werden. Aber wie sich auch die Rasscntheorie zu Zionismus, zu Assimilation, zu Antisemitismus verhalten mag. in jedem Falle muss die!Behandlung der Rassenfrage, der allgemeine« und speziell der jüdischen, rein objektiv erfolgen, und eine rein objektive, ohne Rücksicht auf die Assimiiationsfragc er* folgte Richtigstellung einer, wie ich behaupte, falschen Auffassung der Rassenfrage bildete den Inhalt meiner damalige« kurzen Darlegungen. Dr. Sandler. *Nachbemerkung der Redaktion. Es war Ln urserm Bericht nicht die Rede davon, dass Dr. Waldenburg und Dr. Sandler den Vortrag und den Standpunkt des Vortragenden missverstanden hätten, im Gegenteil haben gerade sie bei aller Verschiedenheit und Gegensätzlichkeit ihres Standpunktes in der Frage den Vortragenden verstände«. Das Missverständnis, dem wir in unseriti Bericht begegnen wollten, war auf der Seite der nichtzionistischen Hörer des Vortrages. Allerlei. Was ein Altmarklscher Chronist von Joachim I. von Brande«- bürg welss. ־ Jochim der Erste mit dem Nahin, Und der Fiinffte aus diesem Stam, Der Neun und zwantzigste Churfürst, Erwchlet ward, und cingcführt: Welcher durch Tugend mannigfalt * Der Mark erwiesen viel Wohlthat, Die Ich itzo wil lassen lieg!!, Weil sie von andern seind beschriebt!. Denn er und sein Bruder Aibrecht Zu Franckfurt haben angelegt Ein hohe Schul, da vor gewest Der Juden Synagog und Nest. Die Juden jag{ er gar hinaus,* i Und nahm ihnen ihr Hoff und Haus, Verkannte sic dem Rath ums Geld, יי ״**p»•}* *■