Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 2 (9.1.1903)
- Date
- 1903-01-09
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 13 * ן־״ ». P%>-4 *4. 4t 'f* Jt*, No. 2 Jüdische üfciiLKlseliJMi.. bericht* wurde zur Neuwahl geschritten, die folgendes Ergebnis hatte:!.,Vors.: Steinbruchbesitzer Jakobowitz, 2. Vors.: Referendar Dr. Litt mann, erster Schriftfahre(: Kaufmann Morgenstern, ,zweiter Schriftführer: Kaufmann SS men au er, Bücher- und Zeitungswart: Techniker Schönwald, Beisitzer: Kaufmann Silbiger und Hotelier Neumark. Der übrige Inhalt der Tagesordnung betraf interne Angelegenheiten. Glelwitz. Am 28. Dezember veranstaltete die hiesige Gruppe eine Makkabäerfeier in den Räumen des Viktoriahotcls. Es hatten sich,. trotzdem offizielle Einladungen nicht ergangen waren, etwa 80—90 Personen eingefunden. Nachdem die Chanukahlichtcr angezündet und Maoz Zur gesungen worden, ergriff der 2. Vors. Dr• Littmann das Wort zu seiner Festrede: die Makkabäererhebung und ihre Bedeutung für damals und heute. Er gab ein anschauliches Bild von den geschichtlichen Begebenheiten, ging dann auf die damaligen kulturellen Strömungen ein und zog dann eine Anzahl von Parallelen die zwischen den damaligen afterhelicnistischcn und den heutigen Assimilationsbestrebungen vorhanden seien. Zum Schluss behandelte er unter Hinweis auf die hohe nationale Bedeutung des Makkabäerfestes in engem Rahn en Wesen und Ziele des Zionismus. Dem Vortrage folgten eine grössere Anzahl musikalischer, deklamatorischer und humoristischer Darbietungen, zu denen insbesondere auch die (niste ein gut Teil beitrugen. Ein kurzes Tänzchen beschloss das gelungene, stimmungsvolle Fest. w f. Lübeck. Am Sonntag Abend, dem 29. v. Mts., feierte die hiesige Ortsgruppe das Makkabäerfest im grossen Saale des Kasino. Uebcr 150 Erwachsene und mehr als 50 Kinder nahmen an der Veranstaltung teil, welche durch den Gesang des grössten hiesigen Vereins רנד!״ ,“p׳ und einer Festrede des Herrn Ed. Joel eäigcleitet wurde- Sodann gab ein reichhaltiges Programm den hiesigen Stamrr.esgenossen Gelegenheit, zu erkennen, was jüdische Kunst auf dem Gebiet der Dichtung und Komposition zu leisten vermag. In dankenswerter Weise hatten hiesige Künstler ihr Können für diesen Abend zur Vcrfügung gestellt. Ein fröhlicher Tanz hielt sodann die Ver- Sammlung bis zur Morgenstunde zusammen. Der Verlauf des Festes hat uns bewiesen, welch rege Anteilnahme die Lübecker Judcr.gcmcindc dieser grossen Sache entgegenbringt. Die starke Beteiligung, die Begeisterung legten dafür Zeugnis ab. Die Sehriiten über den Zionismus fanden starken Absatz, so dass der moralische wie pekuniäre Erfolg der Feier ein glänzender zu nennen ist. Mainz. Am 17. Dezember 1902 fand die ordentliche Generalversammlung der Mainzer Ortsgruppe statt. Aus dem Jahresbericht ist folgendes hervorzulieben: Die Gründung det Giuppe fand im Dezember 1901 statt: den Vorsitz erhielt Dr. Schauer. Nach mehreren Gruppunversammlungen fand in« März 1902 die erste öffentliche Versammlung statt, in der Dr. Moses-Mannheim und Dr. Fricdemann-Wicsbaden sprachen. Ain 4■ April fand eine Sederfeier stau. Am 21. Mai sprach Dr. Groncmann-Hatmover in einer öffentlichen Versammlung. Bei der Schekelfeier im Juni sprach