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Jüdische Rundschau · 1902-12-24 · Heft 52 (24.12.1902) · p. Seite 102

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1902)
Issue
Heft 52 (24.12.1902)
Date
1902-12-24
Page
Seite 102 (sequence 6)
Language
German
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jriidisclie Huadscliaii. Ko. 52. ״ Seite 102 habe ich sehnlichst erwartet, weil ich Sie hochschätze, weil ich durch Ihre Artikel in der ״Selbstemanzipation'‘ eine hohe Meinung von Ihnen gewonnen habe, weil ich mich immer gefragt habe, wer ist der deutsche Student mit solch idealer Anschauung, mit solch hoher Begeisterung für die Wiederbelebung der ״vertrockneten Gebeine“ *העצמות היבשות der jüdischen Nationalität? Ein deutsch-jüdischer Student! Das ist Ja ein wahres Wunderthier, das man für Geld sehen lassen kann. Als ich nun die 40 M. erhielt, dachte ich mir♦, noch weit mehr überrascht, das ist wohl gar ein junger Mann aus vermögendem Hause; Wunder über Wunder — nun sage mal Einer heute geschehen keine S'D'i mehr. Das Wunder freilich klärt sich Jetzt in natürlicher Weise auf und diese nackte Wirklichkeit ist mir nocli lieber als das Wunder. Lesen Sie‘ nur bei Nehemja nach, es waren von Jeher nur das דלת העם, welches zur Hcimath der Väter zurückkehrte. Eine Entschuldigung über den geringen Betrag hätte es wahrlich nicht bedurft, denn dass Ihre Vereinsgenassen nicht viel übrig haben, das sehe ich an einem Namen; — Dieser — war ein ehemaliger Lehrer an meiner Armenschuld und hat wahrlich keinen Pfennig übrig.... Mit meinem besten freundschaftlichen Gruss Ihr Dr. Rülf. Die Zeit, wo ein deutschbürtiger jüdischer Student, der für die Zukunft seiner Nation und des Landes Israel begeistert war, als Wundertier bei den einen, als verrückt bei den andern galt, ist vorüber! Eine grosse jüdische Studentenschaft und Tausende aus dem Volke folgen mit Begeisterung der neuentrollten Fahne ihres Stammes. Aber es ist dann zuweilen gut, den Blick auch einmal rückwärts zu wenden, und den Weg zu überschauen, auf dem wir fortgeschritten sind. Es sind erst genau 12 Jahre seit Riilfs obigem Brieie vergangen. Aber die Zeit ist eine andere geworden. — Bus der Bewegung. Berlin. Donnerstag den 25. Dezember findet ein von der Berliner Zionistischen Vereinigung und der Jüdischnationalen Frauenvereinigung gemeinsam veraustaltete9 Makkabäerlest mit Ball in den Räumen des Hotels Imperial (Schlaraffia), Enckeplatz 4, statt. Das Festkomitee hat ein reichhaltiges Programm entworfen, in dem ausser den Darbietungen der Jüdisch- Musikalischen Vereinigung hebräische und jüdische Volkslieder von Frl. Loewinthal und Herrn Lebowitz zu Gehör gebracht werden. Ausserdem wird ein interessantes Tendenz - Drama unseres Freundes Dr. Emil Cohn zur Aufführung gelangen. Das Fest verspricht einen genussreichen und anregenden Abend. Während des Tanzes wird eine Lotterie veranstaltet, bei der Chanukahleuehter und Erzeugnisse jungjüdischer Kunst (Bücher und Radierungen) als Gewinne geboten werden. Eintrittskarten, die an der Kasso zu bezahlen sind, sind im Bureau unserer Zeitung, Auguststrasso 49 a, Nachmittag zwischen 4—5 abzuholen. Berlin. Uns geht die Anregung zu, der wir gerne Raum geben, dass die Eintrittskarten zu den hoffentlich von allen zionistischen Organisationen veranstalteten Makkabäerfeiern mit einer Luxussteuer von 5 Pf. 1 Nationalfondsmarke belegt werden. Es wird besonders darauf hingowiesen, dass am 1. Ghanukahtage, Donnerstag d. 25. Dezember er., nachmittags um 32/ז Uhr, ein feierlicher Jugendgottesdienst in der Synagoge des Vereins Ahawalh- Zion, Saarbrückerstrasse SO, stattfindot, bei