Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 2 (9.1.1903)
- Date
- 1903-01-09
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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י ff"*■*׳*״ Seite 14 Jüdische Hundscliati. No. 2 gruppe. Herr Dr. Kaufmann, in markigen Worten auf die Bedeutung des Festes, das vorbildliche Wirken der Makkabäer und auf das Wesen des Zionismus hin, das uns gelehrt habe, dass die Judenfragc nicht für jedes Land getrennt zu lösen sei, der unseren Blick für die Geschichte geschärft habe und sic uns von einer höheren Warte aus betrachten liesse. Nicht mit den Waffen der Makkabäer, sondern auf friedlichem Wege sollteil wir an Judas Befreiung arbeiten. Der Beifall, der den Worten des Redners folgte, bewies, einen wie festen Boden der Zionismus liier bereits gefasst hat. Es folgten zw׳e» ״syrische Melodiecn“ von Fricdland (Herr Jacob Daube), ein von stud. med. Sondetowsky verfasster und vorgetragener ״Festgedanke“, die Rezitation einige»־ Szenen aus den ״Makkabäern*' von Otto Ludwig (Herr Schriftsteller Sommer). ״Im Mondenschein,“ eine dramatische Szene von Fercy (Frl. Hcrzfeld, stud. n»cd. Sandelowsky. das von cand. med. Richard Blum kom- * panierte Zorndorfschc Gedicht ״Am Jordan“ (Herr Jacob Daube) und noch mehrcres. Die Vorträge wurden durch musi- Italische Pi&ccn seitens der Frau Weil, der Herren Giinzburger und Primaner Kaufmann. Nach Schluss des offiziellen Teiles, um dessen Gelingen sich die Herren Schriftsteller Sommer und Jacob Daube in dankenswerter und überaus geschickter Weise verdient gemacht haben, kam die tanzlustige Jugend zu ihrem Rechte. In launiger gemütlicher Stimmung blieb man noch lange beisammen. Es war ein Volksfest Im besten Sinne des Wortes. Wer fern von seiner Heimat, wo er die Freude des Chanukahfestcs im Elteruhause empfunden, zu einer solchen Feier sich ciniindet. dem kommt so recht zum Bewusstsein, dass der Zionismus ihm eine Gemiitslieimat ist. dass er nirgends verlassen, überall ganz Jude ist. wo cs Zionisten gibt. Mit solchen Festen kann man die Jugend zum Zionismus erziehen. — Dass auch des Nationalfonds gedacht wurde, braucht wohl nicht erwähnt zu werden. R. B. Strassburg f. Eis. Am Samstag, dein 23. Dezember 1902, veranstaltete der Strassburger •Zio!n$!J sehe Verein in Men Sälen des Roten Hauses seine Makkabäerfeier, die einen glänzenden Verlauf nahm. Fingcleitct wurde das Fest durch einen von Fräulein Helene Meyer vorgetragenen Prolog. In der Festrede verstand der Vors., Ingenieur Pohl, durch Schilderung der Makkabäerepoche und durch seine feinsinnigen Betrachtungen über die Charaktere und Eigenschaften der Juden von damals und heute das Publikum .zu fesseln. Als er mit dem Wunsch endete, cs mögen die jetzigen und zukünftigen Geschlechter der Juden Makkabäer erzeugen, die ohne Waffen von Eisen und Stahl, aber mit solchen von Geist und Arbeit ihre Peinde besiegen werden, da lohnte brausender Beifall seine Ausführungen. Dr. Dannenberg trug Gedichte von Z I o c i s t i und Heine wirkungsvoll vor und erntete, wie stets bei seinem öffentlichen Auftreten, tosenden Applaus. Fräulein S c 11 a p i r o und der Tenorist Van E in r i k entzückten die Zuhörer durcli das Vortragen ihrer ..syrischen Lieder“ der Traum etc. Die Begleitung am Klavier lag in den bewährten Händen des Frl. Lcvy• Der Feier schloss sich ein Ball an. der sehr belebt verlief. Während der Pause sprachen noch Irg, \Pol!l, Dr.!Dannenberg, Herr Bloch (Vorstandsmitglied der Mainzer Ortsgruppe) einige kernige Worte, die einen grossen F.indruck bei den Anw esenden liinteriiessen. Charlottenburg. Die hiesige freisinnige Zeitung ,.Die Neue 'Zeit“ bringt folgende Mitteilung, die wir am besten in extenso buchstäblich w’icdergeben: ״Die Weihnachtsfeier in der Dr. Edelschen Nervenheilanstalt fand gestern Abend statt und nahm einen sehr schönen, erhebenden Verlauf. Die Feier begann um 5 Uhr in dem Saale der sogenannten Kommnunalkranken in den» Gebäude am Charlottenburger Ufer. Auf dem Podium erstrahlte ein sehr schön geschmückter W'eihnachtsbaum im Lichterglanze. Nach einen! von Herrn Professor Wangemanu geleiteten Gesänge des Chores der Luisenkirche hielt der Seelsorger der Anstalt, Herr Pfarrer Mann, eine zu Herzen gehende Ansprache, die mit einem Gebet schloss. Hierauf sang der Chor eine Motette. Die Feier