Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 7 (13.2.1903)
- Date
- 1903-02-13
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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> *«4"*3<4&4";)■ ■יי'^«4.•*<•«' sf• ". ד¬ י Seite 56׳• r ־;,-׳״ J . .״ Jiidisclte Hundsclimi ,• V \ *. Ko. '־ t. solchen können wir uns Indessen nicht scharf und nicht entschieden genug aussprechen. J. K.״ Wie sich das Tageblatt so fein geniert, das. National- Judentum zu nennen! Möchte es gern noch totschweige זו. Das ist freilich ein ,Anachronismus mehr zu den vielen Am• chronismen des Moiiseschen Blattes. Der Grimm des Tageblatts ist drollig ״ob der neuen knfessioncllen Spaltung“. die nicht deä Konsens hat. weder aus dem Rabbinat der Johannissträsse; noch aus ״Kastans" Panoptikum. Oute Nacht, Tageblatt! Schlafe wohl! 1CT ‘“־•־ hOTi- Kleine Chronik. Berlin. Der Täglichem Rundschau übersendet Prof. Delitzsch folgende Erklärung, die wir gemäss dem Grund- Satze Audiatur et altera pars zum Abdruck bringen: In den Berichten über meinen Vortrag ״Babel und Bibel, Portsetzung“ findet sich mehrfach ein doppeltes Missverständnis, welches richtig zu stellen meine Pflicht ist. 1) ״Die Hand aufs Herz! Wir haben ausser der Gottes- Offenbarung, die wir ein jeder in uns, in unserem Gewissen tragen, eine persönliche, unmittelbare öottesoiieiibarmig gar nicht verdient. Denn geradezu frivol hat die Menschheit Gottes ureigcntliehe Offenbarung, die zehn Worte auf den Gesetzestafeln von Sinai, bis au! diesen 'lag behandelt.“ So lauteten meine Worte: verdient, nicht: gebraucht! 2) Nie und nirgends habe ich behauptet, dass der Monotiteismns Israels aus Babylonien stamme, vielmehr immer und immer wieder den krassen Polytheismus der Babylonier be-' tont. Jene Namen, wie ,,Gott (1:1) sitzt im Regiment“, ״Wenn Gott nicht mein Gott wäre", ״Gott äst Gott", ״Jahu ist Gott" eignen den Abkömmlingen nordscmitischer Beduinen, von denen sich ein Teil in Babylonien tun 2500 v. Chr. scsshait machte, während der andere Teil, aus welchem nach einem Jahrtausend die Kinder Israels hervorgingen, sein Nomadenleben fortsetzte. Die in einem Vortrag der Anthropologischen Gesellschaft neulich beliebte Polemik, gipfelnd in den pathetischen Worten: ״Und aus dem bankerotten Babel sollte sich Israel seine reine monotheistische Gottes-Idee geholt haben?" beruht hiernach auf einer irrigen Vorstellung und ist durch und durch gegenstandslos. Berlin. Der Zentralvcrein Deutscher Staatsbürger Jiidischeu Glaubens feierte am Montag Abend in der Philharmonie sein zehnjähriges Stiftungsfest, das sehr zahlreich besucht war. Auf eine Einladung an den Vorstand der Zionistischen Voreinigung waren Herr Rechtsanwalt Dr. A. Hantkc und Dr. Altred Klee erschienen, und Dr. Klee brachte die Glückwünsche der Zionisten dem V'ctter dar, der sich i:1 dem Bemühen für die Konsilidicrung der Judenheit in paralleler Entwickelung befinde. In seiner Erwiderung betonte der Vorsitzende, Rechtsamvalt Dr. Horwitz, dass er cs mit Freuden begriisse, mit den Zionisten zusammen für das Judentum arbeiten zu können. — Bremen. In Ausführung des Beschlusses, den der deutsche Rabbiner-Verband in seiner letzten Generalversammlung in 'Angelegenlieit des Mädchenhandels gefasst hat, ist ein von dem