Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 4 (23.1.1903)
- Date
- 1903-01-23
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Ko. •i «Jtidiselie Himdscliau Seite 29 *tr ״ an'der Arbeit, Örtsgruppen zu gründen und so sehen wir denn." dass der Geist der zionistischen Idee in immer weitere Kreise dringt und dass, wo sie einmal festen Fuss gefasst, mit Begeisterung für die hehre Sache gearbeitet wird. Hier in Köln am Sitze unseres Zentralkomitees, haben wir doppelte Piliohten und wir erfüllen sie gerne und mit Freude. M. 0. , Mainz. Unsere Makkabäerfeier, bei der Dr. K o r e f ־ Hanau die Festrede hielt, wurde von über 300 Personen besucht, und nahm einen überaus glänzenden Verlaui. Pie überaus־ gelungene Feier hatte einen grossen propagandistischen Erfolg, der sich in einer grösseren Anzahl von Beitiittserklärungcu äusserte. Die Ortsgruppe schickt sich an, zum Mittelpunkt des jüdischen Lebens in Mainz zu werden. — Amsterdam. Die Redaktion der Zionistischen Rubrik im C.c.iLt raalBlaadvoorlsraclitcnhiNedcr- Jhchaltung des Hebräischen oder seine Abschaffung Im Gottes- , dienst denken wie mau wolle, bei allen Parteien sei man! darüber einig, dass es keine jüdische Religion ohne hebräische I Sprache gäbe. Unsere 10 Gebote und unsere Torah seien J hebräisch, und nur hebräisch zu verstehen. Und wenn das Schulkollegium sich darauf berufe, dass ein grosser Teil nicht mehr das Hebräische wünsche, so tto/fe das gerade auf die : Eltern der Kinder, die die Volksschulen besuchen, nicht zu!; Und wieso sollten Kurse ausserhalb des Unterrichts weniger j belastend wirken, als der offizielle Religionsunterricht? Vielleicht ist der Vorschlag mit den Kursen In der Richtung gcj meint, dass die Kinder, die in den Volksschulen biblischen und! ethischen Unterricht bä ז ten, in der R.cligionsscbulc von diesen , Gegenstände befreit!••«d mir im hebräischen Unterricht sein j sollten. Endlich wies er noch darauf hin. dass in jüngster Zeit! in die katholische Volksschule einige lateinische Gebete cinge-; führt seien. (Bravo auf mehreren Seiten der Versammlung).! Die Sitzung wird durch die Amtseinführung und Verpfiich- I a n d bittet die Herausgeber und Verfasser, ihm jüdische oder zionistische Bücher oder Schriften zur Rezension zuznsenden. Belegexemplare werden, wenn gewünscht, mit deutscher Ucbersetzung zugesendet. Auf genaue Adresse bitte zu achten! E. Slijcr. phil. dass, cand., Schriftführer des Nederlandschen Zionistenbonds. Amsterdam, N., Prinscngrächt 15. L \ X X x ,׳.J, x.1. .1, ,1. X X X X .I. X X X X X X X X X X X X X X & X X X X X z 3 t׳-J .... ■* ׳»fl Rundschau. t r r fr ני• ני-: ני-: ני-: Vf:y V? T V T T T V V T T? V V V T T V V 1׳ '1׳' T V V V T V V YY V Y Y T T vft --> ׳־ ״-*־־ ' ■•׳״■' ׳ Berlin, den IS. Januar 1903 (Sitzung der Repräsentantente Sitzung Versammlung der Jüdischen Gemeinde). Die heu: nahm ihren Anfang mit der Neuwahl des Vorsitzenden und der Schriftführer. Von 15 Stimmen für den ersten Vorsitzenden fielen 9 auf l.öwenberg und 6 auf l.nuis Sachs, 'der 3Iso, da keine 6 liberalen Vertreter anwesend waren, auch konservative Stimmen erhalten haben muss. Bei der Wahl des 2. Vors, wurden 3 unbeschriebene Zettel abgegeben, während *I auf Geh.-Rat B!11men:h.