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Jüdische Rundschau · 1902-12-24 · Heft 52 (24.12.1902) · p. Seite 103

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1902)
Issue
Heft 52 (24.12.1902)
Date
1902-12-24
Page
Seite 103 (sequence 7)
Language
German
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Seite 103 No. 52. Jüdische Rundschau. Beteiligung aufgefordert. Anmeldungen bei Elias Auerbach, Lehrterstr. 14/15. Der Beitrag (1,50 Mk.) ist noch von vielen zu entrichten! Am Sonnabend, den 3. Januar 1903, findet die nächste allgemeine Sitzung der akademischen Gruppe statt. Ort und Zeit wird 1den, bis dahin angcmcldeten Mitgliedern noch mitgcteilt werden. Dr. M. Fried länder wird über ״die Rückkehr der Juden aus dem babylonischen Exil“ sprechcn. — Das Erscheinen ist für sämtliche Mitglieder obligatorisch. I. A.: Elias Auerbach, Lehrterstr. 14/15. Leipzig. In unserer Ortsgruppe fanden in diesem Winter bisher 2 grosse Versammlungen statt, ln der ersten referierte Dr. Groncmann-Hannovcr, in der zweiten Dr. Kahn-München. Beide Vortragsabende waren von zahlreichem Publikum besucht und von schönem Erfolg. Auf unsere ״Jüdische Lesehalle“ in der Grinunäischen Strasse sei besonders hingeyviesen. Berlin. In der Berliner M o n t e f i o r c ־ L 0 g e im Orden Bnc-I3rith spricht, wie uns von der Loge nahestehende! Seite mitgcteilt wird, Herr Dr. Klee am 6. Januar über das Thema: ״Das Wiedercrwaclien der jüdischen Nation". In Eberswalde hat sich, wie uns gesell rieben wird, die zionistische Gruppe, die vor dem zweiten Kongress begründet war, inzwischen aber wenig Tätigkeit entfaltete, neu konstituiert. In Tarnowitz in Obcrschiesien wird das Bureau - Berlin demnächst einen Vortragsabend veranstalten; einen Vortrag über Zionismus wünscht man auch in Schwedt a. Oder. Neue Verträucnmänner sind gewonnen in J o h a nnisburg i. Preussen und G log au. Berlin. Aus Czarnikau i. Posen und T a r 110 ־ witz i. Obcrschiesien ist der Wunsch nach Aufklärung über den Zionismus an das Berliner Bureau gelangt. Es sollen demnächst dort Vorträge arrangiert und Gruppen begründet werden. Die Zionistische Ortsgruppe zu Dresden veranstaltete Sonnabend, den 6. er., abends 9 Uhr im weissen Saale von Helbigs Etablissement, einen öffentlichen Vortragsabend zu dem Dr. Klee-Berlin das Referat über ״Die Wiedergeburt des jüdischen Volkes freundliclist übernommen hatte. Leider war der Besuch nicht so zahlreich, wie wir erwartet haben, da das schlechte Wetter und die geschäftsvolle Weihnachtszeit manchen' abgehalten hat. die Vcrsanmilung zu besuchen. Trotzdem hat die Ortsgruppe allen Grund mit dem Erfolg zufrieden zu sein, da die glänzenden Ausführungen und zwingenden Argumente des Vortragenden der Ortsgruppe 20 neue Mitglieder zugeführt und viele Einwände gegen den Zionismus widerlegt hat. Königsberg I. Pr. Die Königsberger Zionistische Verein!- gung hielt Sonnabend, d. 13. er. ihre ordentliche General- Versammlung ab. Von den 100 Schekcizahlern Königsbergs sind 76 Mitglieder der zionistischen Ortsgruppe. Im Laufe des Vereinsjahres wurden von der hiesigen Zionistischen Vcreinigiing gesammelt: Für den Nationalfond 330 Mk. Für die Nationalbibliothek zu Jerusalem 106 Mk. ' Für die Arbeiter in Palästina 20 Mk. Ferner wurden zionistische Broschüren und Ansicbtskarten für ca. 70 Mk. verkauft. In den Vorstand wurden für 1 Jahr gewählt die Herren: Dr. med. Hoppe, Sachs. Sambursky, Towbin,.Wolfsohn. י . G lei witz. Am Sonntag, dem 17. d. M., fand im deutschen Hause unter dem Vorsitz des Herr Referendars Dr. Littmann, eine öffentliche Versammlung statt, in der Herr Dr. Kahn aus München das Thema: ..Was führt uns zurrt. Zionismus?•* behandelte. Das Interesse für unsere Sache, das durch den, sechs Wochen zuvor gehaltenen, Vortag Dr. Zlricistis *eweekt worden war, bewies der Umstand, dass sich eine fast 30C!köpfige Zuhörerschaft eingefuiuleii hatte. Der Redner führte zunächst in grossen Zügen die historische Ent- Wicklung des Zionismus vor, verbreitete sich alsdann über die Notwendigkeit des modernen Zionismus und hob mit greifbarer Klarheit die Faktoren hervor, die auclt uns deutsche Juden der Bewegung notwendig zuführen müssten. Er legte insbesondere dar, dass der Zionismus der Vaterlandsliebe nicht nur nicht entgegcnstchc. sondern sie sogar ergänze, wie er alle Arten von bewussten Juden umfasse, schilderte