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Jüdische Rundschau · 1903-01-16 · Heft 3 (16.1.1903) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 3 (16.1.1903)
Date
1903-01-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Jüdische Rundsohau, No. 8 &&t6 22 kamen auch die geographischen und die wirtschaftlichen zu ihrem Rechte. גי- Noch einmal wird hier auf die demnächst zu eröffnende *״Abteilung zum Studium der Lebensverhältnisse der Juden“ hingewiesen. — * Der Kassierer (Rügen Bloch, Artillcriestr. 26) klagt noch immer ßber das Ausbleiben vieler Beiträge; dem Manne muss geholfen werden! Anmeldungen und Anfragen sind zu richten an Elias Auerbach, Lchrterstr. H/15. ab. Frankfurt a. 0. Am 10. Dezember 190’ sprach vor etwa 75 Personen, darunter auch Rabbiner und Oemcindcvertreter, im hiesigen Turnverein ״Jung Juda" Herr Dr. Emil Cohn aus Berlin Ober ״Jüdische Regencrationsbcwcgung". F.r führte aus, dass der Zionismus die verloren gegangene Einheit des Judentums wieder herstellc. Obwohl eine grosse Zahl von Gegnern anwesend waren, wurde wenig Widerspruch geaussert, da jedenfalls Herr Dr. Colm, unterstützt von Herrn Dr. Biram aus Berlin. Gelegenheit gab, die Ausführungen des Vortrags zu ergänzen und ein vollständiges Bild der ideellen und praktischen Regcncrationsarbcit zu entwerfen. Der Vortrag brachte zwar dem Verein keinen Mitgliedcrzuwachs, sist aber Vtir einen grossen Teil der Anwesenden die Veranlassung gewesen, sich . ernst mit der Frage zu beschäftigen. — Einen grossen, sowohl ideellen wie praktischen Erfolg brachte die am Sonntag, dem 2S. Dezember, stattgefundene Makkabäerfeier, wohl die erste überhaupt in unserer Stadt• Dr. Zlocisti-Bcrlin sollte über fungjfidlscbc Dichtung sprechen. Fast eine Stunde vor j Anfang des Festes war der Saal überfüllt, trotzdem für 170 > Sitz- und 30 Stehplätze gesorgt war. Herr Dr. Zlocisti j schilderte die Entwickelung jüdischer Dichtung in neuhebrä- 1!scher, iüd!sc!1־deutscher und deutscher Sprache und nahm da-; bei Gelegenheit, zu wiederholten Malen auf das mächtige An- * schwellen des jüdischen Lebens hinzuwersen. Im Anschluss rezitierte caud. tued. Rosenkranz- Berlin Gedichte von Morris RoseufelJ, Friedländer und Zlocisti und wollte der Applaus für beide Herren kein Ende nehmen. Hierauf sang i Herr stud. phil. L e b o w i t z - Berlin jüdisch-deutsche Lieder. welche ihre Wirkung nicht verfehlten. Alsdann hielt Dr. Klee- Berlin, als Vertreter der Zionistischen Vereinigung, die Tendenzrede, in der er den engen Zusammenhang zwischen der zionistischeu Bewegung und der allgemeinen jüdischen Rcgenerationsarbeit betonte. In ganz kurzer Zeit erweckte er solche Sympathie, dass sofort einige 20 neuer Mitglieder eintraten! so dass der Verein, jetzt nach halbjährigem Bestehen, 15־ Mitj glieder zählt. Es wurden dann noch einige Lieder aus dem Turncrliederbueh ״Jung-Judu“ gesungen, worauf sich ein Tanz- 1 kränzchcn auseliloss. Der Abend bedeutete für Frankfurt ein j Ereignis. Ein grosser Teil, auch aus den einflussreichen Kreisen J hiesiger Gemeinde, ist nunmehr ernstlich für die jungjüdische : ‘•Gedankenwelt interessiert. j Säönlanke. Am Sonntag, dem 4. Januar d. J., hielt in dem hiesigen ..Verein für jüdische Geschichte und Littcratur“ Herr Dr. Wilhelm Lew y aus Berlin einen Vortrag über das Thema: ״Welche Aufgaben hat das Judentum des XX. Jahrhunderts?" Per Redner entwickelte In seinem *Vortrage in eingehender Weise die Geschichte und die Tendenzen der zionistischen Bewegung, indem er auseinandersetzte, dass die Wiedervereinigung der zerstreuten jüdischen Volkstcilc der einzige Weg sei, das Judentum aus seiner gegenwärtigen Notlage zu befreien. An den Vortrag, der von den zahlreich erschic- - nene!) Gästen mit reichem Beifall aufgenommen wurde, schloss sich eine kurze Diskussion, in der sich nur ein * Gegner zum Worte meldete, der jedoch ebenfalls nur wenig au dem zionistischen Programm auszusetzen fand. Fast die gesamte jüdische Gemeinde war zu der Vor- Sammlung erschienen, darunter auch der grösste Teil der Gemeinde-Vorstandsmitglieder, die sich aUc als warmherzige Zionisten bezeichnetcn. Am Schluss der Versammlung wurde ein