״l und S auf den liberalen Geh. Konimerzienrat Friedländer abgegeben wurden: mithin ist dieser gewählt. Vors.-Stcllvcrtreter wurde Blumenthal, Schriftführer Rechtsanwalt Cohn und, Isidor Sachs. Gymnasialprof. Dr. Blaschkc berichtet hierauf über ein Schreiben des Provinzialschulkollcgiurns betr. Ablehnung der Aufnahme des Hebräischen in den Lehrplan des jüdi* sehen Religionsunterrichts in den Berliner Volksschulen. Das Kollegium ist nicht einverstanden mit dem von der Jüdisehen Gemeinde cingcrcichten Lehrplan, und Sache der Jüdischen Gemeinde ist es. zu entscheiden, ob zum Religionsunterricht das Hebräische gehört oder nicht. Das Provinzialschulkollegium öussert sich, dass der Unterricht in der hebräischen Sprache weit das Ziel der Volksschule überschreite, und dass es mit ihren Unterrichtszielen unvereinbar sei. das Hebrfiische in den Unterricht aufzunehmen. Dazu käme, dass eine beträchtliche Anzahl der jüdischen Schüler der Berliner Gemeindeschulcn so wie so die Religionsschulen der Jüdischen Gemeinde besuche. Der Religionsunterricht müsse nach den anderen Fächern hin erweitert und vertieft werden, um so mehr als cs dem Provinzialschulkollegium bekannt sei. dass man‘In vielen jüdischen Kreisen das Hebräische direkt nicht wünsche.. Es wäre vielleicht empfehlenswert, an den jiidisehen Reügionsscluilcn durch besondere Kurse zur Ausgestaltyng und Unterstützung des Religionsunterrichts einem dadurch entstellenden Mangel cntcegcnz.utrctcn. Wenn das Sc!:!1lkollcghim sich so, führt Blaschkc aus. bei Aufstellung des Lehrplanes der •Unterstützung des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde versichert, so läge ein ר eil der Ablehnung an der Berliner Städtischen Schuldeputation. In der Städtischen Sch'il- Inspektion habe sich, die früher dem Hebräischen zum Teil nicht ungünstige Meinung geändert, und dem ablehnenden Be- Schlüsse des Prov!n/.ialschn!k״l!egiu?ns läge der ablehnende Be scheuTTier Städtischen Schuldenutatlon zu Grunde. Auch sei es fälsch, von einer beträchtlichen Zahl von (jcmeiiideschülcru zu sprechen, die au den Religionsschuleu unterrichtet würden, da man nur die Schiller gezählt habe, aber ausser acht liesse. dass der Barmitzwahunterricht dabei die Hauptrolle spiele. Eine Vertiefung und Ergänzung des jüdischen Religionsunterrichts sei •nach allen Richtungen hin unbedingt notwendig. Fortbildungsunterrlclit in jüdischer Religion fehle gänzlich. Für Fortbildung nach Verlassen der Schule auch in der religiösen Bildung.habe rnan.Sorge zu tragen.. Mau könne über die Beitiiung der wieder- und ncugewähltcn Acltesten und Acltestcn- Stelle ertreter des Vorstandes unterbrochen. Dabei erklärt der Vorsitzende, dass sich der. Vorstand bemühen werde, zwischen und über den Parteien die Geschälte der Gemeinde zu leiten. Sodann erwidert vom Vorstände Dr. Lachinann, dass Blaschkc die Hauptsache vergess-n habe: I1״ Bescheide des Provinzialscliulkollcgiums sei ausdrücklich gesagt, dass das Hebräische als fremde Sprache über das Ziel der Volksschule biiuHisgehil Es sei das d ne sehr o! i c A b l e h 0 u :1 g. Si llen wir uns dabei beruhigen oder nicht? (Zurufe von verschiedenen Seiten: ..N e in!") Es bliebe ja noch die Besch werde an das Ministerium möglich, die verspreche aber keinen Erfolg. Demgegenüber betont Blaschkc. dass eine Beschwcrdc