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Jüdische Rundschau · 1903-02-13 · Heft 7 (13.2.1903) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 7 (13.2.1903)
Date
1903-02-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
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׳i * « % ־ 1׳^׳L Ko 7 Jüdische Kundsehau. Seite ,55. «• I 1 I I | t 1• i Ik f 9 I i;־; f «ly » /. ג haftes Interesse erweckt und von mancher Seite wurde der Wunsch geäussert, noch über diese und icne Eiuzcrtrage innerhalh der zionistischen' Bestrebungen Aufschluss zu erhalten. Diesem Wuqsche kamen Dr. Bodcnheimer und D. Wolffsohn aus Köln am 28. Januar vor einem kleinen Kreis geladener Gäste bereitwilligst nach. Es entwickelte sich Ober die vielen aflfgeworfenen Prägen eine lebhafte Erörterung. Nur ein Herr bekannte sich als strikter Gegner unserer Bewegung, eine Gegnerschaft, die sich daraus erklärte, dass der Herr über unsere Bestrebungeii völlig falsch orientiert war. Als man ihm nun bewies, dass er von ganz falschen Prämissen ausging, sprach er von einer Mauserung unserer Bewegung und meinte, der Zionismus trage eine Maske vor dem Antlitz und habe in« geheimen andere Ziele, als diejenigen, die er vor aller Welt angäbc. Darauf antworteten unsere Freunde mit einer deutlichen Darlegung des Baseler Programms. Einige ־ Anwesende sprachen sich sodann entschieden für unsere Ziele aus. Besonderen Beifall ernteten noch die gediegenen Ausfiilmuigen des Referendar Weyl-Düsseldorf. Der Erfolg des Abends war der, dass sich eine Ortsgruppe von 10 Mitgliedern bildete, sodass nur 3 oder *1 der anwesenden Herren sich — wenigstens vorläufig — nicht entschlossen. Das provisorische Komitee besteht aus den Herren Siegmund L c v y, Siegfried Löwe und Referendar Harry Epstein. Czarnikau. Auf Veranlassung der Akademischen Gruppe Berlin (Agitationskommission) iatid am 18. Januar im hiesigen Vereine für jüdische Geschichte und Litteratur eine zionistisehe Versammlung statt. Der Redner des Abends. Ely Bosch witz aus Berlin, der sich bereits um die Gründung der bestehenden 2 Ortsgruppen in Posen verdient gemacht hat, schilderte in seinen! Vortrage: ..Das Programm des Ziouisnius‘‘ in prägnanter und klarer Weise, Ziel und Bc- Strebungen unserer Bewegung und wies auch auf die unverkennbar grossen Erfolge, die der Zionismus in den letzten Jahrei! gehabt hat, hin. An den Vortrag, der mit Enthusiasmtis aufgcnomnien wurde, schloss sich eine kurze Diskussion an. in der ausser den! Referenten die Herren Simonsohn, welcher gegen, und Herr C. Kallmann, welcher für de:! Zionisrnus cintrat, das Wort ergriffen. In seinem Schlusswort appellierte B. nochmals an die Versammlung, auch in de! hiesigen Gemeinde eine zionistische Gruppe zu gründen, was auch sofort geschah. Es wurde beschlossen, eine Schekelgruppe zu gründen, der sich 31 Herren anschlosscn, als erster der Rabbiner unserer Gemeinde, Herr Dr. Weyl. W'ir können mit dem Verlaufe dieses Abends sehr zufiieden sein und danken der Akademischen Gruppe •in Berlin fifr ihre Beiniihungen. C. K. The Jevvish Colonial Trust (Jüdische Kolonfalbank) Limited. Bekanntmachung. Im Aufträge des Direktoriums wird hierdurch zur Öffentlichen Kenntnis gebracht, dass vom heutigen Tage ab alle neu gezeichneten Aktien exklusive Dividendenschein No. I zur Ausgabe gelangen. Brook Honsc, Walbrook,' London E. C., an! 1. Januar 1903. James H. Locwc, Generalsekretär. Rundschau. bl Cy5־__נ«. Berlin. Die Vereine Jüdischer Studenten in Berlin und Charlottenburg veranstalten am 24. Februar in den Oesamrüumen der ״Ressource 2nr Unterhaltung“, Oranienburgerstr. J8, ihre diesjährige Winterfcstlichkcit in der Form eines Festkonunerses mit anschliessendem Ball. Eintrittspreis (inel. Kaffee 2,50 Mk.) Familienkarteu ׳׳ für .4 Personen 8 Mk. ־ -* Brünn. Am 24. Januar nachmittags fand in einem Hörsaale der hiesigen deutschen Technik eine Ver- Sammlung der zionistischen Hörer statt, in der fiir die ־. Anerkennung der jüdischen Nationalität, insbesondere bei den Eintragungen der Hörer, eine Kundgebung beschlossen werden sollte. Die Versammlung