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Jüdische Rundschau · 1903-03-06 · Heft 10 (6.3.1903) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 10 (6.3.1903)
Date
1903-03-06
Page
– (sequence 13)
Language
German
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I t ■־ ־ * י; . ־ __ ■; No.10, , Jüdische Rimdseliftii♦_ Seite 85, I die Abrechnung über die Vermietung der Stände In der Alten Synagoge, der Neuen Synagoge, der Synagoge Kaiserstrasse und der in der Lindenstrasse. Diese Abrechnung stellt sich* folgendennassen: Synagoge: * Voranschlag: Eingang: K alserstr asse: 17 175 Mk. 1684-1 Mk. . ״ 21 - . . 17 154 Mk. - Linden strass c: 41 977 Mk. 39 247 Mk. ״ 295 ־ 41 682 Mk. ~ ־’ * Alte Synagoge: 14 495 Mk. 12032 Mk. 40 ,, 14 455 Mk. Neue Synagoc: 28 294 Mk. . 27 4.53 Mk. Synagoge: Freiplatze: Nicht vermietet: Kaiserstrasse 14 Plätze 220 Mk. 5 Plätze 50 Mk. Lindenstrasse 50 ״ 225 ״ 5 ., 2210 ״ Alte Synagoge: 77 ״ 393 ״ 14 ״ 20.10 ״ Neue Synagoge: 35 841 ״ Alles vermietet. Es sind also die Zahlen nur um ein Minimum gegen den ' Voranschlag zurückgeblieben. Die Synagoge Lindenstrasse hatte die höchste bisher erreichte Einnahme. Wir müssen ausdrücklich anerkennen, dass der Journalistenbank diese Zahlen in liebenswürdigster Welse zur Verfügung gesteht wurden. Als vierter Punkt der Tagesordnung erfolgte ein von Herrn Redakteur Klausner cingcbrachier Einspruch gegen die Ergftnzungswalilen zum Cicmcinöevorsland. Er bezeiclincte es als statutemvidrig, dass man drei Vorsteher und drei Stellvertreter zu wählen gehabt hätte, aber statt dessen vier Vorsteher und zwei Stellvertreter gewählt habe. Rechtsanwalt Dr. Ignaz Cohn weist in seinem Berichte des Ausschusses II darauf hin, dass die Repräsentanten- Versammlung nach Bestätigung der Wahl durch die vorgesetzte Behörde nicht mehr in der Lage sei, diesen Einspruch zum Gegenstand einer Besprechung zu machen. Berliner stellt fest, dass e r schon seinerzeit seinen Protest gegen die Wahl zu Protokoll gegeben habe, dass er aber Abstand genommen hätte, die Weitergabe seines Protestes an die vorgesetzte Behörde durchzudrücken. Damit man aber sehe, dass er seinen Protest keineswegs desavouiere infolge einer inzwischen etwa erfolgten Mcinungsänderung, beantragt er Neuwähl des Vorstandes, soweit er durch den letzten Beschluss eigänzt wurde. Demgegenüber wird ein Antrag des Aus- Schusses II auf Uebergang zur Tagesordnung mit allen gegen die Stimme Berliners, angenommen. Eine Vorlage betreffend den Gemeindezuschuss an das Krankenhaus dahingehend, dass man 600 fin letzter Vorlage ibersehene) Mark, nachbcwillige, wird einstimmig angenotn- ■icn. Es handelt sich um die 50 Mark betragende Monats- Pension eines ehemaligen Krankenhausbeamten. Der Etat des Krankenhauses beträgt also 64 280 Mark. Bei dem nächsten Punkte der Tagesordnung: Vorlage, betreffend Erlass von Beiträgen zum Pensions- und Unter- Stützungsfond der Koschcrileischvcrwaltung stellt der Berichterstatter, Direktor Sachs, fest, dass laut § 4 des Vertrages mit den Koschcrilcischwarenhändlern */. pCt. der Gebühren, 1 zur Bildung eines Pensionsfonds bestimmt, seit 1892 regcl-! mässig den Händlern, seitens der Gemeinde erlassen sei. Die I Gemeinde verausgabe jährlich 15 000 Mark iür die Schechitah, - wovon allein 5500 Mark für die Gefliigelschächterei komme. '■ Letztere habe drei Schlaclitstcllcn in der ümeren Stadt. Diese > seien für alle völlig kostenlos. Dagegen seien die Schachtkosten für ein Rind von 3,75 Mark auf 4,10 Mark gestiegen. Wenn man ein solches Rind, etwa mit 8—10 Zentnern in Rechnunc zöge und annelune, dass etwa die Hälfte davon als I L # koscher zu bezeichnen sei, so käme auf das Pfund Fleisch durchschnittlich ein Pfennig Gebühren. Die Gemeinde gewähre in der Tat die kulantesten Bedingungen, und ausserdem werde der Koscherfleischbetrag den Händlern noch von den Grosshändiern ersetzt. Dagegen erschwere der ״wilac Koscherfleischhandel״ den unter Aufsicht der Gemeinde stehenden das Geschäft in hohem Masse. Die Gemeinde habe sich schon an die Fleischer, die unter ihrer Aufsicht stehen, gewendet, sic sollten sich gemeinsam gegen diesen unlauteren Wettbewerb wenden, und sich erbötig gemacht, sämtliche entstehende Prozesskosten ihrerseits zu tragen, die Fleischer hätten aber bis letzt von diesem Anerbieten keinen Gebrauch gemacht. Der Referent betont ausdrücklich, dass er wünsche, da^s diese seine Rede der Gemeinde bekannt werde, damit sich das . Gerede verliere, als seien die grossen Gebühren, die der Gemeinde gezahlt würden, schuld, dass bei rituell geschlachtetem Vieh so exorbitant hohe Flclschprcise erzielt wurden. Er redete zum Fenster hinaus, oder besser gesagt, zur Journalistenbank. Der Antrag dieses */K pCt., wie seit 1892 alljänrlich. zu erlassen, wird einstimmig ohne Debatte angenommen. In die Kommission für Revision der Kassen und Depositorien werden die bisherigen uusschcidcnden Mitglieder Friedländer, Sicsskind. Isidor Sachs und Aron Hirsch wiedergewühlt. Die Neubildung der Verwaltungskommission. bez. des Kuratoriums für das II. Waisenhaus, wird vertagt, mit der Begründting. dass sich der Vorstand über die vorzunehrnende Neubesetzung wohl selbst noch nicht klar geworden sei. In die Dr. Ephraimstiftung, den Vorstand der Alten Synag<»gc und der Synagogen Kaiserstrasse und Lindenstrasse werden die ausscheidenden Mitglieder sämtlich ohne Debatte wiedergewählt. Die Wahl der Kommission für die iestgottesdienstliehen und musikalischen Angelegenheiten wird auf Wunsch des abwesenden Löwenberg vertagt. Es schloss sich eine geh cimc Sitzung an, die sich mit Verlängerung von An- Stellungen, Bewilligung von Unterstützungen und Gewährung eines Gehaltsvorschusses beschäftigt. Das gehört auch unbedingt in geheime Sitzung. Aber wie kommt der Antrag von Mitgliedern der Versammlung auf Einsetzung einer gemischten Kommission zum Entwurf eines Programms für den Bau eines neuen Krankenhauses in die geheime Sitzung? Gewiss, die Repräsentantenversammlung hatte beschlossen, das in geheimer Sitzung zu beraten und sie ist über ihre Beschlüsse und in ihnen souverän. Aber nachdem Dinge in die Oenentlichkeit gedrungen sind, die Misstrauen nicht unmöglich machen, nachdem der Plan des Vorstandes in (scharfer Weise in öffentlicher Sitzung missbilligt und sein Vcrfaltren von sachverständiger Seite schwer gerügt worden ist, I war cs doppelt geboten, in öffentlicher Sitzung darzulegen dass alles in schönster Ordnung und nichts im Staate Dänemark faul ist. Gerade jetzt muss Jeder Versuch misstrauksch machen, der Gemeinde Kenntnis von der Weiterentwickelung dieser Frage vorzucnthalten. Nur so ist es möglich, dass die Angelegenheit ausschliesslich in der Repräscntantcnver- Sammlung bleibt. Was sodann die von dem Repräsentanten, Direktor Sachs angeschnittene Frage des Koschcrfleischpreiscs anbetrifft, so bleibt doch immerhin aufzuklären, dass tatsächlich die unter Aufsicht der Gemeinde stehenden Händler leider einen zum Teil sehr bedeutend über sonstigem Marktpreis stehenden Preis verlangen und erhalten. Es gibt immerhin einen grossen Teil der Gemeinde, der auch in dieser Frage konservativ genug ist, koscher essen zu. wollen. Ohne auf die Frage der Ucbcrzeugung einzugehen, glauben wir doch, dass die Gemeindc verpflichtet ist, dass diesen Leuten, die aus religiösen Bedenken niemals Fleisch gcnicssen werden, das nicht unter Aufsicht der Hau p tgemcinde für *koscher“ gilt, diesem so grossen Teile der Gemeinde nicht auch fernerhin das wichtigste Nahrungsmittel über Oebühr verteuert wird. Wieso die Konkurrenz der ״wilden“ Koschcrfleischhändler höhere Preise bei den unter Aufsicht stehenden, hervorrufen soll, ist unerfindlich. Das widerspricht direkt allen wirtschaftlichen Erfahrungen und ׳■יין׳ t T

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