Dr. Friedemann. Am 18. Oktober sprachen Sigrn. Selig und Dr. Fricdcmaim über ״Der Zionismus und die Frauen"; am selben Tage wurde eine Frauenabteilung gegründet. ln einer Versammlung am I. November sprachen Dr. Bodcnlicimer und Dr. Schauer über die rumänische Judenfrage. Die Frauenabtcilmtg leitete mit gutem Erfolge eine Sammlung für die rumänischen Juden ein. — In regelmässigen Zwischenräumen fanden Gruppenvcrsanimlungen statt. —- Die Ortsgruppe zählt jetzt 74, die Fraucnabtcilung 25 Mitglieder, ln Orossgcrau hielt die Mainzer Grupjtc 2 Versammlungen ab. die die Gründung einer Ortsgruppe von 30 Mitgliedern zur Folge hatten. Unter der Leitung von Lehrer Eschwcgc findet eine hebräischer Sprach- Kursus statt. Für Nationalfond und Kolonialbank wurde mit Erfolg gearbeitet. Mannheim, 29. Dezember 1902. Die hiesige Ortsgruppe hielt am Sonntag nachmittag in Schwetzingen eine Makkabäerfeier ab. Erschienen waren alle jüdischen Familien dieser Stadt sowie viele von Hockenheim. Ketsch und Reilingen. Namens der Veranstalter begrüsste Og. Julius Wertheini die Anwesen• den, worauf der Vorstand der Schwetzinger Gemeinde. Hcri Samuel Lcvi, dankte. Nach dein Prolog, den Frl. Kaufmann- Ketsch gesprochen urd nach Entzünden des Chanukalichtes hielt unser Ge. Eichstettcr-Schwctzincen. den wir seit dem Mannheimer Delegiertentag. dein er als Gast beiwohnte, zu den unsrigen zählen, eine zündende Ansprache an die vollzählte vertretene Jugend, der sich mit einigen Worten der ן Leiter der Versammlung, Gg. Wertheim, anschloss. Wunder-; bar vorgetragene Lieder aus jüdischen Motiven, von Frl. Betty! Hanf und Klaviervorträge der FrL Eugcnic Hanf-Schwetzingen! und Alcxandcr-Hockenheim leiteten zu der Festrede ein, die י unser lieber Gg. Julius Simon-Mannheim, in formvollendeter . Weise hielt. Tosender Beifall lohnte die klaren Ausführungen : des Redners. Vorträge humoristischer Art unseres Gg. 1 raub, i wiederholte musikalische Darbietungen obenerwähnter Damen j wechselten mit weiteren Ansprachen ab. Alles In allem: wir j haben einen Nachmittag verbracht, aui den wir mit Stolz; bjicken dürfen. Wir werden uns freuen. Ihnen in Kürze den Gesamtvorstand unserer neuen Ortsgruppe Schwetzingen— i Hockenhcim—Ketsch—Reilingen mitzuteilen. Stuttgart. Nachdem im Oktober Dr. Bodcnhcimcr aus Köln, anlässlich einer Familienfeier vor einem geladenen; Kreise von etwa 40 Personen, spez. auch Mitgliedern der Bne- Brith-Logc, einen sehr beifällig aufgejiommenen Vortrag über : die Bestrebungen des Zionismus hielt und den einzigen Gegner, ' Dr. Fcidmann. gründlich widerlegte, hielt die hiesige junge Ortsgruppe ihre erste öffentliche Versammlung am 13. Dezem- ber, abends 8 Uhr, im ״Europäischen Hof" ab. Die Ver- Sammlung war von ca. 150 Personen besucht. Nach kurze!1 Einleitung seitens des Vorsitzenden, Herrn E. Kaufmann, hielt Dr. Friedemann aus Wiesbaden «*inen Vortrag über ״Wesen und Ziele des Zionismus‘*. Der Vortrag fand reichen Beifall. : Gegen den Redner sprachen Rechtsanwalt Goldschmidt und Herr Max Wolf. Kaufmann, von denen der erstere bestritt, dass die Juden ein Volk seien, da cs keinen Unterschied zwisehen Volk und Rasse gebe, während letzterer die Durchfuhrbarkeit der Idee bezweifelte, indess er auch die guten Wirklingen