wurde nach kurzer Dauer von deutschnationalen Studenten gesprengt, die für sich das Recht reklamierten, über die Vergebung der Hörsäle der technischen Hochschule zu entscheiden, während der anwesende Rektor dieses Recht für das Professorenkollcgium in Anspruch nahm. Hierauf zogen die Zionisten in ihr Vercinslokal, wo sie ein Memorandum berieten, in welchem mit Berufung au! den § 19 der Staatsgrundgesetze an das Professorenkollegium das Ersuchen gestellt wird, bei Eintragungen neben der Umgangssprache auch die jüdische Nationalität bekunden zu dürfen. . . . . Belgrad. Im Rathause zu Belgrad prangt Seit• einiger Zeit eine amtliche Kundmachung, in .welcher bekannt gegeben wird, dass die Bier- und Weinlieferung fiir die städtischen Anstalten auf längere Zeit verpachtet werden sollen. Unter den Bedingungen befindet sich auch eine Klause!, Juden sind ,vom Vertrag, auch als Teilhaber, ausgeschlossen. Bukarest. Un! die Lage der Juden so recht zu kenn־ zeichnen, die die aus rumänischen Pumpgcldcrn bestoehenc Presse nicht rosig genug malen kann, geben wir hier einer kleinen Mitteilung der Münchener ״Allgemeinen Zeitung“ \om 1־. Februar Raum, die das rosige Licht in violetten Strahlen malt: ״Ein rumänischer Jude wurde wegen eines Deliktes bestraft und da er als Fremder betrachtet wurde, nach Ab- Hissung seiner Strafe, des Landes verwiesen. Kr wurde übe! die ungarische Grenze gebracht, doch brachten die dortiger Behörden den arbeits- und mittellosen Menschen per Schub nach Rumänien zurück, wo er wegen ״unerlaubter“ Rückkehr sofort wieder cingcsperrt und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Nach Abbüssung dieser Strafe wurde der Jude über die bulgarische Grenze ״abgeschabt“, doch auch die Bu!־ garen schickten ihn mit Zwangspass zurück. Darauf wieder Entsperrung und Aburteilung und‘ demnächst ״Abschaffung“, diesmal nach Serbien. Aber auch dort wurde der Jude mit Dank abgelehnt und nach Rumänien zurück expediert. Hier wiederum Einspernmg, Aburteilung und Landesverweisung, aber mit keinen! besseren Erfolge. Dieser Vorgang hat sich bis jetzt vier bis fünfmal wiederholt und der arme Teufel, der so zwischen Gefängnis, Ausweisung und zwangsweisem Rücktransport hin- und hergondelt, wurde mit immer härteren Strafen belegt, zuletzt gestern, wo ihn das Tribunal wegen verbotener Rückkehr zu fünf Monaten Gefängnis verurteilte.“ Golusblüten. Unter der Rubrik .,Kleine Litterarische Chronik" bringt das Berliner Tageblatt folgende prächtige Besprechung: ״Jüdischer Almanacli. Herausgegeben von Feiwel und Lilien. Jüdischer Verlag. Berlin. — Ueber Titel und Verlag wäre mar! versucht, eine besondere kleine Abhandlung zu schreiben. Dabei würde man recht bemerkenswerte Momente aus der Volkspsychologie in die Betrachtung ziehen müssen. Wozu ein Jüdischer Verlag? Wozu ein ״Jüdischer Almanacli?" Das sind, gelinde ausgedrüekt, Anachronismen. Ja, wenn es sich um die Herausgabe jüdisch-theologischer oder ähnlicher Werke aus dem Bereiche jüdischer Sonderforsclumg handelte! Dann, gäbe cs allenfalls noch einen Sinn, einen jüdischen Verlag zu begründen. Aber, um schöngeistige Arbeiten zu ver* öffentlichen, einen Jüdischen Verlag“ begründen — das ist wirklich mehr als überflüssig. Oder soll Deutschland, das nachgerade an konfessionellen Spaltungen und Spannungen genug aulzwwcisen hat, noch um eine neue bereichert werden? Soll aber mit diesem ״Jüdischen Almanach“ etwa ein neues littcrarischcs Kampf- und PrnpagairdaniUtcl für allerhand ungesunde, phantastische, scliädtiche Bestrebungen geschaffen werden, dann müsste man allerdings den schärfsten Protest gegen ein derartiges Unterfangen erheben. Mit diesen prinzipicllen Voreinschrüukuiigen treten wir an die Beurteilung des Buches heran. Dam! allerdings muss man es rundheraus sagen, dass sowohl sein litterarischer wie sein künstlerischer Inhalt ganz ungewöhnlich geschmackvoll und mannigfaltig anregend angeordnet ist. Auch die Ausstattung ist eigenartig und präehtig. Gegen die Gesamttendenz des jüdische« Almanachs als k״ ni■«־־. ■-,ץ*

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