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Jüdische Rundschau · 1902-11-07 · Heft 45 (7.11.1902) · p. Seite 45

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1902)
Issue
Heft 45 (7.11.1902)
Date
1902-11-07
Page
Seite 45 (sequence 5)
Language
German
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No. 45. JUdis<*J1^ Ku11d8<!l1 «14. 45. Griechenland 0 I 5 Centimes Holland H I 2 Cents. Italien' I I 5 Centesimi Oesterreich-Ungarn OU I ■ 2. Heller . Russland Rd I 1 Kopeke ״ Rumänien' Rn I 5 Barii Spanien S I 5 Centimes Schweden-Norwegen SN I 2 Oere Südamerika SA I 5 Centimes Serbien Sr I 5 Centimes Türkei T I 8 Para Die richtige Abführung dieser Markenbücher wurde vom A. C. kontrolliert, dieselben plombiert und nach London an die Bank gesandt. Die erste Partie ging am 20. April ab, dann folgten weitere Sendungen, und der Rest wurde am 14. Mai d. J. abgeführt. Wenn auch die erste Partie der Markenbücher infolge der oben angegebenen Schwierigkeiten erst gegen Ende April fertig werden konnte, haben doch in der Zwischenzeit die Sammlungen für den N. F. nicht geruht. Es liefen kleine Spenden und solche für das Goldene Buch ein, und die zionistischen Zeitungen, die wir hierzu mittelst Zirku־ lares aufforderten, nahmen Spenden für den N. F. entgegen. An der Spitze der Sammlungen stand natürlich unser offizielles Organ, die ״Welt“. Gegenüber einer weiteren Art der Sammlung, nämlich durch Büchsen, nahmen wir eine ablehnende Haltung ein, und werde ich diesen Standpunkt noch begründen. Die Institution des Goldenen Buches hat sich ausgezeichnet bewährt, da bis zum 20. Oktober von 138 Personen (Vereinen, Korporationen) für das Goldene Buch gespendet wurde. Die Spender für das Goldene Buch werden künstlerisch ausgestattete Quittungen erhalten. Da: uns daran lag, diese Quittungen nicht nur künstlerisch, sondern auch in jüdischem Geiste auszugestalten, haben wir uns mit hervorragenden Künstlern in Verbindung gesetzt, die uns Entwürie geliefert haben. Vorderhand werden die Spenden durch Veröffentlichung in der ״Welt“ unter einer eigenen Rubrik ״Das goldene Buch“ quittiert. Die erste dieser Quittungen erfolgte in Nr. 3 der ״Welt“. Die Blätter lieferten die bei ihnen für den Nationalfond eingegangenen Beträge direkt an die Bank ab. Zur Kontrolle der richtigen Abführung dieser Beträge haben;wir die Bank angewiesen, sämtliche Zeitungen, die Spenden für den Nationalfond sammeln, zu abonnieren. Die Quittierung der durch die Zeitungen abgelieferten Beträge erfolgt vorläufig noch nicht durch Vernichtung der entsprechenden Anzahl Marken, da sich dies bei dem gegenwärtigen System, bei dem eine Marke durch die ,kleinste, Münzeinheit repräsentiert ist,' zu kostspielig stellen würde. In dem Momente, wo wir auch Marken- Systeme in Zirkulation setzen werden,־ die eine höhere Münzgattung als Einheit annehmen, wird sich diese Art der Quittung leichter ausführeq lassen. ' Das grösste Erträgnis hat jedoch die Sammlung nach dem vom Kongresse angenommenen System der Markenquittierung geliefert. Das engere A. C. hat in der Zeit seit dem V. Kongress sich die Propaganda für die Verbreitung des Nationalfonds eifrig angelegen sein lassen. Das am Kongresse angenommene Nationalfond-Statut wurde in vielen tausenden Exemplaren vervielfältigt und verbreitet, desgleichen eine Jargonbrochure über den Nationalfond. Ferner wurden im Zirkularwege wiederholt die Vorsteher der verschiedenen Organisationen aufgefordert, sowohl in den Versammlungen als auch durch Zirkulare an die ihnen unterstehenden Vereine die Idee des Nationalfonds zu propagieren, seiner bei jeder passenden Gelegenheit zu gedenken. . Das A. C. hat die Kontrolle in der Weise geführt, dass cs die Bank veranlasst, Ausweise über den jeweiligen Stand des Nationalfonds und zwar nicht nur ziffernmässig, sondern auch nach Ländern geordnet, zu liefern. Die Kontrolle über das Goldene Buch wuide in der Weise vorgenornmen, dass das A. C. die diesbezugliehen Spenden nicht früher in der ״Welt“ veröffentlichte, als bis die Bank den Eingang mitteilte.