grösserer Betrag für den jüdisehen Nationalfond gezeichnet und der Vorsitzende des Litteraturvereins, Herr Bochner, forderte die Erschienenen zu einem möglichst zahlreichen Beitritt zur zionistisehen Ortsgruppe auf. Ueberhaupt muss man sagen, dass es wenige Städte in der Provinz Posen gibt, |n welchem das zionistische Leben so stark pulsiert, wie in Schönlankc. Die angesehensten Bürger der Stadt widmen sich mit allem Eifer unserer Sache; man gebt bereits damit um, deri Litteraturvcrcin mit der zionistischen Ortsgruppe zu verschmelzen und aus beiden einen ־7.10״ nistischcn Littcraturvercin" zu schaffen. __L Hannover. In Cer Lesehalle des Vereins ״Dorsche Schlot:! Zion“ fand am 28. v. M. eine ordentliche Generalversammlung statt. Der Vorsitzende Zimak berichtete, den zahlreich erschienenen Mitgliedern über die Tätigkeit ' des Vereines während des abgclautcncn Jahres. Diese erstreckte sie!! aut die Gründung einer Lesehalle, in der etwa 20 hebräische.! deutsche und jüdisch-deutsche Zeitungen ausliegeu, j II Aktionäre der Jüdischen Kolonialbank, eine grosse Anzahl i Schekelzahier und eine beträchtliche Summe für den National-;!V t:d. — Ferner wurde ein unentgeltlicher Unterrichtskursus; nir erwachsene, hier wohnhafte auslüridische Juden, in de! י• deutschen Sprache ins Lehen gerufen. Besondere Anerkennung 1 und herzlichsten Dank spricht der Verein auch an dieser Stelle 1:1. ־,seren geehrten Gesinnungsgenossen. Uri! Herren Inspektor Meyer und Henry Meyer für ihren vorzüglichen und cu'olgreichtn Unterricht aus. ln den Vorstand wurden gewählt Ziinak als Vors., ferner di״ Herren Schnelling. Kesten. Koppel, Tannenbaun), Bravmatm. Taimenbaum und Wöhrmann. Frankfurt a M. Am Samstag, dem 27.!2., bicit die Jüdisch- Nationale Frauenvercinigung eine Makkabäcricicr ab, die sich eines lebhaft״!!. Zuspruchs seitens des Publikums erfreute und einen sehr würdigen Verlauf nahm. Herr I. Simon-Mannheim entwarf in seiner Festrede ein farbenreiches und inarkan-!cs Bild der grossen Makkahäerepoche. Der Redner besprach sodann die i!n Zeichen des Zionismus stehende modernjüdische LiUeratur. Mit einem Appell au die anwesenden Gäste, sich der jüdischen Rena-'ssancehcwcgung anzuschlicssen, schloss der Redner seine interessanten und lehrreichen Ausführungen. V011 dem übrigen Teil des Abends verdienen besonders hervorgehoben zu werden, die glänzende, in perfektem klassischem Hebräisch gehaltene Ansprache der Frau R. Goldmann und ein hebräisches formvollendetes Gedicht von Herrn Schriftsteller S. Ooldniann. vorgetragen vom Knaben Leo Kolm. Den Glanzpunkt des unterhaltenden Teiles bildete ein gelungener, von Herrn Siegmund F i s c h c r eigens 1'iir die Feier verfasster Einakter mit zionisFschcr Tendenz ,.T he Kinophono- ״rapli“. der von Jen Damen Bäckcrmann. Wolf und Wolpc vortrefflich aufgeführt wurde. Der Einakter dürfte allen zionistischen Festveranstaltungen empfohlen werden. Ein Appell des Festredners zugunsten des Nationatfonds hatte die Sammlung einer beträchtlichen Summe zur Folge. Rcprnduktionen jung-jüdischer Kunst zirkulierten im Saale in Form von Ansichtskarten, die reissenden Absatz fanden. Unter Ab• singung der Nationalhyme עוד לא אבדה הל,ותינו schloss um 1 Uhr die anregende und v c-lilgclimgene Feier. M. J. Gl. Allen Gesinnungsgenossen! Eine kleine Gruppe von Männern beabsichtigt, sich h» wenigen Tagen in Kopenhagen zur ersten Zionistischen Verciiiigung Dänemarks zusamnicnzusclilicssen, um der grossen Idee auch in einem Lande Eingang zu verschaffen, wo sie den breiteren Schichten oft nicht einmal den! Namen nach bekaimt ist, zumal hier eine sehr liberale Regierungsform vorläufig noch den offiziellen Antisemitismus und damit teilweise auch einen äusseren Anlass für den Zionismus ausschaltet. _ Unterzeichneter richtet daher in anbetracht der durch die schrittweise Eroberung des Bodens hervorgerufenen Schwicrigkeiten, die noch erhöht werden durch den vollständigen Mangel geeigneter Agitationsschriften in‘ der Landessprache die liöfl. Bitte au alle Förderer unserer hohen Ziele, die junge Gruppe durch Uebcrlassung von Büchern, Broschüren, Flug-

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