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Jüdische Rundschau · 1903-01-16 · Heft 3 (16.1.1903) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 3 (16.1.1903)
Date
1903-01-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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ד. ,* ■ Seite 18 «Jüdische Rundschau. übendes Beispiel angeführt werden: Den eingeführten, * noch gütigen Kriegsgesetzen gemäss, darf niemand ohne, Unterschied nach Transvaal oder dem ehemaligen Oranje-* Yrijstaat ohne einen vom Permit-Office ausgestellten Pass reisen, und .zwar weder hinein noch heraus. Zur Erlangung solcher Pässe hat sich jeder an sein Konsulat zu. wenden, das allein nach eingehender Untersuchung die Ausfolgung des Passes veranlasst und vermittelt. Für die ganze nichtenglische jüdische Bevölkerung in Südafrika ist diese konsularische Funktion durch die Regierung der South-African Zionist Federation iibertragen worden, so dass jeder Jude, der nach den genannten Gegenden reisen oder sie verlassen will, sein Gesuch bei dem Vorsitzenden der zionistischen Organisation Sam. Goldreich in Johannisburg erreichen muss. Diese Anerkennung der zionistischen Zentrale als der berufenen Vertretung der jüdischen Bevölkerung ist an sich bezeichnend genug, wird aber *erst ins rechte Licht gestellt, wenn mau weiter erfährt, dass Viscount Alired 1 Milner auch die grosse Summe, die er persönlich zur Linderung der Not der rumänischen Juden spendete. No. 8 1 ebenfalls der South-African Zionist Federation ln der Person ihres Präsidenten Goldreich überwies. . Diese offenbare Begünstigung durch die Regierung, die über den Verdacht erhaben ist, dass sio ihre Juden gern nach Palästina befördert sehen möchte, hat nur dazu beigetragen, dass die Bewegung Immer mächtiger sich ausbreitet. Sie hat sich aus kleinen Anfängen, die noch weit vor dem ersten Zionistenkongress zurückliegen, zu einer bedeutsamen Bewegung entwickelt, wie sonst noch in keinem andern Lande, selbst in Russland nicht. Daher wurde ihr der staatsmännische Erfolg nicht zum Fallstrick, sondern zum mächtigsten Hebel der Weitercnt- Wicklung und Ausbreitung. Also, was gibt cs neues aus Afrika? Es gibt eine anerkannte Vertretung der Judenscliait, und das ist die zionistische Parteiorganisation. Kimberley. (P r i v a 11 e 1 e g r a m m.) Soeben hatsich 11 icreinczionistischeOrtsgruppc gebildet. Vorsitzender ist der Platzkro m in a 11 d a 111 von K i m b e r! e y» der jüdische Oberstleutnant Harris. 4 /* c /״ / \ f s ^'■׳v ״’■• '*''■ 4'- ty :y L 1! 1 I i i i I 1 i Facsimile eines Cheks auf 25 Pid. Sterling, welchen der Kgl. Statthalter Viscount Alired Milner dem Präsideuten der South-African Zionist Federation, Sam. Ooldreich, als Beitrag zu einer Sammlung für die jüdischen Flüchtlinge aus Rumänien übersandt hat. Bilder aus dem russischen Reichsghetto. SundelderRossarzt. Von Dr. J. Ralf -Bonn. (Fortsetzung.) Doch nein! So schlimm Stands denn doch noch nicht um mich, das sollte ich bald erfahren. Ein Mensch — völlig hilflos und verlassen — so lange ihm noch ein Herz im Leibe schlägt, das sich seiner annimmt, darf nicht als so schlimm bestellt bezeichnet werden; das habe ich in jener Unglückszeit an mir selbst wahrgenommen. Als Ich über mein Geschick laut aufjammerte, als wiederum jene bekannten guten Freunde undAn verwandten rieten, mich als völlig unnützen Menschen aus dem Hause zu schaffen: da entgegnete hocherfreut meine Braut: ״Jetzt, da er sich ohne Beistand gar nicht mehr zu . helfen vermag, sollten wir ihn fortweisen! Das geschieht « niemals oder ich verlasse mit Uim das Haus. Ich habe es einmal gesagt und werde an meinem Worte fest- I halten: Dieser wird mein Gatte und sonst keiner auf der Welt.“ Die Mutter, eine stille und überlegsame, sehr, gutmütige und doch, wenn cs am Platze war, fest und entschieden auftretendc Frau, sprach ganz einfach: ״Gebt Euch keine Mühe; das Verbrechen, welches an dem Manne verübt worden ist, kann an der Sache nichts ändern. Er ist der Verlobte meiner Tochter und wenn er darauf besteht und sie ihn mag, so wird er ihr Gatte. Der Hochzeitstag wurde aufs neue festgesetzt und die Trauung auch ohne weitere Hindernisse vom Popen nach dem Ritus der griechisch-orthodoxen Kirche vollzogen. Jedoch die Beunruhigungen meiner Person und Familie von Seiten der Anverwandten lener drei, auf 12 Jahre nach Sibirien verbannten Männer wollten kein Ende nehmen. Wo sich nur eine Gelegenheit darbot, suchte man uns zu schmähen und Leiden zuzufügen. Ich nahm mir das sehr zu Herzen und konnte mich j darüber gar nicht beruhigen. Meine Schwiegermutier suchte mich zu trösten: ״Gib Dich zufrieden, ich werde I Rat schaffen.“

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