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Jüdische Rundschau · 1902-11-28 · Heft 48 (28.11.1902) · p. Seite 70

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1902)
Issue
Heft 48 (28.11.1902)
Date
1902-11-28
Page
Seite 70 (sequence 6)
Language
German
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Beite 70. Jiiüisdie utulKolism. No. 48. Vorstand setzt sich zusammen aus: Dr. med. Norwltzkj. 1. Vors.. Dr. phil. Wolfskeel, 2. Vors.. Kaufm. Schaclmo. Schrift!., Kaufm. HaUsdorff. Kassierer, cand. mcd. Sichel und Kaufm. Horowltz Beisitzer. . . Würzburg. Am Sonntag, dem 9. November, hielt die Würzburger Zionistische Vereinigung ihre zweite öffentliche Ver- Sammlung ab. Der Verlauf unserer letzten Versammlung, in der Herr Dr. Friedemann aus Wiesbaden referiert hatte, war recht eindrucksvoll' gewesen, so dass diesmal der imposante Saalbau des Hotel Ooldschmidt mitsamt seinen zahlreichen Oalcrieen sich als zu klein erwies. Die Bcsuclier drängten sich an den Wänden und in allen Olingen. Den Vortrag des Abends hatte Herr Dr. Klee aus Berlin übernommen, der in wissenschaftlicher ernster und doch populär-liebenswürdiger Weise über Problem der jüdischen Kolonialpolitik sprach. Fr wies nach, dass nur Palästina als Zukunftsheini des jüdischen Volks in Frage kommen könne und beschäftigte sich eingehend mit־ den Finwändcn, die gemeinhin gegen die zionistische Idee und Politik erhoben werden. Die wenig vornehme Opposition brachte in der anschliessenden Diskussion ausser einigen iormcll-taktlosen Kalauern nichts neues zu Tage. Als Herr Dr. Jacobi Dr. Herzls Roman ״Altnetiland“, z. T. an der Hand der Kritik in der Frankfurter Zeitung in die Debatte zog, rief er den Unwillen der überwältigenden Majorität der Vcrsamni״ lung hervor. Nur bei einigen halbwüchsigen Burschen fanden die Redner der Opposition lärmenden Beifall. Herr Dr. Klee wies in seinem Schlusswort u. a. auf das unwürdige Benehmen dieser unreifen jungen Leute hin, indem er unter lautloser Stille der Anwesenden den hohen sittlichen Frust der zionistisehen Idee betonte und das kleinliche, mäkelnde Vorgeben der Gegner unter tosendem Beifall brandmarkte. Die Vcrsamnilunß bedeutete.einen, grossen Schritt vorwärts. Antwerpen. Am 13. November hielt Herr Ari Marcuse im Saale des ..Grand Cafe Ducal“ vor einem zahlreich erschieneneu Publikum einen Vortrag über ״Zionismus“. Redner w־ies auch u. a. unter Angabe von Namen und Ziffern auf die missbrüuchliche Gcidcrverteiluug der ״Deutsch-holländischen Chalukah“ hin. Die gespannte Aufmerksamkeit und der Beifall der Zuhörer bewiesen, ein wie grosses Interesse man in Belgien der zionistischen Bewegung entgegenbringt. Lund. Hier in unserer berühmten Universitätsstadt ist soeben die erste zionistische Ortsgruppe auf dem Hoden Schwedens ins Leben gerufen worden. Wir wünschen der jungen Mitstreiterin im Norden von Herzen guten Erfolg! Gründet Sfyarelilute! ßundfcfyau. Berlin. Die Bibliothek der jüdischen Gemeinde, Oranienbuigerstr. 60—63, ist im Wintersemester geöffnet: Sonntag, Mittwoch und Freitag von 10-2 Uhr.!Montag, Dienstag. Donnerstag und Sonnabend von 6 9 Uhr aheuds. Berlin. Am Dienstag, dem 2. Dezember 1902, 8M* Uhr abends, findet im Restaurant ״Roscnthalor Hof*. Rosenthalerstr. 