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Jüdische Rundschau · 1903-02-20 · Heft 8 (20.2.1903) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 8 (20.2.1903)
Date
1903-02-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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' Seite 60 *flldi^ehe jRundsohaii. No. 8 ־• ־ ־,׳.••■ ' ' ' ' ' i * ' ■ : -gewiesen. Wir hoffen das Fest zu dem zu machen, was es sein soll: zu einem echten Purimfest. Das Festkomitee. Berlin. Akademische Gruppe. Im Pa- I ä s t i n a k u r s 11 s setzte Dr. Sandler am Mittwoch, dem 11. d. M., :sein Referat über die Krankheiten des Orients fort. Er besprach ausführlich die Infektionskrankheiten, upter denen vor allem Tuberkulose und Lepra nach den Erörterungen des Ref. bedeutend in ihrem Einfluss auf die Morbidität des Orients überschätzt werden. Nach Beendigung dieses Kapitels behandelte er speziell die Verhältnisse in Jerusalem. Der letzte Teil des Reierats, die sanitären Einrichtungen im Orient, folgt in dieser Woche. In der Abteilung zum Studium der Lebensver- II ä 11 n i s s e der Juden sprach am Sonnabend D. Trietsch in fesselnder Weise über den ״Stand der jüdiT sehen Emigration“. Er betonte die immer wachsenden Schwierigkeiten der Auswanderung nach Westen und wies mit Nachdruck auf die Notwendigkeit hin, den Strom nach Osten zu lenken: bekanntlich empfiehlt er die Besiedlung Cyperns und Aegyptiscli-Palästinas. Die sehr lebhafte Debatte musste in später Stunde vertagt werden. In der ״Schul- und D i s k u s s i o!1 s g r u p p c “ referierte am 7. d. M. E. Edelstein über ״Geschichte des Zionismus von Hess bis Herz!“־. Die Diskussion wurde von Dr. Klee geleitet. - Am 14. sprach E. Rosenberg über “Sozialdemokratie und Zionismus“. Audi hieran knüpfte sich eine lebhafte Debatte, die in Vertretung des erkrankten Dr. Klee Dr. Heinrich Locwe leitete. — Es wurde der Antrag angenommen, dass jeder die Dispasitien seines Vortrages acht Tage vorher bekannt geben solle. Generalversammlung der zionistischen Akademiker. Sonnabend, den 2S. Februar, abends S'־ Uhr im König von Portugal. Burgstr. 12. Um ihr Erscheinen w erden nicht nur die bisherigen Mitglieder, sondern sämtliche zionistischen Akademiker ersucht. Beiträge sind bis dahin zu entrichten. E 1 i a s A u e r b a c 11. Lehrterstr. 1405. Memel. Ain 2. Febr. sprach Pr. Theodor Z10 c i s t i in unserer Vereinigung über die Triebkräfte und Ziele des Zionis mus, wobei er die Unabhängigkeit unserer Bewegung von den 1 Sympathleen und Antipathien der Wirtsvölker betonte und : die Möglichkeit der Durchführung an den In .der Türkei bereits; bestehenden autonomen Bildungen demonstrierte.!::! Anschluss an den Vortrag schnitt Herr Dr. Carlcbach wieder die. Frage! der jüdischen Religion an. Aber je eingehender er wurde, | um so klarer wurde cs den Zuhörern, dass in der Tat der | ganze Streit sich nur um Worte drehe, weil in! letzten Grunde der Begriff der jüdischen Religion, so weit er überhaupt 1 auf das Judentum anzu wenden ist, im ganzen Umfang ge- ' nommen und nicht auf ein mosaisches Bekenntnis abgcschnfirt, ‘ mit dem von uns gewählten Begriff des jüdischen Volkstums 1־identisch ist. Auf Verlangen der zahlreich Erschienenen las ׳' Dr. Zlocisti zum Schluss־ noch aus seinem Versbuch: ״Vom 1 Heimweg“, ״die Sabbatstimnuingen“ und das ״Märchen voi: einem Frühling" vor. Krotoschin i. P. Im liiesigen ״Verein für jüdische Cie schichte und IJtteratur“ hielt Sonntag, den 8. Februar, auf Veranlassung der Akademischen Gruppe der Berliner Zionistisehen Vereinigung Herr Dr. Albert Goldberg-Ncuenahr Ü3er•!in) einen ebenso begeisternden wie klaren Vortrag über ״l’r- Sachen, Ziele und Erfolge des Zionistnus“, dessen Ergebnis 1 alle Erwartungen übertraf. Die feurigen ■und energischen! Ausführungen des Redners waren in hohem Masse dazu ge■! eignet, die hiesige Jtideitsehaft aus ihren! Schlafe aufzurüttchi . und ihr ein Bild von der gegenwärtigen Lage der Judenhcit und des Judentums zu entrollen. Der Redner legte liauptsächlich auch darauf Gewicht, den Zuhörern zu zeigen, dass i der Zionismus mit unseren patriotischen Gefühlen nicht ko!!!־ dicre. In diesem Punkte konnte auch später in der Diskussion gegen die zwingende Logik des Redners nichts eingewendet werden, auch die anderen Einwände wurden treffend von ihm widerlegt. ' Der!Rabbiner der Gemeinde,?betonte^,!dass er die Erfolge der Bewegung anerkenne und im ganzen der Be- , w'cgung nicht unsympathisch gegcnüberslehe. Es hat sich! auch hier in Krotoschin wieder gezeigt, dass der Zionismus 1 sich sogar in der Provinz Posen allmählich Balm bricht. Der Grund zu einer Ortsgruppe ist bereits gelegt, der 1. Vorsteher, der Repräsentantenvorsteher und andere angesehene Männer ' der Gemeinde haben ihren Beitritt erklärt, aber es bedarf , notwendig weiterer systematischer Arbeit, damit das Interesse : und die Begeisterung für die Sache nicht wieder erschlaffe.; Zabrze. Zwecks Gründung einer zionistischen Ortsgruppe . wurde für Sonntag, den 8. d. M. abends 8 Uhr im Saale des Walter (Ihm zuvorkommend): Lass, Vater, das kann ich ja auch! (Er geht auf die Tür zu). Markus: Mensch, bleib! Willst du mich kompromittieren?- Und deine Mutter, deine herzensgute Mutter, was wird sie sagen? — Arme Christine! Walter: Wir wollen sie fragen, ich rufe sie! Markus: Ja, rufe sie nur! Immer zu! Walter (öffnet die Tür zum Salon): Mutter, komm’ einen Augenblick herein! Entschuldigen sie, bitte, meine Herrschaften! Christine aus dem Salon, C h rist!ne: Was eist denn? Ma rku s: * hier, liebe Christine, stelle ich dir ddtien Sohn, den J u U eri Walter Markus, vor! — — Was sagst du uazu? Walter : Ja, Mutter, was *sagst du dazu? : •־■’■־• '(Pause.) יי ־ ' ' Christine (streckt ihm die Hände entgegen): Mein Sohn! Walter (ergreiit sie heftig): Du liebe Mutter, du! Christine (küsst ihn). (Pause.) Markus (perplex): Ja, liebe Christine, da muss ich freilich sagen: An die Geistesgrösse reiche ich nicht heran! — - Bist du denn verrückt geworden? . י Christine: Mein Sohn ist Jude von Geburt! Wenn er den Wunsch hat, es treu zu sein bis an sein Lebensende. — . ,! Markus:. So? Na, — ich will mich nicht länger aufhalten! — Aber eines sage ich dir zum Schluss: Bengel, wenn du dich unterstellst und Jude wirst, dann, ia, dann — auf Ehr§, ich spasse nicht, es ist mir bitterer Ernst, — wenn du das tust, dann' v . lass Ich mich taufern! *..•־ ־ (ab in den Salon). ״*־ ׳־' ־ ■;' : ־ Ende. ־ ־ ' ־ ..

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