Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 6 (1931) (Neue Folge
- Issue
- Heft 4-5 (April 1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- Seite 72 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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ist die Mortalitätsziffer bei den Juden niedriger, in der Gruppe 40—60 und darüber hinaus höher als bei den Nichtjuden (weil die Lemberger Statistik nicht nur den Krebs, sondern auch alle anderen malignen Wucherungen umschließt); der Totalindex ist aber für beide Bevölkerungsteile der Gleiche. Diese zwei Beispiele — Budapest und Lemberg — erbringen mit voller Klarheit den schlagendsten Beweis dafür, wie nichtssagend gerade bei der Krebsstatistik die Totalindices der Sterblichkeif sind, und wie unvorsichtig und falsch es ist, Folgerungen aus ihnen zu ziehen und geistreiche Theorien zu ersinnen, ohne einen sicheren Anhaltspunkt zu besitzen, der uns einzig und allein von einem genauen, alle Einzelheiten klarlegenden statistischen Material gewährt werden kann. Leider sind wir noch heutzutage sehr weit nachstehende Verhältniszahlen (s. die Aufstellung auf Seite 73). Die behandelten Materialien erteilen uns eine klare Antwort auf die vorstehend aufgeworfene Frage nach dem Bevölkerungsbereich, auf welchen wir die Krebssterblichkeit beziehen dürfen: die oberste Grenze dieses Bereiches läuft durch die Altersgruppe von 40 Jahren. In den nachstehenden Tabellen werden daher die absoluten Zahlen der Sterblichkeit in Verhältnis gebracht zu dem Bevölkerungsbereich vom 40. Lebensjahre an und weiter. Auf diese Weise lassen sich für Budapest 1924/26 folgende Quotienten ermitteln. Auf je 10 000 der über 40 Jahre alten Bevölkerung entfallen Todesfälle an Karzinom: bei d. Juden bei d. N--Juden bei d. Juden b.d.N.-Juden Magen .... 10,0 14,5 Gedärme ... 6,8 4,3 Leber..... 4,8 4,2 Gebärmutter . . 4,3 9,2 Weibliche Brust . 2,6 1,9 Zunge, Speiseröhre, 2,2 4,1 Sonstige Organe . 8,5 6,7 Überhaupt . . 39,0 44,9 Nur drei Krebsformen weisen höhere Mortalitätswerte bei den Juden auf: der Darm-, der Brustkrebs und der Krebs «anderer» Organe. Bei Magenkrebs, beim Krebs der Zunge, der Speiseröhre und der Gaumens und ebenso beim Krebs der Gebärmutter stehen die höheren Quotienten in der nicht jüdischen Gruppe. Beim Leberkrebs gleichen sich die Werte aus. Die Differenzen (die positiven sowohl wie die negativen) zwischen den jüdischen und nicht jüdischen Quotienten bewegen sich zwischen 50 und 100 %. Ähnlichen Differenzen begegnen wir in den Zahlen für Budapest für den Durchschnitt der Jahre 1908-09. Auf je 10 000 der "über 40 Jahre alten Bevölkerung entfallen Sterbefälle an Karzinom: Männer Frauen Jüdische Niditjüdische Jüdische Niditjüdische 5,4 12,4 7,8 10,0 4,0 3,2 3,5 2,9 Zunge, Speiseröhre, Larynx . 3,2 5,5 0,3 0,3 1,7 3,4 4,7 4,7 — — 5,3 15,8 Brust......... — — 4,4 2,5 Sonstige....... . 3,8 4,2 5,3 4,5 19,1 28,7 31,3 40,7 Für Warschau 1916/20 ergeben sich nach derselben Berechnungsmethode nachstehende Verhältniszahlen (s. die Aufstellung auf Seite 75). Die letzten zwei Tabellen, in denen das Material nach den Geschlechtern gegliedert ist, bietet besonderes Interesse. Wir sehen hier eine Reihe von Fällen, bei welchen dieselbe Krebsform bei dem einen Geschlechte in bei- 72