• So war das A. C. jeden Moment in der Lage, über sämtliche Arten von Spenden eine genaue Kontrolle zu führen. Da das A. C. die Bank für die ihr gesandten Bücher belastet hält, kann jederzeit aus der fehlenden Nummernzahl die Höhe der für Nationalfond-Marken gezahlten Beträge berechnet werden. Die durch die Zeitungen eingelaufenen Spenden sind ohnedies in eigenen Rubriken veröffentlicht, und die Veröffentlichung der Spenden für das Goldene Buch erfolgt immer durch das A. C. Das engere A. C. hat beschlossen, die für den Nationalfond gespendeten Beträge vorläufig in englischen Konsols anzulegen. Uns war es nicht nur dämm zu tun, für den Nationalfond die bisher gebräuchliche Form der Agitation anzuwenden, sondern sämtliche Anregungen, die uns zugegangen sind,, genau zu studieren, um sie im Falle der dische Ausbeutung oder jüdischen Wucher. Fragen wir uns aber, welcher Art nun wirklich ihr Handel war, so zeigt sich uns derselbe als Gross 11 andel, und zwaf in zwiefacher Gestalt, einerseits als Vermittlungshandel zwischen den italienischen, französischen und rheinischen Städten, andererseits zwischen diesen und dem Orient. So heisst es von einem grossen Seeschiffe, welches den Verkehr zwischen Nizza und Massilia vermittelte, dass es jüdischen Leuten gehörte8). Wenn ein Schiff von fern her auf einen Hafen zuhielt, so war inan in der Stadt meist zuerst der Meinung,־ es müsse ein jüdisches Schiff sein. So erzählt der ״Mönch von Sankt Gallen“ In seinem Buche über die Taten Karls des Grossen, dass man in einer provencalischcn Hafenstadt bei der Annäherung . von normannischen Kaperfahrzeugen in erster Linie der Meinung gewesen, es seien jüdische Kaufleute, dann aber vielleicht auch afrikanische oder englische Schiffe4). Der arabische Schriftsteller Ibn Kordadbeh erzählt, dass 0) Viri igitar, quorum erat navis, Judaica erant ab Stirpe progeniti. (Gregor von Tliours.) V CuniQuC, visis navibus, aUl Judeos, alil vero Afrfcanos, alil BritaiUiOS mercatores esse dicerunt. (Monachus Sangallensis 2, 14. M. O. S. S. 2, 757.) noch um die Mitte des 9. Jahrhunderts, also bei seinen Lebzeiten, jüdische Grosskaufleutc die ganze weite Strecke von Frankreich und Deutschland bis Indien und China auf vier verschiedenen, bei ihm näher bezeichneten Handclswegen bereisten. (Schluss folgt.) Cltteraturbericht. Berlin. Wie im vorigen Jahre,‘so überlässt auch diesmal der Verband der Vereine für jüdische Geschichte und Lltteratur den fünften Band des Jahrbuches für jüdische Geschichte und Litteratur (1902) mit Beiträgen von Plüllppson, Karpcles, Steinheim, Schwarz, Brann, Schächter, Kohut, Pappenheim u. a. allen Rabbinern, Lehrern und Kultusbeamten zu dem ermässigten Preise von 1 Mark. : Auch von den früheren Jahrgängen (1—4) sowie von dem Gedenkbuch für Samuel David Luzzatto können, soweit der geringe Vorrat reicht, noch Exemplare jedes zu dem ermässigten Preise von 1 Mk. inkl. Porto bezogen werden. Alle Bestellungen sind unter Einsendung des Betrages an Herrn Maximilian Heymann, Berlin N.W., Roonstr. 9, zu richten. •••־• •' .־ ••' •- ־־ :*־־ ׳־• *־• -

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