Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1903-01-09 · Heft 2 (9.1.1903) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 2 (9.1.1903)
Date
1903-01-09
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2651273-2651289-2651292--00146-2656916
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

% n I No. 2 ׳- «r _ Jüdische ]Eiiiudsclimt Seite 11 ו hervorgebracht hat, noch letzt wie ein Mann zusammensteht, unt 1seine Kulturgüter zu wahren und den Kamp! mit einer Welt von Feinden mit ungebrochenem Mut aufzunehmen. c3-—־־־־־ Aus der Bewegung. __■_יין Das Distriktsbureau Berlin ersucht alle Ortsgruppen, Vertrauensmänner und alle sonstigen Besitzer von Schekelblocks in seinem Bezirke um Ein- Sendung der bisher gesammelten Schekelgelder und Landesorganisationsbeiträge, sowie bereits gelullten Schekel block 8. Andere Blocks sind bis zur Schlussabrechnung über das laufende Jahr zurückzubehalten. Berlin. Einen äusserst wichtigen Dienst leistet unserer Sache, wer in irgend einem Blatte — welcher Art es auch immer sein »nag — eine unserer kleinen Schriften bespricht. Die Redaktionen pflegen in der Rubrik ״Biichcrtisch“ tolerant zu sein. Wer die Absicht dazu hat, erhält von der Expedition der ״Rundschau“ gern zwei Exemplare der gewünschten Schrift p o s t f r e i zugesandt, eins für sich und eins für die Redaktion des Blattes, der er es mit seiner Besprechting einsenden muss. In jedem, auch dem kleinsten Blatt, kann solche Besprechung wertvoll sein. Nur bitten wir um zweierlei. Bei den Besprechungen ist, damit Interessenten der Bezug möglichst erleichtert wird, hinzuzufügen ״Verlag Jüdische Rundschau, Berlin C., Auguststr. 49a“ und von den Rezensionen bitten wir ein Belegexemplar für unser Archiv an Herrn Dr. Klee, Neue Bayrcuthcrstr. 2, Berlin W., zu senden. Bureau Berlin. Berlin. Die Jüdisch-nationale Frauen Vereinigung *eilt mit. dass aus technischen Gründen die Eröffnung des geplanten Kinderhortes noch um kurze Zeit verschoben werden muss und bittet wiederholt alle diejenigen jüdischen Frauen und Mädchen, die Mitglied werden wollen (Beitrag pro Quartal 1,50 Mk.) das Unternehmen, durch recht baldige Anmcldung beim Vorstand der Jüdisch-nationalen Frauenvereir.igung zu unterstützen. Die Vorsitzende. Lina Tau ber, Neue Königs{!15 '14 .־. Der nächste Diskussionsübend der Jüdisch nationalen Frauenvcieinigung findet Sonnabend, derr 10. d. M. abends 9 Uhr statt. Frl. Sarah Karpin wird über ״Zionistische Organisation" sprechen. Berlin. Wir tragen, gern nach, dass die Makkabäerfefer der Berliner Zionistischen Vereinigung in Gemeinschaft mit der National-jüdischen Frauenvereinigung veranstaltet worden Ist, wie das schon früher in unserm Blatte mitgetcilt war. Q. M. Memel. Die hiesige Zionistische Vereinigung הובבי ציוץ feierte am 28. Dezember das MakkabäcrfesL Bankdirektor D. W o 1 f f s o h n- Köln sprach über ״Die Makkabäerzeiten" von damals und heute. Der Inständige Vortiag wurde von der zahlreichen' Zuhörerschaft mit Begeisterung aufgenommen und lebhaft diskutiert. Eine am Schlüsse vorgenommene Sammlung für den Nationalfond ergab einen ganz hübschen Betrag. Königsberg L Pr. Der Akademische Verein ״Herz l" veranstaltetc am Sonnabend, dem 27. Dezember, im Vcrcinslokal eine Makkabäcrfeier. Der Präses, phil. Friedmann, begrüsste die Gäste und eroffnete den Abend mit einem Hoch auf das Judentum, wor»nf chem. Lewitan eine kurze Festrede hielt, an welche die Versammlung in passender Weise in das Lied “*התק einstimmen konnte. Beim gemütlichen Teile, der beim Palästinaweiu unter Zionslicdcrn und einigen Deklamationen einen angenehmen Verlauf nahm, sprach Dr. mcd. Hoppe über die körperliche Ausbildung der jüdischen Studentenschaft