Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 1 (2.1.1903)
- Date
- 1903-01-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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*-li* r>i* s ff5*4Wp**״t‘ «* ■**Snqf׳ ׳<*%#*'•״**-■#' Jüdische Rundgohau. . ..... Seite 5, Mittwoch, präc, 9 Uhr. Anmeldungen bei Dr.. Wilhelm Lewy, Rosenthalerstr. 16G7. Sonnabend, den 3. Januar, abends 8% Uhr präc. in Cassels Hotel, Burgstr. 16 Allgemeine Sitzung der Akademischen Gruppe. Erscheinen aller Mitglieder obligatorisch. . I. A.: Elias Auerbach. Lchrterstr. 14/15. Rawitsch. Am 4. Januar d. .T. findet im hiesigen ״Verein für Jüdische Geschichte und 4זt teratur“ ein Diskussionsabend über den Zionismus statt, za dem die ״Akadem. Gruppe der Berliner Zionist. Vereinigung“ den Redner entsenden wird. Gästo haben Zutritt. Königsberg. Am Donnerstag, dem 25. er., voranstalteto die Königsberger Zionistische Vereinigung im Saale des Artushofes ihre Makkabäerfeier, die einen übeiraschend glänzenden Verlauf nahm. Der schön dekorierte Saal hatte sich schon lange vor Beginn der Feier dicht gefüllt — etwa 500 Personen waren auwesend —, so dass sehr viele keinen Einlass mehr fanden und unverrichteter Dingo zurückkehren mussten. Den Festvortrag übernahm gütigst. unser hochverehrter Gast, Herr D. Wolfsolm aus Köln. Mit grosser Begeisterung vorn Publikum empfangen, betrat Redner die Tribiino und verstand es alsbald durch seine geistreicho Schilderung der Makkabiierepoehe und durch feinsinnige Betrachtungen über die jüdischen Parteien von damals und heute du־. Publikum zu lessein und in seinem Banne zu halten. Grosser Beifall lohnte den Redner für seinen glänzenden Vortrag. Aus dem reichhaltigen Programm, seien hier, ausser den Chor- Hedem ״Dio Hoffnung“, ״Auf, mein Volk“ und ״Auf zur Tat“, besonders folgende musikalische und deklamatorischo Darbietungen hervorgehoben: Herr Ä. Sakenik sang mit gewohnter Meisterschaft das Lied ״Dort, wo die Zeder“, die ״Makkabäus“־Arie von Händel und ״An den Wassern zu Babel“ von Mainardus; Herr Pag!in trug das hebräische Lied ״Am Olam“ vor, für welches er grossen Beifall erntete; Herr Bahr entzückte das Publikum durch den Vortrag der jüdischdeulschen Lieder ״Der Alef-Bess“ und ״Ein jüdisch-rumänisches Lied“ von Warschawski. Reichen Beifall fand das Duett ״Zion streckt, ihre Hände aus“ aus ״Elias“ von Mendelsohn-Bartholdy, vorgetragen von den Herren Snkenik und Paglin, sowie das jüdischdeutsche Lied ״Sand and Sterne“, das Herr Rojack sang. Frl. Anna Rock brachte verschiedene Klaviervorträge zu Gehör und die Doklaraationsstücko ״Die -—1—-—oc Aus der Bewegung. . - ■.. ■ - . *re. Berlin. Am Donnerstag, dem 25. Dezember, abends fand die Makkabäerfeier der Berliner Zionistisohen Vereinigung in den Fcstsalen des Hotels Imperial (Schlaraffia), statt. Das Fest war ausserordentlich zahlreich besucht — mehr als 500 Teilnehmer — so dass die Räume die erschienenen Gäste kaum fassen konnten. Die Feier wurde eröffnet durch den Vortrag einiger teils jüdischer, teils hebräischer Lieder und Gedichte von Herrn Lebowitz nad Frl. Loowinthal. Darauf folgte die Aufführung eines von Dr. Emil Cohn verfassten zionistischen Tendenzstückes, in welchem das kriecherische und protzenhafte Assimilantentum mit heissendem Sarkasmus gegoisselt wird. Der mit grossem Beifall aufgenommenen Aufführung folgto die Festrede, gehalten von Herrn cand. phil. M. Baum, in der er in beredter Weise die nationale Bedeutung der Chanukahtage schilderte. Damit schloss der offizielle