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Jüdische Rundschau · 1903-02-20 · Heft 8 (20.2.1903) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 8 (20.2.1903)
Date
1903-02-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1 **״ J1 Jl> v %»״#**־ , j*\ ,<>»*^ .-, $*« «־*%.. % ul»1» ^^יי׳יי^״י^י,^!. Hp. 8; IllMHMMMM + mmrnmmmmmmrnmm Jüdische Rwodecltaii. S$ite |9 2. Wah| des Bureaus; 3 ::*־. Kassenbericht und Budget; *. .4. Berichte der Vorsitzenden der Distriktsbureaus 1 « Berlin, Köln, Hannover, Mannheim und Strass- ׳ ..-••־burg|.'•'''■' .' "• ..." " :׳ ־. >;5. Presse; / ׳* * ׳ 6 •'•־. Korporationsrechte für die Zionistische Verelnigung für Deutschland und die einzelnen Orts- ■ gruppen; •’ -י-_ 7. Jüdischer Nationaiföhd a). Form der Legalisierung (als Vorbereitung für den Kongress), . b) Nationalfondpropaganda in Deutschland; 8. Propaganda und Gegenwartsprogramm a) Tätigkeit der Ortsgruppen, b) Gemeindeangelegenheiten. Anch zu diesem Vorentwurf sollen die Ortsgruppen Stellung nehmen. Wünsche betr. Ausdehnung oder weitere Ausgestaltung der Tagesordnung sind ebenfalls an Dr. Kal m u s (s. oben) zu richten. 3. Um bei Punkt 4., Berichte der Vorsitzenden der Distriktsbureaus Zeit zu sparen, akzeptiert die Zentrale den Vorschlag Berlin, einen spezifizierten Fragebogen den einzelnen Ortsgruppen zu übersenden, der möglichst sorgfältig ausgefülit (den Stand der Bewegung am 15. März enthaltend) den Bureaus zuriiekgesandt werden soll. Die Bureaus ’ übernehmen die Bearbeitung des Materials. Die Bearbeitung ist spätestens am 1. Mai dem Bureau Berlin zuzusenden, das gegen Berechnung der Selbstkosten die Drucklegung übernimmt. Der Entwurf des Fragebogens wird Herrn Referendar Richard Mayer, Berlin W., Neue Winterfeldtstr. 44, übertragen. Die Bureaus sind selbstverständlich ihrerseits zu Abänderungen oder Ergänzungen befugt. Der Fragebogen soll auch in der ״Jüdischen Rundschau“ publiziert werden.!’ ' ״ ' ־ ־ ־ . - M] י‘ * ,, Berlin. Am Montag hielt im Saale des Handwerker- Vereins die Berliner Zionistische Vereinigung eine von mehr als 500 Personen besuchte Volksversammlung ab, in der Dr. E d e I s t e i n aus Bonn über das Thema ״Von Mendelssohn bis Herzl“ eine ^ehr interessante mit vielem Geist vorgetragene und überaus lebendige Rede hielt. Die anregende Diskussion drehte sich hauptsächlieh um die Punkte ״Orthodoxie und Zionismus“ und um die Ausführbarkeit des Zionismus. Es ist bedeutsam, dass eigentlich grundsätzliche Gegner immer seitener hervorzutreten wagen, und wir werden schon gezwungen sein, die aktuellsten Themata in unseren Vcr- Sammlungen zum Gegenstand der Besprechung zu machen, um sie zu Aeusserungen gegen uns zu zwingen. In einem Schlusswort wies Dr. Sandler auf die grosse ethische Bedeutung hin, die dem Zionismus für die. deutsehen Juden zukomme. Die Versammlung war ein ebensolcher Erfolg, wie alle Versammlungen des zu Ende gehenden Wintersemesters. Purlm-Kostüm-Fest. Wie alljährlich veranstalten auch diesmal die ״Berlincr Zionistische Vereinigung“ und die ״Jüdischnationale Frauenvereinigung** am 15. M ä r z a. c. in den Festsälen des ״Hotel Pririz Albrecht“, Prinz Albrechtstra.sse 9, ein ״Purim-Kostümfest. Das Festkomitee