j und äusserte den Wunsch, der Verein möge, wie bisher, j erfolgreich bestrebt sein, für die kötpcrlichc Ausbildung seiner > Mitglieder Sorge zu tragen. Der Abend wurde mit einem! Hedadrufe auf Dr. Theodor Herz! beschlossen. Wie gewöhnlieh floss auch an diesem Abend ein Beitrag in die Sammel-! buchse für den Nationalfond• | -I1־w Danzig, 2. Januar. Unsere Gegner haben 1 sich der Mühe unterzogen, Berichte über unseren 1 Vortrag von Herrn Dr. Gronemann־ Hannover in i einige jüdische Blätter zu lancieren. Nachdem dort ־ sämtliche Redner mit Namen unter genauer Hinzuj Fügung der Titel genannt sind, heisst es unter 1 anderem: ״Nachdem die Gegner den Zionismus in \ anderem Lichte gezeigt hatten, schlug die Stimmung | um etc.“ Ich habe von einem anderen Lichte absolut nichts gemerkt. Herr Dr. Gronemann sagte klar und deutlich:. ״Wenn man in Danzig ein Asyl errichtete und es mit der Devise versehen würde: ,.Heimstätte für die Bürger Danzigs“, so würde wohl j kein normal denkender Mensch glauben, dass nun alle Bürger Danzigs hineingehörten! So ist auch unsere Bezeichnung ,.Heimstätte für das jüdische Volk4‘. Wem es in seiner jetzigen Heimat gefällt•, der möge I ruhig dort bleiben, aber er möge helfen, unsereheimatlosen Stammesbrüdern eine Heimat zu schaffen!e { Die gegnerischen Blätter halten uns merkwürdigem j weise entgegen; ״Die Bürger Danzigs wollen gut“ 1 Bürger ihrer Stadt und treue deutsche Staatsbürger Sie ist, — wie auch sonst, — der Muse Heines nah verwandt — Theodor Herzl hat mit olympischen Gleichnnit festen Fuss in Altneuland gefasst, — mag um ihn geflucht und geneckt werden, er fährt unbeirrt weiter und weilt im Geist in der Heimat, — all’ der Lärm’ist morgen ein Traum. — Wir aber können nicht alle uns hinüberretten, unsere Brust schwillt von Zorn und Wehmut, in der Sisyphusarbeit des Werktags, — und Zlocisti hat uns den rechten Ausdruck gefunden. Wenn man das Geleitwort liest, sieht man, er wollte in die Sab-; batruhe sich flüchten, von der Schönheit seiner Zukunftserinnerungen erzählen. Dass mir die Kraft so arm und klein, Die ganze Schönheit zu sagen. י Und statt Sonnenschein und Friede folgen ״Nächte und ז Kampf“. ״In meiner Seele starb das Lachen,“ hebt es \ resigniert an, — und: ״Lehrt uns erst wieder lachen, — dann sind wir wieder gesund!“ grollt er. Es klingt späterhin noch düsterer: Ach! Hättest Du mir nimmer ins Herz gelacht, ־- Du Zionstraum von Kraft und Gluck und Leben! r Dann das resignierte ״Erster Sterbetag“, — das icl! mit | am meisten schätze: ״Wenn meine Hoffnung von mir zöge — Auf Zions Wiedcrauierstehn, — Und meine Sehnsucht sich verflöge — Nach meiner Stadt Jerusalem .... Die Sehnsucht ist uns ein Teil unseres Selbst geworden. Die Selbstanalysc folgt und der grimmige Ausdruck ״Mitleid“. Dann kommt die Reaktion, — noch leben wir, denn wir weinen (das alte jüdische ״Ich leide, also bin ich — s. Abramowitsch) und den Entschluss. Ich hab’ mich lang’, ach lang’ gesucht, Ich will mich nimmer wieder lassen. In diesem ersten Teil finden wir, — die jungen Kämpfer, — einen Teil unserer Seele. Wir können jede Wendung, jeden Laut begreifen und fühlen uns.dem Dichter nahverwandt. So viel Leser unter uns, — so viel neue Dichtungen. Dann schlägt der Dichter mildere Saiten an, — er führt uns in kurzen sanften Akkorden durch die jüdischen Freuden und Schmerzen, und immer ertönt als Leitmotiv das alte ewige Sehnsuchtslied. Hier, ״der stille Garten“ findet jeder, der in jüdischem Milieu gewachsen, wohlbekannte schattige Lauben, in deren Ocbüseh er gerne träumen und ohne Scham vielleicht sich ausweinen darf. Die Sonne dringt durchs Gewölk, der Nebel zer-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.