Teil und der Tanz nahm seinen Anfang. Dio während desselben stattgehabto KaflVepauso wurde durch eine markige Rede des Herrn Dr. Klee eröffnet, welche den anwesenden Nichtzionisten das Wesen des Zionismus erklärte. Nachdem noch Dr. Zlocisti einige von seinen schönsten Gedichten vorgetragen und Dr. Leszynsky in einem launigen Toast dio Damen gefeiert hatte, trat der Iröbliche Tanz wieder in seine Rechte, der die Gäste noch bis zum ftühen Morgen beisammen hielt. Berlin. Akademische Gruppe der Berliner Z i o 11 i s t i s c 11 e n V e r c i 11 i g u n g. Im Palästinakursus referierte am 17. d. M. Dr. Wilhelm Lewy über die politischen Verhältnisse in der Türkei mit besonderer Berücksichtigung Palästinas. An das Referat schlossen sich sehr lehrreiche Ergänzungen des Herrn Trictsch über die Souveränitätszustände der türkischen Provinzen, sodann über die Eisenbahnpolitik der Mächte im Orient und ihre Bedeutung für ein jüdisches Gemeinwesen in Palästina. Das nächste Referat war am 24. d. M. von Herrn M and c l s über die Bewässerung Palästinas in geographischer Hinsicht. Am selben Abend sprach noch cand. med. Elias Auerbacli über das Klima des Landes (Jahreszeiten, Temperatur. Winde, Niederschläge, Waldbestand, Wasserversorgung. Sumpffrage) mit Ausschluss der Gesundlieitslehre, die besonders behandelt werden wird. -~ Ort: Cassels Hotel. Burgstrasse. Zeit: ״Noch nicht so bald, Cliaimka, erst nach vier Jahren, Gott gebe Leben und Gesundheit . . .“ ״Wirst du mir dann Tefillin“ kaufen?“ ״Gewiss! Wie sonst?“ ״Und ein Beutelchen für die Tefillin?“ ״Selbstverständlich!“ ״Und ein Gebetbuch? . . ein kleines Gebetbuch mit einer Goldkante?“ ״Mit Gottes Hilfe. Bete zti Gott, Chaim.“ ״Dann werde ich alie Fasttage genau beobachten!“ ״Ja, ja, ja, Chaim, alle, alle Fasttage.“ In seinem Herzen fügte er hinzu: ״Gott, 0 Herr, aber keine solchen Fasttage, wie heute.“ $? Litteraturbericht. R (Bücher der einschlägigen Litteratur. welche der Redaktion zugesandt werden, finden eingehende Besprechung.) y Braunschwelger, M.: Die Lehrer der Mischnah. Ihr Leben und Wirken für Schule und Haus, nach den Quellen bearbeitet. Zweite durchgeschenc, verbesserte und vermehrte Auflage. Frankfurt a. M.: J. Kaufimann 1903. XI, 318 S. 8". Immer und immer wieder wendet sich der Blick des jüdischen Stammes zu jenen Zeiten zurück, wo er aus sein m Hcimatiande hcrausgerissen wurde, und gezwungen war,•sieh an Stelle des eigenen sturmfesten Grundes und Bodens t׳'n papierenes Vaterland zu senafien. Nicht das papierene Vaterland, von dem Lenau in seinem Gedichte von den! armen Wanderjuden spricht: ״Kitt Jerusalem, papieren, bauen deine Stanungcnosscn, aber dir ist es verschlossen, wandern musst du. hungern, frieren.“ ln andern! Sinne bauten ttr.serc Väter ein papierenes Vaterland, als man sie aus dem Lande trieb, mit dem die Geschichte und die Liebe unseres Stammes unauflöslich verbunden bleibt. Aus Gesetzen und minutiösen Bestimmungen schufen sie ein System, das mau seiner juristischen Schärfe w׳egct! als spitzfindig und klügelnd von unkundiger Seite befand, das aber der feste Grund- und Eckstein wurde, auf dem der Bau des Judentums für die Zeiten des Unglücks gegründet wurde. Vielleicht war dieser Papierbau maiichiiiäl ln ruhigen Zeiten nicht besser als ein Kartenhaus; in stürmischen Wettern bewies es sich immer als ein fcsjgelügtes Ganze, in dem das Judentum sicher geborgen w׳ar. Die Lehrer der Mischnah, die Tanaim, w׳aren es, denen mehr als / % ״״**יי,»-*», •*׳״ י ־־•^** * f- »»•*#*%*י«*®,».*