hat es sich angelegen sein lassen, die an sich schon prunkvollen Räume durch eigenartige Pavillons, Ab- Zeichen und Embleme in jüdisch-charakteristischer Weise zu dekorieren. Als besondere Neuheit wird diesmal ein Postamt errichtet werden, dessen kostümierte Beamte Briefe, Packcte etc. innerhalb der Festräume befördern. Gegen entsprechende Frankierung mit Nationalfondmarken Ist es jedem Gast möglich, an seine Freunde und Bekannte Purimgeschenke, die in den einzelnen Pavillons erhältlich sind, zu übersenden. Das Komitee scheut auch keine Mühe, durch ein geschmackvoll gewähltes Programm echt jüdische Frohlichkeit und Purimlustigkeit in das Fest zu bringen. Jedoch den Schwerpunkt des Festes verlegt es unter die Gäste selbst. Das jüdische Kostüm soll diesmal stärker vertreten sein, als in den vergangenen Jahren. Die Helden des Purimfestes, Mordechai, Esther und an dere Personen aus der jüdischen Geschichte, wie die Könige, Propheten, Makkabäer etc. bieten eine charakteristische Unterlage für geschmackvolle Kostüme. Viele Reproduktionen aus ״Ost und West“ geben manchen Fingerzeig für die Kostümierung. Auch Phantasiekostüine, wie das Judentum, der Zionismus lassen sich in origineller Weise arrangieren. Wer realisitischer veranlagt ist, möge ein Kolonistenkostüm in bunter orientalischer Art wählen; natürlich darf auch der Talmudbauer und der polnisch-russische Jude nicht fehlen. Zum Schlüsse sei noch auf humoristische Kostüme hin¬ Walter - : ••־י.?Wieso •!־ wenn dich das nicht rührt, dann hast du diese Liebe eben nicht verdient! v . Markus: * Meinst du, dass sie eine Minute länger in meinem Hause . weilen, wenn das Wort Jude nur ein einziges Mal- ' Walte r: Nun, dann lass sie laufen! Weisst du überhaupt, weshalb sie hier sind? Das will Ich dir sagen: Erstens, um für Christliehe Hospize Geld von dir zu kriegen, zweitens, um sich über dich lustig zu machen, and drittens, weil unsere Saucen gut sind! Markus: Ich bitte mir aus, dass du von unseren Gästen in höflicherem Tone sprichst! Frecher Bengel! Walter: ״ Nun, und wenn's auch nicht so ist, wissen tun sie alle, dass du Jude bist! . Markus:; •» Ich sag' dir, du sollst nicht so schreien, du dummer Junge, du! — (Pause.) Und deine Mutter, was wird die dazu sagen, vund: ihr Vater, dein alter Grosspapa? Als deine Geburt in Aussicht stand, da ist er nach Palästinc gereist und hat sich Jordanwasser für deine. Taufe geholt, du Judenjunge! Na, Walter: Ja, Vater, was sagst du mir das alles? Warum hast du dich denn aber nicht taufen lassen? Markus: Nur zu gern hätte ich es getan; aber man hätte es mir zur Charakterlosigkeit angerechnet! — Walter (staunend): Zu der Einsicht bist du gekommen und trotzdem — Markus (schreit ihn an):׳־ Habe ich dir über meine Gründe Rechenschaft abzulegen?! Walter: Ja, Vater, dann lässt sich nicht mit dir redent Dann kann Ich dir eben nur sagen, was ich dir gesagt habe: Ich ־—. werde Jude! ... •׳ Markus: .י Na, wenn’s denn sein muss, so will ich dich wenigstens 1 blamieren, blamieren will ich dich» vor aller Welt will ich | dich blamieren! — Ich geh* und sag’s den Herrschaften | drinnen! (Er tut, als ob er gehen wollte).

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