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Jüdische Rundschau · 1902-11-14 · Heft 46 (14.11.1902) · p. Seite 51

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1902)
Issue
Heft 46 (14.11.1902)
Date
1902-11-14
Page
Seite 51 (sequence 3)
Language
German
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No. '48. JUdit»cl1e Hundschnu. Seite Bl. ־ Aus der Bewegung. i Von der Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ sind gestern 250 Mark an das .Zentralkomitee zur Eintragung unseres verstorbenen Altmeisters Dr. J. J. RGlf in das Goldene Buch des Nationalfonds abgesandt ־worden. Die Sammlung für den RülfTond ist hiermit geschlossen.!.■ Berlin. Am Montag, d. 10. d. M., fand die Generalver- Sammlung . der neu organisierten zionistischen Akademiker Berlins statt. Herr caou. phii. Eugen Täubler, .der *Schöpfer und bisherige Leiter der Vereinigung, erstattete den Bericht über das Sommersemester und setzte eindringlich Form, Wert und Ziele der neuen Organisation auseinander• Die Ver- Sammlung sprach ihm für seine-mühevolle und energische Arbeit ihren aufrichtigen Dank aus. — Sodann musste, da Herr Täubler leider durch berufliche Arbeiten an der weiteren Leitung verhindert war, ein Nachfolger für ihn gewählt werden. Die Wahl fiel auf Herrn cand. med. Elias Auerhach. Dieser nahm darauf die vorläufige Verteilung der Mitglieder auf die Untergruppen vor. Rio Leiter dieser *'Gruppen wurden provisorisch gewählt, um zusammen mit ‘dem Vorsitzenden in kürzester Zeit den Arbeitsplan für den Winter auszuarbeiten. Die Frage des Beitrags und des Verhültnisscs zur zionistischen Ortsgruppe wurden dem Vorstand zur Beratung überwiesen. Alle zionistischen Akademiker Berlins, '־ die cs bisher versäumt haben, werden ersucht, ihre Adresse möglichst sofort zu senden an: Elias Auerbach, cand. mcd.. l.elirterstr.!4/15. Berlin. Die Akademische Verbindung ״Hasmonäa“ feiert יdas Fest ihrer Gründung am •Dienstag, d. 18/11. abends 8-i L’hr im König von Portugal. Burgstrasse 12, durch einen Antrittskommers. Gäste sind herzlich willkommen. Berlin. Der Synogogcn ־ Verein ״Ahawalh ־ Zion“ entwickelt sich recht gut. Zum Simchas Thorah-Fcsle hatte der Vorstand seine Mitglieder in Schneiders Festsäle geladen, woselbst eine kleine Bewirtung stattfand. Ansprachen der Gg. Heinhart, Tauber und Behr trugen mit dazu bei, um eine Stimmung unter den Mitgliedern hervorzurufen, die dem Tage entsprach. Auch erwies sich diese Feier als eine sehr gute Propaganda für unsere zionistischen Ideen. Am Sonnabend, den 1. November*.hielt nachmittags Gg. L. Behr einen zionistisehen Vortrag in der Synagoge nach dem Minchah-Gebct. Ebenso hielt ein zugereister Maggid einen Vortrag, der im An¬ Schluss an die Ausführungen unseres Freundes Behr gleichfalls den Zionismus, in den Kreis seiner Betrachtungen zog. Köln, den 10. November 1902. Samstag Abend fand die ausserordentliche Generalversammlung der Zionistischen Vercinigung. Ortsgruppe Köln, im jüdischen Hotel ״Wiener Hof“ statt, die im Gegensatz zu bisherigen Generalversammlungen auffallend stark besucht war. —־ Nach kurzer Bcgrüssungsausprache des Rechtsanwalts Herrn Dr. Bodcnheimer, der die Abwesenheit ‘ des Herrn David Wolffsohn entschuldigte, erverständlich war, dass ein Jude regelmässig nach Palästina fährt, um von dort Kostbarkeiten und Spezereien nach Europa zu bringen. Höniger hat ebenfalls Recht, wenn er unter den ״spccies“, die nach den Mitteilungen Qrcgors von Thours in den Händen jüdischer Kaufleutc waren, orientalische Produkte verstanden wissen will, und seine‘Vermutung, dass der in allen älteren Städten vorkonnnendc Pfefferzins der Juden auf ihren früheren örosshandel mit orientalischen Spezereien Hinweise, wird dadurch allmählich zur Gewissheit5) Citteraturberlcljt. Antikritik. ״Zehn Worte ... für das tägliche Leben. Mit Nachbemerkungen von Antiquus“. Besprochen in No. 4-1 d.'Blattes; Zur Steuer der Wahrheit und Gerechtigkeit, deren Ihr.gpsch. Organ sich stets.annimmt, muss gegen die vom ungenannten Referenten beliebte Kritik Verwahrung eingelegt werden, wenngleich das Objetk so gering ist. Geben Sie daher folgenden Zeilen möglichst in nächster No., gefälligst Raum. Sonst könnten Ihre Leser glauben, das schulmeisternde Urteil sei wirklich zutreffend und •die kleine Schrift, welche, in Moses 5) Vgl. Höniger: Zur Gescii.. d: J. •Inf früheren‘:Mltt. Qcigers Ztsehr. Bd. 1־, S. 82. stattete das *Vorstandsmitglied, Herr Moritz ‘ Levy, den Generalbericht über die Tätigkeit der Ortsgruppe Köln 1m vergangenen Jahre. — ln scharfen Worten gcisselte der Redner das Verhalten des I. Vorsitzenden des Vereins für jüdische Geschichte und Littcratur. des Herrn Rabb. Dr. Frank, der in der vergangenen Wochenvcrsapimlung dieses Vereins in seinem Jahresbericht über