Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1903-01-16 · Heft 3 (16.1.1903) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 3 (16.1.1903)
Date
1903-01-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2651289-2651293--00157-2656928
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

10v, זי ־־־ Kö. 8 «Ttidisclie Rundsehau. Seite 21 ’ 4. Es wird den einzelnen Ortsgruppen zur Pflicht gemacht, Reisekosten für Entsendung von Delegierten zu dem Delegiertetag und Kongress zu ersetzen. Das'Zentralkomitee soll eine Kasse zur Unterstützung solcher Ortsgruppen bei der Deckung dieser Auslage bilden, welche mit eigenen Kräften hierzu nicht. in der Lage sind. IV. Inbezug auf den Nationalfond wird beschlossen; 1. Es wird an das Aktionskomitee dos Ersuchen gerichtet, auf dem nächsten Kongress je einen Statutenentwurf auf der Basis 1. der Genossenschaft, 2. der Stiftung und 3. der Organisation des Kon grosses als juristische Persönlichkeit vorzulegen. Die Entwürfe sollen nach schweizerischem Recht ausgearbeitet und im Aktionskomitee vor dem Kongresse durchberaten sein. 2. Es wird empfohlen, dass in dem Statut der Beginn der Verwertung des Fonds von der Erreichung des Minimalbetrages von 5 Millionen abhängig gemacht werde. 3. Den Distrikts-Bureaux wird aufgegeben, sich mit Herrn Moses-Kattowitz bezüglich clor Organisierung von Gelegenheitsspenden für den Nationalfond etc. ins Einvernehmen zu setzen. V. Der Jüdischen Rundschau wird eine ausserordentliche Zuwendung von 252 Mark aus der Kasse des Zentralkomitees bewilligt, soweit dieser Betrag nicht von den einzelnen Ortsgruppen aufzubringen ist. VI. Das Aktionskomitee ־wird ersucht möglichst bald eine regelmässig erscheinende zionistisch^ Zeitungskorrespondenz ins Leben zu rufen, welche sämtlichen jüdischen und den grösseren nichtjüdischen Zeitungen zuzusenden ist. VII. Der Delegiertentag ־wird vorläufig auf den 3. und 4. Juni 1903 anberaumt; als Ort wird Hamburg bestimmt, nachdem dio dortige Ortsgruppe sich bereit erklärt hat, dio notwendigsten Vorboreitungen zu treffen. Auf die Tagesordnung wird ausser den Berichten dos Zentralkomitees, wie der Distrikt Vorstände und den sonstigen Geschäften gestellt, das ״Statut des Nationalfonds“. Ferner werden dem Ausschuss zur Vorberatung des Delegiertentages folgende Punkte zur Berück- 8ichtigung bei Feststellung der endgültigen Tages- Ordnung überwiesen: Gegenwartsarbeit und Gemoindeprogramm, Jüdische Handlungsgohilf«nverbiind 0 etc., Studentonveroine, akademischer Bund, Jüdische Hochschule, Die bestehenden grossen jüdischen Verbände und der Zionismus. II. Gronemnun teilt seinen Austritt aus dem Delcgiertentagsausschuss mit. VIII. In vertraulicher Besprechung wurde über interne Angelegenheiten sowie über den Inhalt versebiedener an das •Zentralkomitee gelangten Gesuche, Vorschläge und Anregungen verhandelt. Gronemann. Berlin. Am Mittwoch Abend hielt der stellvertretende Vorsitzende des Wiener Zionistischen Aktionskotnitees Architekt Martnorek 1111 Saale der Bockbrauerei einen sehr interessanten Vortrag ״lieber jfidisches Volkstum“. Die zahlreiche Versammlung folgte j mit gespannter Aufmerksamkeit den Ausführungen, dass j die Juden mehr als andere Stamnicsgcincinschaften bei rcchligt seien, sich als Nation zu fühlen. Er wies uns in J der jüdischen Nation und im Nationalismus die festen i Grundlagen des Zionismus, der allein die soziale und politische Frage der Juden lösen könne. Bei allem Patriotismus dürfe doch die Liebe zu unserm Volkstum nicht erlahmen und wir müssten, was wir Fremden gegenüber täten, unsern Brüdern