welchem Heir Dr. W. Levy die Festrede halten ■wird. Die Veranstaltung geht aus von dem genannten Synagogen-Verein in Gemeinschaft mit der Jüdisch-Nationalen Frauen-Vereinigung. Berlin. Akademische Gruppe der Berliner Zionistischen Vereinigung. Der Palästinakurs begann am Mittwoch, dein 10. d. M. mit dem Referat von Eugen Mayer: ״Statistisches über Palästina“. Der Referent gab eine Uebersicht über die wichtigsten Zahlenverhältnisse des Landes, der Bewohner, des Handels u. s. w., die tabellarisch geordnet für die Mitglieder fixiert werden. Sodann referierte Eugen T ä u b I e r über die allgemeine Geographie Palästinas. Er gab einen klaren Grundriss der Struktur des Landes, der Gebirgs- und Flussverhältnisse, sowie der durch die Geographie gegebenen Verkehrsmöglich• keiten. An beide Referate schlossen sich Anfragen der Mitglieder und Ergänzungen durch Herrn T riet sch. '* fDer Kurs ist gut besucht und verspricht Tüchtiges zu leisten. — Anmeldungen bei Dr. Wilhelm Lewy, Rosenthalerstr. 16/17. Eine Gruppe zum Studium der Lebensverhiiltnisse der Juden soll eröffnet werden. Der Arbeits- Stoff dieser Gruppe enthält die Grundlagen für jede zionistische Agitation, und schon aus diesem Grunde wird zu intensiver die Nuss, während der kleine Jakob im Schlafe gerade nieste, ״hört nur, wie er es benlesst.“ * ״Ich bin nicht so abergläubisch, dass ich ans Beniesen glaubte, verehrte Nuss,“ lautete die Antwort, ״aber hört nur, wie mir das Schwert weiter erzählt hat.“ Da antwortete Mattitjahu mit lauter Stimme und sprach: ״Wenn auch alle Völker im Umfange des Reiches des Königs auf ihn hören, und jeder abfällt von 'dem Gottesdienst seiner Väter, so werde doch i c h und meine Söhne und meine Brüder in dem Bunde unserer Väter wandeln. Fern sei es von uns, unser Volk zu verlassen und unser Gesetz. Den Befehlen des Königs werden wir nicht gehorchen, ־ und werden Juden bleiben, auch wenn wir sterben müssen.“ Währenddessen trat aber ein jüdischer Mann vor den Augen aller hin, um auf dem Altäre den Göttern der 'Griechen zu opfern. Als Matitjahu das sah, da erwachte sein Eifer,, sein •Jnncres regte sich, und er übte im Zorn Strafe, lief hin und tötete ihn am Altäre. Und den Mann des Königs, welcher zum Opfern zwang, tötete er in derselben Zeit und eiferte für das Gesetz und rief aus in der Stadt mR iauter Stimme: Wer für das Gesetz eifert und für sein Volk, und den Bund hält, ziehe aus, mir nach. So flohen er und seine Söhne in die Berge, und Hessen alles, was sie hatten, in der Stadt. Da sammelten sich zu ihnen wenige tapfere Männer von ihrem Volke, und sie waren eine kleine Schar, den Kampf aufzuiiehmen, um ihr Volk von den Feinden zu befreien.“ ' ״Das war tapfer,“ sagte die grosse Nuss. ״Und kühn war es,“ sagte eine Birne. ״Und erfolgreich,“ fuhr die Orange in ihrer Erzählung fort; ״denn als nach des greisen Mattitjahu baldigem Tode sein Sohn Jehudah Makkabi an ihre Spitze trat, da erwies er sich als der grösste Held, dessen Ruhm nie verklingt. Der feindliche Feldherr Apollonius sammelte ein grosses Heer, das allein durch seine Zahl das kleine Häuflein erdrücken sollte. Und ein Schwert liess er schmieden von! bestem Stahl, von dem berühmtesten Meister, lang, breit und schwer, dessen Schärfe alle Schwerter übertraf. So zog er der kleinen Schar entgegen, um sie zu vernichten. Da stürmte Jehudah mit seinen wenigen Getreuen auf ihn hernieder und zersprengte sein Heer und erschlug ihn mit eigener Hand. Und er nahm das Schwert aus der Hand des erschlagenen Apollonius und führte es in allen Schlachten und Kämpfen als treuen Kumpan. Dies Schwert

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