Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 3 (16.1.1903)
- Date
- 1903-01-16
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Hier in Charkoff geschah cs von Studenten in geradezu glanzen• der Weise. Der bekannte Führer zionistischer Studenten Wolod• Ja Soskin hielt eine glänzende I'estrede. die dem Zionismus 1 viele neup Freunde auch Itier ziifiihrte. *Man weiss das erst zu schätzen, wenn mau bedenkt, wie in dieser Gegend die russisch-jüdische Studentenschaft dem Judentum ganz entiremdet ist. Berlin. Bei dem Streite zwischen Milchzentralc und den! Verein Berliner Milchpächter ist es nicht abgegangen, ohne dass die Judcniragc berührt wurde. So wenig die Milch mit einer anderen Rasseniragc als mit der der Milchkühe zu tun haben kann, fand sich doch der Vorsitzende der Milchzentrale gelegentlich bemüssigt, die jüdischen Anwälte in die De• hatte zu ziehen, und sich Pücklcrscher Beredsamkeit gegen die Juden zu beilcissigen. Wir halten es daher für angebracht, darauf hiuzuweisen, dass offenbar die Milchzentralc jüdische Kundschaft nicht wünscht. Zugleich machen wir folgende Fir* tuen bekannt, die ebenfalls sich gewiss nur freuen werden, wenn Juden bei ihnen nicht kaufen bztl. nicht bei ihnen arbeiten lassem Wir hoffen, dass seitens der Juden diesem Wunsch in vollem Masse stattgegeben wird. Altmanns Zahnklinik am Alexanderplatz. Gustav Banse, Stempelfabrik, Rosenthalerstrasse 05, Bernhard Berg, Zigarettenfabrik, Kl. Hamburgerstr. 15, A. W i 1 b o r n, Porzellanhandlung, Brun• nenstr. 16, Max Knorr, Kravattengeschäit, Roscnthalerstr. 05, Robert Donner, Schneidermeister, Fehrbeliinerstr. 77, Karl Hager, Juwelier, Kastanien-Allee 55, A. T s c h ä g e, Wäschefabrik, Elisabethkirchstr. 13, A. Wittschas* Optiker, Elisabethkirchstr. 1. A. W. Schulz, Korbmagazin, Brunncnstr. 95, Georg Sichling, Damenkonfektion, Gr. Frankfurterstr. 101. D. Mad.cr, Gesundheitliche Genussmittel, Prinzenstr. 37, Adelheid Marten, Putzgeschäft, Köpenickcrstr. 111, Ludwig Pollak, Kohiengeschäft Marsiliusstr. 17, Geschw. Haupt. Haudarbeitsgeschüit, Alexanderstr. 8a. Otto D r i e s c, Zigarreugcsclüift, Klosterstr. 60/61, Herrn. Traut mann, Spiel- Warenhandlung. Alexanderstr. 53, Karl Schmidt, Tanzlehr־ Institut. Roscnthalerstr. 4, Ernst H 0 f f m a 0 a, Schneidermeister, Auguststr. 36, J. C. Gante, jurn. Vereinsabzeichenfabrik, Rossstr. 29, H. P ö c h e, Weingrosshandlung, Brunnenstr. 70, Reinhold K a b e 11 i t z, Blumenhandlung, Elsässer- 97, Wilh. Hamann, Tischlermeister, Schönhauser Allee H. Merensky, Puppenfabrik, Neue Königstr. 63, Theo- Qonlbier, Juwelier, Alte Schönhauserstr. 32, Ernst W e n d t, Schuhmachermstr., Mtinzstr. 22, Johannes P r i p - p e n 0 w, Kunstglaserei, Tcltowerstr. 49, A. S c h a r n b e c k, Optiker, Kochstr. 15. A. K r ö n I n g. Möbelfabrik, Kochstr. 10. A. F i n k e l m a n n , Schneidermeister, Krausenstr. 76, Gustav A. Dewald. Buchhändler, Blücherstr. 59, I. Conrad M e i t z n e r, Eisenwarengeschäft, Bülovvstrasse 24/25, H. B r a n.d t, Instrumentenmacher, Kaickreuthstr. 12, C. W 01 n y Nachf. Paul M a r s c h a 11, Zcitungsspediteur, Bandelstr. 30 pt., B. Jordan, Schlossermeister, Linicnstr. 199 a, F. U l ric 11, Schuhmachermcistcr, Auguststr. 63, Rudolf B ö 11 e r, Schneiüermeister. Schöneberg, Cheruskerstr. 71. B. M a s c 110, Klempner, Anklamcrstr. 50, Wilhelm Jutenberg, Biergrosshandlung, Adaibertstr. 56, Gustav.Wiese, Honigkuchenfabrik. Swinemflnderstr. 54, Roedelius, Zahnkünstler, Elsässerstr. 