Keschüftsführciiden Ausschuss Unterzeichneter Aufruf erlassen 'worden, welcher die Rabbiner und die Gemeindevorsteher Galiziens zu energischem Vorgehen gegen jene schändlichen Missstünde auffordert und die geeigneten Schritte hierfür in Vorschlag bringt. Herr Rabbiner Dr. Rosenak-Breiuen, dessen in der Generalversammlung erstattetes Referat seine genaue Vertrautheit mit der traurigen Angelegenheit ofienbartc, hat eine Reise nach Galizien unternommen, um an Ort und Stelle mit den massgebenden Instanzen zu beraten. — Leipzig. Der zwanzigjährige Optiker Grabich, welcher nach Verübung des Lustmordes an der achtjährigen Jüdin Klein den Leichnarn des Mädchens zerstückelte und in eine Kiste packte, ist zur definitiven Feststellung seines Geisteszustandes der Laud'sirrenanstalt Soimcnstcin überwiesen worden. Budapest. Ein in Budapest bestehendes politisches Tageblatt soll in kürzester Zeit eine ausgesprochene jüdische Tendenz bekommen. Viel darf man sich davon nicht versprechen. Das Magyarentum und infolgedessen das unter seinem Einflüsse■ stehende uugarische Judentum ist noch zu weit zurück hinter der von llitn angemassten äusseren Kultur, so dass noch viel Wasser die Thelss hinabfliessen wird, bis jüdische Ideale in die Herzen ungarischer Juden in grösserer Zahl einziehen werden. — Nograd - Bank. Dem hiesigen jüdischen Gutsbesitzer Alex Hoffman» so wie dem jüdischen Advokaten Dr. Moritz Pick wurden die im Alter von *I bis H Jahren stellenden vier Rinder geraubt. Judenkinder darf man stehlen. Die Kirche ist in diesem Falle das, was sic selbst in falschem und unangenehmen Sinne talmudisch nennt. Sie lehrt, dass es zwar nicht erlaubt sei. Judeii'tmder zu:» Zwecke der laufe zu stehlen, dass cs aber ein verdienstliches Werk sei, solche dem Himmelreiche Verlorenen der Hölle zu entreisscu und erteilt den Kinderräubern die Absolution, — gibt auch den Juden' die Kinder nicht heraus, und lässt dem Minister die klassische Entschuldigung, dass an den Mauern der Klöster die Staatsgewalt endet. — Paris. Der ״TempsV berichtet, dass der Oberrabbiner von Genua, Herr I cpz, zum Katholizismus übergetreten sei. De ־ Genannte widme sich von nun ab dem Priesterstandc. und schliesse sich der Jttdcnmission an. Bekanntlich?st es’ Geschäftsusits der Judeumissüm, jeden cinigermasscn für sic verwendbaren Mann vor seiner Taufe, schnell noch zum Gross- und Oberrabbiner, aber mindestens zum Rabbiner avanzieren zu lassen. Aber die Russen sind ihnen doch noch über. Gibt es doch in Russland Städte, wo die Regierung den Juden von Amtswegen christliche Kronrabhincr einsetzt, die die Gemeinde bezahlen und deren antisemitische Reden sic in den Synagogen über sich ergehen lassen muss. Moskau. Durch den Tod des jüdischen Malers Isaak Asknazy hat die ״russische Kunst" einen grossen Verlust erlitten. Er ist nach kurzer Krankheit hier gestorben mul hier auch zu Grabe getragen worden. Isaak Lwowitsel! Asknazy ist am 29. Januar 1S56 in Drissa geboren und hat bis zu seinem II. Jahr den üblichen Unterricht in Bibel und Talmud genossen. Dann wurde er als externer Student zur hiesigen Kunstakademie zugelassen. Die Lehrer erkannten bald die ausserordentliche Begabung Asknazys mul belohnten nicht nur Iund 1579 seine Skizzen und Studien mit der goldenen