schloss mit der Bescherung der Patienten in ihren Zimmern, wo für jeden praktische Sachen und die Üblichen Gaben an Weihnachtsgebäck und Obst aufgebaut w׳arcn. Der zweite Teil der Feier wurde im grossen Speisesaal und den angrenzenden Nebenräumen der Häuser Berlinerstrasse 17 und 18 abgehalten. Nach einem einleitenden Chorgesangc hielt Herr Pfarrer Mann auch hier eine Predigt. Eine vom Chor vorgetragene Motette schloss die Feier, an die sich die Bescherung anreihte. Die Gaben waren zum Teil in einem Saale, zum Teil in den Zimmern der Patienten aufgebaut. Zahlreiche Angehörige der Pensionäre nahmen an der schönen Feier teil. Schliesslich erfolgte in den Privaträumen des Besitzers der Anstalt die Weihnachtsfeier für die Familie, sowie für die Beamten und Angestellten. Auch hier bildeten Chorgesang und Predigt den offiziellen Teil, an den sich die Bescherung schloss. Viele und reiche Gaben waren auf einem langen Tische aufgestcllt, um den sich die Teilnehmer an der Feier scharten.“ Nur eine einzige kurze Bemerkung w'ollcn wir daran knüpfen. Sanitätsrat Dr. K. Edel war im vorigen Jahre offizieller Kandidat der Liberalen für die Repräsentantcnvcrsammlung der Jüdischen Gemeinde. Kommentar überflüssig! g. Antwerpen. Dr. E. Kal nt u s aus Lübeck hielt am 28. v. Mts. einen sehr interessanten Vortrag in unserem Vereine ״Agudath Zion.“ Wir haben hier so selten Gelegenheit, einen zionistischen Redner zu hören, dass die Veranstaltung eines Vortragsabends geradezu ein Ereignis für uns ist. Und so kam eine Gesellschaft von ungefähr 300 Personen und folgte mit gespannter Aufmerksamkeit den vortrefflichen Ausführungen des Redners. Das Thema lautete: ״Der Zionismus und unscreZcit"• in genauer und sachlicher Weise definierte Dr. Kalmus die zionistische Idee und wies nach, dass ebenso wie bei allen anderen europäischen Völkern an die Stelle des kosmopolitischen Ideals, in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, die moderne nationalistische Strömung getreten ist, so auch im jüdischen Volke das Bewusstsein der nationalen Zusammengehörigkeit erwacht ist. Aus diesen! Bewusstsein heraus habe sich dann folgerichtig das Streben nach dem gemeinsamen Heimatlande entwickelt. Zum Schluss richtete Dr• Kalmus einer, warmen Appel! an die Versammelten, sich der zionistischen Organisation anzuschliessen, und die Wirkung dieses Aufrufs kennzeichnet sich wohl am besten dadurch, dass 30 neue Mitglieder sofort ihren Beitritt erklärten. An den mit lebhaftem Beifall auigcnommeiten Vortrag schloss siel! dann noch eine M a k k a b ä e r f c! c r. Ein aus den Mitgliedern des Vereins zusammengesetzter Chor sang das Nationallied בז־.־זתכרתני$ Ssצ־ד.das begeisterten Wiederhali weckte, ferne! las Heinrich G.rünau einige seiner Dichtungen vor (״Ciianukah“ — ״Umkehr“ — ״Der jüdische Proletarier“), worauf ein Gesangsvortrag des Herrn A b o l a f i a den gelungenen Abend beschloss. Auch für den Nationalfond wurden bei dieser Gelegenheit etwa 50 Franken gesammelt. Focsanl. Die am Sonntag, dem 27. Dezember hier veran- Stakete Makkabäer!der hat dank dem unermüdlichen Eifer unseres Rabl). Sr. Fhrw. Dr. Nacht einen glänzenden Verlauf genommen. Der Tempel war mit zionistischen Fahnen dekoriert und von einem zahlreichen Publikum besucht. Um 5 Uhr begann die Festlichkeit. Nachdem der Kantor das Anzünden der Lichter vollzogen, hielt der Präses der Gemeinde eine kleine Früh'- nungsrcdc. worauf Herr Dr. Nacht eine zündende Meisterrede hielt, die von stürmischem Beifall begleitet war. Sehr angenehm und wirkungsvoll waren die folgenden Reden des Schülers Bernstein (in hebräischer Sprache) und Herrn Leon. — Um das Gelingen der Feier machten sich verdienstlich Herr Urban, M. Rugier. Silbermann. Horn. Fs wurde auch für den Nationalfond gesammelt. M. Ber. *i Rundschau. t\ P-: Berlin. Am Dienstag und Mittwoch tagte in Berlin im Bibliotheksaale des Eabbinorseminars die dritte Generalversammlung der Vereinigung traditiouell gesetzestreuer Rabbiner Deutschlands. Den Vor- .-it% lührte der ehrwürdige Dr. W. Foilchenfeld, Oberrabbiner zu Posen. Neben wichtigen Fiagen der religiöson Praxis kam der Antrag Dr. Nobel-Leipzig 7.ur Verhandlung: ״Die Versammlung wolle in eine Besprechung der zionistischen Frage eintreten, insbo- •ondere dor Misrachi-Fraktion ihro Sympathie kund ״ « '•י״ ־***. p»«Mf * $״-