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Jüdische Rundschau · 1902-12-24 · Heft 52 (24.12.1902) · p. Seite 105

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1902)
Issue
Heft 52 (24.12.1902)
Date
1902-12-24
Page
Seite 105 (sequence 9)
Language
German
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%..&** JÜdlsolie lindst•)mit. ,*,r-'-'i?■; ׳ -—:"" י י :*־י", •ר--י— ־־־“—דל—ך־ל־ז־ד-r־־-״rrr-—ד־:-; Seite XOd. verelnsvorträge über Zionismus zur Zelt sehr gut gewirkt , haben. Ansätze;zu einer Gruppenbildung•• zeigen. sich in; München-Gladbach, wo unsere Freunde I. J 0n a s und W ey l- Viersen tätig sind und wo, wie wir hören, Dr. Boden- : heimer-KCln einen Vortrag zugesagt hat. B, ' Wien. Zur zionistischen Studentenbewegung. ־ Gestern \ abend, veranstalteten mehrere zionistische Studentenverbin- I düngen im grossen Saale des Hotel Continental eine Demonstrationsversammlung, welche der durch die Hochschulbehöri .den zu erfolgenden formellen ״Anerkennung der jüdischen Na-! tiönalität“ galt. Nicht weniger als vierhundert Studenten, i Universitatshörcr und Techniker waren zu dem Meeting er- I schienen. Es wurde schliesslich folgende Resolution angenora- » men: ״Von dem durch den Artikel 19 des Staatsgrundgesetzes | über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger gewährleisteten j und natürlichen Rechte jedes Volkes auf Schutz und Pflege j seiner Nationalität ausgehend, wendet sich ”‘die jüdische Stu-! dentenschaft an den hohen akademischen Senat mit der er- ] «ebenen Bitte: Der hohe akademische Senat geruhe eine Ver- ן fügung in formeller Beziehung zu treffen, die es der jüdischen Studentenschaft ermöglichen würde, nebst der Umgangssprache auch ihre wahre Nationalität offen deklarieren zu können, bc-v ziehungsweise, wo die Möglichkeit, die Nationalität zu bekeunen, formell besteht, die mit ״jüdisch“ ausgcfüllte Rubrik als gütig anzuerkennen. Die Tatsache einer solcher Deklaration würde nicht nur der Wahrheit entsnrechen, als •deren Pfleg- Stätte die Alma Mater allen ihren Bürgern gilt, sondern wird j auch auf die Charakterbildung der jüdisch-akademischen Jugend von günstigstem Einiluss sein, weil dadurch von ihr das Odium genommen wird, sich fremden Nationen aufzudrängen“. Sämtliche erschienenen zionistischen Littiraturwerke, insbesondere der Jüdische Almanach, Ilerzls Älineuland (zum Preise von 2Mk.), und Der Juden- Staat, Eine jüdische Hochschule, Zloci>tis Vom Heimwoge, sind duich dio Expedition der Jüdischen Rundschau, Reiliri C 22,. Auguststrasso 40 a, zu beziehen. Näheres finden unsere Leser im Inseratenteile, i Wir .bitten unsere Freunde, sich im Bedatfsfail an j unseie Expedition wenden zu wollen. ■-־־־־־— -- I ßiindfcfjau. Berlin. Im Israelitischen Ocnieindcblatt finden wir eine ן Notiz über die Wahlen zur akademischen Lesehalle, die so i amüsant ist, dass sie wohl von der Freien Wissenschaftlichen I Vereinigung selbst herrühren muss. Zunächst heisst es, dei! Verein jüdischer Studenten habe keinen grossen Erfolg zu ver-; zeichnen, denn von 1209 jüdischen Kommilitonen habe er nur j 201 Stimmen erhalten (Gewählt haben notabene im ganzen.: höchstens 4S0 jüdische Studenten). Dann gehts weiter j — aber nein, zitieren wir lieber wörtlich: ״Auffallend ist der i Erfolg, den die Freie Wissenschaftliche Vereinigung errungen, j Während sie es im vorigen Jahre auf 100 Stimmen brachte, I hat sich dieses Mal die Zahl ihrer Anhänger nahezu ver- 1 dreifacht. Endlich beginnt man in weiteren Kreisen clnzusehen, dass •sich dic'F. *W.־V. sehr .grosse Verdienste, um die Gleichberechtigung der jüdischen Studenten an der Berünet Universität erworben hat; Dieser Wahlerfolg der F. W. V״ die bekanntlich die .cir.zige. Studente.nvereinigung von Bedeutung Ist, in der Christ und Jude einträchtig., zusammen wir ken, istV ... auf das und das zurückziiführen,;— Also gibt.es wenigstens noch e I n e chrisdiche Gruppe an der : Universität, die frei ger.ug denkt, um keine Judenfeindschait. zu kennen? Du irrst, naiver Leser, und icn bin grausam, genug, dich aus dem schönen Irrtum zu reissen! ׳.Nic.it.Christen; Juden sind es, denen dieses Verdienst nachgcrühmt wird, die F. W; V. ist jüdisch, so rein Jüaisch, dass.'die über, den Verdacht der Bosheit erhabene liberale ״Morgenpost“ schlankweg die ״jüdische F. W. V.