des Zionismus ausdrücklich anerkannte. Die Ein- Wendungen beider Gegner wurden vom Referenten in glänzendster Weise widerlegt. Dem ersteren wurde erwidert, dass die ganze Staatsrechtslehre den besagten Unterschied hervorhebe, während dem letzteren die zahlreichen praktischen Erfolge des Zionismus vor Augen geführt wurden. Begeisterte! Beifall seitens der ganzen Versammlung lohnte die grossartigen Ausführungen des Herrn Referenten. Gegen '-■12 Uhr schloss der Vorsitzende mit einem Hochruf auf den bewährten Führer der Zionisten. Herrn Dr. Theodor Herz!, welcher lebhatten Widerhall fand, die Versammlung. Sieben Herren erklärten ihren Beitritt zur Ortsgruppe. Am 27. Dezember, abends, veranstaltete die Ortsgruppe eine Makkabäerfeier, welche von ca. 50 Personen besucht war und in bester Weise verlief. Die festlich-gehobene Stimmung wurde durch das von den Anwesenden gesungene Chatmkahlied gesteigert. Die Festrede hielt der Vorsitzende. Herr E. Kaufmann, hervorhebend, dass das Judentum mir durch treues Festhalten an der Religion und durch nationales Empfinden einer glänzenden Zukunft entgegengehen kann, wie dies unsere Geschichte zur Genüge bewiesen hat. Redner verglich die in 2 Lager gespaltene Judenheit zu der Situation, die sich uns unter dem jüdischen Volke bei Bestand der beiden jüdischen Reiche zeigte. Durch den Zionismus wird das nationale Empfinden gestärkt. Die Führer des Zionismus sind den Makkabäern zu vergleichen. Redner schloss mit Hedad aui die Führer des Zionismus, spez. auf Dr. Theodor Herzl. Herr Wolf schilderte alsdann die Lage der Juden zur Zeit der Kämpfe gegen Antioclms und skizzierte unter allgemeinem Beifall die Heldentaten der Juden. Musikaufiührungcn. sowie schön ergreifende jüdische Lieder, letztere von den Frl. Jacobs vorgetragen. wechselten ab. Auch hehr. Gesäuge und ein Itcbräisclicr Vortrag wurden gerne gehört. Um I Uhr war die Festlichkeit zu Ende. Fünf *neue Mitglieder war der Erfolg des Abends. Auch für den Nationalfond wurde gesammelt und zwar zum Zweck der Aufnahme der Ortsgruppe Stuttgart in das goldene Buch. Die wöchentlichen Zusammenkünfte finden jeden Samstag Abend 19•-־ Uhr im Hotel Hilf in g e r Ratskeller statt und werden auswärtige Gcsitmungsgcnassen bei hiesigem Aufenthalt herzl. eingcladcn. Im Laufe der nächsten Wochen beabsichtigt die Ortsgruppe eine grössere Pi opagandavcrsannnlung zu veranstalten. E. K. Fre'.burg im Breisgau. Am Sonntag, dem 28. Dezember, veranstaltete die hiesige zionistische Ortsgruppe eine Makkabäerfeier, die von etwa 130 Personen besucht war. Das ,Progrannn. das ebenso reichhaltig wie gediegen und der Würde der Feier angemessen war, wurde mit dem Anzünden de.* Chanukahlichter durch den Kantor Weinberg aus Breisach und den gemeinsamen Gesang des Maoz Zur eingclcitet. Als deklamatorische und musikalische Darbietungen jüdischen Inhalts folgten ein ״Allegorisches Festspiel", in dem die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des jüdischen Volkes auftraten und das in den sehnsuchtsvollen Wunsch der GegenwarJ an die Zukunft ausklingt: ״Führ’ uns ins Heimatland.“ Um die Darstellung machten sich die Damen Herzfcld und Bloch sowie Herr Berthold Daube verdient. Sodann wies der Vorsitzende der Orts- I**”***— ■- * ■