Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 7 (13.2.1903)
- Date
- 1903-02-13
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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«•״»"% MfMR■,. *׳?4 * *? l*^sC1s»'¥ÄP*׳»•״^ ■* Ko. 7 Jüdische Rundscliau. .Sehe ו - — - »■W» ■I ■>., , - . .—II ■■-■■■I ■II, ——•—II- ■ 8 ", י״ד I t Von dort können auch stets Nationatfond - 1 marken in jeder beliebigen Anzahl, ebenso Sharebüche r und Share marken bezogen werden. ־ ־ ־ Berlin. In der;״Jüdischnationalen;FrauenVereinigung“ spricht am Montag, den 16. d. M. im Altstädter Hof, Neuer Markt 8—10, Herr Josef Falkenbcrg, cand. jur. über ״Die Frau in der Rechtsgcschichte“. Berlin. Am 3. Februar er. fand im Altstacdter Hof die Generalversammlung des hiesigen Share-Clubs statt. Aus dem Jahresbericht sei erwähnt, dass insgesamt 2340 Sharemarken verkauft wurden. In letzter Zeit sind 111 verschiedenen anderen deutschen Städten Zweigstellen eingerichtet, so in Lübeck, Mainz und Frankfurt a. O. Hierzu kommen jetzt noch Reuthen, Zabrze, Rawitsch und Memel, so dass eine recht blühende Fm- Wickelung der schon sehr beliebten Einrichtung des Share-Clubs zu erwarten steht. Der neu gewählte Vorstand setzt sich, wie folgt, zusammen: Dr. Theodor Zlocisti, Strassburgerstr 24, Vorsitzend. Wm. S a m s 0 n, Alte Jacobstr. 57/59., Ernst Herrmann, Melchiorstr. 19, Revisoren. Frl. Hulda Thomaschewsky. Immanuclkirchstr. 33. Frl. Sophie M a j c r 0 w i t s c h, Franscckistr. 35 II. Frl. Brenner, Neue Rossstr. 17 Hi. Dr. J. Renzer, Grcnadicrstr. 43 III. cand. M. Baum, Claudiusstr. 16. cand..Theodor Heilborn, Auguststr. 3S. Sharemarken sind bei sämtlichen Vorstandsmitgliedern, sowie in der Expedition der Jüdischen Rundschau erhältlich. . B. M. Berlin. Akademische Gruppe’. In der Abteilung für P a 1 ä s t i n a k 1! n d c hielt Mittwoch, den 4. d. M., Dr. Sandler das Referat über ״Epidemiologie und Hygiene des Orients". Es ging durch seine Gründlichkeit und den weiten Plan‘ seiner Anlage bedeutend über den Rahmen einer kurzen Mitteilung hinaus, da es den grössten Teil des mit staunenswertem Fleiss gesammelten einschlägigen Materials bot. Aus der Fülle des Interessanten ging schon an diesem Abend mancher Hinweis auf die Aufgaben einer zukünftigen Volkshygienc Palästinas hervor. Der zweite Teil des Referates folgt in der nächsten Woche. Sonnabend, den 14. d. M., findet eine kombinierte Sitzung der Palästinagruppe und der neuen Abteilung zum Studium der Lebensverh ä 11 n i sse der Juden!(bei Cassel, Burgstr, 16) statt. Referate: D. Tr letsch, ״Der Stand der jüdischen Emigration" und Dr^Fr־i«d1aen de r, ״Die Juden in Jerusalem“. '■: , ׳ ' Am vergangenen Sonnabend fand die Festsetzung des Arbeitsplanes für die Abteilung zum Studium der Lcbensverhältnissc der Juden statt. Nach dem Vorschlage von D. Trietsch wurde sic für den Rest dieses | Semesters mit der Palästinagruppe kombiniert und als : gemeinsames Arbeitsgebiet die Frage der Emigration und die Lage der Juden im Orient gewählt. •־ : ‘ j Schon jetzt wird darauf aufmerksam gemacht, dass! in nächster Zeit die Generalversammlung der; zionistischen Akademiker Berlins statt- findet. Ort, Tag und Tagesordnung werden noch bc- \ kannt gegeben werden. Alle Mitglieder die ■bis : dahin ihren Beitrag nicht gezahlt haben,.werden ge- \ striche 11. : Elias Auerbach. Lchrtcrstr. 