Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 6 (6.2.1903)
- Date
- 1903-02-06
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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. 43*ki«1i* No. 6 «JTUdiscla© Hundscliau. Seite 47 einen äusserst harmonischen Verlauf. Für zionistische Zwecke ־ward ein ansehnlicfie'r Betrag erübrigt. Wien. Die Zionisten feierten hier nachträglich ein grosses Makkabäerfest, bei dem unser Dr. Alfred Klee die Festrede hielt. Das Fest, das In Jeder Richtung eine hervorragende Leistung war, wurde von über 3000 Personen bcsucht, obwohl die Polizei aus Sicherheitsgründen längst vor der Eröffnung die Saaltüren hatte schiiessen fassen. Das Fest ist wiederum ein Beweis, wie tief der Zionismus in Wien schon die grossen Volksmasscn ergriffen hat. London. Angio-Palestine Company. Limited, hat in ihrem Büreau am 30. Januar eine Generalversammlung mit der Tagesordnung abgehalten, das Kapital der Gesellschaft um 40 000 Pid. Stert.. die in 40 000 ordentliche Aktien zu l Pfd. eingeteilt sind, zu vergrössern und dies zu dem registrierten Kapital von 10000 Pfd. hinzu/.urcchnen. Der Antrag wurde angenommen. fc. - A A A A A A A A A A A A A A A A A A A AA!A A A A A A A Atili A A A A A * * |:־ ־ Rundschau. gj fc✓ V ין׳'1׳ V T 1׳ '1׳’ T? 1׳' Y VT V V V V '1' 1׳' T V V T V Y T V T V T V T V T 1׳* V vj Berlin, den I. Februar 1903. Das Jüdische Genesungsheim in Leimitz soll in diesem Jahre bereits anfangs März wieder eröffnet werden. Meldungen uni Aufnahme weiblicher Patienten können schon jetzt an das Bureau des Vereins Grosse Präsidenten- Strasse 3 1 gerichtet werdet!. Aerztliclics Attest ist beizufügen. Jüdische Schauspieler. Am Montag, dem 9. ds., abends pünktlich SU* Uhr, findet bei Gabriel und Jäger״ Zehdenickcrstr. 10. eine Vorstellung jüdischer Schauspieler in jüdisch-deutscher Sprache statt. Es wäre sehr zu wünschen, dass die Gesinnungsgenossen sich recht zahlreich beteiligen. Näheres siehe im Inseratenteil dieser Nummer. Berlin. (Repräsentanteuversammlung). Als erster Punkt der Tagesordnung wird die Regelung, betreffend die Stundenhonorare fiir die jüdischen Lehrkräfte an den Rcligions schulen vorgctiotnmen. Sic werden in folgender Weise geordnet: Die Vorlage, betreffend das Stundenhonorar der an den Religionsschulcn tätigen Lehrkräfte ist. wie folgt, geregelt worden. i. An Stelle der bisherigen gleichen Besoldung aller Lehroffene Tür herein, man sieht helle Toiletten. Das Schwatzen verliert sich ins Nebenzimmer.) — Pause. — (Man hört ganz kurz klingeln, cs wird geöffnet, nach kurzer Weile erscheint Christine mit Abramsohn. In der Folge .oft Klingeln und Oeffnen.) Abramsohn: Entschuldigen Sie, gnädige Frau, dass ich störe! Könnte ich Ihren Herrn Gemahl auf einige Minuten sprechen? Christine: ׳ Ja, — ich weiss nicht, aber — — Abramsohn: Ich will durchaus nicht stören, aber die Sache ist seit! wichtig. Es handelt sich um Ihren Sohn, gnädige Frau! Christine: Nun, ich will sehen —. (Sie geht.) Abramsohn (ruft 1'hr nach): * Nennen Sie ihm, bitte, nicht meinen Namen! (Christine ab.) (Nach kurzer Weile kommt sic aus dem Salon mit Markus zurück.) Markus (zurücksprechend): Entschuldigen Sie, meine Herrschaften! Einen AugenbVck! — Sie müssen sich ein bischen allein behelfen! ~ Wie? Wie? — Sehr liebenswürdig, Frau Geheimrat! — — Wer Ist denn da, liebe Christine? (Schluss folgt.) %, י t י״ »■ kräfte mit 135 Mkv für die Jahresstunde wird eine Besoldung nach dem Dienstatter dngeführt II. Das Anfangsgehalt beträgt bei Lehrern 100 Mk. für dio Jahresstunde, steigt nach je 3 Jahren auf 120 Mk., 130 Mk.. 135 Mk., 140 Mk., 145 Mk. und nach weiteren 6 Jahren auf 150 Mk. III. Das Anfangsgehalt der Lehrerinnen beträgt 90 Mk. für die Jahrcsstunde und steigt nach 2 Jahren auf 102, nach 4 Jahren auf 108. nach 6 Jahren auf 114, nach 8 Jahren auf 120 und nach 10 Jahren auf 125 Mk. IV. Be! Festsetzung des Dienstalters wird in der Regel nur die an einer Rcligionsschule der jüdischen Gemeinde in Berlin ausgeübte Lehrtätigkeit angerechnet. V. Der Einffihrungstermin der neuen Besoldungsart ist der 1. Oktober 1902: alle Lehrpersonen, welche schon vor dein 1. April 