gegenüber zum mindesten auch auf uns nehmen. Denn wir dürfen nicht vergessen, dass unsere Nation durch jahrhundertelange Verwandtschaft zu einer einzigen erweiterten Familie geworden wäre. Die Folge der zionistischen Bewegung sei die Befreiung unseres verfolgten Stammes aus Not und Elend. Sehr interessant waren die Ausführungen unseres Aktionsmitgliedes über die Erfolge, die der Zionismus schon jetzt zu verzeichnen habe. Besonders wies er auf die Erfolge in Südafrika hin. die in unserm heutigen Leitartikel ebenfalls ausführlich besprochen werden, so dass wir an dieser Stelle überhoben sind, darauf weiter cinzugehen. An den Vertrag, der mit stürmischem Beifall aufgenrnunen wurde, schloss sich eine Debatte, die durch Rabb. Dr. Lcvy eingelcitct wurde, der besonderen Nachdruck darauf legte, dass die junge Generation der Rabbiner einen andern Standpunkt dem Zionismus gegenüber einnehme als die ältere, die nicht verstände, dass der Rabbiner schon der Religion wegen betonen müsse, dass in erster Linie die Nation der Juden stelle. Im weiteren Verlaute, trat Herr Ncufeid dafür ein. in zionistischen Ver- Sammlungen mehr positives Kobnisationsmaterial vor־ Zubringern In einem den Zionisten freundlichen Sinne sp'acli sich Murr Kauffniann. aus. der das Rabbinertum auf die geschichtliche Vergangenheit verwies. Gegen einen halben Vertreter des ßundisnms wandte sich in zwei Reden Dr. Heinrich Loewc, der unter der Zusiimmung der Versammlung das Unhaltbare der sozialiiMschcn Allbeilrezepte für das jüdische Volk zurückwies. Cr. Klee wies mit gewohnter Meisterschaft die irrtümlichen Auseinandersetzungen zurück, als ob die politische Tätigkeit der Zionisten sich auf einige ..Fahrereien“ zum Sultan beschränke. Der reiche Beifall, der ihm zuteil wurde, bewies, wie schlagend er den Gegner ahgcfiihrt hatte. In einem glänzenden Schlusswort fasste Architekt Mannorck die Resultate der Debatte zusammen und gab. soweit das in einer solchen Versammlung möglich ist, ein kleines Miniaturbild der Tätigkeit, die das Aktionskomitee entwickelt. Unter dem lebhaften Beifall, clor dein Vortragenden für dieses Schlusswort zuteil wurde, .schloss der Vorsitzende die Debatte. Der Abend bewies unter anderem auch, dass uns unser Stammpublikum auch in diese entlegenen Stadtteile gern und willig folgt. — Berlin. Am 5. d. M. sprach in der Jüdisch-nationalen Frauenvereinigung Herr Dr. Sandler über die Rassen mit spezieller Berücksichtigung der jüdischen. In fuisserst intercssantcr, fesselnder Weise wies er den Ursprung derselben Im allgemeinen nach, und führte aus, dass, wenn irgend ein Volk die Berechtigung besitzt, sich eine Rasse zu nennen, das jüdische Volk diese voll und ganz für sich in Anspruch nehmen darf, da es. wie kein zweites, soviel individuelle Eigenschaften aufweisen kann. In» übrigen verweise ich auf den Vortrag seihst, der in nächster Zeit in einem zionistischen Blatt zum Abdruck gelangen wird. ו R. H. Berlin. Akademische Gruppe. Int PaUistinakursus referierte am 31 Dezember 1902 Herr L a t z k y eingehend über die Tierwelt Palästinas unter Demonstration zahlreicher Abbildungen; besonders berücksichtigte er das wichtige Kapitel der Häustiere. . . * m1 Am Mittwoch, dem 7. d. Mts., sprach Eugeu Täubler in sehr ausführlicher und iesselnder Darstellung über die Bahnooiitik im Orient und ihre Bedeutung für die Zukunft Palästinas. Besprochen und djskutieri wurden vor allem die Fragen der Bagdadbahn, der auatoUschcn Bahnen und der Bahnprojekte für Palästina selbst. Neben den politischen Gesichtspunkten

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.