dann durch Hinweis auf unsere nationalen Institute die grossen praktischen Erfolge des Zionismus und griff endlich durch geschickte Rhetorik den abgebrauchten Einwänden gegen unsere Bewegung vor. Er schloss seine von erhebender Begeisterung getragenen Ausführungen mit der Aufforderung, sich der hiesigen Gruppe anzusehlicssen 1!11d durch rege Mitarbeit unser ideal verwirklichen zu helfen. Der rauschende Beifall, der den Vortragenden lohnte, die darauf folgende Diskussion und endlich die Beitrittserklärungen von 25 Herren zeigten, dass die oberschlesischen Juden in ihrer Mehrheit der Assimilation noch nicht so unrettbar verfallen sind, dass hier eine eins gc Tätigkeit nicht Früchte trüge. Hannover. In der Versammlung, welche am 11. d. M. hier siattfand, und in welcher Dr. Klee sprach, nahm, wie schm! gemeldet. HerrLandrahbinerDr. Grone mann das Wort tmd fiilirte das im folgenden kurz Zusamniengefasste aus: ,.Der Zionismus ist eine ideale Bewegung, die nicht durch Erkiärungen oder durch das - - scharf zu verurteilende — Totschweigen der richtzionistischen Blätter «ans der Welt geschafft werden kann. Durch unsere Zeit wehe ein nationale! Zug. der auch das Judentum erfasst habe. Es sei ein U n ־ ding, die jüdische Nation w c g z u l c u g n c a, wir s c i e n n i c 111 n n r G I a 11 b e n s -, s o n d e r n a 11 c h S t a n! - m e s g c n o s s e 11. Dieses jüdische Nationalbewusstsein zu pflegen und zu kräftigen, ohne unsere Pflichterfüllung als Deutsche zu beeinträchtigen, sei eine ideale Aufgabe. Dass ursprünglich in Deutschland sich heftige Widersprüche gegen den Zionismus geltend gemacht Haben, sei erklärlich und müsse historisch beurteilt werden. Heute stelle es fest, dass die Arbeit der Zionisten nicht lediglich Zuku.ifts-, sondern auch Gegenwartsarbeit sei. man müsse ihnen für vieles, was sie geschaffen haben, dankbar sein, sie hätten toten Gebeinen neuen l.ebensgeist cingehaucht und jeder Fortschritt des Zionismus bedeute einen Rückschritt des Indiüercntismus. Seine persönbin Ich, sagte der Stahl, den ich zu meinen Fiissen gefunden hatte. Und Jehtidah Makkabi setzte seinen Siegeslauf fort und verschaffte weithin Ruhm seinem Volke; er legte den Panzer an wie ein Held, umgürtete sich mit kriegerischem Gerät, lieferte Schlachten und schützte das Heer mit dein Schwerte. Er glich dem Löwen in seinen Taten, verfolgte die Abtrünnigen, spürte sie auf, und die das Volk erschreckten, verbannte er. Er schritt von Sieg zu Sieg, er sammelte die Zerstreuten und w'ard genannt bis ans Ende der Erde. Als er aber alle besiegt hatte, da zog er hinauf gen Jerusalem und weihte den Tempel neu ein, und feierte ein Fest, das hiess-ja, aber den Namen habe ich vergessen!“ . ״ כChanukah heisst das Fest,“ sagte eine Stahl- :!feder; die sich bisher ganz ruhig verhalten hatte. .״Das dumme Ding tut so gelehrt, als ob cs auch etwas davon wüsste,“ sagte die grosse Nuss in unwirschem Tone. ״Ja, ja, Chanukah, so hiess wirklich das Fest, von dem das Sehwfert sprach,“ meinte die Orange, ״aber wo- . her weisst du das, Stahlfeder?“ ״Nichts einfacher als das,“ sagte diese, ״habe ich doch heute dem kleinen Jakob geholfen, die ganze Geschichte der Makkabäer auf jenem Blatte Papier niederzuschreiben, fragt nur das Papier.“ ״Gewiss, Stahlfeder,“ meinte dieses, ״die ganze Geschichte steht auf meinem Rücken geschrieben, lind dort kann sie jeder von euch lesen.“ ״Sie hat Recht,“ knurrte die grosse Nuss, ״ich will geknackt sein, wenn es nicht wahr ist, dass dort die ganze Geschichte geschrieben steht; aber ihr könnt sie nicht lesen.“ sagte sie zu den Mandeln. Das sagte sie aber nur, um zu verhehlen, dass sic selbst nicht lesen konnte, obwohl sie viel grösser war als die Mandein, ja, auch viel grösser als alle andern Nüsse. Ein rotbäckiger Apfel wollte nun wissen, wo denn die tapferen Brüder geblieben, und wer von ihnen König geworden wäre, aber darauf wusste',die Orange keine Antwort, denn so oft sic auch das Sdnvert danach gcfragt hätte, wäre ihr nie eine Antwort zuteil geworden. ״Ich aber weiss es,“ sagte das Papier, ״und erzählte, dass alle fünf Brüder teils in der Schlacht gefallen, teils von den Feinden ermordet wären, und ihr Heldentod wäre nocli berühmter tmd herrlicher gewesen, als ihr lieldenlcben. ״Aber etwas anderes hat mir das Schwert doch er-

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