1112-־. eine grössere Versammlung des Hebräiseh-litierauschen Vereins ״Safeh Berurah“ statt. Tagesordnung. 1. Vortrag des hehr. Schrittst. F. B e 11 - J c 11 u d a-Jcrusalcm über ״Die Renaissance d« r hebräischen Sprache. 2. Debatte. 3. Diskussion über das Thema: ״Die Gründung einer jüdischer. Akademie". Gäste herzlich willkommen! Der Vorstand. 1. A.: Josef Lin, Fehrbelliuerstr. 78. Berlin. Der hebrüisch-litterarische Konversations-Verein ״Safah Berurah“, welcher seit drei Jahren besteht, begann am jüngsten Sonnabend (15. Nov.) seine Tätigkeit im neuen Semester mit einer glänzend verlaufenen Versammlung. Der Vorsitzende des Vereins. R. Brainin, begrusste die zahlreich versammelten Mitglieder und Uüste und betonte die grosse Bedeutung der Neubelcbimg der hebräischen Sprache als Umgangssprache fiir die Renaissance des Judentums. Red- 1!er schilderte auch die erfreulichen Fortschritte der ״Safah Berurah“, die immer weitere Kreise heranziche und zu einem Zentrum aller hebräischen Strömungen in Berlin geworden sei. Diese Ansprache des Herrn R. Brainin war wie alles, was im Verein gesprochen wird, hebräisch. Von Interesse ist es, dass der hiesige Universitätsprofessor Zabludowsky das Wort ergriff, uni den Eindruck zu schildern, den der Verein auf ihn gemacht habe. Fr drückte seine Freude über das Bestellen des Vereins aus, der die hebräische Sprache zu fördern und zu beleben strebt. Die eigentliche nationale Sprache der Juden sei die hebräische. Besonders sprach er sich aus gegen die von verschiedenen Seiten erfolgten Versuche, das Jüdisch- Deutsche zur Finhcitssprachc der Juden zu machen. Alsdann hjclt Herr Brainin ein Referat über die Gründung einer ״Jüdisehen Akademie", einen Plan, den er in letzter Zeit gefasst hat, und auf den er die öffentliche Meinung lenken möchte. Redner führt aus. dass eine Organisierung der Judcnheit nur durch eine gemeinsame Gesamtrlnstitutiou zu erzielen sei, wie cs eine, aus den hervorragendsten jüdischen Persönlichkeiten bestehende Akademie sein wurde. Der Vortrag wurde mit grossem Bcifajl aufgenomnten. ln den Vorstand wurden sodann gewählt: Herr Brainin, 1. Vorsitzerder, Herr Lin, 2. Vorsitzender, die Herren Gonzar und Bernstein, Schriftführer, Herr Dr. Rcnzcr, Bibliothekar. I j Berlin. Verspätet geht uns ein Bericht über den von de! I ״J ii d i s e h - M 11 s i k a l i s c h e n V e r e i n i g 1111 g" veran- I stallet gewesenen ״Mcyerbccr-Abcnd" zu. Dieser fand am! 8. ds. statt und obgleich nur die nächsten Angehörigen der j Mitglieder und einige sich fiir die Tendenzen obiger Vor-; cinigimg interessierende Herren cingeladen waren, war der | zur Verfügung stehende Saal von den zahlreich erschienenen Zuhörern überfüllt, die auch von dem, was sie verna|uue:1, ' befriedigt wurden. Wenn auch nicht alle Vorträge derart; waren, um einer strengen, rein musikalischen Kritik Stand i zu halten, so muss man doch berücksichtigen, dass auch die : Aufgabe. Mcyerbecrs Wirken folgerichtig und verständnisinnig zum Vortrag zu bringen, sehr schwierig ist. Umso erfreulicher . ist es, dass dieser Abend der Vereinigung gelungen ist; man ' merkte einigen Solisten gar