Medaille, sondern sorgten auch dafür, dass ihr talentvoller Schüler 1550 auf Kosten der Regierniig zur Vollendung seiner Ausbildung ins Ausland geschickt wurde. Schon in demselben Jahr entwarf Asknazy in Wien die Skizzen zu seinen Gemälden ״Johannes der Täufer im Gefängnis den Henker erwartend”. ״Der Henker mit dem Haupte Johaimcs' des Täufers" und ״Der Tod Jeluula Halevys". In Rom iiihrte der Künstler einen Teil dieser Entwürfe aus; das Bild ״Der Henker" wurde von der Moskauer Kunstakademie augekauft. Das ebenfalls in Rom gemalte Bild ״Moses in der Wiiste" befindet sich in der hiesigen Tretyakofi- Gcmäldegallerie. Für die im Jahre 15>5 unserer Kunstakademie cingercichtcn Gemälde ״Ein Schachzug•״ .־Die Kälte". ״Ita- '!ionischer Mädclie:׳k״pf", ״Strickende Frau" wurde Asknazy zum Mitglied der Akademie ernannt. Mit Vorliebe wählte er für seine Bilder Stoffe aus dem jüdischen Leben und der sind die Bilder ischcn Geschichte. Am meisten bekannt ״Traurige Nachrichten“, ״Sabbathaniang". ״Mojes' Eltern”. ״Der Bräutigam, der vor seinen und seiner Bram Eltern vom Rabbiner im Talmud examiniert wird." Für das Ksv9־ in der Allgemeinen Kunstausstellung ausgestellte Bild ״Sabbathanfang“ hatte Asknazy die bronzene Medailie erhalten. —■ Warschau. Wie die Zeitschrift ״Pribaltijskij Kraj״ meldet, hat der Oberpolizeimeister von Warschau dieser Tage *15 Juden wegen Tragens jüdischer Tracht (langer Kattan, Schläfenlocken, ״Streiinel", weisse Strümpfe und Halbschuhe) zu einer Geldstrafe von fünf Rubeln oder Arrcststrafe von der Dauer eines Tages verurteilt. ~ Krossnojarsk. Auf dem in Krossnojarsk imlügst stattgehmdenen Kongresse der sibirischen Goldmineubesitzer wurde beschlossen, künftighin in den Goldgruben und Goidwüschereien Arzte mosaischer Konfession nicht anzustellcn. - - Jalta. Die Absperrung Jaffas durch Kordons, die anlässlich der Cholcraseuche angeordnet war und durch welche die Zufuhren aus dem Innern des Landes nur gegen Bezahlung eines kleineren oder grösseren Bachschsisch gestattet, teils auch ganz unmöglich wurden, ist nun aufgehoben. Der Verkehr trat wieder in seine Rechte und die gesteigerten Lchensmitteipreise gehen entsprechend zurück, mau jjofft, dass die zwischen Egypten und der Türkei bestehenden Quarantänemassregeli! auch bald aufgehoben werden, damit den so gern erwarteten Reisenden in der Frühjahrssaison nicht der Weg abgesperrt bleibt. So verhältnismässig kurz auch die Seuche in Palästina herrschte, so hat sie doch viele Opfer gekostet und der Schade:: im Verkehr ist recht bedeutend. Zum Giück hat sich der Regen so reichlich über das Land ergossen, dass auf guten Ertrag des Bodens gerechnet werden kann. Nationalfond. Sammlung im Cafe Monopol 5,55 Mk. Durch Joseph leity. von den Mitgliedern des Jüdischen Turnvereins Bar* k0 1-י)ha 11,10 Mark. (L.) F. M. in Königsberg 6 Mark. Die Gesamtsumme der in dieser Nummer quittierten Nationalfondgelder beträgt 22,65 Mark. Briefkasten der Redaktion. L<~‘ :״T! v ץ',׳ T v v T •T V T T TT V V*V T TV T V V V V Y Y Y Y Y Y Y V Y V V '1. ״ , Fratcrnitas - Prag. Erstattung der Porti. id ü Ci Ci Ci Ö Zi & id & Ci Cf M * I <£ W4 thdf Im! V-t M lÜk jprfl “Ci Jk<f! Soll gern geschehen gegen alleinige Zionsgruss. 1 4-... * Vft: -V " ׳״ י ' ־. \ l*< >*־״*« ft *•* 'i