die jüdischen Ereignisse mit keinem Worte des Zionismus gedachte und den Zionisten nach Schluss seines Vortrages eine Diskussion unmöglich machte, indem kurzweg die Diskussioii von der Tagesordnung strich. Letzteres . gab den Herren Dr. Bodenlieimer. -Abrüliäm, Goidrcich und Werthcr Veranlassung, das bisherige Verhalten des Vereins für jüdische Geschichte und Littcratur mit seinem Vorsitzenden der Sachlage entsprechend, zu kritisieren. Herr Dr. Bodenheimer stellte fest, dass keine Wochenversammlung des Vereins für jüdische Geschichte und Litteratur gut besucht gewesen sei mit Ausnahme des Vortrages, den Herr David Wolffsohn vor einigen Jahren in diesem Verein über den ״Zionismus" vor 300 Personen gehalten habe. Als der I. Vorsitzende Zusehen musste, mit welch .stürmischer Kundgebung jener Vortrag aufgenommen worden sei, habe er mit ängstlicher Besorgnis von den! Zeitpunkte ab jeden Vortragenden, jeden zionistischen Vortrag oder einen Vortrag im־ national-jüdischen Sinne rundweg verboten, damit der Störenfried Zionismus nicht noch einmal den Verein aus seiner schleppenden, monotonen, eintönigen Gangart heransbringc. Herr Abraham bemerkte hierauf, die Vorträge des Vereins für jüdische Geschichte und Littcratur verfehlten wegen der einseitigen assimilatorischen Färbung den Zweck, namentlich der Jugend, die jüdische Geschichte in ihren! wahren Sachverhalt vorzuführen und empfahl daher der Parteileitung selbst einen .Gcschlchiskiub zu gründen, wo den Zionisten Gelegenheit geboten werde, jüdische Geschichte und Litteratur im volkstümlichen Sinne zu hören. Der Vorstand soll ferner eine Resolution an den Vorstand des Vereins für jüdische Geschichte und Litteratur ergehen lassen, die im Namen der hiesigen Ortsgruppe den Vorstand autfordern. von seiner Vergcwaltigungsmethode bei Gelegenheit der Diskussion abzuschen und jeden Redner ob Zionist oder Nichtzionist, die freie Aussprache zu gewähren. Herr Goldreich, der namentlich folgerden Passus des fierrn Rabbiners in seinem bh:csi!hcrb!i.'k kritisch behauptete, da der Rabbiner, man höre und ru-une, ungefähr folgcndermasscn sagte: ״Man könne sich schon einige Fusstritte gefallen lassen, wenn ein Jude Kriegsminister von Italien geworden sei“, hält jedoch eine Rcsolution für nicht zweckhaft, da die Zionisten in Köln noch summarisch zu schwach seien, um ein befriedigendes Resultat in dieser Angelegenheit zu erzielen. Auch Herr Dr. Bodcnheimer bat Herrn Abraham den Antrag bezüglich der Resolution zurückzuzichcn. Für jedes einzelne Mitglied der Vereinigurig sei .cs notwendig, sich mehr und mehr in .die_ zionistische Sache zu vertiefen, um dadurch wertvolle Kräfte zu schaffen, um das weitere Vordringen der Bewegung zu erleichtern und zu beschleunigen. Ausser den Wochenver- Sammlungen sei den Mitgliedern zu diesem Zwecke eine Diskussionsstunde an jedem Mittwoch und Samstagnachmittagc jn dem Cafd ״Multiolcx“ unseres Gesinnungsgenossen Herrn Leopold Abraham, Schildergasse geboten, woselbst der Vprstand sich regelmässig cinfindet.. um über Vorgänge in der zionisti- Mendelssohns Vaterstadt an die Öffentlichkeit gekommen, ver- ־diene nicht weiter beachtet zu werden. Dem immerhin materiell interessierten Verlag kann dies nicht gleich gütig sein, wenn auch der u n c lg e n. - nütz.lgc Verfasser sich von der Kritik sicher nicht getroffen fühlen wird, falls er davon überhaupt Kenntnis nimrnL Bei etwas gewissenhafterer Durchsicht hätte Rcfer. Seite 4 und 5 mit dem auffällig umrandeten Zweitafelgesetz ■(•״Zehn Worte an jedermann!") nicht überschlagen und vor allem das gewürdigt, was •Verfasser schon auf dem Titelblatt. In den Vor- •dergrund setzt und woran er gewiss am längsten■ :gearbeitet und gefeilt habet! mag: die ״Ausdeutung des Dekalogs in gezählten Worten nach den besten Erklärungen, soweit dem Textsinn logisch ungezwungen entsprechend.“ — Inwieweit .d 1 e 5 dein Verfasser gelungen, das verschwelet Rcfer. Aber ein gebitdeter alter Herr, tatmudisch gelehrt und auch sonst sehT belesert, urteilt uns gegenüber: Diese Umschreibung der zehn Worte sei etwas durchaus originelles, sie berücksichtige die alte und neue Exegese vollständig! Auch der theosophtsche Hymnus Seite 6. ist vom Refer. übergangen worden: vermutlich weil •״KlCanthesder Fortgeschrittene“ unterzeichnet steht. Wie.man uns aufmerksam machte, ist das Gedicht eine ׳ wohlcclungcnc Eklektik aus altoriehtal. Philosonhie. aus Philo. Gabirot sowie den! Schir hajichud etc. — So bHeb des Refer. kritischer Blick gänzlich an den — Nachbemerkungen haften. Hier über- .sah er •aber wieder• die autobiographische Einleitung S. 7 und 8. Diese besagt deutlich, wie wenig Verf. •von seinem Können eingenommen, wie er mit der Arbeit nach seiner Weise

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