“ zitiert. Das Verdienst der F. W. V. um. die jüdische SachebostäTit darin, dass der Vertreter der F. W. V. seine jjiÖisdac־־Ehrc in schmählicher Weise prost.tuiert hat, um _1’.ar- ,ja als deutsciuzu gelten. Und die vielen Stimmen sind die der FinWnscnaft, die keine eigenen K:.naidate«1 aufs :eilte. — Schade um das Hebe Märchen, ven dem Kort der Cleichberechtigung und der fortschreitenden Erkenntnis vön den Vor- Zügen der F. W. V. uni ihrer Anhänger! ia. Berlin. Jüdische Statistik. Der jTm״st ׳ bcgründete Verein für jüdische Statistik hat in den meisten von Juden bewohnten Ländern A'.itGlieder gefunden, ׳welche :ה Würdigung der wissenschaftlichen und pr t .tisenen Bedvutun: des unternommenen Werkes ihm ihre Kräfte zur Vcr.uzun.״ stellten. Die Orgar.isatior.sarbciten sind so weit vorgesennten, dass neben der Berliner Zentrale an die sich vier Arbeitssektionen anlelmen, zur Zeit grössere statist.sche Vereine auch in Deutsch- Oesterreich (Zentrale V. i:n). .0 a - lizien (Zentrale Lemberg), Polen (Zentrale Warschau), Russland (Zentrale Odessa) sowie in der Schweiz (Zentrale Bern) funktionieren. Sämtliche Arfceitssektiorcn des Vereins sind gegenwärtig mit der Herstellung der erundlegenden Arbeit, einer kompletten Bibliographie der jüdischen Statistik, beschäftigt. Dieselbe •wird neben zahlreichen Monographien über di? Lag? der jüdischen Bev׳dkerung noch im Laufe dieses Winters im ersten B׳n’e der Publikationen ־ des Vereins f. j. St. zur Veräffert! c'’1־n ׳ gclangen. Briefe sowie Mit’lieJerbeitr'ige (6 Mark ji’rlhh) und einmalige grössere Spenden sind an d.i? Zentrale des Vereins', für jüdische Statistik, BcrHn־Hdcr.s:e, Ringbahnstrasse 125. zu adressieren. BerFn. Wie alljährlich, veranstaltet?!ich in diesem Winter das Kuratorium der Lehrarst~.lt für die Wissenschaft des Judentums eine Reihe von Vorlesungen zum Besten des St■'- pendiemonds dieser Anstalt. Die Vorbsu־gcn. wiche im Saale der Gesellschaft der Freunde. Potsdamerstrarse 5. abends 8 Uhr, gehalten werden, sind folgende: . -; 1. Am 5. Januar. Herr Dr. Ludwig Fulda: Aus meinen Schriften. . 2». Am 19. Januar. Herr Prof. Dr. Ludwig Geiger: Michael Beer, ein deutscher Dichter Jüdischen Glaubens,ג ׳ 3. Am 2. Februar. Herr Privatdozent Dr. Hugo Winckler: Palästina in vorisraclitischer Zeit. tionalstolz zu heben als der Hinweis darauf, wie unge- I mein nahe verwandt das-grösste Heldengeschlecht der Weltgeschichte unserem Volke gewesen und wie es ganz in gleicher Art wie unsere eigenen Helden für die Retj tung seines Volkes sich betätigt hat. Reu ersdjiencne Büdjer. Feldmann, Wilhelm: Das Gottesgericht. Drama aus dem galizisch-füdischen Leben In 4 Acten. Autor. Uebersctz. aus d. Poln. von Samuel Meise!?. Wien 1902: M. Walzner & $. 77 S. 8°. Mclsels, Samuel: Der Friedensgedanke Im Judentume. Tarnopolr Verlag des Verfassers. 31 S. 8°. Damaschke, Adolf: Die Bodenreform. Grundsätzliches und. Geschichtliches. Vorträge. Berlin 1902: J. Rade. VIII, 245 S. 8°. Darin: Die Bodenreform 111 Israel. Singer, Isidor: Der Juden Kampf ums Recht. Vortrag, gehalten In der am 2. Juli 1902, unter den Auspizien der Schwestern-Logcn Justice No. 532 und Romania No. 536 I. 0. B. B, in der von der New-Yorker Educationa! Alliance veranstatteten Massenversammlung. New-York 1902: E. Zunser. Nowack, W.: Die׳Zukunftshoffnungcn.Israels ln der assyrischen Zeit. Seite 31—60. . in: Theologische Abhandlungen. .Eine Festgabe zum ■ 17. Mal 1902 für Heinrich Julius Holtzmnnn, dargebr. von W. Nowack u. a. Tübingen u. Leipzig 1902: J. C. B. Mohr. Nurock, M.: Der I. Allrussische Zionistcn-Kongrcss in; Minsk. Riga 1902: Müller. 52 S. Kl. 8°. Preis 15 Kop.! Stark, M.: Der Wein im jüdischen Schrifttum und Kultus. I Beer, Georg: Der biblische Hades. .Seite 1—30.

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