nicht au, dass sie überhaupt zum; ersten Mal öffentlich auftraten. Den Glanzpunkt bildete aber '• der aus ca. 25 Herren und Damen bestehende Chor, welcher unter Leitung seines Dirigenten L. Hochdorf Mcyerbecrs Oden; vor trug. Jeder, der dieses Lied und seine Schwierigkeiten; kennt, war über die äusserst präzisen Fiusützc überrascht und; der Chor erntete auch am Schluss dieser erbaulichen Motette! reichen Beifall. Fine daran anschliessende Geselligkeit hielt . die ״Jünger Mcyerbecrs“ nebst sämtlichen Gästen bis zum ן iriihen Morgen zusammen. ן Wie wir hören, steht die Vereinigung, jetzt vor einem ן grösseren Konzert und wir wünschen ihr, dass sich die Zahl der Teilnehmer recht bald verdoppele, damit sie durch diese! in allen jüdischen und musikliebeudcn Familien bekannt werde.! Die Proben für Herren und Damen finden jeden Dienstag abend | 8- Uhr ju'Dräsels Restaurant, Neue Frlcdrlchstr. 35, statt. 1 Während des Dezembers übt der Männerchor jeden Sonntag | nachmittag 3 Uhr ebendaselbst. Breslau. Am Donnerstag, dem 20. er. fand die koustituierende Versammlung des ״Jüdische n T u r nu n d I Sportvereins“ statt. Nach langen Bemühungen des vor- I bereitenden Komitees ist es uns' gelungen, die Stadt zur Her- | gäbe zweier Turnhallen zu bewegen. Der Verein wird von! Männern geleitet, die eine Gewähr dafür bieten, dass in seiner j Mitte stets wahrhaft jüdischer Geist herrsche. Trotz der Fxistenz des zum grössten Teil aus Juden bestehenden Turn-!'• Vereins ״Vorwärts“ haben sich dem Verein bereits eine grosse 1 Anzahl Herren angtsehiossen und geben wir uns bezüglich J seiner Hntwickehiug den besten Hoffnungen hin. Zum erste!!! Voi sitzenden wurde Herr Dr. mcd. Bernhard Schwarz ge- wählt. Den Beratungen schloss sich noch ein Kommers an, der einen gemütlichen ungetrübten Verlauf nahm. . Beim. Der Verein iiir jüdische Geschichte und Litteratur, . der unter der Leitung unseres treuen Gesinnungs- ■ genossen Dr. Fdclstein stellt, versendet einen Jahresbericht, dem wir folgendes entnehmen: Die Generalversammlung im j Dezember 1901 ergab neben der Wiederwahl der früheren! Vorstandsmitglieder, der Herren: David, Feldmann, Hcrschel, i l)r. Klee, Rechtsanwalt Rosenberg die Neuwahl dt-s Herrn | Dr. Fdclstein als L, des Herrn Dr. Meyer als 2. Vorsitzenden. 1 Leider entriss uns der Tod den Ehrenvorsitzenden unseres! Vereins, Altmeister Dr. Riili. Schmerzbewegt beklagen wir in I ihm, der mit seiner Treue ganz Israel umfasste, auch einen; treuen Freund unseres Vereins, dessen verdienstvoller Gründer! und eifriger Förderer er , war. Das Andenken an ihn. den ׳, milde», weisheitsvoHen Greis mit dem jungen Herzen, dessen; ideale Begeisterung sich harmonisch verband mit dem tiefen! Wissen eines universellen Geistes, wird niemals in uns er-; löschen. — Herrn Dr. Klee, der sich um die Gründung und den : Ausbau unseres Vereins grosse Verdienste erworben, widmete i bei seinem Scheiden von Bonn der Vorsitzende herzliche Danj kesworte für sein erfolgreiches Wirken. I Mannheim, November 1902. (Errichtung einer I Toynbeeliallc.) Nachdem während des verflossenen I Sommers der Vorsitzende der hiesigen Bnei-Brith-Loge

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