14/15. Königsberg. In der Kcnigsbcrgcr Zionistischen Vereinigung . sprach atn Sonntag Abend im grossen Saale der Palästra Albertina, Herr Dr. TI1. Zlocisti- Berlin über ,.KuUurhoifming und Kulturarbeit im Zionismus‘‘. Ausgehend vom Baseler Programm, welches die sozialen Aufgaben des Zionismus fixiere .und nur andeutungsweise auf die grossen Aufgaben Bezug nehme, denen die ganze Bewegung gelte, führte Rednei vor zahlreichen Zuhörern weiter aus, cs habe niemals ein. Judentum gegeben, welches identisch sei dem der Kirche. Darum wolle man nicht mehr bloss Sabbathjudc sein, sondern man wolle mit allem Sein, allem Wollen. Können und Sollen eingefügt sein in das wahre Judentum. Ein grosses Verdienst des Zionismus sei cs da. dem ganzen jüdischen Volke in der ן Diaspora ein Ziel gesetzt zu haben. AH das Gute, was bis- ' her bereits durch den Zionismus geschehen sei, das habe doch I nur durch den wahren Zionismus geschehen können, der sich i darstcllc als ein seiner Pflichten voübewusstes Judentum. Also j sei der Zionismus mich keine Partei, wie man ihm vorwcrfc. Und was er sonst noch erstrebe? Eine neue hebräische Littcrntur, wie überhaupt eine jüdische Kunst, und auch eine j Wissenschaft, die lebendige Beziehungen zum Leben der Juden \ bringt, nicht etwa wie der ״Verein für jüdische Volkskunde“, j der sich immer an die ״jüdische Glaubensgemeinschaft“, nie j an das ..Volk" wende. Ein Ziel wäre es. wenn die jüdischen , Gemeinden sich zusammenschliessen. die Arbeit des Zionismus übernehmen wollten, dann brauchte man keinen Zionismus Walter: ■ Ich bin mündig! Markus : Ich bin dein Vater!! Antworte nicht, die Sache ist erledigt! Walter: Gewiss ist sie erledigt: ich werde Jude! Markus: Junge! - Walter: Da ist nichts mehr zu ändern! — Ich — werde —' Jude! Markus: Bist du wahnsinnig. Bengel? ' (Er geht erregt umher.) Huch Gott, huch Gott! Dieser Blödsinn, diese Eselei! Nu hat man sich glücklich frei gemacht von dem alten Wust, hat sich aufgcschwtmgen zu den höheren, weltumfassenderen Idealen. von Freiheit und Aufklärung, und tm kommt solch ein Bengel, — 11c, ne, ne! Es ist, um auf die Bäume zu klettern! S’ is so, — so, wie soll ich mich ansdriieken, so gänzlich unmodern! So, — so tollliausmässig, dass man garnichts dagegen sagen kann. Mensch, bedenk’ doch schon dies eine: Die ganze Karriere geht dir doch verloren! Walter: Auf Karriere spuck’ Ich! .... Markus (perplex): Sooo? — Allerdings dann, — ja, dann- Walter: Dann kann ich also Jude werden? Markus: Hab’ Ich das gesagt? — Ich wusste allerdings nicht, dass du ein Mensch ohne allen Ehrgeiz hist! Walter: - Ich bin keine Strcbcrscele! * Markus: Was — kuckst du — denn dabei mich so an?- Und :überhaupt: Strebcrscclc! Was heisst denn das? So spricht! ein Sextaner, wenn er sich ärgert, dass der andere Primus geworden ist und nicht c r, aber so spricht kein erwachscncr Mensch! Ein Vater hat das Recht, von seinem SpIuic zu verlangen, dass cr’s chimal weiter bringt, besonders, wenn er begabt ist! Und ich hab’ dir das noch durch die Taufe leicht gemacht! Walter: . Ein *Vater hat nicht das Recht, seinem Sohne sein angestammtes Volk zu rauben! Markus: , -. Esel!! Was für ein Volk! , •’.־ Walter: .; . - Das grösste unter allen Völkern! '? *T*-.