22. Diese Firmen haben sich im antisemitischen Adressbuch als ״v 6111 g J u d e n r e I n e“ F i r m e n auiführen lassen, und wir haben nicht die Absicht, diesen Firmen unsere Kund- Schaft aufzudrängen. Andererseits werden wir demnächst unsern Lesern die Firmen jüdischer Handwerker aufgeben, und hoffen, dass diese Judenfirmeu von unsern Lesem nicht vergessen werden. . Berlin. Die soeben erschienene No. 59 der ״Mitteilungen des Deutsch-Israelitischen Gemcindebunds" stellt in ihrem ersten Artikel unter 4 verschiedenen Punkten die neuen Vergünstfgur.gen zusammen, während auf Seite 4 unter a—c die Vergünstigungen für alle Versicherungsnehmer aus Bundesgemeinden aufgeführt werden. Die hinter den erwähnten Artikel abgedruckten nenen Satzungen der Friedrich Wilhelm Victoria- Stiftung unterscheiden sich von den alten Statuten durch den Wegfall einiger Bestimmungen, durch die sich die Klienten der Stiftung beschwert gefühlt haben. Der Artikel ״Anträge des Rabbinerverbands*‘ enthält eine vorläufige Zusammenstellung der auf die bezüglichen Beschlüsse des Gemeindetages eingelaufenen Antworten von 51 aitpreussischen grösseren Gemeinden. Dass sich der Landesverein für israelitische Kultusgcmelnden in Bayern dem Deutsch-lsraciitischen Gemeindehundc angcscldosscn hat, scheint uns ein erfreuliches Zeichen für fortschreitende Erkenntnis der Notwendigkeit des Zusainnicnschlusses der jüdischen Organisationen zu sein. Die Artikel über die beiden Fürsorge-Erzichunganstaiten in Repzin und Piötzcnsce und über die Arbciterkolor.ie in Weisscnsee enthält viel Interessantes. Die .schwarze Liste“ der unterstützungsunwürdigen Petenten scheint noch nicht genügend de.1 Intercssenten bekannt zu sein. Die Frage der ״Grenzliürcaus*• und die Zentralisierung der Bestrebungen zur Förderung des Handwerks bedürfen und verdienen wohlwollende Beachtung der jüdischen Gesamtheit. Ebenso würde der deutschen Juderihcii ein Dienst erwiesen werden, wenn die Bitte des Gemeindebunds wegen der Beantwortung der statistischen EnquGebogcn Gehör fände. Friedeberg. Der Verein zur Erforschung jüdischer Altertfnner hat dem Vorstände der hiesigen jüdischen Gemeinde einen Betrag von 1500 Mk. übersandt, welche für die Renovierungsarbeiten des Judenbades (Römerbad) verwendet werden sollen. Ebenso hat auch zu gleichem Zwecke die hessi- Seite Regierung der betreffenden Gemeinde 2500 Mk. zur Verfiigung gestellt, und auch der hiesige Magistrat in seiner ietzten Sitzung ebenfalls einen namhaften Betrag bewilligt. Die Rcnovierungsarbeiteii werden durch Kirchenbaumeister Kratz geleitet und sind soweit fortgeschritten, dass im nächsten Frühjahr mit dem Hause, das über dem Bade errichtet werden soll, begonnen werden kann. Munkacs (Ungarn). Die hiesige Polizei beweist ihrer» Eifer dadurch, dass sie nach Möglichkeit Juden ausweist. In dieser Woche hat. der Stadthauptmann den seit 10 Jahren ansässigen jüdischen Schulvorsteher Salomo Weissmann mit Familie in seine galizische Heimat abschieben lassen, ohne dass auch nur der Versuch gemacht wurde, die Ausweisung anders als durch den krassen Antisemitismus zu begründen. Allerlei. ln ״MSchael Sachs, Die religiöse Poesie der Juden in Spanien" (Berlin 1845) findet sich bei der Besprechung von Jehuda Hallewi folgende Stelle: ״Die Teilnahme für die geschichtliche Vergangenheit seines Volkes tritt bei R. Jehudah Hallewi so entschieden und durchgängig hervor, wie fast bei keinem Dichter und Denker; er ist der nationalste, patriotischste von ihnen, und wer sich das Problem, wie ein zerstreutes Volk eine Nationalität, und ein heimatloses esn Vaterland haben könne, theoretisch nicht zu lösen vermag, der wird in den Poesien unseres Sängers eine tatsächliche, praktische Lösung finden, die unendlich viel inniger, wahrer, edler, würdiger ist, als das neuerdings Mode gewordene Schacher- und Handelswesen der und des ״Israeliten des neunzehnten Jahrhunderts", da man für zu erhaltende Stellen als Schreiber- und andere Dienststellen iin Staate die Vergangenheit und Zukunft des Judentums als einstweiliges Angeld bietet• F. S . . . n.?.K *r*t .«j *v *n* *!י ־«* wr ״*־׳י' ־* * <* *