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Jüdische Rundschau · 1903-02-06 · Heft 6 (6.2.1903) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 6 (6.2.1903)
Date
1903-02-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 44 No. 6 «Jiidisclie Rundsolm u. stören; ebenso das christliche Europa. Keiner der Beteiligten pflegt so bescheiden zu sein — , Doch das Gewicht liegt ja nicht anf den zahlreichen Schwierigkeiten, die den Plänen der Zionisten entgegen stehen, sondern darauf, dass die Phantasie von Millionen hungriger und intelligenter Menschen in unseren Tagen leidenschaftlich in diese Richtung geleitet ist. Es besteht also eine Möglichkeit dafür, dass sich noch einmal innerhalb lenes engen Landgebietes eint Art jüdischer Kultur entwickeln kann und diesmal eine moderne. Das Experiment wird für den, der es erleben wird, höchst bemerkenswert sein.*4 — 3G--oc Aus der Bewegung. SC___£>C Berlin. Die Akademische Gruppe veranstaltete Mittwoch, den 28. v. M., eine öffentliche Akademikcrver- Sammlung im ״Eiskllcr“, Chaussecstr. 88, die von etwa 300 Personen besucht war. Dr. A. Sandler sprach über ״Die Juden und die nationale Frage“. Er behandelte In zugleich fesselnden und gründlichen Ausführungen die Hauptpunkte zionistischer Anschauungen und verstand cs, überall ein geschlossenes Bild der Kritik und der positiven Ziele zu geben. Nach dem sehr beifällig angenommenen Referat folgte eine recht lebhafte Debatte, die sich mit Ausnahme der Rede des Herrn Heilmann durchaus In den Grenzen sachlicher Erörterung hielt. Und wenn wir auch manches alte gegnerische Argument wieder zu hören bekamen, das eine war doch deutlieh, dass niemand mehr es wagte, den Zionismus, wie es früher Sitte war, a limine abzulehnen und zu verdammen — mit Ausnahme des Herrn Hellmann. Immer typischer wird in unseren Versammlungen die Figur dessen, der dein Zionismus ..sympathisch gegenübersteht". Nachdem die Herren Lucas. Grünbauin, Heilmann, Auerbach und Caivary ausführlicher gesprochen hatten, mussten sich die übrigen Redner der späten Stunde wegen mit kurz bemessener Zeit begnügen. Um 1 Uhr schloss die Versammlung mit einem Schlusswort des Referenten. Sonnabend, den 7. Februar, abends 9 Uhr, findet Im Caf6 Monopol eine Besprechung der neuen ״Abteilung zum Studium der Lebens Verhältnisse der Juden" statt, um den Arbeitsplan festzulegen. Anmeldungen und Anfragen an Elias Auerbach, Lehrter: Strasse M/15. Leipzig Am 10. November 1902 fand im Pfauensaal des Zoologischen Gartens eine stark besuchte öffentliche Ver- Sammlung statt, in welcher Dr. S. Gronemann -Hannover über das Thema: ״Der Zionismus und die deutschen Juden" referierte. Der Referent vermochte durch die klaren Ausführungen und die Überzeugende Weise, in der er vor trug, einen sehr grossen Eindruck bei den Anwesenden hervorzurufen. Es folgte eine anregende Debatte, an welcher Herr Rabb. Dr. Nobel, Dr. Kallner, Vorsitzender d. hiesigen jüdisehen Turnvereins, Herr Apfelbaum und Herr Wiener sich lebhaft beteiligten. Im Anschluss hieran trug Herr Maurice Morisson, herzgl. Moiningenscher Kofschausplelcr, auf einer Durchreise begriffen, mehrere Rezitationen aus dem Gedächtnis vor, unter anderem das herrliche Gedicht ״Die Zionstochter“ von Dr. K. Lippe und entfesselte damit einen kolossalen Beifall. Die auf Veranlassung des Herrn Morisson, der in liebenswürdiger und uneigennütziger Weise sein Talent in den Dienst der Sache stellte, eingeleitete Tellersammlung ergab 32 Mk., die an durchreisende rumänische Juden verteilt wurden. Mittwoch, 3. Dezember 1902 sprach Herr Dr. rnr. B. Kahn-München im gleichen Saale vor einem Publikum von über 200 Personen über: ״Die sozialen Funktionen des Zionisinus". Mag auch der Vortrag weniger als Agitationsrede geeignet sein, so war er in um so höherem Masse inhalts- und gedankenreicher als die allgemeinen Reden. Der Herr Referent wusste das Publikum zu erwärmen und nachzuweisen, wie berechtigt der Zionismus schon vom sozialen Standpunkt ist. Es entwickelte sich eine kurze Debatte. Wir gewannen an diesem Abend mehrere Schekelzahler und Mitglieder. Auch wurden einige Aktien verkauft und 10 Mk. für den Nationalfond gespendet. Unsere Makkabäerfeier veranstalteten wir am 27. Dezember. Sie war von 600 Personen besucht. Wir sind mit dem agitatorischen, moralischen und finanziellen Erfolge derselben sehr zufrieden. Der Reinertrag kommt der Bibliothek zu statten. Ucber den Verlauf der Feier schreibt der ״General-Anzeiger für Leipzig": ,.Die Zionistische Vereinigung und die Akademische Gruppe ״Zionah" begingen am Sonnabend im Goldenen Saale des Krystalipalastes die Makkabäerfeier, in deren erstem religiösen Teile Herr Rabb. Dr. Nobel eine gehaltvolle Rede über das der Erinnerung an die Weihe des jüdischen Tempels in Jerusalem gewidmete Chanukahfest hielt und auf die Bedeutung der zionistischen Strömung im Judentum hinwies. Der zweite Teil des sehr stark besuchten Abends war der Unterhaltung gewidmet und bestand itn wesentlichen in einem Konzert, zu dem hervorragende Solisten gewonnen worden waren. Herr Job. Snocr, unser Harfenvirtuos, Herr E. Hevde, der Violinvirtuos des Gewandhauses, Frau Siegmann-Wolff vom Stadttheater, die Konzert- Sängerin Frl. B. Kruszynski und der Konzertsängcr Herr John Sobolski aus Berlin. Sämtliche Künstler boten hervorragende Ch ristine (lächelnd): Ach, Gott! Markus: Was meinst du? — — Es kommt mir nämlich seit einiger Zeit so vor, als ob er auf uns und unseren Verkehr so ziemlich herabsicht. Christine: Aber, lieber — Markus: * Er scheint garnicht zu wissen, was Ich bin! Und dabei bin Ich erst letzthin Ritter des Kronenordens vierter- Alle Wetter, hab' ich das ganz vergessen! Christine: Willst du ihn wirklich anlegen? Markus (unsicher): Nun, meinst du etwa nicht? — Christine: Ich weiss nicht — Markus: Es macht «ich doch wohl —־ besser! Nicht wahr? Und schon, um dem Jungen zu zeigen — (ab). Walter (Christ, von jüdischem Aussehen): Mutter! Christine: Da bist du ja! Walter: Mutter, Ich habe dir etwas zu sagen! Christine: Nun, was denn? Walter (zögernd): Ja — Christine: So red' doch! W a 11 e r: Ja, mein Freund Abramsohn wird nachher erscheinen und Vater zu sprechen wünschen. Christine: Während unsere Gäste hier sind? Walter: Ja, es handelt sich um eine wichtige Sache. Du wirst Ihn also vorlassen, und — Christine: Warum hast du Ihm nicht gesagt, dass wir heute Qesell- Schaft haben?

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