1902 im Dienste der Gemefnde-Religionsschulcn standen, erhalten ihre jetzige Besoldung. VI. Aushilfsweise beschäftigte Lehrer erhalten für die Einzelstunde 2—2,50 Mk., Lehrerinnen 2 Mk. Der Etat des Krankenhauses ruft eine interessantere Debatte hervor. Von Prof. Landau wird dem Ocmeimlevirstand vorgehaltcn. dass er einen Neubau des Krankenhauses in völlig uniiygienischer Weise bewerkstelligen lassen wolle, weil er die Krankenpflege* vom Standpunkte der Finanzen und nicht von dem der Hygiene betrachtet wissen wolle. Er weist energisch auf das Unzulässige in dem Vorgehen des Vorstandes hin, der in undurchdringliches Geheimnis hüllen wolle, was er ins Werk setzen möchte. Man habe den Baumeiste! Schmieten beauftragt, gegen Entgelt von S500 Mk. ein Bauprojekt auszuarbeiten, das lediglich architektonisch berechtigt sein könne, aber die unhaltbaren Zustände im jüdischen Gemeindehospital zum mindesten nicht verbessern werde. Schmieten habe sicher getan, was in seinen Kräften stehe, und alle Schuld an dieser völlig verfehlten Ausgabe von 8500 Mk. trifft lediglich den Vorstand der Gemeinde, der aus Abneigung gegen die Sachverständigenurteile verkehrt und heimlich vorgehe. Wir wolien ein Krankenhaus, das kranken Menschen helfen soll und nicht die Zustände der Auguststrasse konservieren. Das wird den Antisemitismus mehr bekämpfen, als alle Eure Reden. Der Vorsteher J u c 0 b i erwidert, dass die Kosten eines Hospitales wie Prof. Landau es wünscht, unerschwingliche für die Jüdische Gemeinde wären., und dass der Vorstand nicht auf seine Wünsche ein• gehen wolle und werde. Er beruft sich auch auf die Korne renz, an der Herr Landau selbst teilgenommcn habe. Landau bestreitet in seiner Erwiderung, dass eine solche Konferenz statb'chabi habe. Er sei kein Mitschuldiger des Vorstandes. Wir bedürften ein Krankenhaus, das nicht ..stinkig, geräuschvoll und mitten im Strassen!;'!rin der Nacht gelegen“ se:. Kostspielig sei, was er vorschlage, aber notwendig. Und wenn”wir es nicht wollen, so würde uns die Polizei dazu zwingen! Vorsteher Jacobi erklärt wiederholt, dass man nicht ungezählte Millionen ausgeben könnte. Prof. Baginsky vertrat dann, w׳enn auch nicht mit dem gleichen angenehmen Temperament, aber darum nicht minder energisch, den Standpunkt seines Kollegen Landau. Er bestätigt alle Vorwürfe, die Landau macht von der Geheimniskrämerei bis zu der gänzlichen ,,Unhaltbarkeit des Vorstandsprojekts.' In einer weiteren Erwiderung sicht sich Landau veranlasst, da zu erklären, dass er trotz der Anzapfungen des Vorstandes, denen sich Herr Mannheimer durch Zwischenruf anschiiesst. eine geburtshilfliche Station für unbedingt notwendig erachte. Wenn Baginskv gewünscht habe, endlich einmal die Projekte ordentlich vorgelegt zu erhalten, so sei er gar nicht neugierig darauf: denn es könne doch nichts dabei herauskommen. Nachdem Landau mit der Ankündigung geschlossen, dass erund seine Freunde keine Ruhe geben würden, bis diese Frage in würdigern Sinne beantwortet wäre, schloss auch diese Debatte, bei der sich bezeichnenderweise ausser dem einen schüchternen Zwischenruf des Herrn Mannheimer keine einzige St'mmc aus der Versammlung für den Vorstand vernehmen l'css. Der Etat des Hospitals in Höhe von 61 580 Mk. wird sodann einstimmig bewilligt. Ueber den Hauptrechnungsabschluss der Gemeinde berichtet Isidor Sachs. Davon sind folgende Zahlen von Interesse. Zuerst eine Nachbe\yilligu11g von 1500 M. für das Büreau. •KU j Mark für Grundstücke und 5335 Mk. zum Ankauf von Synagogen. ln der Etatzeit wurden verausgabt für gottesdieustliehe Veranstaltungen 254 000 Mk־.. für Schulwesen 182000 M.. für Armenpflege 102 000 Mk.. für Waiscnpflcgc 109 000 Mk. und für das Krankenhaus 64 000 Mk. Der Referent betont, dass man nicht umhin können wird, im kleinen 7.u sparen, um für die grossen Aufgaben Mittel zu reservieren. In seinem eigenen Namen spricht er dann noch den Wunsch aus, die dreijährige Etatspcriode in eine kürzere zu verwandeln. Auch wir haben einen Wunsch, nämlich den, dass die Versammlung den Journalisten durch langsames Vorlesen der Zahlen und etwas deutlicheres Sprechen ein klein wenig ent