an das Ministerium untunlich, dass aber das Provinzialschulkolleiguin Yeriiunftgriindcn gegenüber zugänglich sei. Lachinann betont, dass der Lehrplan von der Städtischen Schnldcputation begutachtet und gut befunden sei. nur das Hebräische almelehnt wäre. Falls das Provinzialscliulkollcgium ablehnt, müsse.! w i r iur das Hebräische sorgen. Inzwischen gelangen zwei Anträge, zur Verhsung. einer von Frank el und Prof. B n gin s k y mit einer Erklärung, dass der Reitcionsunterricht ohne Jas Hebräische seinen Zweck verfehle, und ein zweiter des H rr!» Louis Sachs, der bedeutend bescheidcner ist. Sodann ergreift Baginsky das Wort. 11 n. zu erklären: Wenn man uns das Heiligste antaste?, dann haben wir keine Parteien, dann sind wir alle einig. Die Entseid issu.igen des Prov;nzi׳dsehulk1״tegiums seien nicht Jogn!?tisch: sondern wandelbar. Wir müssten nur festen Willen ־/,eigen, dass wir das uns nicht gefallen lassen v ollen. D a s ist k e i n jüdischer R e I i g i o n s u 11־ t er rieht. Der verfehlt ohne das Hebräische völlig seinen Zweck Wenn man uns das Hebräische entzieht, entreisst m.t:t 11!!s das Fundament des eigenen Glaubens. Also Entschliesungeii. so rasch als möglich, und kein Blatt vor den Mund genommen. Wir dürfen keine Konzessionen machen. Entweder gehört jüdischer Religionsunterricht in den Rahnnn der Volksschule und dann auch das Hebräische, oder mau verbietet das Hebräische, dann «״II man aber nicht sagen dürfen, das ist jüdischer R.eügionsuntcrricht! Gegen diese Ausführungen wandte sich Louis Sa clis. di r. trotzdem er liberal ist, doch zugeben muss, dass das Hebräische nun einmal nicht aus dem jüdischen Rcligionsiintcrricht gestrichen werden kann. Mir ist es ganz .egal, wo sie das lernen, meinetwegen beim, katholischen Pastor, wenn sic nur das lernen, was ich für notwendig erachte. Gehen Sie nicht den Weg. zu behaupte. Religionsunterricht ohne Hebräisch sei kein Religionsunterricht. Oppenheim bittet Mittel und Wege zu linden., noch einmal an das Kollegium zu gehen. Baginsky will das Hebräisch«* nicht als tote Grammatik unterrichtet wissen, sondern im engsten Zusammenhang mit dem übrigen Jüdischen Unterricht, darum betrachtet er das Hebräisch nicht so. dass es auch der katholische Pastor erteilen könnte. Sodann wird der Antrag Louis Sachs mit fast allen Stirnneu, auch den meisten sogenannten Konservativen augeuomn!en. (Wir kommen daran! nächstens besonders zurück). Für Reparatur der Neuen Synagoge werden 232.56 Mk. be• willigt, iür den Umbau des II. Waisenhauses 15 WO Mk., dagegen der Beschluss des Vorstandes bestätigt, die 15 000 Mk. für eine dort zu erbauende Turnhalle zu streichen. Die An- Stellung eines Bureaubeamten mit einem Aufaugsgcbalt von 1500 Mk. wird beschlossen. Der Zuschuss der Waiscnkuinnässion wird uni 2500 Mk. erhöht; an Reparaturen auf (Jememdegrmidstfickei! wird 515,69 Mk. bewilligt. Der Hauptreclmiingsetat der Gemeinde wird vertagt. Die Umwandlung eines bisherigen Sclektcuknrsus an der Mädchenschule in eine reguläre Selekta zur Vorbildung für den kaufmännischen Beruf (Stenographieren. Schreibmaschine. Deutsch, Französisch. n.■ schichte) wiid beschlossen: leider war man noch nich* einig, das unbedingt notwendige Englisch einzuführen. Auf rranzösisclt könnte man eher verzichten.